Türkei Wein aus Kappadokien

... der Dolde-Kreationen machen. Aus diesen Trauben wird nach viel Liebe und Hingabe schließlich ...

Die Türkei ist der viertgrößte Traubenproduzent der Welt, aber nur drei Prozent der Reben werden zu Wein, der Rest geht als Rosinen in den Export. Bis in die 1960er Jahre gab es in jeder größeren Gemeinde eine Kelterei, heute kann man sie an fünf Fingern abzählen. Dabei sind die geologischen und klimatischen Voraussetzungen Kappadokiens besonders für die Herstellung von Spitzenweinen geeignet. Die Aromenbildung während der Reifezeit braucht starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Der Tuffstein ist leicht zu durchwurzeln und hält auch in der trockenen Sommerzeit genug Feuchtigkeit, sodass künstliche Bewässerung unnötig ist - ähnliche Verhältnisse wie in Kalifornien.

Dennoch sind die Weine hier eher mittelmäßig und teuer. Die hohen Preise sind eine Folge der derzeitigen Regierungspolitik, die zusätzlich zu der 18-prozentigen Mehrwertsteuer noch eine hohe Luxussteuer auf alkoholische Getränke erhebt: pro Liter vier Lira. In der Qualität aber gibt es in den vergangenen fünf Jahren eine positive Entwicklung: In den Keltereien wird sauberer gearbeitet, neue Techniken wurden eingeführt. Größere Firmen beschäftigen ausländische Önologen als Berater, etwa die Familienbetriebe Turasan in Ürgüp und Kocabağ in Uçhisar.

In Mustafapaşa lehrt seit einigen Jahren sogar eine Fachschule Weinkunde. Die Türkei ist in einer Lernphase, noch aber hat der hiesige Wein das Niveau Europas oder der Neuen Welt nicht erreicht. Es wäre Verschwendung eines Riesenpotenzials, wenn ein perfektes Weinanbaugebiet wie Kappadokien keine Spitzenweine hervorbrächte. Das meint auch die deutsche Önologin Ines Rebentrost, die die Region seit vielen Jahren kennt. Sie plant, bei Ortahisar eine Winzerei aufzubauen. Dort ist in den nächsten Jahren mit einem hervorragenden kappadokischen Wein zu rechnen. Mehr darüber unter www.ortahisarwine.com