Die 13 schönsten Orte in Brasilien

Spektakuläre Nationalparks treffen auf vibrierende Mega-Metropolen und naturbelassene Strände: 13 außergewöhnlich schöne Orte in Brasilien.
Text Milena Härich
Datum31.01.2026

Die Liste an sehenswerten Orten in Brasilien ist extrem lang. Das südamerikanische Land mit einer enormen Fläche von 8,15 Millionen Quadratkilometern hält so viele verschiedene Landschaften, Traumbuchten und Städte bereit, dass Reisende angesichts der großen Vielfalt und der langen Wege schnell überfordert sind. Wer möglichst viel von Brasilien bereisen möchte, sollte sich viel Zeit nehmen sowie Inlandsflüge einplanen.

Für viele Besucher sind das Amazonasgebiet, Rio de Janeiro oder die Ilha Grande Must Sees. Doch Brasilien hält noch viel mehr bereit, vom Pantanal mit den besten Safari-Bedingungen bis zur Kunsthandwerkstatt Olinda. Merian zeigt im Folgenden 13 der schönsten Orte in ganz Brasilien.

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Nationalpark Anavilhanas im Amazonas-Regenwald

Must-See innerhalb des Amazonas-Regenwaldes: der Nationalpark Anavilhanas am Rio Negro.

Der Amazonas-Regenwald ist der größte zusammenhängende Regenwald der Welt. 60 Prozent seiner Fläche liegen in Brasilien, die restlichen erstrecken sich über Teile von Peru und Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Französisch-Guyana und Suriname. Ein besonders guter Ort, um das brasilianische Amazonasgebiet näher kennenzulernen, ist der Nationalpark Anavilhanas am Rio Negro, etwa 70 Kilometer von Manaus entfernt. Der Rio Negro verdankt seinen Namen seiner Farbgebung, denn übersetzt bedeutet das „schwarzer Fluss“. Durch verschiedene organische Stoffe, zum Beispiel Huminsäure und Fulvosäuren, ist der Wasserlauf dunkel gefärbt und bildet damit einen spektakulären Kontrast zum umliegenden Dschungel. Hier, im Parque Nacional de Anavilhanas, befindet sich eines der größten Fluss-Archipele der Welt – mit rund 400 Inseln und 60 Seen. 

Zur Hochwasserzeit (in dieser Region etwa von November bis April) finden regelmäßig geführte Bootstouren durch den Anavilhanas Nationalpark statt: Circa 60 Prozent der hiesigen Fläche sind dann überflutet, das Hindurchschippern zwischen Inseln und Lagunen magisch. Auch zur Zeit des Niedrigwassers hat dieser Ort seinen Reiz, dann kommen mehr Strände zum Vorschein. Allerdings ist es häufig auch nebliger und die Sicht eingeschränkt. Eine Besonderheit in diesem Gebiet sind übrigens rosa Delfine, der Rio Negro bietet ihnen den perfekten Lebensraum. Neben den Tümmlern haben Reisende gute Chancen, Kaimane, Tukane, Affen, Faultiere und etliche Wasservögel zu sehen. 

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Die Iguazú-Wasserfälle

Gehören zu den spektakulärsten Kaskaden der Welt: die Iguazú-Wasserfälle, hier fotografiert von der brasilianischen Seite aus.

Brasilien teilt sich diese Sehenswürdigkeit mit dem Nachbarland Argentinien: Die Iguazú-Wasserfälle befinden sich direkt an der Grenze zwischen den beiden Staaten, genauer gesagt im Dreiländereck mit Paraguay. Die Kaskaden gehören zu den eindrucksvollsten Wasserfällen weltweit, schließlich handelt es sich hier um einen ganzen Komplex: Es gibt insgesamt 20 größere Wasserfälle und 255 kleinere, auf einer Strecke von nicht einmal drei Kilometern. Tatsächlich kommen Besucher auf der argentinischen Seite durch Aussichtsplattformen und Stege näher ans tosende Geschehen, von der brasilianischen Seite aus ergibt sich aber das beste Panorama. Schauen Sie sich am besten beides an, der Grenzübertritt ist recht unkompliziert.

Auch bei dieser Sehenswürdigkeit macht der Wasserstand einen Unterschied, am höchsten ist er in der Regel zwischen Dezember und März. Dann ist die Szenerie noch dramatischer, weil umso mehr Wasser in die Tiefen stürzt, es gibt aber auch mehr Sprühnebel, der die Sicht beeinträchtigen kann. Auch hier werden Bootstouren angeboten, diese sind vor allem für Adrenalin-Liebhaber gut geeignet, denn das Boot kann stark schaukeln und Passagiere schnell nass werden. Alternativ lassen sich die Iguazú-Wasserfälle zu Fuß besuchen, die Wege und Stege sind gut befestigt. 

cataratasdoiguacu.com.br

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Manaus

Manaus ist nicht nur der beste Ausgangspunkt für Amazonas-Touren, sondern auch als eigenständiges Reiseziel sehr empfehlenswert.

Die Stadt Manaus wird meist im Zusammenhang mit Amazonas-Touren erwähnt, ist aber selbst überaus sehenswert. Um hierhin zu gelangen, sollten Reisende fliegen oder eine Bootstour buchen – eine Anreise per Pkw ist unwegsam und gefährlich. In Manaus angekommen, ergibt sich ein charmantes Konglomerat aus modernen Gebäuden, kolonialen Stadtvierteln und dem Sattgrün des Regenwaldes, das sich bis an die Stadtränder zieht. Manaus liegt direkt am Rio Negro, wer eine Bootstour zur gegenüberliegenden Uferseite bucht, kann ein besonderes Spektakel beobachten. Dort treffen Rio Negro und Rio Solimões, der hiesige Oberlauf des Amazonas, aufeinander, verschmelzen aber nicht zur homogenen Masse. Beobachter sehen, wie sich das beinahe schwarze Wasser des Rio Negro von dem braunen, karamellfarbenen Wasser des Solimões absetzt. 

In der Stadt selbst finden sich einige Sehenswürdigkeiten, eine davon ist das Teatro Amazonas, das altrosafarbene Opernhaus von Manaus, das neben seiner Fassadenfarbe auch mit weißem Stuckdekor und Säulen auffällt. Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert durch die Einnahmen des Kautschukbooms in Manaus finanziert, wie es für viele Bauten innerhalb der Stadt der Fall ist. Daneben locken zahlreiche spannende Museen, beispielsweise das Seringal Museum, das sich mit dem Kautschukanbau und damit zusammenhängend auch mit der Sklaverei beschäftigt. Wie es sich für diesen Ort gebührt, sitzt hier außerdem das Museu da Amazonia, ein Forschungsinstitut mit Botanischem Garten.

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Rio de Janeiro

Ikonisch: die Christusstatue der Millionenstadt Rio de Janeiro.

Rio de Janeiro bedarf keiner großen Erklärung, die Millionenmetropole gehört zu den ikonischsten Städten in Südamerika – wegen des riesigen Karnevals, aber auch wegen der Fotomotive, die weltberühmt sind. Man nehme die Christusstatue, die auf dem Berg Corcovado thront und die Stadt am Atlantikufer zu bewachen scheint. Oder natürlich den Zuckerhut, den beinahe 400 Meter hohen Gipfel auf der Halbinsel Urca. Die Lage von Rio de Janeiro ist unvergleichlich: Direkt vor der Stadt befindet sich die Küste mit ihren Traumstränden von Ipanema, Copacabana und Leblon. Rundherum wird sie eingebettet von Granitfelsen, die zum Wandern einladen und fantastische Ausblicke gewähren. 

Ein besonders malerisches Viertel ist Santa Teresa mit seinen verwinkelten Gassen. Hier haben sich über die letzten Jahrzehnte viele Boutique-Hotels, süße Cafés und Restaurants angesiedelt. An der Grenze zum Quartier Lapa befindet sich die Escadaría Selarón, eine kunterbunte Treppe aus Tausenden Fliesen von Künstler Jorge Selarón. Achtung: Frühmorgens herkommen, ansonsten ist sie brechend voll. Eine weitere Empfehlung: der Tijuca-Nationalpark mit einem Dschungel inmitten der Stadt. Hier ist vor allem der Aussichtspunkt namens Mirante Dona Marta ein Highlight. Und auch in Rio de Janeiro ist die Museumsszene groß: Das Museu do Amanhã (deutsch: „Museum von morgen“) ist ein architektonisches Meisterwerk von Santiago Calatrava. Für Kunstliebhaber bieten sich das Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro oder das Museo Nacional de Belas Artes an. 

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Olinda

Olinda in Brasilien besticht mit kopfsteingepflasterten, hügeligen Gassen, pastellfarbenen Häusern im Kolonialstil – und ganz viel Kunsthandwerk.

Diese Stadt ist durchaus touristisch, aber doch ganz anders als Rio de Janeiro. Olinda wurde bereits 1535 gegründet und gilt damit als eine der ältesten Städte Brasiliens, und sie ist gleichzeitig eine der besterhaltenen Kolonialstädte. Das hat auch die UNESCO gewürdigt, indem sie die Altstadt von Olinda 1982 als Welterbe klassifiziert hat. Innerhalb des Zentrums winden sich kopfsteingepflasterte, hügelige Wege durch Reihen von Barockbauten und pastellfarbenen Wohnhäusern, immer wieder finden sich kleine Läden und Ateliers. Olinda ist nämlich ein Zentrum des Kunsthandwerks, hier werden etwa Karnevalsmasken aus Pappmachée in detailgetreuer Handarbeit gefertigt, aber auch Holzschnitzereien und Keramik sind beliebte Souvenirs. 

Olinda versteht sich als Karnevalshochburg, wenngleich die Feierlichkeiten hier nicht so groß und aufmerksamkeitsstark sind wie in Rio de Janeiro. Doch die Stadt und ihre Bewohner haben ihre eigenen Traditionen erschaffen: zum Beispiel die Bonecos Gigantes, große Karnevalsfiguren, die alljährlich mitsamt der Bevölkerung durch die Straßen ziehen. Frevo und Maracatu, typische Musikstile aus dem Bundesstaat Pernambuco, sind bei den Feierlichkeiten an der Tagesordnung und ziehen regelmäßig auch Touristen zum Tanzen auf die Straßen. Olinda ist außerdem für ihre vielen Kirchen bekannt, darunter ist der Großteil im Barockstil erbaut. 

Übrigens: Olinda geht beinahe nahtlos in die Stadt Recife über, die sich gut für einen Tagesausflug anbietet. Hierfür sind Uber oder Taxis die beste Wahl.

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São João del-Rei

São João del-Rei ist eine charmante Stadt im Kolonialstil, gelegen im Bundesstaat Minas Gerais.

Eine weitere charmante Stadt ist São João del-Rei, die auf eine wechselvolle Geschichte zurückblickt, sich ihre Schönheit und Authentizität aber bis heute bewahrt hat. Die Gemeinde entstand zur Zeit des Gold- und Diamantenbooms in Brasilien, 1883 erhielt sie offiziell die Stadtrechte. Auch hier sehen Besucher Kolonialbauten an jeder Ecke, ebenso wie viele Barockkirchen. Die wichtigste ist die Igreja de São Francisco de Assis – unbedingt ansehen. Eine Tradition in São João del-Rei sind die vielen Kirchenglocken, die täglich durch die Gassen klingen. 

Auch kulinarisch hat die Stadt im Bundesstaat Minas Gerais einiges zu bieten. Typisch sind beispielsweise Pão de queijo, brasilianische Käsebällchen. Auch Feijão tropeiro, ein traditionelles Bohnengericht aus Brasilien, sowie Doce de leite, eine Milchkaramellcreme, werden gerne serviert. Rund um die Stadt erstrecken sich viele schöne Wanderwege, die imposante Ausblicke aufs Umland gewähren. Der gesamte Bundesstaat Minas Gerais ist voller Dörfer und Städte im Kolonialstil, sehr schön sind auch Tiradentes, Mariana und Ouro Preto.

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Ilha Grande

Paradies vor den Toren von Rio de Janeiro: die Ilha Grande.

Sattgrüner Regenwald, türkisfarbenes Wasser und paradiesische, unberührte Badebuchten: Die Ilha Grande vor den Toren von Rio de Janeiro ist das perfekte Reiseziel für alle, die nach dem Besuch der Millionenmetropole die Seele baumeln lassen wollen. Auf einer Fläche von 193 Quadratkilometern finden Reisende hier eine Mischung aus Dschungel, Sand und Wasserfällen. Der Hauptort der Ilha Grande ist Vila do Abraão mit einer gut ausgebauten Infrastruktur. Viele Bootstouren legen hier ab und bringen Reisende zu den besten Schnorchelspots der Insel – von denen gibt es einige. Ansonsten ist die Insel weitestgehend naturbelassen, außerdem ist sie vollkommen autofrei. 

Ein Highlight auf der Ilha Grande sind die Postkarten-Strände. Einer davon: Lopes Mendes, mit einer Mischung aus smaragdgrünem und azurblauem Wasser, sattgrüner Vegetation und feinstem Sand. Auch die Praia do Aventureiro im Südwesten der Insel ist ein Hingucker, hier steht die wohl schiefste Palme der Welt und bildet ein beliebtes Fotomotiv. Der Strand Dois Rios ist heute ebenfalls ein sehenswerter Ort, doch er hat eine dunkle Geschichte: Hier befand sich einst die Strafkolonie des brasilianischen Staates, Cândido Mendes. 

Übrigens: Neben Wassersportarten wie Tauchen und Schnorcheln ist das Eiland prädestiniert zum Wandern, viele Badebuchten lassen sich ohnehin nur zu Fuß erreichen. 

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Nationalpark Chapada Diamantina

Ein Plateau voller Schluchten, Felsen und Höhlen: der Nationalpark Chapada Diamantina.

Im Nordosten von Brasilien, im Bundesstaat Bahia, liegt eine der spektakulärsten Gebirgsregionen des Landes. Bei der Chapada Diamantina handelt es sich genau genommen um ein mittlerweile stark erodiertes Plateau – mit vielen Schluchten und Höhlen, mit Wasserfällen und Naturpools. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von rund 38.000 Quadratkilometern. Seinen Namen verdankt er dem Umstand, dass es hier im 19. Jahrhundert ein enorm großes Diamantenvorkommen gab – und vermutlich auch heute noch gibt. Dieses hat dem Diamanten-Boom in Brasilien einen großen Anschub beschert. Der Nationalpark ist ein Muss für Naturliebhaber und Wanderer, mit Routen auf Spaziergang-Niveau bis hin zu anspruchsvollen Mehrtagestouren. Jedoch ist es sinnvoll, einen Guide dabei zu haben, wenn auch nicht verpflichtend. Gerade Anfänger verirren sich sonst leicht in dem riesigen Wandergebiet, die Wege sind häufig unbeschildert.

Innerhalb des Nationalparks befindet sich der Cachoeira da Fumaça, mit 340 Metern einer der höchsten Wasserfälle in ganz Brasilien. Darüber hinaus finden sich in den Höhlensystemen einzigartige Naturpools, ähnlich den Cenoten, die es in Mexiko gibt. Im Poço Azul und Poço Encantado dürfen Besucher auch baden. Insgesamt verbergen sich sich im Chapada Diamantina rund 100 Höhlen, sie sollten jedoch nur mit fachkundigen Guides besucht werden. Wichtig: In dieser Region ist die Regenzeit von November bis März. Dann können die Wanderwege rutschig werden und es ist besondere Vorsicht gefragt. 

gov.br/icmbio

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Fernando de Noronha

Die Inselgruppe Fernando de Noronha hält paradiesische Strände und unberührte Natur bereit.

Für Strandurlaub ist dies neben der Ilha Grande der beste Tipp: der Archipel Fernando de Noronha, der etwa 350 Kilometer vor der Küste von Nordostbrasilien liegt. Die gleichnamige Hauptinsel verfügt über einen Flughafen und wird regelmäßig von Recife, Natal und São Paulo angeflogen. Insgesamt umfasst die Inselgruppe 21 Eilande, weite Teile davon sind ein ausgewiesenes Biodiversitäts-Schutzgebiet. Um die Ursprünglichkeit der Landschaft zu bewahren, wird der Tourismus hier reguliert. Dazu gehört unter anderem eine Umweltschutzgebühr, die von jedem Reisenden pro Tag bezahlt werden muss.

Wer vor Ort ist, merkt schnell: Die Mühen, diesen Archipel zu bewahren, lohnen. Die Badebucht namens Baía do Sancho ist ein exzellentes Beispiel hierfür: Der goldgelbe, feine Sand steht in direktem Kontrast zum tiefblauen Wasser und der sattgrünen Natur, die ihn einrahmt. Nicht umsonst gilt er als einer der schönsten Strände weltweit. Achtung: Man gelangt nur über steile Treppenstufen durch eine Felsspalte hindurch zu diesem Flecken Erde. Neben der Baía do Sancho sind die Strände Praia do Leão, Baía dos Porcos und Cacimba do Padre sehr empfehlenswert, der letztere unter anderem zum Surfen. 

Die Inselgruppe Fernando de Noronha ist einer der besten Orte Brasiliens, um zu schnorcheln und zu tauchen – schließlich wird die Natur hier weitestmöglich sich selbst überlassen. Die Inseln sind außerdem für ihre große Population an Spinnerdelfinen bekannt, mit Glück sieht man den ein oder anderen. Auch auf diesen Eilanden lässt es sich hervorragend wandern, häufig mit spektakulären Ausblicken auf die Klippen. An Unterkünften finden sich auf Fernando do Noronha eher Pousadas, brasilianische Gasthöfe mit wenigen Zimmern.

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Pantanal

Das Feuchtgebiet Pantanal wirkt surreal schön – und bietet hervorragende Safari-Voraussetzungen.

Wer nach dem ultimativen Safari-Erlebnis sucht, ist im Pantanal im Amazonas-Gebiet goldrichtig. Die Region umfasst das größte Feuchtgebiet und die größten überschwemmten Graslandschaften der Welt und gilt als der beste Ort in ganz Brasilien, um Tiere zu beobachten – insbesondere Jaguare. Die Population ist hier noch beachtlich, vor allem in bestimmten Regionen wie Porto Jofre. Verschiedene Anbieter nehmen Gäste mit auf Safari-Touren, zu diesem Zweck haben sich auch zahlreiche Lodges im Pantanal angesiedelt. Neben Jaguaren gibt es große Vorkommen an Capybaras, Kaimanen, Ameisenbären, Hirschen, Schlangen und Vögeln. Rund 400 Vogelarten und mehr als 200 Säugetierarten leben im Pantanal, diesem Komplex aus Savannen, überschwemmten Wasserflächen, Wäldern, Seen und Lagunen.

In der Trockenzeit von April bis Oktober ist das Pantanal gut befahrbar und die Wildtiere sammeln sich an den Wasserstellen. Während der Regenzeit können Wege unpassierbar werden. Allerdings erstrahlt die ganze Region dann in sattem Grün, was ein spektakuläres Fotomotiv abgibt. Neben Safaris mit Jeeps werden auch Bootstouren, Reit-Ausflüge und Vogelbeobachtungen angeboten. Auch Nacht-Safaris sind sehr beliebt, dann kommen andere Tiere aus ihren Verstecken und das Pantanal bietet eine mystische Atmosphäre. 

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Nationalpark Lençóis Maranhenses

Der Nationalpark Lençóis Maranhenses verspricht surreale Aussichten.

Dieser Ort sieht aus wie ein anderer Planet: Im Nationalpark Lençóis Maranhenses finden Reisende einen Mix aus elfenbeinfarbenen Wanderdünen und – zumindest in der Regenzeit – azurblauen bis smaragdgrünen Lagunen, die sich durch eben diese Dünen hindurchschlängeln. Die Kulisse sieht surreal aus, dabei gibt es für diesen Ort eine ganz einfache Erklärung. Die Lagunen entstehen durch das Regenwasser und sind dementsprechend nur in bestimmten Monaten des Jahres (etwa von Januar bis Mai) gefüllt. Die Dünen sind durch äolische Erosion, also den Wind, der vom Atlantik herüberweht, entstanden. Mittlerweile sind sie bis zu 40 Meter hoch.

Üblicherweise besucht man den Nationalpark Lençóis Maranhenses gemeinsam mit einem Guide; für die Fortbewegung über die weißen Dünen wird ein 4x4-Antrieb benötigt. Übrigens: Das Baden in den Lagunen ist erlaubt und eine beliebte Aktivität, um sich abzukühlen. Besonders schön ist der Anblick der Landschaft, wenn die Sonne hinter den Hügeln aus Sand untergeht und Farbtöne wie Rosa und Orange einmischt. 

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São Paulo

São Paulo ist ein Schmelztiegel der Kulturen und verbindet zahlreiche Einflüsse zu einer besonderen Food- und Kunstszene.

Die größte Stadt des Landes bietet vielleicht nicht so viel Postkarten-Idylle wie Rio de Janeiro, aber dafür so einiges anderes: ein pulsierendes Nachtleben (okay, das hat Rio auch), eine hervorragende Kunstszene und ganz viel kulinarische Erlebnisse etwa. São Paulo besticht mit einem urbanen, kosmopolitischen Flair, die Metropole wird stark geprägt von Einwanderern aus Portugal, Japan, Italien und vielen weiteren Ländern, von denen viele kulinarische Einflüsse mitgebracht haben. Ein Highlight ist etwa das japanische Quartier Liberdade mit authentischen Restaurants, Cafés und Supermärkten. 

Auch sonst hat sich in São Paulo eine große Foodie-Szene mit modernsten Konzepten etabliert. Gleiches gilt für die Kunst. Wer in Rio de Janeiro schon überfordert ist, sollte sich für São Paulo zunächst einen Plan zurechtlegen. Die Pinacoteca do Estado de São Paulo, das Museu de Arte Moderna de São Paulo oder das Museu do Imagem e do Som mit Fokus auf audiovisuellen Werken sind nur drei Beispiele. Streetart findet sich vor allem im Viertel Beco do Batman. 

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Nationalpark Serra dos Órgãos

Die Felsformationen im Nationalpark Serra dos Órgãos gehören zu den höchsten Punkten von Brasilien.

„Serra dos Órgãos“, das heißt übersetzt so viel wie „Gebirge der Orgelpfeifen“. Der Name kommt nicht von ungefähr: Die Felsnadeln, die hier gen Himmel ragen, sehen Orgelpfeifen teilweise erstaunlich ähnlich. Das Gebirge ist bis zu 2.000 Meter hoch und zählt damit zu den höchsten Punkten von Brasilien. Besonders surreal wirkt die Landschaft, wenn es neblig ist und sich die Bergspitzen in dem Dunst zu verfangen scheinen. Flankiert werden sie von Regenwald. In der Regel kommen Wanderer und Bergsteiger von Mai bis September hierher, doch keine Sorge: Man muss keine Berge besteigen, um sich hier wohlzufühlen. Im Nationalpark Serra dos Órgãos gibt es auch leichte Spazierwege. Eine der schönsten Routen ist jedoch die Petrópolis-Teresópolis-Durchquerung à drei Tagen. Neben den steilen Granitfelsen und dem Regenwald wird der Nationalpark von Wasserfällen und Wiesen geprägt. Wahrzeichen ist die Formation namens Dedo de Deus (deutsch: „Finger Gottes“) mit einer Höhe von 1.692 Metern.

Hinweis: Obwohl die Serra dos Órgãos nur etwas mehr als eine Stunde Autofahrt von Rio de Janeiro entfernt sind, ist das Klima ein anderes. Auf diesen Höhenmetern kann es deutlich kühler werden. Tipp: Buchen Sie eine Tour mit Guide, er kann die besten Routen für Sie planen und kennt die Umgebung.

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