Panama

Wissenswertes über Panama

Natur und Klima:

Das Land von etwas mehr als der Fläche Bayerns erstreckt sich zu beiden Seiten des mit 55 Kilometer schmalsten Abschnitts der zentralamerikanischen Landbrücke mit der Kanalzone. Im Osten liegt mit Darién ein mit Regenwald bestandenes Tiefland, das im Norden von der Cordillera de San Blas und der Serranía del Darién begrenzt wird. Im Westen Panamas erhebt sich die zentralamerikanische Kordillere, die im Vulkan Chiriquí (3477 Meter) den höchsten Punkt des Landes erreicht. Im Norden und Süden fällt die Kordillere zu den karibischen und pazifischen Küstenebenen ab. Die karibische Seite ist mit dichten Regenwäldern bestanden, am Pazifik überwiegen Trockenwälder und Savannen. Die Pazifikküste gliedert sich in zahlreiche Buchten; Hunderte kleiner Inseln sind der Karibikküste vorgelagert.

In Panama herrscht das heißeste Klima Zentralamerikas, die mittleren Temperaturen übersteigen in Tieflagen landesweit 25 Grad. Die zentralamerikanische Kordillere teilt den immerfeuchten karibischen Norden, in dem über 3000 mm Niederschlag fallen, von dem wechselfeuchten Süden, wo die Jahresniederschläge bis zu 2200 mm betragen.

Bevölkerung:

Fast zwei Drittel der Bevölkerung sind Mestizen, den Rest bilden Weiße, Schwarze und Mulatten, Indianer und Asiaten. Die größten Indianergruppen bilden die Guaymí und Cuna, die zurückgezogen in Waldgebieten und in Reservaten leben und dadurch viel von ihrer traditionellen Kultur bewahrt haben.

Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Pazifikküste und die Kanalzone; über die Hälfte wohnt in Städten. Die Schere zwischen Reich und Arm ist enorm: Das reichste Fünftel der Bevölkerung verfügt über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, dem ärmsten Fünftel fallen lediglich zwei Prozent zu.

Staat und Politik:

Nach der mehrfach geänderten Verfassung von 1972 ist Panama eine präsidiale Republik. Der Präsident, der zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef ist, wird zusammen mit den 71 Abgeordneten der Nationalversammlung alle fünf Jahre direkt gewählt. Wichtige Parteien sind die Gruppierung Demokratischer Wandel (CD), die nationalkonservative Revolutionäre Demokratische Partei (PRD), die christdemokratische Volkspartei (PP) und die rechtspopulistische Panamaische Partei (PP, bis 2005 Arnulfistische Partei, PA).

Wirtschaft und Verkehr:

Der Kanalverkehr und die mit ihm verbundenen Dienstleistungen bilden wichtige Säulen der Wirtschaft. Der Abzug des US-Militärs führte zu großen wirtschaftlichen Einbußen. Von großer Bedeutung ist Panama als Handels-, Finanz- und Versicherungszentrum. Der Fischfang liefert den Großteil des Exports (Garnelen, Langusten, Thunfisch, Anchovis). Aus dem tropischen Feldbau gelangen Bananen, Zuckerrohr, Kaffee und Kakao in den Export. Die schwach entwickelte Industrie stellt Nahrungsmittel und Konsumgüter her. In der Freihandelszone Colón werden elektronische und chemische Erzeugnisse sowie Textilien für den Export produziert. Die Touristen, die überwiegend auf Kreuzfahrtschiffen ins Land kommen, bringen zusätzliche Devisen.

Panama spielt eine bedeutende Rolle als Billigflagge, das heißt als Handelsflotte ausländischer Reeder. Das Rückgrat des weitmaschigen Straßennetzes bildet die Carretera Panamericana. Seit 1962 führt eine Brücke über den Panama-Kanal.

Geschichte:

Unabhängigkeit und Kanalbau:

Seit der Entdeckung durch Rodrigo Galván de Bastidas 1501 blieb das Land mehr als 300 Jahre in spanischem Besitz. 1821 schloss es sich der Republik Großkolumbien an. Auf Betreiben der USA wurde Panama 1903 formell unabhängig. 1906 begann der Kanalbau, der 1914 abgeschlossen wurde. Die Hoheits- und Interventionsrechte für die Kanalzone lagen in US-amerikanischer Hand. Die US-amerikanischen Rechte wurden in Verträgen 1936 und 1955 zugunsten Panamas teilweise revidiert.

Militärherrschaft und Rückkehr zur Demokratie:

1968 übernahm das Militär unter Führung von General Omar Torrijos Herrera die Macht. 1977 einigten sich die USA und Panama auf die Überführung der Kanalzone unter die Hoheit Panamas zum Jahreswechsel 1999/2000.

Nach Torrijos' Tod 1981 wurde in der Folgezeit General Manuel Antonio Noriega Morena, der Chef der Nationalgarde, zum beherrschenden Politiker des Landes. Eine US-Militärintervention in Panama 1989 endete mit der Festnahme Noriegas, der 1992 wegen Drogenhandels von einem US-amerikanischem Gericht zu 40 Jahren Haft verurteilt wurde. 1994 begannen unter der Präsidentschaft von Ernesto Pérez (PRD) einschneidende Wirtschaftsreformen.

Mit Mireya Elisa Moscoso, der Witwe des 1968 gestürzten Präsidenten Arnulf Arias, gewann erstmals in der Geschichte des Landes eine Frau die Präsidentschaftswahlen. 2004 wurde Martín Torrijos Espino , ein Sohn des früheren Machthabers Torrijos Herrera, Präsident. Pläne zur Reform der Sozialversicherung führten 2005 zu heftigen Protesten der Bevölkerung. 2006 sprachen sich die Panamaer in einem Referendum für eine Erweiterung des Kanals aus. Die Präsidentschaftswahlen 2009 gewann der konservative Geschäftsmann Ricardo Martinelli, Spitzenkandidat der Partei Demokratischer Wandel (CD).

 


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