Äquatorialguinea

Wissenswertes über Äquatorialguinea

Natur und Klima:

Äquatorialguinea besteht aus dem Festlandsgebiet Mbini sowie aus den Inseln Bioko und Annobón im Golf von Guinea. Die beiden Inseln sind vulkanischen Ursprungs; die steil aufragenden Bergmassive erreichen auf Bioko Höhen von über 3000 Meter. Das Festlandsgebiet Mbini steigt von der schmalen Küstenebene zu einem von Inselbergen überragten Hochland (bis 1000 Meter) an. Das tropische Klima weist ganzjährig hohe Temperaturen von 25 Grad und Niederschlagsmengen bis 4000 mm auf.

Bevölkerung:

Während im Festlandsgebiet das Bantuvolk der Fang die größte Gruppe stellt, leben auf der dichter besiedelten Insel Bioko die alteingesessenen Bubi sowie die Nachkommen englischsprachiger Kreolen (Fernandinos) und auf Annobón die Nachkommen von Sklaven, die von den Portugiesen auf die Insel gebracht worden waren.

Staat und Politik:

Nach der mehrfach geänderten Verfassung von 1991 ist Äquatorialguinea eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der auf sieben Jahre direkt gewählte und mit großen Vollmachten ausgestattete Präsident. Er ernennt den Premierminister und beruft die Regierung. Die 100 Abgeordneten des Einkammerparlaments werden für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt. Das Parteiensystem wird vom regierenden Partido Democrático de Guinea Ecuatorial (PDGE) dominiert.

Wirtschaft:

Äquatorialguinea gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Zu einer allmählichen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage tragen die Erdölvorkommen bei, die 1991 vor der Küste entdeckt wurden. Da das Erdöl jedoch von ausländischen Konzernen, die eine Gewinnbeteiligung an den Staatshaushalt Äquatorialguineas abführen, gefördert wird, profitiert die Mehrheit der Bevölkerung zurzeit nur wenig davon. Neben der Erdölförderung beruht die Wirtschaft auf der Gewinnung von Tropenhölzern und dem Kakaoanbau. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes wird durch die schlechte Infrastruktur stark behindert.

Geschichte:

Die Inseln Bioko und Annobón, im 15. Jahrhundert von Portugiesen entdeckt, gingen 1778 in spanischen Besitz über. Spanien vereinigte sie im 20. Jahrhundert mit dem festländischen Besitz. Inseln und Festlandgebiet erhielten 1959 den Status von Überseeprovinzen. 1963 erhielt das Land die innere Autonomie und wurde am. 12. Oktober 1968 in die Unabhängigkeit entlassen. Der erste Präsident Francisco Macías Nguema errichtete ein brutales Terrorregime, das für die Ermordung Zehntausender verantwortlich war und ein Drittel der Bevölkerung ins Ausland trieb.

Nach einem Militärputsch übernahm 1979 Teodoro Obiang Nguema Mbasogo die Macht. Auf internationalen Druck hin führte er 1991 ein Mehrparteiensystem ein und ließ regelmäßig Präsidentschafts- (zuletzt 2002) und Parlamentswahlen (zuletzt 2004) durchführen. Das Regime unterdrückte aber weiter die demokratischen Kräfte des Landes.