Dschibuti

Wissenswertes über Dschibuti

Natur und Klima:

Ein großer Teil der Landes wird von dem unfruchtbaren Danakil-Tiefland eingenommen, das sich teilweise bis unter den Meeresspiegel abgesenkt hat. Der Assalsee, ein abflussloser Salzsee, ist mit minus 173 Metern der tiefste Punkt Afrikas. Die Danakilberge umschließen hufeisenförmig die weit ins Land greifende Tadjourabucht mit der zentralen Senke.

Dschibuti gehört zu den heißesten Gebieten der Erde. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt zwischen 26 und 36 Grad, die jährlichen Niederschlagsmengen bei nur 130 mm. Entsprechend wird das Land vorwiegend von Wüste, Halbwüste oder Dornsavanne eingenommen.

Bevölkerung:

Neben der einheimischen Bevölkerung (überwiegend Issa und Afar) beherbergt das Land auch eine große Zahl von Flüchtlingen aus den von Kriegen und Dürren heimgesuchten Nachbarstaaten. Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Die Bevölkerung bekennt sich zum Islam sunnitischer Richtung; sechs Prozent sind Christen.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1992 ist Dschibuti eine präsidiale Republik. Der für eine Amtszeit von sechs Jahren direkt gewählt Präsident besitzt weitreichende Machtbefugnisse. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. An der Spitze der Regierung steht der vom Präsidenten ernannte Premierminister. Die Issa-Partei RPP, die Afar-Partei FRUD und kleinere politische Gruppierungen bilden eine gemeinsame Liste (Union pour la Majorité Présidentielle), die die Politik dominiert.

Wirtschaft und Verkehr:

Dschibuti hat keine abbauwürdigen Bodenschätze, Industrie ist kaum vorhanden und die Landwirtschaft leidet unter dem eklatanten Wassermangel. Von Bedeutung ist die nomadisch betriebene Viehzucht und der Fischfang. Der Dienstleistungsbereich ruht auf den Säulen Verkehr, Verwaltung und Militär. Wirtschaftlicher Mittelpunkt ist die Hauptstadt Dschibuti, die eine bedeutende Rolle im Handel und im Seeverkehr spielt. Besonders Äthiopien, durch eine Eisenbahnlinie mit Dschibuti verbunden, wickelt seinen Überseehandel über den modern ausgebauten Hafen ab.

Geschichte:

Im Norden und Westen des Landes siedelten seit alters her die Afar, Nomaden aus Äthiopien, im Süden die somalisprechenden Issa. 1862 erwarb Frankreich einen ersten Stützpunkt und schloss 1896 die Gebiete an der Afar- und Issaküste zur Kolonie Französisch-Somaliland zusammen. 1958 und 1967 sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung in Referenden für den Verbleib bei Frankreich aus. Erst 1977 wurde Dschibuti in die Unabhängigkeit entlassen.

Die Regierung stellte die Bevölkerungsmehrheit der Issa, wodurch die bestehenden Spannungen zwischen den beiden Ethnien eskalierten und sich zu einem Bürgerkrieg ausweiteten. 1994 schloss die Regierung ein Friedensabkommen mit den in der Widerstandsbewegung Frud organisierten Afar-Rebellen, die in der Folgezeit an der politischen Macht beteiligt wurden.

Präsident wurde 1999 Ismail Omar Guelleh, den die Bevölkerung 2005 im Amt bestätigte. 2002 stationierte Deutschland Marineeinheiten in Dschibuti, um sich im Rahmen der Operation Enduring Freedom am Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu beteiligen. Bei den Parlamentswahlen 2008 gewann das den Präsidenten stützende Parteienbündnis UMP alle 65 Parlamentssitze. Die Opposition boykottierte die Wahlen. Im selben Jahr verschärfte sich der seit langem virulente Grenzkonflikt mit Eritrea.