Die 9 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Seattle

Mit rund 740.000 Einwohnern ist Seattle die bevölkerungsreichste Stadt im Bundesstaat Washington. Sie liegt zwischen dem Lake Washington und dem Puget Sound, der Meerenge – und wie es sich für eine solch wasserreiche Metropole geziemt, beherbergt sie einen Hafen. Tatsächlich gilt der Hafen von Seattle als einer der wichtigsten an der ganzen US-Westküste, zahlreiche Kreuzfahrten durch den Pazifik und nach Alaska starten hier. Bekannt ist die Stadt aber auch wegen ihrer technologischen Errungenschaften: In der umliegenden Metropolregion haben etwa Microsoft und Boeing ihren Sitz.
Und: In Seattle wurde Starbucks gegründet. Wenngleich die Kaffee-Kette heute vor allem für Trends wie Iced Matcha Latte und Frappés steht, hat sie die Metropole am Pazifik geprägt. Mittlerweile finden sich in Stadtvierteln wie Capitol Hill und Pioneer Square viele unabhängige Cafés und Röstereien, die sich individuellen Kaffeegenuss auf die Fahnen geschrieben haben. Neben Kaffee steht die Metropole außerdem für den Grunge, denn dieses Genre der Rockmusik entstand in den 1980er Jahren in Seattle und wurde maßgeblich von Bands wie Nirvana beeinflusst, die in der Stadt ihren Durchbruch feierten.
Wir nehmen Sie mit an die neun wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Seattle.
Pioneer Square Historic District

Die Wiege von Seattle: Das lässt sich ohne Bedenken vom Pioneer Square Historic District im Südwesten der Stadt behaupten. Schließlich handelt es sich dabei um den ältesten Stadtteil; hier siedelten sich in den 1850er Jahren die ersten Bewohner an. Im Jahr 1889 fielen zahlreiche Gebäude einem großen Brand zum Opfer, woraufhin man das Quartier wieder aufbaute. Die sogenannte richardsonianische Romanik mit Fassaden aus Naturstein und vielen Rundbögen dominiert bis heute neben eisernen Laternen und Straßen aus Kopfsteinpflaster dieses Viertel.
Darüber hinaus ist das Quartier eng mit der Zeit des Goldrausches in Kanada und Alaska verbunden: Von hier aus brachen ab 1896 zahlreiche hoffnungsvoll gestimmte Goldsucher gen Norden auf, um zu Reichtum zu gelangen. Davon erzählt das Museum des Klondike Gold Rush National Historical Parks. Wie Seattle von der Hafenstadt zur Wirtschaftsmetropole wurde (viele Goldsucher mussten hier ihre Ausrüstung kaufen, bevor sie weiterzogen) und wie sich die Stadt selbst als „Gateway to the Gold Fields“ zu vermarkten wusste, all das lässt sich in diesem Museum im historischen Cadillac Hotel nachfühlen, unter anderem dank originaler Zeitungsberichte und Fotografien.
Auch sonst ist das Quartier sehr sehenswert, es hat sich mittlerweile zu einem Zentrum für Kunstgalerien, unabhängige Cafés und Buchläden gemausert. Empfehlenswert sind die Seattle Underground Tours: Guides nehmen Gäste mit in die unterirdischen Gänge der Stadt, die vor dem großen Brand 1889 noch als Einkaufsstraßen genutzt wurden.
Seattle Waterfront mit Pike Place Market

Nur wenige Meter nördlich davon liegt das Viertel Seattle Waterfront, direkt am Puget Sound. In den letzten Jahrzehnten wurde dieses Areal immer wieder umgestaltet und modernisiert. Besucher haben von hier aus hervorragende Ausblicke auf die Elliott Bay und die Olympic Mountains. Die Atmosphäre wird außerdem geprägt von vielen Straßenmusikern und -akrobaten sowie dem Seattle Great Wheel, einem 53 Meter hohen Riesenrad. Von der Waterfront aus legen regelmäßig Fähren und Wassertaxen ab und schippern zu den umliegenden Inseln und über den Puget Sound.
Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist aber der Pike Place Market. 1907 eröffnet, zählt er zu den ältesten durchgehend betriebenen Bauernmärkten der USA. Heute zieht sich der Markt über diverse Hallen und Blocks, die auf verschiedenen Ebenen angesiedelt sind. Besonders ikonisch ist der Abschnitt namens Pike Place Fish Market, wo Fischhändler ihrn Fang beim Verkauf durch die Luft wirbeln. Der Pike Place Market ist jeden Tag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Boeing-Werk in Everett
Wenige andere Städte sind so eng mit der Luftfahrt verbunden wie Seattle. Wenngleich das Boeing-Werk nicht direkt in der Metropole liegt, sondern im nördlichen Everett, lohnt sich ein Besuch der Fabrik. Empfehlenswert ist es, die Boeing Factory Tour über „Future of Flight Aviation Center & Boeing Tour“ zu buchen: Der 80-minütige Rundgang durch das Werk ist nicht nur für Flugzeug-Nerds interessant. Von der Herstellung über wichtige Infos zu Logistik, Historie und Sicherheit lernen Teilnehmer hier viel über einen der größten Flugzeugbauer der Welt. Hier, im Werk von Everett, wurden schon etliche große Langstreckenflugzeuge wie die Boeing 747, 767, 777 und die 787 Dreamliner gefertigt. Über die Grenzen von Washington hinaus berühmt wurde der Standort vor allem für seine Produktion des sogenannten Jumbo-Jets, der Boeing 747.
Tipp: Nach der Boeing Factory Tour das angeschlossene Flight Center mit verschiedenen interaktiven Ausstellungen besuchen. Hier finden sich Simulationen, Cockpit-Modelle und vieles mehr.
Museum of Pop Culture (MoPOP)

Schon von außen erweist sich das Museum of Pop Culture, das Teil des Veranstaltungs-Hubs Seattle Center ist, als absoluter Hingucker. Die geschwungenen, silberfarbenen Wände der Fassade lassen Kenner direkt wissen, wer dieses futuristische Monument geschaffen hat: Frank Gehry. Eröffnet wurde das Haus im Jahr 2000 von Microsoft-Mitbegründer Paul Allen, der aus Seattle stammt, damals noch unter dem Namen „Experience Music Project“ (EMP).
Musik war schon immer und bleibt weiterhin ein großer Fokus, schließlich ist Seattle die Wiege des Grunge-Genres und noch heute eine wichtige Metropole für Live-Musik und aufstrebende Künstler. So beherbergt das Museum of Pop Culture die größte Sammlung rund um Jimi Hendrix, der in der Stadt geboren und aufgewachsen ist, aber auch typische Grunge-Bands wie Nirvana, Soundgarden und Pearl Jam sind in der Dauerausstellung vertreten. Im interaktiven Sound Lab können Besucher selbst Gitarren stimmen oder sich an anderen Musikinstrumenten ausprobieren. Mittlerweile umfasst das MoPOP aber viel mehr als Artefakte und Dokumente rund um Musik – es geht um Filme, Gaming und eigentlich alles rund um moderne Popkultur. Sehr empfehlenswert ist ein Besuch also auch für Fantasy- und Science-Fiction-Fans, mit Ausstellungen zu Filmen wie „Herr der Ringe“ oder „Der Zauberer von Oz“.
Capitol Hill

Das coolste Viertel von Seattle ist Capitol Hill, östlich von Downtown auf einem Hügel gelegen. Das Quartier hat sich in den letzten Jahrzehnten als kulturell überaus vielfältiges, progressives Zentrum der Stadt einen Namen gemacht. Insbesondere queere Personen in Seattle schätzen die liberale Atmosphäre in Capitol Hill, die sich durch Cafés, Clubs, Bars und Restaurants zieht.
Wer nach dem Kaffee und vor dem Konzert am Abend eine Ruhepause im Grünen sucht, wird im Volunteer Park von Capitol Hill fündig. Die Grünfläche wurde auf einem Hügel inmitten historischer Herrenhäuser angelegt und bietet neben grandiosen Ausblicken vom Volunteer Park Water Tower auch das Asian Art Museum und das Volunteer Park Conservatory, das zu den schönsten Gewächshäusern der USA zählt. Es wurde 1912 eröffnet und erinnert dank seines viktorianischen Stils an die gläsernen Gewächshäuser, die so typisch für London und Umgebung sind – ein wichtiges Vorbild war der einstige Crystal Palace.
Museum of Flight
Das Museum of Flight befindet sich südlich der Stadt in Tukwila, am King County International Airport - Boeing Field. Es gehört zu den größten Luftfahrtmuseen weltweit und zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wie sich die Luft- und Raumfahrt (weiter)entwickelt hat. Mehr als 130 Flug- und Raumfahrzeuge sind hier ausgestellt, hinzu kommen Zehntausende Fotografien und weitere Artefakte.
Besonders imposant: die sogenannte Great Gallery, eine Ausstellungshalle, in der gigantische Flugzeuge unter die gläserne Decke gespannt sind. Zu den berühmtesten Objekten gehört unter anderem eine originale Concorde der British Airways. Das ist deshalb so besonders, weil davon nur 20 Stück gebaut wurden. Auch die erste Boeing 747, die „City of Everett“, wird hier präsentiert.
Space Needle & Chihuly Garden and Glass

Aufgrund ihrer direkten Nachbarschaft lassen sich folgende zwei Sehenswürdigkeiten bestens kombinieren. Die Space Needle ist das architektonische Wahrzeichen von Seattle und prägt die Skyline erheblich; man sieht diesen 184 Meter hohen Aussichtspunkt von zahlreichen Orten aus in die Höhe ragen. Ursprünglich wurde die Needle im Rahmen der Weltausstellung im Jahr 1962 gebaut. Erst 2018 eröffnete die „Loupe“: Die Aussichtsplattform verfügt nun über einen gläsernen, rotierenden Boden, der weltweit der erste dieser Art war. Von der Plattform aus haben Besucher einen 360-Grad-Rundumblick über Seattle bis hin zum schneebedeckten Vulkan Mount Rainier. Noch weiter oben serviert The Revolving Bar Drinks bei ikonischen Panoramen.
Das Museum Chihuly Garden and Glass wurde 2012 eröffnet. Benannt ist es nach einem der berühmtesten Glaskünstler der USA, Dale Chihuly. Dessen Kunstwerke prägen die unterschiedlichen Bereiche des Museums, von den Innenräumen mit Galerien über das Glass House bis hin zum Garten. Das Glashaus beherbergt etwa eine mehr als 30 Meter lange Glasskulptur, die unter dem Dach zu schweben scheint und die schönsten Rot-, Orange- und Gelbtöne miteinander verbindet. Es erinnert an gläserne Gewächshäuser, wie Dale Chihuly sie Zeit seines Lebens liebte. Klar also, dass im Garten auch dieser Leidenschaft des Künstler Tribut gezollt wird und zahlreiche Pflanzenarten ihr Zuhause gefunden haben.
Kerry Park

Nur rund 5.000 Quadratmeter misst der Kerry Park im Stadtteil Queen Anne, doch seine Aussicht macht ihn zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Seattle. Die Anlage bietet nämlich den besten Blick auf die Skyline der Stadt und die Space Needle, die sich vor den restlichen Wolkenkratzern gen Himmel reckt. Je nach Wetter lässt sich auch der Mount Rainier mit seiner schneebedeckten Kuppel im Hintergrund erspähen.
Sehr eindrucksvoll zeigt sich das Panorama abends, wenn es dunkel ist und die Lichter von Seattle leuchten (der Kerry Park ist täglich bis 22 Uhr geöffnet). Oder früh am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und die Szenerie in warmes, rotgelbes Licht taucht. Der Park gehört zu den bekanntesten Orten in Seattle, ist einerseits beliebtes Postkartenmotiv und diente andererseits schon einige Male als Filmkulisse. Auch verliebte Pärchen nutzen ihn als Hotspot für Heiratsanträge oder Hochzeits-Shootings.
Seattle Art Museum (SAM)

Im Seattle Art Museum (SAM) nahe dem Pike Place Market liegt ein zentraler Fokus auf indigener Kunst aus dem pazifischen Nordwesten. Auch afrikanische, ozeanische und asiatische Kunstwerke nehmen einen großen Raum im SAM ein. Das Ausstellungshaus präsentiert Werke aus verschiedenen Epochen, stark vertreten sind moderne und zeitgenössische Kunst, vor allem in Form von Gemälden, Installationen, Skulpturen sowie Fotografien.
Das SAM ist seit 1991 in seinem heutigen Gebäude nahe der Seattle Waterfront untergebracht, gegründet wurde es aber bereits in den 1930ern. Zur Institution gehören auch das Seattle Asian Art Museum im Volunteer Park in Capitol Hill und der Olympic Sculpture Park mit Blick auf den Puget Sound. Vor dem Museum selbst steht eines der bekanntesten Kunstwerke von Seattle: die bewegliche Figur „Hammering Man“ von Jonathan Borofsky.