Uganda

Wissenswertes über Uganda

Natur und Klima:

Uganda liegt zwischen den großen Bruchsystemen des Zentralafrikanischen Grabens im Westen und des Ostafrikanischen Grabens im Osten. Von den hoch aufgewölbten Randschwellen der Gräben, die von vulkanischen Massiven begleitet werden, senkt sich das Land allmählich zum Nordufer des Victoriasees und bildet ein durch Inselberge unterbrochenes Hochlandbecken auf durchschnittlich 1000 bis 1300 Meter Höhe. Höchste Erhebung im Westen ist das vergletscherte Vulkanmassiv des Ruwenzori (5110 Meter), im Osten der Vulkan Mount Elgon (4321 Meter).

Uganda ist außerordentlich reich an Seen (Victoriasee, Kyogasee, Albertsee, Edwardsee) und weist ein dichtes Flussnetz auf.

Aufgrund der Lage am Äquator herrscht ein ausgeglichenes tropisches Klima, das durch die Höhenlage gemildert wird. Im Mittel steigt die Temperatur nicht über 28 Grad. Die Niederschläge erreichen im Zentrum 1500 mm, im Nordosten 750 mm. Entsprechend besteht die natürliche Vegetation überwiegend aus Feuchtsavanne, im Nordosten aus Trocken- oder Dornsavanne. In den Höhenlagen findet man dichte tropische Bergwälder. Zu den berühmtesten Wildtieren gehören die vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung setzt sich aus mehr als 40 Ethnien zusammen, der Großteil davon zählt zu den Bantuvölkern. Vor allem im Norden und Nordosten leben nilotische und sudanesische Hirtenvölker.

Mit einer Verstädterungsrate von 15 Prozent ist Uganda ausgesprochen ländlich geprägt, doch gehört es mit einer Bevölkerungsdichte von mehr als 100 Einwohnern pro Quadratkilometern zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. Die Siedlungsschwerpunkte liegen am Victoriasee, am Elgongebirge und im fruchtbaren südwestlichen Hochland. Das Bevölkerungswachstum ist trotz der vergleichsweise niedrigen Lebenserwartung extrem hoch; das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei 15 Jahren.

Staat und Politik:

Uganda ist nach der Verfassung von 1995, die 2005 novelliert wurde, eine präsidiale Republik. Der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählte Präsident ist Staatsoberhaupt, oberster Inhaber der Exekutivgewalt sowie Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er ernennt die Regierung unter Führung des Premierministers. Als Einkammerparlament bildet die Nationalversammlung mit 319 Abgeordneten die Legislative. Ihre Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Dominierende Partei ist das National Resistance Movement (NRM) des Präsidenten.

Wirtschaft und Verkehr:

Bürgerkrieg und Misswirtschaft haben die Wirtschaft des Landes ruiniert. Die seit Anfang der neunziger Jahre in Abstimmung mit der Weltbank und dem IWF eingeleiteten Reformen (Schaffung von Investitionsanreizen, Abbau der Staatsbürokratie) haben inzwischen zu einer Verbesserung der Lage beigetragen.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Es überwiegt die kleinbäuerliche Subsistenzwirtschaft. Auf Plantagen werden Kaffee - das wichtigste Exportprodukt - Tee, Tabak und Baumwolle angebaut. Exportiert werden auch Fisch aus dem Victoriasee und Edelhölzer.

Die Bodenschätze (Gold, Kupfer, Wolfram, Kobalt, Zinn, Chrom, Beryllium, Eisen, Phosphat) sind nur in geringem Maße erschlossen. Die Industrie ist noch wenig entwickelt. Wichtigste Standorte sind Kampala, Tororo und Jinja am Victorianil, wo ein Wasserkraftwerk Energie liefert. Der Victoriasee stellt eine wichtige Verbindung zu den Hafenstädten Kenias und Tansanias her. Die Ugandabahn führt von Kasese im Westen über Kampala und Jinja zum Überseehafen Mombasa in Kenia.

Geschichte:

Britische Kolonialherrschaft:

Ab dem 15. Jahrhunderts entstanden auf dem Gebiet des heutigen Staates mehrere Königreiche, unter denen das Reich Buganda zur Vormacht aufstieg. 1890 erkannte das Deutsche Reich die Besitzansprüche Großbritanniens in der Region an, die zum britischen Protektorat Uganda wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg regte sich vor allem in Buganda eine nationale Bewegung. 1962 entließen die Briten Uganda in die Unabhängigkeit. Der Kabaka (König) von Buganda wurde Staatsoberhaupt.

Innere Wirren und politischer Neuanfang:

1966 stürzte Milton Obote den Kabaka und schuf einen zentralistischen Einheitsstaat. Nach einem Militärputsch 1971 übernahm Idi Amin die Macht und errichtete eine despotische Schreckensherrschaft. 1979 wurde er mit tansanischer Hilfe gestürzt. 1980 kehrte Obote an die Macht zurück.

Nach inneren Wirren und einem blutigen Guerillakrieg übernahm 1986 Yoweri Museveni, Führer der Partei NRM, das Präsidentenamt. Ihm gelang eine wirtschaftliche und politische Stabilisierung, wenn auch in weiten Teilen Nordugandas seit 1987 die Rebellenbewegung Lord's Resistance Army (LRA) gegen die Zentralregierung agierte. Museveni, der 2005 politische Parteien zugelassen hatte, wurde zuletzt 2006 im Amt bestätigt. Die seit Juli 2006 laufende Friedensgespräche mit der LRA scheiterten im November 2008.