Place to be: Die 10 schönsten Stadtplätze weltweit

Die Piazza, der Platz, ist ein Freiraum der Möglichkeiten inmitten des Stadtgewusels, und die schönsten Piazze werden meist in Italien verortet. Der Markusplatz in Venedig, Il Campo in Siena, die Piazza Unità d’Italia in Triest und all die vielen anderen. Wir Menschen haben auch die Tendenz, große Freiräume einzuteilen, zu ordnen, einzurahmen, das Meer der Möglichkeiten in geordnete Bahnen zu lenken. So wie bei der Pizza namens Quattro Stagioni, einer klaren Quadranten-Aufgeräumtheit.
Die Europäer haben ihre Plätze auch exportiert, die Plaza de Armas im peruanischen Cusco etwa ist ein Werk der spanischen Kolonialmacht. Und der städtische Platz ist nicht nur ein südeuropäisches Phänomen. Wir Menschen entwickeln uns weiter, begeben uns auf Plätze ohne Ränder, Prunk und Heldengeschichten. Mittel- und Nordeuropa werden wärmer, was das Entstehen neuer Plätze begünstigt. Und die Stadtplaner denken da heute ganz anders. Freiflächen durch den Abriss bestehender Häuser zu schaffen, so wie im Fall der Plaza Mayor in Madrid, ist heute schwer vermittelbar – man kann sie ja auch, so wie in Rotterdam geschehen, auf einer Tiefgarage platzieren. Und manch Platz macht das Alles-ist-Möglich, das Freiflächen eigentlich innewohnt, zum Gestaltungsprinzip – der Superkilen in Kopenhagen zum Beispiel. Dort waren zwar bekannte Baumeister am Werk, die Bjarke Ingels Group, sie haben aber bewusst viele Ideen aus dem sehr internationalen Umfeld des Superkilen eingeholt und auf stilistische Vielfalt gesetzt. Manche sagen nun, das sei gar kein Platz in dem Sinne – aber wer legt das eigentlich fest?
Unsere Top 10 der schönsten Plätze weltweit:
Plaza Mayor, Madrid

Wie aus der Stadt herausgestanzt wirkt die Plaza Mayor. Anfang des 17. Jahrhunderts ließ Philipp III. hier ein nahezu perfektes Rechteck anlegen. Es verkörperte das Ideal von Ordnung, Macht und Kontrolle.
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Burgplatz, Braunschweig

Fast 900 Jahre alt und aussagekräftig: Der Burgplatz zeigt, wie eng weltliche und geistliche Herrschaft im Mittelalter verflochten waren. Denn Heinrich der Löwe plante Dom St. Blasii, Dompropstei und Burg Dankwarderode als ein vereintes Ensemble, die Martinikirche (Bildmitte) gehört nicht dazu.
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Federation Square, Melbourne

Melbourne musste bis 2002 auf einen echten Stadtplatz warten. Der Federation Square ist eine riesige Plattform über den Bahngleisen der Flinders Street Station, Australiens verkehrsreichstem Bahnhof. Wo einst nur Züge fuhren, kommen heute Tausende zu Konzerten, Demos oder Public Viewing zusammen.
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Registan, Samarkand

Die Menschen verraten hier die Dimensionen: Der Registan in Samarkand wird von drei mit Keramikmosaiken verzierten Medresen gerahmt, deren Portale bis zu 35 Meter hoch sind. In ihnen wurde ab dem 15. Jahrhundert bis in die Sowjetzeit islamische Theologie und Astronomie gelehrt.
Plaza de Armas, Cusco

Die heutige Plaza de Armas in Cusco war das religiöse und politische Zentrum des Inkareichs. Nach der Eroberung durch die Spanier 1533 errichteten diese dort ab 1559 die Kathedrale und weitere Kolonialbauten auf den Fundamenten einstiger Inka-Paläste.
Place Igor Stravinsky, Paris

Zwischen der gotischen Kirche Saint-Merri und dem Centre Pompidou sprudelt seit 1983 der Strawinsky-Brunnen. Die 16 beweglichen Skulpturen des Künstler-Duos Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely machen die Place Igor Stravinsky zu einem der verspieltesten Plätze von Paris.
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Citizen Square, Shenzhen

1979 war Shenzhen an der Grenze zu Hongkong eine Stadt mit 30.000 Einwohnern. Mit Chinas erster Sonderwirtschaftszone begann ein beispielloses Wachstum, knapp 50 Jahre später zählt die Metropole fast 18 Millionen Menschen. Der Platz vor dem Bürgerzentrum wurde 2006 als neue Mitte geschaffen und ist Schauplatz von Licht- und Drohnenshows sowie Nationalfeiern.
Campo Santi Giovanni e Paolo, Venedig

Neben dem Markusplatz gehört der Campo Santi Giovanni e Paolo (von Einheimischen San Zanipolo genannt) zu den wenigen weiten Plätzen Venedigs. Über den Rio dei Mendicanti gelangten einst die Trauerzüge für die Dogen zur benachbarten Basilika, in der 25 der 120 Staatsoberhäupter begraben sind.
Schouwburgplein, Rotterdam

Rotterdam liebt Architektur-Experimente. Der Schouwburgplein entstand auf einer Tiefgarage im Theaterquartier und sollte keine Piazza sein, sondern eine Bühne für das Stadtleben. Die roten Lichtmasten erinnern an Hafenkräne, die freie Fläche soll von Menschen bespielt werden – inzwischen auf Kunstrasen.
Black Market, Kopenhagen

Was wie ein überdimensionales Straßenmuster wirkt, ist der „Black Market“, einer von drei Bereichen des Superkilen. Der Park entstand in Nørrebro, einem der vielfältigsten Stadtteile Kopenhagens. Weil hier Menschen aus mehr als 60 Nationen leben, baten die Planer sie um Vorschläge für Stadtmöbel und andere Elemente des öffentlichen Raums aus ihren Herkunftsländern. So kamen über 100 Objekte zusammen – von einer marokkanischen Brunnenanlage über irakische Schaukeln bis zu brasilianischen Parkbänken.
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