Senegal

Wissenswertes über Senegal

Natur und Klima:

Der Staat wird von einem weitgespannten Tiefland eingenommen, das auch weit im Landesinneren nicht über 40 Meter Höhe ansteigt. Nur im äußersten Südosten greifen schichtstufenartig Ausläufer des Berglandes Fouta Djalon auf Senegal über. Die etwa 500 Kilometer lange Atlantikküste ist fast durchgängig flach und mit Ausnahme der Flussmündungen nur wenig gegliedert. Steilküsten gibt es lediglich an der aus vulkanischen Gestein aufgebauten Halbinsel Kap Verde. Südlich der Halbinsel wird der senegalesische Küstenverlauf von der Republik Gambia unterbrochen, die beiderseits des gleichnamigen Flusses etwa 350 Kilometer weit in das senegalesische Staatsgebiet ragt und so die Nordregion von der Südregion Casamance abtrennt.

Im Norden markiert der Fluss Senegal die Grenze zu Mauretanien. Mit seiner fruchtbaren Niederung setzt er sich deutlich von der ihn umgebenden Trockenlandschaft ab. Die Niederschläge erreichen hier im Jahresmittel nur 300 mm. Während der Trockenzeit weht der heiße staubbeladene Harmattan aus der Sahara. Im wechselfeuchten Süden fallen dagegen bis 1500 mm. Entsprechend üppig ist dort die Vegetation mit Feuchtwäldern und Mangrovensümpfen.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung setzt sich größtenteils aus Sudanvölkern zusammen. Die zahlenmäßig größte und politisch dominante Gruppe sind die Wolof im Nordwesten des Landes. Ihre Sprache hat sich als Umgangssprache durchgesetzt. Die zweitgrößte Sprachgruppe sind die zum Teil noch nomadisch lebenden Fulbe und die Tukulor im Norden und Nordosten. Die Diola stellen die Mehrheit in der Casamance.

Die Bevölkerungsdichte ist ebenso wie die Verstädterung im afrikanischen Vergleich relativ hoch, die Verteilung jedoch sehr ungleichmäßig. Siedlungsschwerpunkte sind die Region Kap Verde mit der Agglomeration Dakar sowie die angrenzenden küstennahen Regionen.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 2001 ist Senegal eine präsidiale Republik. Der Staatspräsident, der mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, wird auf fünf Jahre direkt gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Er ernennt das Kabinett, an dessen Spitze der Premierminister steht. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung mit 120 auf fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Stärkste Partei des Regierungslagers ist die Demokratische Partei Senegals (PDS). Wichtige Oppositionsparteien sind die Allianz der Kräfte des Fortschritts (AFP) und die Sozialistische Partei (PS).

Wirtschaft und Verkehr:

Als eines der ersten Entwicklungsländer unterwarf sich Senegal Anfang der achtziger Jahre dem vom Internationalen Währungsfonds verordneten Strukturprogramm - bislang jedoch ohne großen Erfolg. Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt noch immer in Arbeitslosigkeit und unterhalb der Armutsgrenze. Die vorwiegend kleinbäuerliche Landwirtschaft leidet unter Dürren, Überweidung und Bodenerosion, so dass der Bedarf an Nahrungsmitteln über Importe gedeckt werden muss. Von großer Bedeutung ist der Fischfang; Fisch und Erdnüsse sind die wichtigsten Exportprodukte. Die Entwicklung der Industrie wird durch den Mangel an Energierohstoffen behindert. Wichtige Säulen der Wirtschaft sind der Phosphatabbau (Düngemittelindustrie), die Verarbeitung von Rohöl und der Tourismus.

Das Verkehrsnetz ist im Westen des Landes gut ausgebaut, während erst wenige Straßen den dünn besiedelten Ostteil durchziehen. Die Eisenbahnstrecken führen von Dakar nach St. Louis sowie nach Bamako (Mali). Die Hauptstadt hat einen der größten Seehäfen Westafrikas.

Geschichte:

Afrikanische Großreiche und französische Kolonie:

Im Mittelalter lag Senegal im Einflussbereich verschiedener Großreiche: Um 900 war die Region Teil des Ghana-Reiches. Im 11. Jahrhundert wurde das Land von den Almoraviden erobert und islamisiert. 1240 fiel es an das Reich Mali. Mitte des 15. Jahrhunderts errichteten die Portugiesen erste Niederlassungen, ihnen folgten Niederländer, Franzosen und Briten. Schließlich konnte Frankreich sich als Kolonialmacht durchsetzen. Seit 1895 war Senegal Teil von Französisch-Westafrika.

Senegal nach der Unabhängigkeit:

1960 wurde das Land in die Unabhängigkeit entlassen. Léopold Sédar Senghor, der Führer der Unabhängigkeitsbewegung, etablierte als erster Staatspräsident de facto ein Einparteiensystem. Außenpolitisch unterhielt er enge Beziehungen zu Frankreich. 1976 leitete Senghor mit der Aufhebung des Einparteiensystems eine Liberalisierung ein. 1980 trat er als Staatspräsident zurück. Nachfolger wurde Abdou Diouf (PS). Mitte der neunziger Jahre eskalierte der lange schwelende Konflikt in der nach Autonomie strebenden Provinz Casamance. Bei den Präsidentschaftswahlen 2000 siegte der Oppositionskandidat Abdoulaye Wade (PDS), der eine Politik des demokratischen Wandels propagiert hatte. 2004 konnte ein Friedensabkommen mit den sezessionistischen Kräften in der Casamance geschlossen werden. Präsident Wade wurde 2007 von den Wählern im Amt bestätigt.