Thailand Mit dem Gondolieri zu Bangkoks Tempeln

Eine Flussfahrt lässt das Chaos der Stadt schnell vergessen. Vor allem im westlichen Stadtteil Thonburi, einem Labyrinth aus kleinen Kanälen, geht es noch gemächlich zu. Und ganz nebenbei fällt der Blick auf die schönsten Tempel der Stadt.

Die wichtigste Wasserader Thailands, der Menam Chao Phraya, schlängelt sich durch Bangkok. Und auf ihm die Expressboote, mit denen man schnell zu den Sehenswürdigkeiten entlang dem Fluss gelangt. Früher war ganz Bangkok von Wasserkanälen durchzogen - unter Reisenden hieß es deshalb auch "Venedig des Ostens". Heute sind viele der klongs zugeschüttet.

In Thonburi aber, einem Stadtteil, der noch aus vielen solcher Kanalstraßen besteht, lässt sich das alte Bangkok erahnen. Organisierte Touren durch das Wasserlabyrinth steuern meist die eher uninteressanten Touristenspektakel wie den "Schwimmenden Markt" von Wat Sai an. Deshalb mietet man sich am besten selbst am Chang Wang Luang Pier, auf der gegenüberliegenden Uferseite des Wat Rahkang, ein Longtail-Boot mit Fahrer - der Preis pro Stunde sollte 500 bis 600 Baht betragen.

Der Weg nach Thonburi führt erst den Chao Phraya flussaufwärts, dann links in den Bangkok Noi-Kanal vorbei am Bootshaus mit den königlichen Barken - das Flaggschiff der Prunkflotte, die nur bei hohen Festen ausläuft, ist stolze 45 Meter lang. Langsam, wie auf einer Zeitreise, verändert sich die Umgebung - im Chak Phra-Kanal ist es dann schon geradezu ländlich. Vorbei an einfachen Holzhäusern, im Wasser spielenden Kindern, Orchideengärten und kleinen Paddelbooten geht es den klongs folgend zurück auf den Chao Phraya. Zum Abschluss der Flusstour empfiehlt es sich am Thien Pier auszusteigen. Dort steht der Tempel Wat Pho, berühmt für seinen liegenden, goldverzierten Buddha.

Sehenswerte Tempel in Bangkok

15 Jahre nachdem die Residenz von Ayutthaya nach Thonburi verlegt worden war, zog das Königshaus erneut um. Im Jahr 1782 beschloss König Rama I. den Bau einer neuen Hauptstadt am Ostufer des Menam Chao Phraya, wo die Siedlung Ban-Kok ("Pflaumenhain") lag. Heute sind Thonburi und Bangkok zusammengewachsen und Krung Thep, die "Stadt der Engel", ist eine Megapolis mit vermutlich mehr als zehn Millionen Einwohnern. Bangkok besitzt über 400 Tempel. Der meistbesuchte liegt auf dem Gelände des Königspalastes: Wat Phra Kaeo, der Tempel des legendären Smaragd-Buddhas.

In der Nachbarschaft steht der meist hoffnungslos überlaufene Wat Pho - auch Wat Phra Chetuphon - Bangkoks ältester Tempel (ab 1789, auf dem Gelände eines Heiligtums aus dem 16. Jh.). Hier beherbergt ein Gebäude aus dem Jahr 1832 den großen "Ruhenden Buddha". Die 46 Meter lange und 15 Meter hohe Statue ist vollständig mit Gold überzogen. Wat Pho ist nicht nur geistliches, sondern auch medizinisches Zentrum, in dem traditionelle Massagen verabreicht und alle möglichen Krankheiten behandelt werden.

In Thonburi, Bangkoks Schwesterstadt auf der anderen Seite des Menam Chao Phraya, empfiehlt sich ein Besuch des Wat Arun. Der "Tempel der Morgenröte" (18./19. Jh.) symbolisiert in seiner Gesamtanlage das buddhistische Universum. Den rund 80 Meter hohen zentralen Prang kann man besteigen (nur für Schwindelfreie!), die Aussicht von oben ist fantastisch. Ausblicke eröffnen sich auch vom Golden Mount. Sein edles Attribut verdankt der künstliche Hügel dem vergoldeten Chedi des Wat Saket, ein vor allem wegen seiner Wandmalereien sehenswertes Kloster. Wat Benchamabophit ist ein für Bangkoks Verhältnisse relativ moderner Tempel. König Rama V., der westlichen Einflüssen gegenüber außerordentlich offen war, ließ ihn 1899/1900 errichten. Der Bauherr sparte nicht; weißer Marmor aus Carrara fand verschwenderische Verwendung, was der Anlage auch den Namen "Marmortempel" eintrug.