El Salvador

Wissenswertes über El Salvador

Natur und Klima:

Das Land von der Größe Hessens erstreckt sich als schmaler Landstreifen an der lagunenreichen Pazifikküste, die von der bewaldeten Küstenkordillere zum Landesinnern abgeschlossen wird. Kernland ist das von der Küstenkordillere und dem nördlichen Randgebirge umrahmte 400 bis 500 Meter hohe Plateau, durch dessen fruchtbare vulkanische Böden sich das Tal des Río Lempa zieht. Das nördliche Randgebirge erreicht Höhen von mehr als 2500 Metern.

El Salvador ist stark erdbebengefährdet, von den 61 Vulkanen sind viele noch aktiv. Nachdem im Oktober 2005 der Ilamatepec (Santa Ana) nach hundertjähriger Ruhe ausgebrochen war, lösten heftige Niederschläge des Hurrikans "Stan" schwere Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Bereits 1998 hatte das Land unter den Folgen des Wirbelsturms "Mitch" gelitten.

Das wechselfeuchte randtropische Klima zeichnet sich durch eine Regenzeit von Mai bis Oktober und eine Trockenzeit während des restlichen Jahres aus. Nur noch sieben Prozent der Staatsfläche sind bewaldet; in höheren Lagen gibt es Berg- und Nebelwald, an der Küste Mangroven.

Bevölkerung:

Den größten Bevölkerungsanteil stellen Mestizen, die indianische Bevölkerung bildet eine Minderheit. Das kleinste Land Mittelamerikas ist verhältnismäßig dicht besiedelt. Die meisten Menschen leben im zentralen Hochland, der Anteil der städtischen Bevölkerung ist relativ gering.

Das Bevölkerungswachstum schwächte sich während des Bürgerkrieges infolge der starken Auswanderung ab. Heute leben etwa 2,5 Millionen Salvadorianer in den USA, Mexiko und den Nachbarstaaten.

Staat und Politik:

El Salvador ist nach der Verfassung von 1983 eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählte Präsident. Das Parlament, die Nationalversammlung, hat 84 Abgeordnete, die für drei Jahre gewählt werden.

Wichtige Parteien sind die rechtsnationale Republikanisch-nationalistische Allianz (ARENA), die ehemalige Guerillabewegung Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) sowie die rechtsgerichtete Partei der nationalen Versöhnung (PCN).

Wirtschaft und Verkehr:

Der Bürgerkrieg und die häufigen Naturkatastrophen haben die wirtschaftliche Entwicklung stark behindert. Fast die Hälfte der Einwohner El Salvadors lebt unterhalb der Armutsgrenze, die meisten von ihnen auf dem Land. Rund ein Drittel der Erwerbstätigen gilt als unterbeschäftigt. 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stammen aus den Geldrücksendungen der in die USA ausgewanderten Salvadorianer. Zur Stabilisierung der Wirtschaft führte die Regierung 2001 zwischenzeitlich den US-Dollar als offizielle Währung ein.

Die tropische Landwirtschaft liefert außer Kaffee auch Baumwolle und Zuckerrohr sowie Kakao und Sisal für den Export. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt in den Händen weniger Großgrundbesitzer. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft dient der Selbstversorgung und kann den Nahrungsmittelbedarf El Salvadors nicht decken. In den vergangenen Jahren wuchs die Bedeutung der auf Rinder spezialisierten Viehwirtschaft und der Fischerei, die Garnelen und Hummer für den Export liefert. Zur Weiterentwicklung der Industrie, die vor allem Nahrungsmittel, Textilien und Chemikalien erzeugt, hofft die Regierung auf ausländische Investoren.

Das Land verfügt über ein dichtes, doch überwiegend unbefestigtes Straßennetz. Das wenig entwickelte Eisenbahnnetz dient nur dem Gütertransport.

 

Geschichte

Unabhängigkeit:

 

Das Land wurde nach 1524 von Spanien erobert. Seit 1823 gehörte El Salvador zur Zentralamerikanischen Konföderation. Nach deren Zerfall 1840 und der endgültigen Unabhängigkeit war El Salvador bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Schauplatz von Machtkämpfen zwischen dem liberalen Bürgertum und der konservativen Landoligarchie. Nach einem Militärputsch 1931 übernahm Maximiliano Hernández Martínez die Macht. 1932 wurde ein Bauernaufstand blutig niedergeschlagen. Auch nach dem Sturz von Hernández Martínez 1944 bestimmte das Militär die politische Entwicklung. 1969 kam es zur militärischen Auseinandersetzung mit Honduras ("Fußballkrieg").

Bürgerkrieg und Suche nach Stabilität:

Seit Ende der siebziger Jahre entwickelte sich ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der von den USA unterstützten Armee und rechtsextremistischen Gruppierungen auf der einen sowie der linken Guerillabewegung FMNL auf der anderen Seite. Erst 1992 konnten die Auseinandersetzungen, die rund 75.000 bis 80.000 Todesopfer gefordert hatten, beendet werden. Die Uno überwachte den Friedensprozess, in dem sich der FMLN zu einer demokratischen Partei wandelte. Nach dem Ende des Bürgerkrieges schritt die Schaffung zivilgesellschaftlicher Strukturen voran.

Die Präsidentschaftswahlen 2004 gewann Antonio Saca Gonzáles (ARENA). 2006 trat ein Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft. Im selben Jahr erfolgte mit der abschließenden Markierung der Grenzlinie die endgültige Beilegung des langjährigen Grenzstreites mit Honduras. 2009 kam es zu einer innenpolitischen Zäsur. Fast zwei Jahrzehnte nach Ende des Bürgerkrieges konnte der FMNL die Präsidentschaft gewinnen. Sein Kandidat Mauricio Funes Cartagena wurde zum neuen Staatschef des Landes gewählt.

 


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