9 beeindruckende Naturwunder in Deutschland

Atemberaubende Felsformationen, tiefe Schluchten, breite Strände: Orte wie der Grand Canyon in den USA, der Tafelberg in Südafrika oder die Halong-Bucht in Vietnam zählen zu den beliebtesten Naturwundern der Welt. Um die Schönheit der Erde zu erleben, reist so manch einer um die halbe Welt.
Doch auch in Deutschland warten beeindruckende Schauplätze der Natur darauf, entdeckt zu werden. Von Amrum bis nach Oberstdorf: Merian zeigt neun faszinierende Naturwunder in ganz Deutschland.
Externsteine im Teutoburger Wald, NRW

Diese 40 Meter hohen Sandstein-Giganten im Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen) tragen einen großen Spitznamen: „Stonehenge des Teutoburger Waldes“. Die Externsteine wurden zwar nicht herbeigeschleppt, aber zu verschiedenen Zeiten stark bearbeitet, mit Höhlen und Reliefs.
Ihre Historie reicht weit zurück; bereits in vorchristlicher Zeit diente die Felsgruppe als Kultstätte. Eine Aussichtsplattform belohnt alle, die hinaufsteigen, mit einem tollen Blick auf das Naturwunder und Ostwestfalen. Darüber hinaus können sich Besucher im kostenlosen Infozentrum über die Natur- und Kulturgeschichte der Region erkundigen.
Blautopf bei Blaubeuren, Baden-Württemberg

Wassermassen in karibischem Türkis drängen bei Blaubeuren in Baden-Württemberg aus einem weit verzweigten, natürlichen Höhlensystem an die Oberfläche. Die intensive Färbung der Karstquelle names Blautopf entsteht durch das einfallende Tageslicht, das von den Kalkpartikeln millionenfach gebrochen wird. Um den Ursprung der Flüsschens Blau, der bald darauf in die Donau mündet, ranken sich uralte Legenden.
In den Höhlen versuchten sich viele Taucher, nach etlichen Unglücken ist das heute verboten. Stattdessen können Besucher nach Anmeldung oder im Rahmen einer Führung die nahegelegene Geißenklösterle-Höhle oder die Brillenhöhle erkunden.
Helgolands Lange Anna, Schleswig-Holstein

Der schmale, hohe Felsblock aus rotem Buntsandstein ist Helgolands Wahrzeichen – und trotzt der Nordseebrandung am nördlichen Ende der Insel. 47 Meter ragt die Felsnadel Lange Anna gen Himmel und ist sowohl von der Insel als auch vom Meer aus von Weitem gut sichtbar. Für Menschen ist der Felsen nicht zugänglich. Das ist gut für die Trottellummen, Dreizehnmöwen und Basstöpel, die dort brüten. Alternativ können Besucher die Lange Anne auf einer Boorstour umrunden. Den besten Blick von Land hat man vom 2,8 Kilometer langen Klippenrandweg aus.
Übrigens: In den 70er Jahren erhielt die Lange Anna eine kleine Schwester. Nach einem Abbruch am Oberland der Hauptinsel blieb eine weitere Felsspitze zurück: die Kurze Anna. Der Zahn der Zeit nagt nach wie vor an der Nordseite der Insel. Als Schutzmaßnahme wurde eine Mauer errichtet und ein Hohlraum am Fuße des Felsen zugemauert.
Zeckenstein in der Fränkischen Schweiz, Bayern

Bei Tüchersfeld in der Fränkischen Schweiz, nördlich von Nürnberg, ragt der Zeckenstein in die Höhe: Das Foto mit Fachwerkhäuschen vorne und den Kalkfelsen darüber gehört untrennbar zu dieser Gegend. In einem der hübschen Häuser ist ein kleines Museum untergebracht, das über die Geschichte der Region informiert.
Vom Wanderparkplatz am Nordrand von Tüchersfeld führt ein mit Treppen und Geländern gesicherter Aufstieg zum Aussichtspunkt. Wem anschließend nach einer Pause ist, findet im Brotzeitstüberl Wurstplatten, Leberkäs und weitere fränkische Spezialitäten.
Übrigens: Tüchersfeld gilt als eines der schönsten Dörfer in Deutschland.
Breitachklamm bei Oberstdorf, Bayern

Die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas führt von Oberstdorf bis ins Kleinwalsertal und begeistert alle, die die Kraft des Wassers spüren wollen. Etwa 150 Höhenmeter haben die Fluten aus dem Stein gefräst. Der kurze Wanderweg hindurch wird jährlich von tausenden Touristen begangen. Währenddessen rauscht das Wasser in beeindruckender Lautstärke und Geschwindigkeit durch die Breitachklamm. Eine interaktive Schau am Eingang erklärt die Entstehung dieses Naturwunders.
Die Breitachklamm kostet für Erwachsene 9 Euro Eintritt. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison, im Frühling und Herbst gibt es mehrwöchige Schließzeiten. Derzeit (Stand: 2. April 2026) ist die Breitachklamm aufgrund der Witterung sowie Reparaturmaßnahmen geschlossen – voraussichtlich bis Ende April/Anfang Mai. Informieren Sie sich immer vor einem Besuch über die aktuellen Bedingungen.
Tipp: Wer vor 10 Uhr aufschlägt, kann die Schlucht meist in Ruhe erkunden. Gegen Mittag wird es meistens voll.
Kreidefelsen auf Rügen, Mecklenburg-Vorpommern

Die Kreidefelsen auf Rügen zählen zu den markantesten Küstenlandschaften Deutschlands. Entlang der Steilküste im Nationalpark Jasmund ragen die weißen Kreideklippen bis zu 118 Meter über die Ostsee und bilden einen auffälligen Kontrast zum dunklen Buchenwald und dem tiefblauen Wasser.
Entstanden sind die Felsen vor rund 70 Millionen Jahren aus Ablagerungen von Kalkschalen und Meeresorganismen. Wind, Wasser und Wellen formen die Küste bis heute weiter – immer wieder brechen Teile der Klippen ab und verändern das Erscheinungsbild der Landschaft. Besonders bekannt ist der Königsstuhl, der als höchster Punkt der Kreideküste gilt und zu den meistbesuchten Aussichtspunkten der Region gehört.
Zwölf Apostel im Altmühltal, Bayern

Wer die Zwölf Apostel sehen will, braucht nicht gleich nach Australien reisen. Eine kleine Version der eindrucksvollen Felsformation findet sich ganz in der Nähe, im schönen Altmühltal zwischen Nürnberg und Augsburg. Das Gebiet, das seit 1984 unter Naturschutz steht, erstreckt sich über mehr als 15 Hektar und ist ideal für eine wunderschöne Rad- oder Wandertour, auch abseits der eingetretenen Pfade.
Die zwölf bis zu 25 Meter hohen, aus dem Flusstal ragenden Dolomitfelsen finden sich zwischen Solnhofen und Eßlingen. Der beliebte Altmühl-Panoramaweg führt oben vorbei, man kann aber auch zum Fluss absteigen. Eindrucksvoll und abwechslungsreich ist zudem eine Kanutour auf der Altmühl zu Füßen der Zwölf Apostel.
Kniepsand vor Amrum, Schleswig-Holstein

Mit einer Länge von zehn Kilometern findet sich einer der längsten Strände Europas auf einer der kleinsten Inseln. Der Kniepsand am Weststrand von Amrum ist eine beeindruckende Sandbank und trotz ihrer Schönheit nicht überlaufen – manchmal sogar menschenleer. Geologen sagen, der Kniepsand gehöre eigentlich nicht zu Amrum. Für das Strandleben ist das aber ziemlich egal. Egal ob zum Sonnenbaden, Plantschen oder Spazierengehen: Vor allem Sommer bildet der Kniepsand die ideale Kulisse für einen Urlaub mit Kind und Kegel. In der Nebensaison verwandelt sich dieses Naturwunder in ein Eldorado für Vogelfreundd, denn die Nordseeküste dient vielen Vögeln als Rast- und Brutplatz.
Bastei im Elbsandsteingebirge, Sachsen

Wie eine steinerne Bühne erhebt sich die Bastei im Elbsandsteingebirge. Fast 200 Meter ragen die bizarr geformten Sandsteinfelsen in die Höhe und geben den Blick frei auf eine wildromantische Landschaft: zerklüftete Tafelberge, bewaldete Hänge und das schimmernde Band der Elbe tief unten im Tal. Geformt durch Erosion, wirken die steilen Sandsteinfelsen wie eine natürliche Festung – verbunden durch die berühmte Basteibrücke, die sich in eleganten Bögen über tiefe Schluchten spannt.
Schon seit dem 18. Jahrhundert zieht dieser Ort Reisende, Künstler und Dichter an; die dramatische Szenerie inspirierte unter anderem Caspar David Friedrich und machte die Bastei zu einem frühen Symbol der deutschen Romantik.