Von Denis Krah
Die Hollywood-Stars liegen nicht nur in seinen Betten, sie liegen ihm zu Füßen: Der New Yorker André Balazs hat sich mit seinen außergewöhnlichen Designhotels viele berühmte Freunde gemacht - und wurde so Teil der amerikanischen V.I.P.-Community.
Heute ist André Balazs selbst ein Star. Früher wollten die US-Prominenten in den Häusern des 52-jährigen Hoteliers lediglich wohnen, inzwischen möchten sie mit Balazs essen und feiern gehen oder bei einem öffentlichen Anlass zumindest in seiner Begleitung gesehen werden.
Im wenig glamourösen New Jersey hatte Balazs Anfang der 1980er Jahre zusammen mit seinem Vater, einem angesehenen Mediziner, eine Biotech-Firma gegründet und früh ein kleines Vermögen angehäuft. Ein paar Jahre später heiratete er dann Katie Ford, die Chefin einer der größten Modelagenturen der Welt, und gehörte fortan zur Stammbesetzung, wann immer in New York ein roter Teppich ausgerollt wurde. Aber Balazs wollte mehr.
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In den großen alten Zeiten Hollywoods waren Greta Garbo, Howard Hughes und Grace Kelly im Chateau abgestiegen. Mitglieder der Rockband Led Zeppelin fuhren Motorrad auf dem Flur, Billy Idol zerschlug seine Zimmereinrichtung und Jim Morrison sprang vom Balkon - und überlebte. Dann starb Komiker John Belushi im Bungalow mit der Nummer 3 an einer Überdosis Drogen und das goldene Zeitalter des Luxushotels ging zu Ende. Berühmte Gäste blieben aus, normalsterbliche ebenso.
Nach der Übernahme verordnete Balazs dem Haus am Sunset Boulevard eine aufwendige Frischzellenkur für 12 Millionen Dollar. Statt eines klassischen Innenarchitekten engagierte er zwei Designer, die bis dato vor allem Filmkulissen entworfen hatten und denen es gelang, den alten Charme des Chateau Marmont wieder auferstehen zu lassen. Jetzt hatte Hollywood seine standesgemäße Herberge wieder, und auch die Promis kamen zurück. Sofia Coppola, Madonna und Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers checkten an der Rezeption ein. Star-Fotograf Helmut Newton verunglückte 2004 in der Auffahrt des Hotels mit seinem Cadillac und starb.
Währenddessen hatte Balazs längst nachgelegt und seinen Aktionsradius auf die Ostküste ausgedehnt. In einem Lagerhaus des New Yorker Stadtteils SoHo hatte er 1997 das Boutiquehotel Mercer eröffnet. Im Vorfeld lud der ehemalige Student der Geisteswissenschaften seine Promifreunde aus L. A. in die neue Herberge auf der anderen Seite des Landes. "Ich habe einfach ein paar Anrufe getätig", erzählt Balazs. Die Folge war, dass sich Leonardo DiCaprio, Marilyn Manson und John Malkovich den Fahrstuhl mit den Handwerkern teilten - und das Mercer zum Stadtgespräch wurde.
Irgendwann zog Designer Calvin Klein dann für längere Zeit in eine der Loftsuiten und auch der Medienunternehmer Rupert Murdoch lebte ein paar Monate im Mercer, um die Zeit zu überbrücken, bis sein vom Designer Christian Liaigre eingerichtetes Apartment in SoHo bezugsfertig war. Der Franzose hatte zuvor auch die Gestaltung des Mercer übernommen.
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