Promotion Indigene Partizipation gehört in Chile zu den Frauen

Kultur in Chile zwischen Weltkulturerbe, Mapuche-Kultur und dem rätselhaften Tod des beliebten Nationaldichters

Chile Tourismus

Stadt des ewigen Frühlings – Arica

An der Grenze zu Peru, perfekt gelegen am Pazifischen Ozean und nördlichste Stadt des Landes – Herzlich Willkommen in Arica. Ganzjährig zu bereisen ist Arica auch als das Tor zu Peru bekannt und wird von vielen Backpackern und Besuchern aus aller Welt bereist. Vor allem das Zentrum der Stadt ist beliebt und bietet Cafés, Bars und Restaurants in allen Preislagen. Die Fußgängerzone der Straße des 18. September (Calle 18 de septiembre) zeigt sich mit Geschäften, Luxus-Boutiquen und billigen Marktständen von seiner besten Seite. Direkt am Hafen ist ein Fischmarkt und am Busbahnhof den „El Agro“, einen Markt für regionale Produkte zu günstigen Preisen.

In einer besonders schönen Gegend von Arica, am Plaza Colon, befindet sich die von Gustave Eifel gebaute Kathedrale Cathedral de San Marcos. Die Holzkirche wurde in den Werkstätten von Eifel gebaut und dann mit dem Schiff nach Chile gebracht. In den Holzarbeiten zeigen sich seine Muster, die typischen Eiffel-Rundbögen und Abstützungen. Die asymmetrische Fassade mit einem achteckigen Glockenturm wurde von 1871 und 1875 auf den Überresten der durch ein Erdbeben zerstörten Vorläuferin gebaut. Eine Christusfigur aus dem 12. Jahrhundert und die hohen Fenster mit Glasmalereien sind besonders sehenswert. Lediglich die Türen sind aus Holz, der Rest des Klerikal-Gebäudes besteht aus Gusseisen.

Auf 4.2000 Metern Höhe liegt der Salzsee Surire. Seine intensive weiße Farbe ist von weitem zu sehen und die tiefblauen Lagunen verstecken sich mitten in der trockensten Wüste der Welt. Wildlebende Nandus, Lamas und die Anden-Flamingos sind hier zu beobachten. Rund um den See liegt eines der schönsten Naturparadiese, - das Nationalreservat der Vicuñas. Im Schatten eisbedeckter Vulkane liegt ein echtes Paradies, nur von wenigen Touristen besucht wird. Die Salzwüste ist dreimal so groß wie der Bodensee und eine meditative Ruhe geht von ihr aus. Im morastigen Seegrund stochern jedes Jahr ca. 11.000 Flamingos.

Einzigartige Orte mit kulturellem Reichtum

Die UNESCO hat einzigartige Orte im riesigen Staatsgebiet Chiles zum Weltkulturerbe erklärt. Grund sind deren kultureller Reichtum, ihre außerordentliche ökologische Bedeutung und Landschaften, auf denen man die Spuren der Vergangenheit findet. In einem Moment ist man in der brodelnden Moderne Chiles und im anderen Augenblick an Orten, deren Geschichte von großer Bedeutung sind. Sie sollen für zukünftige Generationen bewahrt werden und in der ganzen Welt bekannt gemacht werden.

Die historische Altstadt von Valparaíso zeigt sich als Labyrinth mit Meerblick. Ihre steilen Hänge schmiegen sich an die Architektur der Häuser. Der wichtigste Hafen Chiles liegt in der Stadt, deren Geschichte schon im Jahr 1536 begann. Lange Treppen und Standseilbahnen führen zu den institutionellen Bauwerken, den öffentlichen Plätzen und Museen. Überall können Besucher sehen, dass sich die viktorianische Architektur fügsam in die schroffe und geografisch ungünstige Lage ergeben hat. Ein Pfad voller Mythos und Tradition zeigt sich auf dem Qhapaq Ñan. Ein unvergleichliches Wegesystem, dass über mehrere Jahrhunderte von den Inkas gebaut wurde. Es verbindet die schneebedeckten Anden, mit den Küsten des Pazifiks, den tropischen Regenwäldern und den trockenen Wüsten. Über fruchtbare Täler hinweg führt der Weg als Vermächtnis und Botschaft der indigenen Völker. In den Steinen des Inkapfades vereint sich die Vergangenheit der Ur-Einwohner Argentiniens, Boliviens, Chiles, Kolumbiens, Ecuadors und Perus.

Für die Chilenen ein bedeutender Mensch. Pablo Neruda, Dichter und Literaturnobelpreisträger hatte quer durch das Land drei eindrucksvolle Häuser, die zu Museen umfunktioniert wurden. In seinem ehemaligen Wohnhaus „La Sebastiana“ konnten die Dekoration und die Sammlungen, die er auf seinen Reisen entdeckte, bis heute erhalten bleiben.

Das zweite Haus „La Chascona“ am Fuße des San Cristóbal Hill war seiner liebsten Matilde Urrutia gewidmet. Der Name des Hauses wurde nicht zufällig gewählt. Chascona bedeutet „ungezähmt“, eine Hommage an Matildes rote Locken. Auch dieses Haus ist jetzt ein Museum und steht für Besichtigungen zur Verfügung. Sehenswert ist die Sammlung aus unterschiedlichen Behältern, die Pablo Neruda aus der ganzen Welt zusammengetragen hatte.

Sein drittes Haus und zugleich größtes Geheimnis befindet sich an der Küste der Isla Negra. In diesem Haus verbrachte er seine meiste Zeit. Dieses Haus war Zufluchtsort und Inspirationsquelle zugleich. Hier genoss er gemeinsam mit Matilde die Stille und das Rauschen des Ozeans. Wer dieses Museum besichtigt, wird schnell feststellen, dass der Dichter eine Vorliebe für Boote und Züge hatte.

War es der Krebs oder doch eine Ermordung - Pablo Neruda und Chile

40 Jahre nach dem Tod des chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda sind Experten und Forensiker zur Schlussfolgerung gelangt, dass der beliebte Poet nicht wie damals behauptet an Krebs starb, sondern vielmehr einer Vergiftung zum Opfer gefallen. 16 Experten schlossen damit aus, dass die in der Sterbeurkunde angegebene Todesursache Krebs die Realität widerspiegelt. Nur wenige Tage nach dem Staatsstreich gegen seinen Freund, den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, starb der Autor angeblich in einem Krankenhaus der Hauptstadt Santiago de Chile, an Prostatakrebs. Neruda selbst war von 1945 bis 1948 Mitglied der Kommunistischen Partei und Senator im Parlament. Seine Partei war es auch, die die neueste Untersuchung in Auftrag gab. Auch wenn es nie endgültige Beweise geben wird. Die Todesursache in der Sterbeurkunde ist definitiv falsch.

Der eigentliche Name des bekennenden Gegners von Faschismus war Neftalí Ricardo Reyes Basoalto. Als Senator mit diplomatischer Immunität nutzte er seine Sonderstellung und wurde zu einem der heftigsten Kritiker des Präsidenten González Videla. Er warf ihm Betrug vor und musste daraufhin nach Madrid fliehen.

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Fast eineinhalb Jahre war er auf der Flucht und fand meist bei einfachen Leuten Unterschlupf. In dieser Zeit schrieb er wesentliche Teiles seines bedeutendsten Werkes „Canto General“ (Der große Gesang). Darin 15.000 Verse mit Deutungen über Wesen und Geschichte des amerikanischen Kontinents von der Entdeckung bis in die Neuzeit. 1950 wurde der umfangreiche Gedichtzyklus in Mexiko veröffentlicht. Dort lebte Neruda von 1949 bis 1952. Durch die besondere Form seiner Schilderung der Hoffnung auf Unabhängigkeit und der Befreiungskämpfe nach der Eroberung durch die Konquistadoren, ist das Werk in vielen lateinamerikanischen Ländern in seiner Verehrung nur noch durch die Bibel übertroffen. Auch in der DDR wurde der chilenische Nobelpreisträger hoch verehrt. 1974 wurde eine Briefmarke ihm zu Ehren entworfen. Am 25.04.2016 wurde Pablo Neruda zum vierten Mal in Isla Negra beerdigt. Nach zwei Umbettungen und der Exhumierung fand er hier seine letzte Ruhe. Die Todesursache konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.