Sao Tome und Principe

Wissenswertes über Sao Tome und Principe

Natur und Klima:

Die 135 Kilometer voneinander entfernten Inseln São Tomé und Príncipe sind hauptsächlich aus vulkanischem Gestein aufgebaut und sehr gebirgig. Entsprechend den hohen Niederschlägen (bis 5000 mm pro Jahr) durchziehen viele Wasserläufe mit eindrucksvollen Wasserfällen die Inseln. Durchschnittstemperaturen von 26 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit lassen auf den fruchtbaren Böden eine üppige Vegetation gedeihen. Wo keine Kulturflächen angelegt wurden, wächst heute noch dichter tropischer Regenwald, der oberhalb von 1000 Meter in tropischen Bergwald übergeht.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus den Nachkommen der einst vom Festland auf die Inseln verschleppten Sklaven sowie der eingewanderten Landarbeiter aus anderen ehemaligen portugiesischen Kolonien.

Staat und Politik:

Gemäß der inzwischen revidierten Verfassung von 1990 ist São Tomé und Príncipe eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der auf fünf Jahre direkt gewählte Präsident, der den Ministerpräsidenten ernennt. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung mit 55 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Wichtige Parteien sind die frühere Einheitspartei Befreiungsbewegung für São Tomé und Príncipe-Sozialdemokratische Partei (MLSTP-PSD), das Bündnis Demokratische Bewegung für Veränderung-Partei der Demokratischen Konvergenz (MDFM-PCD) sowie die Unabhängige Demokratische Aktion (ADI).

Wirtschaft:

São Tomé und Príncipe zählt zu den ärmeren, hoch verschuldeten Entwicklungsländern. Grundlage der Wirtschaft ist von jeher die Plantagenwirtschaft mit dem wichtigsten Anbauprodukt Kakao. Der Großteil der Nahrungsmittel muss hingegen importiert werden. Hoffnung verspricht sich der Staat von den Erdölvorkommen im Golf von Guinea. Vom Tourismus wurden die landschaftlich reizvollen, aber verkehrsmäßig wenig erschlossenen Inseln bislang kaum erfasst.

Geschichte:

Nach der Entdeckung durch portugiesische Seefahrer um 1470 begann die Kolonisation. 1951 erhielten die Inseln den Status eines portugiesischen Überseeterritoriums, 1975 wurden sie unabhängig. Der erste Präsident Manuel Pinto da Costa, Führer der Befreiungsbewegung für São Tomé und Príncipe (MLSTP), etablierte ein sozialistisches Einparteiensystem.

Die 1990 eingeleitete Demokratisierung führte nicht zu stabilen innenpolitischen Verhältnissen. Es kam zu Putschversuchen, häufige Regierungswechsel waren die Regel. Die konkurrierenden Interessen der von Familienclans dominierten Parteien erschwerten eine nachhaltige ökonomische und zivilgesellschaftliche Entwicklung. 2001 wählte die Bevölkerung Fradique de Menezes zum Präsidenten. Ein Militärputsch gegen ihn scheiterte 2003. 2006 bestätigte die Bevölkerung Menezes im Präsidentenamt.

Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr siegte die Allianz MDFM-PCD, Ministerpräsident wurde Tomé Vera Cruz. Nach seinem Rücktritt wurde im Februar 2008 Patrice Trovoada (ADI), ein Sohn von Miguel Trovada, der 1991 bis 2001 Präsident war, neuer Regierungschef. Nach nur dreimonatiger Amtszeit verlor Patrice Trovoada dieses Amt durch ein Misstrauensvotum des Parlaments. Joaquim Rafael Branco (MLSTP-PSD) bildete eine neue Regierung.

 


 

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