Guinea

Wissenswertes über Guinea

Natur und Klima:

Guinea erstreckt sich von der Atlantikküste in einem weiten, südostwärts gerichteten Bogen ins Innere des Kontinents. Die stark gegliederte Gezeitenküste ist von Mangroven und sumpfigen Lagunen durchsetzt. Von der 50 bis 90 Kilometer breiten Küstenebene steigt das Land nach Nordosten stufenförmig zum Tafelland von Fouta Djalon an. Mit zum Teil steilen Schichtstufen bricht das Massiv zu den Flachländern im Westen und Norden ab; süd- und ostwärts läuft es allmählich in die 400 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Hochebene der Oberguineaschwelle aus.

In der südöstlichen Waldregion, dem Quellgebiet des Nigers, wird das Guineahochland von einzelnen Inselbergen wie dem Mount Nimba an der Grenze zur Elfenbeinküste überragt. Hier finden sich noch Reste des einst üppigen Regenwaldes. Ansonsten herrschen Feucht- und Trockensavanne vor.

Tropenklima:

Guinea liegt im Bereich der wechselfeuchten Tropen. Während der Regenzeit von April bis November dringen Luftmassen vom Atlantik ins Land und sorgen in der Küstenzone und in den Bergregionen für reichliche Niederschläge (3000 bis 4000 mm). Ganzjährig herrschen gleichbleibend hohe Temperaturen (25 bis 28 Grad). Im Regenschatten des Fouta Djalon und des Guineahochlands fallen die Niederschlagsmengen auf Werte um 1500 mm und die Temperaturen unterliegen größeren Schwankungen.

Bevölkerung:

Die Bevölkerung Guineas ist sehr ungleich verteilt, am stärksten besiedelt ist die Küstenregion. Allein im Ballungsgebiet der Hauptstadt Conakry leben rund 20 Prozent aller Guineer. Die überwiegend islamische Bevölkerung setzt sich aus einer Vielzahl von Ethnien mit eigenen Traditionen und Sprachen zusammen. Die größten Gruppen bilden die Fulbe, Malinke und Sussu.

Staat und Politik:

Guinea ist nach der Verfassung von 1991 eine präsidiale Republik. Der direkt vom Volk für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählte Staatspräsident ist mit umfassenden Vollmachten ausgestattet. Er ernennt die Regierung und kann den Ausnahmezustand verhängen. In der Nationalversammlung verfügt die Präsidentenpartei Partei der Einheit und des Fortschritts (PUP) über 85 von 114 Sitzen.

Wirtschaft und Verkehr:

Trotz der reichen Bodenschätze und der günstigen Voraussetzungen für eine vielseitige Landwirtschaft leben rund 40 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Ursächlich dafür ist der einst eingeschlagene Weg der Planwirtschaft, der zum wirtschaftlichen Niedergang führte. Die 1984 eingeleitete Liberalisierung hat die Situation nicht grundlegend verbessert.

Bergbau und Landwirtschaft:

Tragende Säule der Wirtschaft ist der von ausländischen Unternehmen betriebene Bergbau. Guinea verfügt über ein Drittel der weltweiten Bauxitvorkommen und ist neben Australien größter Exporteur. Daneben besitzt es Gold- und Diamantenvorkommen sowie Eisen- und Uranerz.

Mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, die überwiegend der Selbstversorgung dient, aber den nationalen Bedarf nicht decken kann. Hauptanbauprodukte sind Reis, Hirse, Mais, Maniok und Süßkartoffeln; Kaffee, Ananas, Bananen und Ölpalmen sind für den Export bestimmt.

Die schlechte Infrastruktur hemmt die Wirtschaftsentwicklung. Nur wenige Hauptstraßen sind asphaltiert. Das Bahnnetz dient fast ausschließlich der Bauxitindustrie.

Geschichte:

Weg in die Unabhängigkeit:

Vor der Kolonisation bestand in Guinea ein islamischer Staat der Fulbe im Hochland Fouta Djalon. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eroberte Frankreich von der Küstenregion aus das Landesinnere - gegen den erbitterten, größtenteils von Samory Touré organisierten Widerstand der Bevölkerung. Guinea wurde Territorium von Französisch-Westafrika. Eine aktive Nationalbewegung erwachte 1952 unter Führung Sékou Tourés. 1958 wurde Guinea unabhängige Republik unter der Herrschaft Tourés, der mit dem Mutterland Frankreich brach.

Der unabhängige Staat:

Ausbleibende Wirtschaftserfolge riefen den Unmut der Bevölkerung hervor, der Touré, der einen sozialistischen Kurs verfolgte, zunehmend repressiv regieren ließ. Seine rücksichtslose Herrschaft trieb viele Guineer ins Ausland. Nach Tourés Tod 1984 übernahm das Militär die Regierung und löste die Staatspartei PDG auf. Präsident wurde Oberst Lansana Conté, der das Land zum Westen hin öffnete.

1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Der Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft kam aber über Ansätze nicht hinaus. Auseinandersetzungen mit Rebellen in den Grenzgebieten zu Liberia und Sierra Leone führten 2000/01 zu einer Flüchtlingskatastrophe. Conté wurde zuletzt bei den Wahlen 2003 im Präsidentenamt bestätigt.

Die Unzufriedenheit mit seinem Regime führte 2007 zum Generalstreik und zu blutigen Auseindersetzungen zwischen oppositionellen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Zeitweise wurde der Ausnahmezustand verhängt. Mit der Besoldung unzufriedene Soldaten rebellierten im selben Jahr gegen die Regierung. Nach Contés Tod am 22. Dezember 2008 übernahm die Armee unter Führung von Hauptmann Moussa Dadis Camara die Macht im Lande.