Calgary: Die 9 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Albertas größter Stadt

Die größte Stadt der kanadischen Provinz Alberta bietet grüne Ruheoasen, außergewöhnliche Kultureinrichtungen und eine markante Skyline, die denen von Toronto und Vancouver in nichts nachsteht. Hier die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Calgary.
Text Milena Härich
Datum06.07.2026

Mit rund 1,3 Millionen Einwohnern ist Calgary die größte Stadt der westkanadischen Provinz Alberta – und stellt damit beinahe deren eigentliche Hauptstadt Edmonton in den Schatten. Dort, wo der Elbow River in den Bow River mündet und letzterer das gesamte Stadtbild prägt, findet sich eine Metropole voller Kontraste. Weitläufige Parkanlagen liegen einer imposanten Skyline zu Füßen, Kunst- und Kultureinrichtungen wie die Galerie Contemporary Calgary ziehen junge Besucher an, während typische Saloons und Westernbars die Tradition der Stadt hochhalten. 

Da Calgary an den Ausläufern der Rocky Mountains liegt, ist das Stadtgebiet recht hügelig. Je nachdem, wo man sich befindet, blickt man bis zur ikonischen Bergkette. Zum Beispiel vom 190 Meter hohen Calgary Tower, der die berühmteste Sehenswürdigkeit darstellt. Ebenfalls sehr interessant: Calgary wird häufig als „Nashville des Nordens“ bezeichnet, denn genau hier liegt das Herz der kanadischen Country-Musik. Auch diesem Umstand erweist die Stadt alle Ehre, zum Beispiel mit dem Home of the National Music Centre.

Calgarys wichtigste Sehenswürdigkeiten im Überblick.

1

Heritage Park

Im Freilichtmuseum Heritage Park wandeln Besucher auf den Spuren Kanadas im 19. und 20. Jahrhundert.

Wie der Name schon vermuten lässt, verschreibt sich dieses Freilichtmuseum dem Erbe der Stadt Calgary. Will heißen: Auf einer rund 51 Hektar großen Fläche direkt am Elbow River werden verschiedene Perioden der westkanadischen Geschichte beleuchtet und in interaktiver Weise an Besucher herangetragen. Tatsächlich konzentrieren sich die Betreiber des Heritage Parks auf den Zeitraum zwischen 1860 und 1960; im sogenannten Historical Village stehen Originalbauten und Rekonstruktionen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. 

Im Historical Village können Gäste mit einem historischen Dampfzug fahren und an unterschiedlichen Events teilnehmen, die auf spielerische Art und Weise Wissen vermitteln. Angeboten werden beispielsweise Walking Touren zum Thema „Curiosities and Oddities“, also „Kuriositäten und Eigenartigkeiten“, die zu den ungewöhnlichsten Ecken des Freilichtmuseums führen. Auch ein Outdoor Escape Room wartet auf Besucher, ebenso wie unterschiedliche Konzerte.

Neben dem Historical Village gehört auch das Gasoline Alley Museum zum Heritage Park. Wichtiges Hintergrundwissen: Calgary ist stark von der Mineralöl- und Gasindustrie geprägt, Unternehmen wie Shell und BP haben hier noch heute ihren Hauptsitz. Im Gasoline Alley Museum liegt der Fokus neben dieser Tatsache auch auf dem Auto als solchem. Auf drei Etagen können Besucher in die Automobilgeschichte von Westkanada eintauchen.

heritagepark.ca

2

The Confluence Historic Site & Parkland

Um die Geschichte Kanadas mitsamt ihrer Schattenseiten begreifen zu können, ist auch ein Besuch im The Confluence empfehlenswert.

Noch ein Muss bei einem Calgary-Besuch – zumindest für alle, die geschichtsinteressiert sind – ist The Confluence. Früher war die Sehenswürdigkeit nur unter dem Namen Fort Calgary bekannt. So hieß der damalige Stützpunkt, den die North-West Mounted Police in den 1870ern hier errichtete, um amerikanische Rum- und Whisky-Schmuggler und deren Aktivitäten einzuschränken sowie Beziehungen zu der dort lebenden indigenen Bevölkerung zu ihren Gunsten zu gestalten. 

Dass die Sehenswürdigkeit heute nicht mehr Fort Calgary heißt, sondern als The Confluence Historic Site bekannt ist, liegt darin begründet, dass die Geschichte dieses Ortes  viel weiter zurückreicht und deutlich vielschichtiger ist als „Fort Calgary“ es vermuten ließe. Die Betreiber der heutigen Erinnerungsstätte formulieren selbst den Anspruch, indigene Perspektiven stärker mit einzubeziehen und somit die gesamte Geschichte der Region und ihrer Bewohner zu erzählen. Unter diesem Gesichtspunkt erzählt The Confluence Geschichten von Kolonialisierung und Industrialisierung, die nicht vergessen werden sollten.

Auf einer 16 Hektar großen Fläche, die direkt auf einem Überschwemmungsgebiet am Südufer des Bow Rivers liegt, finden sich zahlreiche rekonstruierte Gebäude, die innerhalb des einstigen Fort Calgary erbaut wurden. Hinzu kommt ein Informationszentrum mit Ausstellungen zur Geschichte der Stadt und der umliegenden Region. Regelmäßig werden neben Kunstausstellungen auch Führungen zu unterschiedlichen Themen angeboten, beispielsweise unter dem Motto „History of the Land“ oder „Path to Reconciliation“.

theconfluence.ca

3

Fish Creek Provincial Park

Ruheoase in der Metropole: der Fish Creek Provincial Park.

Calgary hält eine Menge erzählenswerter Geschichten bereit, aber auch die Natur innerhalb der Metropole ist sehr sehenswert. Eine der schönsten Ruheoasen ist der Fish Creek Provincial Park im Süden der Stadt. Mit seiner Fläche von rund 13,5 Quadratkilometern ist er (nach dem Rouge National Urban Park in Toronto) der zweitgrößte Stadtpark in ganz Kanada. Er wurde bereits 1975 gegründet, um das hiesige Tal des Fish Creek zu schützen. Noch heute ist die Parkanlage Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, besonders Ornithologen kommen auf ihre Kosten: Mehr als 200 Vogelarten wurden bislang im Fish Creek Provincial Park dokumentiert. Darüber hinaus leben hier Hirsche, Kojoten und Wiesel. 

Die Landschaft an sich entstand schon im Zuge der letzten Eiszeit: Schmelzwasser der nahe gelegenen Rocky-Mountains-Gletscher formten das Tal des Fish Creek. Heute findet sich hier ein mehr als 100 Kilometer langes Wegenetz zum Joggen, Spazieren, Wandern und Radfahren – teils naturbelassen, teils asphaltiert. Im Sommer ist der Sikome Aquatic Facility beliebt, ein künstlich angelegter See mit Badestelle.

Übrigens: Der gemeinnützige Verein Friends of Fish Creek Provincial Park bietet ganzjährig Führungen, Bildungsprogramme und Wanderungen an, die Wissenswertes über den Provinzpark vermitteln.

albertaparks.ca/parks

4

Prince’s Island Park

Eine der besten Aussichten der Stadt: Vom Prince’s Island Park blickt man direkt auf die Skyline von Calgary.

Etwas städtischer wirkt der Prince’s Island Park, der nördlich des Zentrums von Calgary auf einer Insel im Bow River liegt. Eröffnet wurde er im Jahr 1950, nachdem die Stadt Calgary das Gebiet von Familie Prince, einer Holzfällerfamilie der Region, gekauft hatte. Auf rund 20 Hektar Fläche eröffnen sich idyllische Flächen voller Blumengärten, Bänke und Picknickplätze. Besonders schön: der direkte Blick auf die markante Skyline von Calgary

Prince’s Island Park ist die Heimat vieler Stockenten und Kanadagänse, die hier in Einklang mit den menschlichen Besuchern leben. Der Chevron Learning Pathway schlängelt sich durch den östlichen Park, auf Informationstafeln findet sich alles Wissenswerte rund um die Flora und Fauna des Prince’s Island Parks. Ein weiterer sehenswerter Pfad innerhalb des Parks ist der Remembering Our Children Trail: Mithilfe einer App begibt man sich auf einen künstlerischen Rundgang und kommt an sieben Kunstinstallationen vorbei, die von Jugendlichen aus indigenen Bevölkerungsgruppen geschaffen wurden.

Übrigens: Im Prince’s Island Park finden regelmäßig beliebte Veranstaltungen statt, etwa das Calgary Folk Music Festival oder Shakespeare in the Park. 

calgary.ca/parks

5

Calgary Tower

Zu jeder Tageszeit ein Hingucker: der 190 Meter hohe Calgary Tower.

Dieser 190 Meter hohe Turm ist das Wahrzeichen von Calgary und dominiert die Skyline. Ursprünglich unter dem Namen The Husky Tower von W. G. Milne und dem Architekturbüro A. Dale and Associates im Jahr 1968 erbaut, bekam er schon drei Jahre später seinen heutigen, sehr eingängigen Titel. Das Monument aus Beton und Stahl verfügt über eine Aussichtsplattform, die seit 2005 mit einem gläsernen Boden versehen ist – wer Höhenangst hat, sollte dieses Observation Desk also lieber meiden. Für alle anderen ist es aber ein Must-See in Calgary: Der Ausblick reicht über die ganze Stadt bis hin zu den Rocky Mountains. Auch das Restaurant SKY 360 verspricht schwindelerregende Aussichten: Auf einer Höhe von 155 Metern dreht sich das Lokal alle 45 bis 60 Minuten einmal um sich selbst.

Jeden Morgen und Abend präsentiert der Calgary Tower außerdem eine einzigartige Lichtshow entlang seiner Fassade: Rund 130 Lichter wurden angebracht, die mehr als 16 Millionen Farben und Effekte auf die Fläche bringen. Je nach Anlass wird der Turm in den unterschiedlichsten Farben beleuchtet, beispielsweise an Nationalfeiertagen oder an besonderen Spieltagen der Sportteams aus Calgary.

calgarytower.com

6

Telus Spark Science Centre

Das Telus Spark Science Center ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Kinder in Calgary.

Nördlich des Bow Rivers, der sich wie eine Lebensader durch Calgary zieht, liegt das Telus Spark Science Centre, eine der wichtigsten Wissenschaftsinstitutionen im Westen Kanadas. Gegründet wurde das Zentrum bereits im Jahr 1987, damals noch unter dem Namen Calgary Science Center und im Centennial Planetarium. Seit 2011 befindet es sich an seinem heutigen Standort. 

Beim Science Center handelt es sich um ein interaktives Museum, das seine Besucher einlädt, selbst zu experimentieren. Das Creative Kids Museum beispielsweise ist ein Anlaufpunkt für Kinder bis zu acht Jahren, die selbst tüfteln wollen – ebenso wie der Brainasium Outdoor Playground, ein Spielplatz, der physikalische Gesetze erlebbar macht. Aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten, zum Beispiel im Infinity Dome Theatre, einem 360-Grad-Kino, das sich über drei Stockwerke erstreckt und Filme über Astronomie zeigt. Die Betreiber des Spark Science Centres legen außerdem einen Fokus auf indigene Forschung: Wissenschaftliche Themen werden aus der häufig in Vergessenheit geratenen oder angeeigneten Perspektive indigener Menschen und ihrer Traditionen beleuchtet.

sparkscience.ca

7

Peace Bridge

Blick auf den Bow River und die ikonische Peace Bridge von Santiago Calatrava

Auch Calgary hat einen Calatrava: Der spanisch-schweizerische Architekt hat die Friedensbrücke der Stadt konzipiert, die Fußgängern und Radfahrern einen unkomplizierten Weg über den Bow River ermöglicht. Die Brücke fällt sofort ins Auge und gibt sich Architekturkennern direkt als Werk von Santiago Calatrava zu erkennen: Die spiralförmige Konstruktion aus Stahl und Beton erinnert durchaus an seine Bauten in Valencia und Buenos Aires. Eine Besonderheit ist aber anders: Die Peace Bridge von Calgary ist nicht weiß wie die meisten sonstigen Werke des Architekten, sondern symbolisiert mit ihrer rot-weißen Farbgebung die kanadische Flagge und gleichsam die von Calgary.

Man entschloss sich damals für den Bau, der am Ende rund 35 Millionen Kanadische Dollar kostete, um den südlichen Bow-River-Wanderweg und das Zentrum der Stadt mit dem nördlichen Wanderweg und dem Quartier Sunnyside zu verbinden. Dabei musste der Bau der Brücke strikten Vorgaben folgen: Es durften aus Umweltschutzgründen keine Pfeiler im Bow River stehen und die Höhe musste aufgrund eines nahe gelegenen Helikopterlandeplatzes eingeschränkt werden. Außerdem war zu beachten, dass das Bauwerk dem regelmäßig in Calgary auftretenden Hochwasser standhalten, mindestens 75 Jahre ohne Renovierung auskommen würde und durch seine Illumination Sicherheit ausstrahlte. Eröffnet wurde die Peace Bridge unter diesen Voraussetzungen im Jahr 2012. 

8

Contemporary Calgary

Zugegeben, Calgary kann in puncto Kunst nicht unbedingt mit den bekannteren Großstädten wie Toronto und Vancouver mithalten. Sehr sehenswert ist aber das zeitgenössische Museum namens Contemporary Calgary, das erst 2019 gegründet wurde und aus dem Zusammenschluss dreier Institutionen – der Art Gallery of Calgary, dem Institute of Modern and Contemporary Art sowie dem Museum of Contemporary Art Calgary – entstanden ist. Es gibt hier keine Dauerausstellung, sondern wechselnde Schauen, in denen sowohl kanadische als auch internationale Kunstschaffende eine Bühne finden. Neben Malereien und Skulpturen finden sich hier auch Videos, Fotografien, aufwendige Installationen und andere künstlerische Projekte. Eine der bekanntesten bislang ausgestellten Künstlerinnen: Yoko Ono mit „Growing Freedom“. 

Schon das Gebäude selbst ist eine Sehenswürdigkeit: Das Centennial Planetarium, in dem früher das Calgary Science Center untergebracht war, ist ein brutalistisches Gebäude von McMillan Long and Associates, das im Jahr 1967 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Kanada eröffnet wurde. Die kalte Betonstruktur in Kombination mit der geodätischen Kuppel zieht immer wieder Architekturliebhaber in ihren Bann und ist ein besonders sehenswertes Beispiel des Brutalismus in Kanada. 

contemporarycalgary.com

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Studio Bell: Home of the National Music Centre

Brad Cloepfil hat das ikonische Studio Bell geschaffen, in dem seit 2016 das Home of the National Music Centre untergebracht ist.

Drei in einem: Das Home of the National Music Centre fungiert gleichsam als Museum, Veranstaltungsort und Aufnahmestudio. Die Geschichte der Institution reicht weiter in die Vergangenheit, doch im Jahr 2016 öffnete das Museum im Studio Bell in der Innenstadt von Calgary seine Pforten für Besucher. Architekt Brad Cloepfil hat mit dem Gebäude ein futuristisch anmutendes, silberfarbenes Monument geschaffen, das schon von außen ein Hingucker ist. 

Im Inneren befinden sich mittlerweile rund 2.000 Artefakte der Musikgeschichte, darunter ein Klavier von niemand Geringerem als Elton John. Auch Bestände der Canadian Music Hall of Fame und der Canadian Country Music Hall of Fame sind hier untergebracht – auf insgesamt fünf Ebenen. Zusammen kommen rund 450 Jahre Musikgeschichte. Das Home of the National Music Centre veranstaltet außerdem ein Artists-in-Residency-Programm und stellt den Musikern hierfür rund 200 Instrumente zur Verfügung.

studiobell.ca

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