Marrakesch: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten

Marrakesch, die „rote Stadt“ im Südwesten Marokkos, zählt rund eine Million Einwohner und gehört zu den faszinierendsten Metropolen Nordafrikas. Gegründet im 11. Jahrhundert, ist sie heute ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes.
Im Herzen der Stadt kommt kaum ein Besucher ohne Staunen aus: Die Straßenzüge der verwinkelten Medina, der Duft der Gewürze, der sich über die Souks legt und die laute und bunte Atmosphäre auf den Plätzen machen das pulsierende Ambiente von Marrakesch aus.
Wir nehmen Sie mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Marrakesch.
Jemaa el-Fna: Das Herz von Marrakesch

Die Energie des Jemaa el-Fna-Platzes packt alle Besucher sofort. Auch als „Platz der Gaukler“ bekannt, pulsiert hier den gesamten Tag lang das Leben. Schon am frühen Morgen beginnt das Treiben, wenn sich die Bewohner auf Stühlen niederlassen und die ersten Vorführungen beginnen. Ab Sonnenuntergang gibt es dann kein Halten mehr. Die Stadt trifft sich in ihrem Herzen und bittet zum großen Spektakel, inklusive zahlreicher Garküchen, die sich auf dem Platz aneinanderreihen.
Gefüllte Pfannkuchen, die Linsensuppe Harira, honigsüßes Gebäck: In den unzähligen kleinen Garküchen wird gebrutzelt, gebacken und oft sehr gut gegessen.
Sehenswürdigkeit von Marrakesch: Moschee Koutoubia

Die Moschee Koutoubia ist Orientierungspunkt, religiöses Zentrum und eine beliebte Sehenswürdigkeit von Marrakesch. Rund 20.000 Gläubige finden in ihrem riesigen Gebetssaal Platz. Das Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert, die Moschee gilt somit als die älteste der Stadt. Zwar haben Nichtmuslime keinen Zutritt, doch auch von außen beeindruckt das erhabene Gebäude, vor allem sein 77 Meter hohes Minarett. Schön ist es auch am Abend, wenn es stimmungsvoll beleuchtet wird.
Die Medina und die Souks von Marrakesch: Ein Spektakel für die Sinne

Man biegt einmal von der belebten Hauptachse ab, läuft ein paar Meter und steht plötzlich vor einer Wand, umgeben von Stille: Endstation. Siebzig Prozent aller Wege in der Medina sollen Sackgassen sein, heißt es. Gerade dieses unergründbare Gassengewirr macht die Altstadt faszinierend. Lassen Sie sich ruhig treiben, man findet immer zurück, im Zweifel per Smartphone. Bestens erholen kann man sich danach in einem der Lokale mit Dachterrasse wie der „Kosybar“ an der Place des Ferblantiers.
Innerhalb der labyrinthartigen Gassen finden sich verschiedene kleine Läden, gemeinsam bilden sie die Souks von Marrakesch. Die nach Handwerk und Ware unterteilten Märkte sind ein Spektakel für alle Sinne, auch ganz ohne Shoppinglaune. Mit unzähligen Lampen, Stoffen und Gewürzen geschmückte Stände lassen sie Stunden in den Souks von Marrakesch verfliegen. Irgendwann kauft man dann doch etwas, ob Ledertaschen, Decken, Schmuck oder Schals. Aber Vorsicht: Schnuppern Sie vor dem Kauf, schlecht gegerbtes Leder riecht übel.
Tipp: Die Waren und Preise der weit hinten in den Souks versteckten Händler sind oft besser. Wundern Sie sich dort nicht über wenige Kunden, viele Geschäfte betreiben auch Großhandel.
Jardin Majorelle: Blaue Oase

Die kobaltblauen Akzente in Form eines Pavillons und Wasserbassins sind das besondere Merkmal des exotischen Gartens Jardin Majorelle, den der Maler Jacques Majorelle ab 1923 anlegte und der knapp 60 Jahre später von Yves Saint Laurent und seinem Partner Pierre Bergé gekauft wurde. Er ist zauberhaft, aber oft überlaufen. Tipp: Besuchen Sie nebenan auch das noch recht neue Musée Yves Saint Laurent, das viele Kreationen des Modedesigners zeigt und auch von außen mit seiner futuristischen Architektur von Studio KO beeindruckt.
Die Paläste von Marrakesch

Farbenfrohe Mosaiken, kunstvolle Holzschnitzereien, riesige symmetrische Höfe: Die alten Paläste sind die prächtigsten Gebäude der Stadt. Besonders groß und opulent ist die Architektur im Bahia-Palast. Jenseits von Mauern, Decken und Portalen gibt es dort aber wenig zu besichtigen.
Anders im mit viel Feingefühl restaurierten Dar El Bacha: Dort zeigt das Musée des Confluences Teile einer Sammlung von Kunsthandwerk aus aller Welt, von der Amerikanerin Patti Birch (1923-2007) zusammengetragen und dem marokkanischen Staat vererbt.
Sehenswürdigkeiten von Marrakesch: Le MAP
Das Museum Le Monde des Arts de la Parure (Le MAP) zeigt rund 3.000 Exponate aus mehr als 50 Ländern. Die vielen Schmuckstücke, Textilien und Ornamente stammen aus der privaten Sammlung der Vielreisenden Marlène und Paolo Ponce-Gallone und stellen nicht nur ästhetische Objekte dar, sondern sind gleichsam auch Ausdruck von Identität, Status und Tradition. Die Ausstellung spannt einen Bogen von Nordafrika bis in den Nahen Osten und macht deutlich, welche kulturelle Bedeutung Schmuck als Teil von Ritualen, Festen und Alltagsleben hat.
Riads: Charmante Unterkünfte in Marrakesch

Die alten Stadthäuser sind weder hell noch besonders geräumig, dennoch sollten Sie unbedingt in einem einchecken. Denn als Unterkünfte haben sie oft einen sehr persönlichen Charme und sind liebevoll eingerichtet. Empfehlenswert ist beispielsweise der Riad Charme d’Orient im Kasbah-Viertel – mit Hauspapagei im Hof und gutem Frühstück auf der Dachterrasse. Auch das Izza, das Ende 2023 eröffnet wurde, befindet sich in einem Riad, oder besser gesagt einem Zusammenschluss aus verschiedenen Riads innerhalb der Medina. Hier gibt es neben zauberhaften, individuell eingerichteten Zimmern ganz viel Kunst zu sehen.
Geheimtipps in Marrakesch: Historische Saadier-Gräber

Die kleine Anlage wurde 1917 von den Franzosen wiederentdeckt und beeindruckt mit reich geschmückten Königsgräbern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Geheimnisvoll wirken sie Mausoleen mit ihren Säulen und Sälen. Die Präsentation der Stätte, die mit der Innenstadt von Marrakesch zum UNESCO-Welterbe zählt, ist allerdings wenig informativ. Kommen Sie mit einem Guide, um mehr zu erfahren.
MACAAL: Fokus auf afrikanische Kunst
Das MACAAL (Museum of African Contemporary Art Al Maaden) ist ein wichtiger Anlaufpunkt für zeitgenössische Kunst in Marrakesch und eines der wenigen Museen in Afrika, das sich ausschließlich moderner afrikanischer Kunst widmet. In einem klar gestalteten, modernen Gebäude am Stadtrand gelegen, präsentiert es wechselnde Ausstellungen mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern aus dem gesamten Kontinent. Die Sammlung setzt sich mit aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Themen auseinander und bietet einen spannenden Kontrast zur historischen Kulisse der Stadt. Damit ist das MACAAL nicht nur ein Ort der Kunst, sondern auch eine Plattform für Dialog und neue Perspektiven auf Afrika.
Medersa Ben Youssef: Historische Hochschule

Die Medersa Ben Youssef zählt zu den eindrucksvollsten historischen Bauwerken Marrakeschs und war einst eine der größten Koranschulen Nordafrikas. Gegründet im 14. Jahrhundert und im 16. Jahrhundert zur Zeit der Saadier-Dynastie prachtvoll ausgebaut, bot sie Platz für bis zu 900 Studenten. Besucher betreten einen kunstvoll gestalteten Innenhof, der mit filigranen Stuckarbeiten, farbenprächtigen Mosaiken (Zellij) und geschnitztem Zedernholz verziert ist – ein Meisterwerk islamischer Architektur. Ein Highlight ist auch der Gebetsaal mit der Qibla-Wand.
Die schlichten Studentenzellen im Obergeschoss stehen im spannenden Kontrast zur opulenten Gestaltung des zentralen Hofes und geben Einblick in das frühere Leben und Lernen an dieser bedeutenden religiösen Lehrstätte.