Schweiz Tipps für das Berner Oberland

Stürzender Superstar: In "Das letzte Problem" ließ der Schriftsteller Arthur Conan Doyle seinen  Sherlock Holmes 1893 am Reichenbachfall bei Meiringen in die Tiefe stürzen. Er war seiner Figur überdrüssig geworden. Die Fans waren entsetzt – einige Jahre später erweckte Doyle den Detektiv
wieder zum Leben.

Attraktiver Agent:

Nicht nur Schauspieler George Lazenby hat gut lachen, als er 1968 in die Rolle
von James Bond schlüpft: Der Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" wird auch zur Rettung der kurz zuvor eröffneten Seilbahn zum Schilthorn. Der Bau war viel teurer als gedacht, die Betreiber steckten tief in den Schulden. Im Bond-Streifen ist das topmoderne Drehgebäude auf dem 2970 Meter hohen Berg das Hauptquartier des Superbösewichts Blofeld, das Agent 007 mit großem Spektakel erobert. Durch die Dreharbeiten wurde das Schilthorn bekannt, die Bahn machte Profit. Heute ist dem Film dort eine große Erlebniswelt gewidmet – und das Drehrestaurant heißt wie der fiktive Filmberg: "Piz Gloria".

Rasante Räder:

Naturpark Gantrisch
Bern Tourismus
Genuss-Route durch den Naturpark Gantrisch
Überall in der Region lassen sich nebst Fahrrädern auch E-Bikes mieten. Ideales Terrain für eine Testfahrt ist der Naturpark Gantrisch mit seinen Wäldern, idyllischen Dörfern, Canyons und Hügeln – die dank des Elektroantriebs am Rad aber kaum auffallen.

Frische Formen:

Gemeinde Langenthal steht für gutes Design
www.designtour.ch
Gemeinde Langenthal steht für gutes Design
Die Umgebung mag ländlich wirken, doch in den Werkstätten der Gemeinde Langenthal entsteht seit Jahrzehnten gutes Design: vom Glastisch bis zum Teppich. Besucher  können auf Touren die Showrooms der Betriebe besuchen – und kriegen an festen Terminen auch Einblick in die Produktion.
www.designtour.ch

Tatkräftige Tiere:

Ziegen-Trekking in Interlaken
Claudia Alves de Almeida/www.hügeiss.ch
Ziegen-Trekking in Interlaken
Wie schön wäre das Wandern ohne den schweren Rucksack! In Ringgenberg bei Interlaken ist das kein Problem. Claudia Almeida bietet dort Wandertouren mit Ziegen an. Die  kräftigen Tiere alter Rassen tragen Proviant und Ausrüstung ohne großes Meckern bis ans Ziel.
www.hügeiss.ch

Miss Milchvieh:

Almabtrieb in Lenk
Lenk-Simmental Tourismus/PhotoPress
Almabtrieb in Lenk
Zuletzt war es Iris, die unter Applaus zur "Miss Lenk" gewählt wurde. Statt eines Krönchens erhielt sie eine Glocke. Die passt besser zu diesem Simmentaler Fleckvieh mit  glänzendem Fell, wohl geschwungenen Hörnern und muskulösen Beinen. Die Misswahl für Kühe ist Höhepunkt der "AlpKultur Tage" an der Lenk, eines zweiwöchigen Älplerfests im Oktober. Doch auch ein Bauernmarkt, Alphornblasen, der Alpabtrieb ("Züglete") und ein Hornussenturnier gehören zum Programm. Dieser Sport ist eine Art Urgolf, bei dem die Gegner des Spielers versuchen, dessen Ball mit an Stöcken befestigten Schildern in der Luft abzufangen.
Mehr Infos: www.alpkultur.ch

Freilichtmuseum Ballenberg:
Nur wenige Kilometer entfernt vom geografischen Mittelpunkt der Schweiz ist die Welt noch in Ordnung. Hier geht das Leben seinen alten Weg, hier wird gebaut, gekocht und gepflanzt wie vor 200 Jahren. Denn in Ballenberg am Brienzersee betreiben Historiker seit 1978 ein Freiluftmuseum, das die Kultur und das Brauchtum der Alpenbewohner pflegt. Stolz des Museums sind die mehr als hundert  Gebäude aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, darunter Kornspeicher, Stallanlagen, Wirtshäuser und Werkstätten. In allen Landesteilen wurden sie abgetragen und hier wieder aufgebaut. Originalgetreu angelegte Bauerngärten, Äcker, Felder und Weiden umgeben die alten Häuser.

Freilichtmuseum Ballenberg
Freilichtmuseum Ballenberg
Freilichtmuseum Ballenberg
Nicht nur die über 250 Hoftiere bringen Leben in die Szenerie: In den Gebäuden selbst führen Handwerker unter anderem traditionelles Knüpfhandwerk wie das Filochieren vor und erklären fast vergessene Berufe wie den des Köhlers. Oft dürfen die Besucher auch selbst Hand anlegen. Thematische Ausstellungen ermöglichen außerdem einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Landidylle. In einem Tag lässt sich längst nicht alles sehen, die Anlage ist 66 Hektar groß. Sehr nützlich ist daher die kostenlose App, die Besucher auf vier Sprachen zu den Höhepunkten des Museums führt. Das Freiluftmuseum Ballenberg ist von April bis Oktober geöffnet.
Autor:
Mila Krull