Zwischen Bohnen und Baristas: 12 Kaffee-Hauptstädte der Welt
Reisen und die Entscheidung für bestimmte Destinationen haben ja eigentlich immer auch etwas mit der Kulinarik vor Ort zu tun. Klar, Italien ist zauberhaft, aber dem Ganzen setzen selbstgemachte Pasta, Pizza und Tiramisu nochmals die Krone auf. Viele Foodies und Connoisseure aus aller Welt planen ihre Urlaube sogar danach, wo es die besten veganen Lokale, die meisten Sterne-Restaurants oder den besten Kaffee gibt.
Gerade letzteres wird immer wichtiger bei der Reiseplanung, das bestätigt auch eine von GetYourGuide erhobene Analyse namens „Hidden Travel Trends 2026". So gaben 33 Prozent der Befragten an, dass die Kaffeekultur einer Stadt für sie wichtiger ist als das dortige Nachtleben. 25 Prozent aller befragten Millennials können sich sogar vorstellen, explizit aufgrund der Kaffeekultur eine bestimmte Metropole aufzusuchen. Und ganze 73 Prozent der Deutschen ziehen für ihre nächste Reise eine Aktivität mit Kaffeebezug in Betracht, etwa den Besuch einer Rösterei oder einen Barista-Kurs.
Doch wohin sollte man eigentlich reisen, um Kaffee mal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen? Und wo gibt es den besten Flat White und den köstlichsten Iced Coffee weltweit? Hier kommen zwölf Kaffee-Hauptstädte.
Kopenhagen, Dänemark

Rund vier Milliarden Tassen Kaffee werden pro Jahr in Kopenhagen getrunken, pro Person sind das pro Tag drei bis vier Tassen. Das passt zur Kaffeekultur in Skandinavien im Allgemeinen: Norwegen, Schweden und Dänemark gehören zu den Ländern mit dem höchsten Kaffeekonsum pro Kopf weltweit. In den nordischen Ländern spielt vor allem hochwertiger Filterkaffee eine große Rolle, bevorzugt hellere Röstungen mit relativ hohem Säuregehalt und komplexen Aromen. Die Third-Wave-Bewegung ist in Kopenhagen schon seit einigen Jahren in vollem Gange, das heißt, der Trend geht wieder zu hochwertig qualitativem Kaffee, der nicht nur als schneller Koffeinkick dient, sondern ein Genussmittel darstellt. Das spiegelt sich in den Lieblingscafés der Kopenhagener wider, darunter das La Cabra und das Prolog. Sehr beliebt sind auch Coffee Collective und The Artisan, bei letzterem können Kunden sogar individuelle Röstungen vorbestellen.
Wer in Kopenhagen Kaffee trinken geht, merkt schnell, dass auch die Cafés dem Scandi-Chic der restlichen Stadt entsprechen: Minimalistisches Design mit klaren Linien und Strukturen, helle Farben und hochwertiges Mobiliar prägen das Interieur. Am besten bestellt man sich zum Kaffee eine Kanelsnegle (Zimtschnecke) oder einen warmen Kardamom-Knoten.
Übrigens: Hier finden Sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen.
Dublin, Irland

Bei Dublin denken die meisten zuerst an die belebte Craft-Beer-Szene mit all ihren quirligen Pubs und an das typisch irische Bier Guinness. Doch auch in Sachen Specialty Coffee legt Dublin nach: Wohl an keinem anderen Ort in Europa wird an so vielen Ecken Kaffee verkauft wie hier. Es leben rund 530.000 Menschen in der Stadt, gleichzeitig gibt es über 230 Cafés oder Bistros – damit beherbergt Dublin mehr Coffeeshops als Postämter. Ein unfehlbarer Beweis dafür, dass sich das schwarze Gold längst in die Herzen der Einheimischen geschlichen hat und eine gute, alkoholfreie Alternative zum Guinness darstellt.
Ganz ohne Alkohol geht es aber doch nicht in Dublin, und so hat sich hier eine ganz besondere Variante etabliert: der Irish Coffee, gesüßter Kaffee mit Whisky und Sahnehaube. Diese Kaffeespezialität finden Sie in der irischen Hauptstadt in beinahe jedem Pub. Aber auch sonst lassen die vielen Röstereien und Cafés keine Wünsche offen, allen voran 3fe Coffee und Brother Hubbard mit jeweils mehreren Filialen und Showrooms. Ebenfalls empfehlenswert sind die Cafés Brew Lab Specialty Coffee und laine, my love.
Tipp: Im Irish Whisky Museum wird regelmäßig ein Workshop für das Zubereiten von Irish Coffee angeboten, ab 22 Euro pro Person.
Hier haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Dublin gesammelt.
Seoul, Südkorea

Seoul, die Hauptstadt von Südkorea, ist in den letzten Jahren zum Trendreiseziel unter Europäern avanciert. Doch nicht nur das: Die Millionenmetropole ist auch ein Schmelztiegel moderner Kaffeekultur, man schätzt, dass sie rund 40.000 Cafés beherbergt. Um aus der Masse herauszustechen, entwickeln die Betreiber fortlaufend kreative Ideen und Konzepte für ihre Lokale, was dazu führt, dass Reisende hier an beinahe jeder Ecke Themencafés finden. Da wäre das Hello Kitty café mit quietschbunter Ausstattung zu Ehren des berühmten Katzenmädchens sowie das Café 1953 with audrey, ein Bistro in Reminiszenz an die Schauspielerin Audrey Hepburn. Ein besonderes Konzept finden Besucher im Nuldam Space: Dort dürfen Gäste Briefe schreiben, an sich selbst oder an Freunde und Familie, die dann jeweils erst ein Jahr später versendet werden und sozusagen als kleine Zeitkapsel fungieren.
Aber zurück zum Kaffee an sich: In Seoul trinken die meisten Menschen ihren Kaffee kalt, ein Iced Americano ist hier das Getränk der Wahl. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim Bestellen zwischen Kalt- und Heißgetränk wählen dürfen. Dazu wird oft Kuchen serviert, in Seoul vorzugsweise bunt und sahnig.
Übrigens: In Seoul gibt es überdurchschnittlich viele Kaffee-Connaisseure und besonders gute Baristas, so kommt etwa die Barista-Weltmeisterin aus dem Jahr 2024, Joo Yeon, aus der südkoreanischen Hauptstadt.
Nairobi, Kenia

Kenia ist für vieles bekannt: für seine beeindruckende Tierwelt in der Masai Mara und in vielen anderen Nationalparks oder für die endlos langen, puderweißen Sandstrände in Diani Beach. Aber vor allem auch für besonders hochwertige Kaffeebohnen, die im kenianischen Hochland kultiviert werden und – neben Schnittblumen – das Nummer-Eins-Exportprodukt des Landes darstellen. Und wo sonst könnte sich eine Kaffeekultur besser etablieren als in der Millionenstadt Nairobi, die weithin als coolste Stadt Kenias gilt? Neben zahlreichen Galerien, Museen und Boutiquen haben sich in Nairobi über die letzten Jahrzehnte viele Cafés angesiedelt, insbesondere in den Quartieren Karen, Langata und Lavington. Dort wird natürlich vorwiegend der kenianische AA-Kaffee produziert und verkauft, „AA” steht für die höchste Qualitätsstufe und wird dominiert von einer hellen Röstung und komplexen Aromen mit Beeren und Zitrusfrüchten, manchmal auch Gewürznoten.
Neben Kesh Kesh Coffee Roasters sind Gibsons Coffee House oder das Tin Roof Café, das Filialen in Karen und Langata unterhält, beliebt. Wer Nairobi besucht, sollte einen Ausflug in das Farmland vor den Toren der Stadt nicht verpassen. Bei einer solchen Kaffeetour lernen Besucher alles Wichtige über den Anbau der Kaffeebohnen bis hin zur Produktion des Kaffees.
Die besten Tipps für Kenias Hauptstadt Nairobi finden Sie hier.
Hamburg, Deutschland

Europas größter Umschlagplatz für Rohkaffee: Das ist Hamburg, genauer gesagt der Hamburger Hafen. Mehr als die Hälfte des Kaffeeimports in Deutschland kommt nach Hamburg, rund 700.000 Tonnen Kaffee werden pro Jahr über den Hafen eingeführt. Schon im 17. Jahrhundert wurde das erste Kaffeehaus in der Hansestadt eröffnet, nachdem verschiedene Kaufleute das damals noch recht mysteriöse Getränk auf Reisen probiert hatten. Einen Boom erlebte die Kaffeekultur in Hamburg jedoch erst viel später: Im Jahr 1887 eröffnete die sogenannte „Warenterminbörse für Rohkaffee”, auch Kaffeebörse genannt, in der Speicherstadt – und es wurde gehandelt, was das Zeug hält. Noch heute steht die Speicherstadt mit ihren historischen Klinkerbauten für das kaufmännische Hamburg und bildet das Zentrum des Hamburger Kaffeehandels. Röster wie Darboven, Tchibo und die Kaffeerösterei (die mittlerweile sehr touristisch ist), der Deutsche Kaffeeverband und viele andere Unternehmen haben hier ihren Sitz.
Mittlerweile finden sich in der Hansestadt rund 1.500 verschiedene Cafés, beziehungsweise Orte, an denen Kaffee verkauft wird (dazu zählen auch Eiscafés und Bäckereien). Empfehlenswert sind beispielsweise die Carroux Kaffeerösterei im schicken Blankenese, aber auch die verschiedenen Elbgold-Filialen, Marshall Street Coffee, die Nord Coast Coffee Roastery, Codos oder das Kaffee Stark.
Wer mag, kann hinter die Kulissen blicken, etwa im Kaffeemuseum Rösterei Burg. Dort lässt sich der Prozess von der Kaffeebohne bis zum fertigen Produkt bestens nachvollziehen, es werden auch Verkostungen und Seminare angeboten.
Die wichtigsten Infos über Hamburg – inklusive Hotels, besonderer Stadtviertel und Co. – lesen Sie hier.
Triest, Italien

Vielfach wird Italien als das Land des Kaffees angesehen, vor allem die Hauptstadt Rom wird hochgehalten als Wiege des köstlichen Getränks. Dabei nimmt Triest in der Nähe der slowenisch-italienischen Grenze eine ganz besondere Stellung ein: In dieser Stadt, die lange habsburgisch regiert war und die viel von der österreichischen Kultur inhärent hat (dazu später mehr), wird pro Kopf doppelt so viel Kaffee getrunken wie in anderen italienischen Städten – rund zehn Kilogramm vebraucht jeder Triester im Durchschnitt pro Jahr.
Im Jahr 1719 erklärte Kaiser Karl VI. die Stadt zum Freihafen, nach und nach wurde immer mehr Rohkaffee importiert – und getrunken. Das erklärt auch die vielen historischen Kaffeehäuser, die noch heute im Zentrum von Triest zu finden sind und die ihre Tradition hochhalten. Das Caffè San Marco ist eines der wichtigsten, es wurde im Jahr 1914 gegründet und bot den renommiertesten Dichtern und Denkern der Zeit – zum Beispiel James Joyce – Unterschlupf. Im Jahr 2005 wurde es zum Historischen Ort der Stadt Triest erklärt, und so kommen die Besucher auch heute noch in Scharen. Auch das Antico Caffè Torinese ist ein hervorragender Ort, um die Kaffeekultur von Triest besser kennenzulernen, voller Stuck, Marmor und altem Mobiliar. Wichtig: In Triest bestellt man die verschiedenen Kaffeespezialitäten etwas anders als im Rest Italiens. Ein „nero” ist ein Espresso, ein „nero in B”, ein Espresso in einem kleinen Glas („B” steht für „bicchiere”, das italienische Wort für „Glas”). Ein „capo in B” ist ein Cappuccino im kleinen Glas – und so weiter.
Übrigens: Der ungarische Einwanderer Francesco Illy hat 1933 in Triest das heute weltberühmte Unternehmen „Illy” gegründet. Seit 1999 gibt es außerdem am Hauptsitz des Unternehmens eine Kaffee-Universität. An der Università del Caffè werden Kurse und Verköstigungen für Baristas, aber auch für Anfänger angeboten.
Fünf besondere Cafés und Restaurants in Triest finden Sie hier. Außerdem haben wir die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zusammengetragen.
Hanoi, Vietnam

Als Reisender denkt man bei Vietnam vielleicht zunächst einmal an Phở oder Bánh mì, an Garküchen und Nachtmärkte. Dabei kann dem südostasiatischen Land keiner so schnell etwas vormachen, wenn es um Kaffee geht: Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeproduzent weltweit und gleichzeitig der führende Exporteur der Robusta-Bohne. Besonders Hanoi zelebriert die Bohne und ihre vielfältigen Zubereitungsarten, in der Stadt im nördlichen Vietnam sind die Kaffeesorten wahre Unikate.
Eine davon: Cà Phê Sữa Đá, ein Eiskaffee aus dunklem Röstkaffee mit gesüßter Kondensmilch. Und dann gibt es noch den Cà Phê Trứng, den Eierkaffee. Er besteht ebenfalls aus Röstkaffee aus der Robusta-Bohne, wird aber garniert mit einer Mischung aus Eigelb, Zucker und Kondensmilch. Erfunden wurde der Eierkaffee angeblich im Cafe Giảng im Jahr 1946. Direkt um die Ecke befindet sich das Cà Phê Lâm, das ebenfalls zu den ältesten Lokalen in Hanoi gehört und unter Locals sehr beliebt ist. Übrigens: In Hanoi sind die Preise vergleichsweise gering, so kann man schon ab 13 Euro einen Kurs für die Herstellung des einzigartigen Eierkaffees besuchen.
Bergen, Norwegen

Norwegen hat tatsächlich den zweithöchsten Kaffee-pro-Kopf-Konsum weltweit, mehr als 80 Prozent der Einheimischen trinken täglich Kaffee – durchschnittlich etwas mehr als vier Tassen am Tag. In Norwegen und somit auch in Bergen dominiert der sogenannte „Kokekaffe”: Bei dieser Zubereitungsart wird kochendem Wasser gemahlener Kaffee hinzugefügt, das Ganze bleibt dann mehrere Minuten stehen und setzt sich. Einfach, aber effektiv. Die meisten Cafés in Bergen bieten eine Mischung an: traditionelle Zubereitungsmethoden, ergänzt durch moderne Kaffeespezialitäten und Latte Art.
Die norwegische Stadt liegt direkt am Europäischen Nordmeer und hat Berge in ihrem Rücken. Sie wird geprägt von hyggeligen Quartieren wie Bryggen, das mit einer Vielzahl an rustikalen Holzhäusern verzaubert. Das macht die Atmosphäre perfekt für einen gemütlichen Kaffee-Spaziergang. Und wenn es regnet – das kommt hier durchaus des Öfteren vor –, dann verzieht man sich in die urigen Bistros und Cafés der Stadt, beispielsweise ins Det Lille Kaffekompaniet, ins Kaf Kaffe Bryggen oder ins Kaffemisjonen. Eine der besten Röstereien ist die Bergen Kaffeebrenneri, dort finden regelmäßig Barista-Kurse und verschiedene Verkostungen statt.
Übrigens: Illustratorin Gunvor Rasmussen, die in Bergen lebt und arbeitet, hat uns ihre Lieblingsorte der Stadt verraten.
Wien, Österreich

Die Stadt der Kaffeehäuser darf bei dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Schon im 17. Jahrhundert gab es die ersten dieser Etablissements in der Hauptstadt, bis heute haben sich viele davon (wie das Café Central, das Café Demel, das Café Jelinek und das Café Sacher) gehalten. Die Einrichtung ist häufig plüschig-kitschig, aber mit viel Stil: von rotem Samt über Kristalllüster und vergoldete Spiegel bis hin zu ganz viel Stuck und Fresken. Tatsächlich gehört die Wiener Kaffeehauskultur inzwischen zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.
Typischerweise trinkt man in der österreichischen Hauptstadt einen Melange, eine Kaffeespezialität, die viele mit einem Cappuccino verwechseln. Die Melange wird jedoch nur mit einer kleinen Milchhaube garniert, meist auch mit milderem Kaffee zubereitet als ein Cappuccino. Ebenfalls ein Klassiker: Einspänner. Dabei handelt es sich um schwarzen, starken Kaffee unter einer Haube aus Schlagsahne. Wichtig: Nicht rühren, sondern den Kaffee durch die Schlagsahne hindurch trinken. Zum Kaffee wird in Wien oft Apfelstrudel oder Sachertorte gereicht.
Auch in Wien gibt es natürlich verschiedene Erlebnisse rund um die Kaffeekultur, beispielsweise eine 2,5-stündige Kaffee-, Kuchen- und Schokoladentour. Oder Sie nehmen an einer geführten Wiener Kaffeehaus-Tour teil, bei der Sie noch mehr über die Zubereitung des Kaffees erfahren können.
Hier erfahren Sie, was man in Wien unbedingt gesehen haben muss.
Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

Einst war Kaffeetrinken in Sarajevo ein Privileg: Wer das schwarze Gold trank, der gehörte ziemlich sicher zur Oberschicht – zumindest damals, als der Kaffee gerade erst über den Balkan in die Stadt kam und noch geheimnisvoll war. Heute ist das anders, in Bosnien und Herzegowina – und vor allem in der Hauptstadt – wird gerne und viel Kaffee getrunken. Traditionell wird er in einer Kupferkanne auf einem Kupfertablett serviert und ist sehr stark. In vielen Cafés wird dazu ein Stück Kandiszucker gereicht, die Einheimischen lösen diesen aber nicht im Kaffee auf, sondern tauchen ihn hinein und lassen ihn anschließend auf der Zunge zergehen. Manchmal wird auch Rahat Lokum als Begleitung aufgetischt, eine geleeartige Süßspeise aus der orientalischen Küche, die den starken Kaffeegeschmack ebenfalls etwas abmildern kann.
Das Čajdžinica Džirlo -Tea House bietet eine gemütliche Atmosphäre und ist im Vintage-Stil eingerichtet. Hier gibt es neben Tee natürlich auch Kaffee. Alternativ lässt sich eine Stadtführung mit bosnischem Kaffeeritual buchen.
Melbourne, Australien

Melbourne ist die Wiege des Flat White – so behaupten es die Einheimischen zumindest und stehen damit in Rivalität mit den Neuseeländern, die das Gleiche für sich beanspruchen. Ob die Kaffeespezialität, die auch in Europa auf dem Vormarsch ist, nun aus Melbourne kommt oder nicht: Die Stadt braucht diese Auszeichnung gar nicht, um als Welthauptstadt des Kaffees zu gelten. In den späten 1940er und in den 1950er Jahren kamen sehr viele Einwanderer hierher, vor allem italienische und griechische Menschen prägten danach die Gastro-Szene von Melbourne. Schließlich brachten sie den Kaffee mit, beziehungsweise ihr Know-how und alle wichtigen Zubereitungsmethoden. So etablierten sich in der australischen Metropole nach und nach immer mehr Cafés, zunächst mit italienischen Spezialitäten wie Espresso und Caffè Latte.
Heute ist Melbourne natürlich für weit mehr als italienischen Kaffee bekannt, so ziemlich jede erdenkliche Kaffeespezialität findet sich in den vielen Coffeeshops im Zentrum der Stadt. Klar ist auch: Die Stadt ist ein Trendsetter, nicht nur wegen des Flat White. Bevor es in Europa angesagt war, leicht geröstete Sorten mit fruchtigen und blumigen Noten zu verkaufen, haben die Baristas in Melbourne das längst getan. An den Trend-Spots der Stadt wird dazu der ein oder andere Avocado-Bagel oder ein belegtes Sauerteigbrot serviert. Empfehlenswert sind – unter anderem – Pellegrini's Espresso Bar, Tom Thumb, MARKER Lt Bourke, die Seven Seeds Coffee Roasters und Aunty Peg’s (Achtung: Hier gibt es keine Milch, nur schwarzen Kaffee).
Tipp: In Melbourne werden immer wieder Aktivitäten rund um Kaffee angeboten, beispielsweise Barista-Kurse.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Melbourne haben wir hier für Sie zusammengestellt.
São Paulo, Brasilien

Es wäre beinahe schon seltsam, würde eine Stadt wie São Paulo nicht auch ihre Kaffeekultur im großen Stil zelebrieren. Schließlich ist Brasilien einer der größten Kaffeeproduzenten weltweit, das Land hält über 30 Prozent an der Gesamtproduktion auf dem Weltmarkt. Vorrangig werden hier, in den Anbaugebieten Minas Gerais, São Paulo, Espírito Santo und Paraná, Arabica-Bohnen mit schokoladigem Aroma kultiviert. Robusta-Bohnen findet man in Brasilien nur selten, beziehungsweise nur an der Küste. Der Hafen von Santos, rund 80 Kilometer von São Paulo entfernt, ist der wichtigste Exporthafen Brasiliens für Kaffee.
Und auch wenn die Produktion von Kaffee heutzutage nur noch etwa zehn Prozent des brasilianischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht, so ist man vor Ort doch sehr stolz auf das heimische Getränk, dessen Qualität natürlich je nach Anbaugebiet und Zubereitungsart variiert. In der Millionenstadt São Paulo finden Reisende jedenfalls etliche Röstereien und Cafés, hier wird jeder Geschmack bedient. Vor allem Specialty Coffee ist in der Stadt seit mehreren Jahren im Kommen. Neben Crio Café und Um Coffee Co. sind die beiden Filialen von Coffee Lab einen Besuch wert.
