12 beliebte Sehenswürdigkeiten in Rio de Janeiro

Ihr Spitzname als „Cidade Maravilhosa“, die „wunderschöne Stadt“, kommt nicht von ungefähr: Die brasilianische Millionenmetropole Rio de Janeiro verdankt ihren Ruf vor allem der imposanten Lage zwischen Meer, Granitfelsen und Regenwald.
Auch der fröhliche, tolerante und offene Lebensstil der Carioca, der Einwohner Rios, prägt ihren Charme und Charakter. Spürbar wird das vor allem an den Stränden von Ipanema und Copacabana. Neben diesen bunten Bühnen kann die Stadt mit viel Kultur, Geschichte und Architektur überzeugen. Wir zeigen zwölf besondere Sehenswürdigkeiten in Rio de Janeiro.
Zuckerhut

Touristen lieben ihn, die Locals ohnehin: den Felsen, der alles zu überragen vermag. Schon beim Anflug auf Rio de Janeiro eröffnet sich Passagieren ein spektakulärer Blick auf den Zuckerhut an der Guanabara-Bucht. Vorgelagert auf der Halbinsel Urca, gehört der 396 Meter hohe Berg zu den eindrucksvollsten Formationen rund um die Millionenmetropole. Sein Name, auf Portugiesisch übrigens Pão de Açúcar, also „Zuckerbrot“, rührt von der bedeutenden Geschichte des Zuckerrohrs in Brasilien her. Seine Form erinnert an die traditionellen Zuckerrohrblöcke, die im 17. Jahrhundert tonnenweise nach Europa verschifft wurden.
Wer den Gipfel des Zuckerhuts besuchen will, sollte schwindelfrei sein. Seine Spitze erreicht man nach Fahrten mit zwei Seilbahnen. Der erste Abschnitt beginnt an der Talstation Praça General Tibúrci. Von der touristischen Bergstation Morro da Urca geht es schließlich weiter auf die höchste Aussichtsplattform. Tipp: Wer den Zuckerhut in besonderer Atmosphäre erleben will, kann ein Early-Access-Ticket zum Sonnenaufgang buchen.
Christusstatue (Cristo Redentor)

Ebenso ikonisch wie der Zuckerhut thront die Christusstatue über Rio de Janeiro. Zwar ist sie mit nur 30 Metern nicht annähernd so groß wie etwa die New Yorker Freiheitsstatue. Trotzdem erscheint das steinerne Monument, vor allem aufgrund seiner Lage auf dem gut 700 Meter hohen Berg Corcovado, imposant. Sein Ursprung geht auf das frühe 20. Jahrhundert zurück, der Bau wurde anlässlich des 100. Unabhängigkeitsjubiläums Brasiliens in Auftrag gegeben. Trotz Verzögerungen zählt die 1931 fertiggestellte Statue bis heute zu den wichtigsten Wahrzeichen Rios sowie des gesamten Landes. Bis zu zwei Millionen Besucher strömen jährlich auf den Gipfel des Corcovado, an besonders vollen Tagen kommen 4.000 Menschen am Tag.
Traditionell führt die Zahnradbahn Trem do Corcovado Besucher hinauf, alternativ fahren Uber oder Taxis bis zum Besucherzentrum Paineiras. Von hier aus legen offizielle Shuttles die letzten Höhenmeter zurück. Wer die Menschenmassen vermeiden will, kommt frühmorgens ab 8 Uhr oder am Abend mit der letzten Zahnradbahn.
Copacabana

Sie zählt unbestritten zu den berühmtesten Buchten der Welt: die Copacabana und das angrenzende Viertel. Deren internationale Bekanntheit hängt unmittelbar mit Rios Stadtentwicklung zusammen. Einst handelte es sich bei dem südlichen Küstenabschnitt – durch die ikonischen Felsen nur schwer erreichbar – um einen ursprünglichen Fischerort. Den Wandel brachte schließlich der Rebouças-Tunnel, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet wurde, das Zentrum mit dem Süden verband und dessen Urbanisierung rasant vorantrieb. Einen weiteren Meilenstein markiert das glamouröse Hotel Copacabana Palace, das seit 1923 den lokalen Tourismus befeuert.
Auch heute gilt der vier Kilometer lange Strand als Epizentrum Rios. Markant ist das schwarz-weiße Wellenmuster seiner Promenade, ebenso die zahlreichen Cafés und Bars, die sich hier aneinanderreihen. Für viele Einwohner, die Carioca, bildet die Copacabana zudem einen wichtigen Teil ihrer Identität. Das entspannte Lebensgefühl sowie der Spaß an Musik und Bewegung dürften an kaum einem anderen Ort der Stadt so greifbar sein wie hier. Bei aller Leichtigkeit ist immer auch etwas Vorsicht geboten: Touristische Preisfallen und kleinere Diebstähle sind verbreitet.
Ipanema Beach

Auch eine Bucht weiter wurde Geschichte geschrieben. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag Ipanema weitestgehend unberührt vor den Toren der Stadt; mit dem Wachstum der Copacabana geriet auch dieser Ort zunehmend in den Fokus. Bis in die 1960er galten der Strand und seine unmittelbare Umgebung als kreative und gesellschaftliche Enklave. Lässige Mode wie Flipflops und Bikinis, Musik und Kunst, aber auch politischer Widerstand gegen die Militärdiktatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bildeten einen wichtigen Teil der hiesigen Kultur. Heute ist Ipanema vor allem ein Lifestyle-Hotspot mit Geschäften und Restaurants. Der Strand ist bekannt für seine „Postos“, die offiziellen Rettungsschwimmerabschnitte, die unterschiedlichste Besucher anziehen.
Centro de Rio

Kurz und knapp „Centro“ wird das pulsierende Herz der Millionenstadt genannt. In den dicht bebauten Straßen treffen historische Bauten aus der Kolonialzeit auf eine moderne Skyline mit Hochhäusern und breiten Boulevards. Zu den wichtigsten Attraktionen im Zentrum zählt die Metropolitankathedrale, deren pyramidenförmige Betonstruktur an die Tempel der Maya erinnert. Ebenfalls sehenswert: das elegante Theatro Municipal, dessen Gestaltung sich an der Pariser Opéra Garnier orientierte. Seit 1909 finden hier regelmäßig Opern- und Ballettaufführungen statt. Aus dem Jahr 2016 hingegen stammt eine der jüngsten Sehenswürdigkeiten von Rio. Anlässlich der Olympischen Spiele malte der Graffitikünstler Eduardo Kobra ein 170 Meter langes und 15 Meter hohes Mural an den Boulevard Olímpico. Es zeigt fünf Gesichter von indigenen Menschen jedes Kontinents.
Wer sich durch das manchmal etwas unübersichtliche Zentrum Rios bewegen will, nutzt dafür am besten ein Uber, ein Taxi oder die moderne Straßenbahn VLT Carioca. Wer das Viertel großräumiger erkunden möchte, kann auf die Metro ausweichen.
Museu do Amanhã

Ebenfalls im Zentrum finden Besucher einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rio, darunter mehrere Wahrzeichen, Bauwerke und Museen. Zu den wichtigsten Kulturinstitutionen zählt das Museu do Amanhã, das „Museum von Morgen“, das bereits von außen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der futuristisch anmutende Bau unweit des einstigen Hafenviertels Gamboa erinnert an ein Dinosaurierskelett. Wer schon einmal im spanischen Valencia war, dem dürfte die außergewöhnliche Optik bekannt vorkommen: Urheber des Gebäudes ist der Architekt Santiago Calatrava, der für seine oft ganz in Weiß gehaltenen, avantgardistischen Entwürfe bekannt ist. Im Inneren beschäftigt sich das Museum mit den Grundpfeilern der Naturwissenschaften, aber auch mit philosophischen Fragen nach Zukunft, Nachhaltigkeit und Existenz. Übrigens: Als Vorlage diente Calatrava keinesfalls ein Skelett, stattdessen ließ er sich von den Bromelien in Rios Botanischem Garten inspirieren.
Jardim Botânico

Kein Wunder, dass dieser Ort als Inspiration diente: Auf einer Größe von rund 140 Hektar beherbergt der Botanische Garten von Rio mehr als 6.500 Pflanzenarten auf einer weitläufigen Parkfläche, einen Wald sowie eine Bibliothek mit über 30.000 botanischen Werken. 1808 gegründet, diente die Anlage zunächst dazu, wertvolle Tee-, Gewürz- und Heilpflanzen, die bisher aus Indien und Asien bekannt waren, zu kultivieren. Über die Jahre wurde das blühende Werk um bedeutende heimische und teils bedrohte Pflanzen erweitert. Auf dem Gelände liegen mehrere Sehenswürdigkeiten, darunter die Königspalmenallee Aléia Barbosa Rodrigues und der See Lago Frei Leandro. Auch die fünf Gewächshäuser lohnen einen Besuch, hier wachsen unter anderem fleischfressende Pflanzen, Orchideen, Kakteen und Bromelien.
Lagune von Rio

Als größtes städtisches Gewässer formt die Lagoa Rodrigo de Freitas Rios unverwechselbare Topografie. Die Lagune befindet sich südlich des Zentrums zwischen dem Botanischen Garten, Ipanema und dem Viertel Lagoa. Rund um ihr Ufer geben Aussichtspunkte den Blick auf den Corcovado, die Christusstatue und die Gipfel der Morro Dois Irmãos frei. Der acht Kilometer lange, asphaltierte Rundweg wird ausgiebig zum Joggen und Radfahren genutzt, auf der Lagune selbst gehen Wassersportler ihren Hobbys nach. Am schönsten ist das westliche Ufer rund um den Parque dos Patins mit mehreren Kiosken, Piers und Bänken. Auch starten hier regelmäßig Hubschrauber-Rundflüge über Rio.
Santa Teresa und Escadaria Selarón

In exponierter Lage, an einem der steilen Hügel über dem Zentrum, liegt Rios Künstlerviertel Santa Teresa. Nicht nur die bunten Straßen, netten Cafés und alten Villen machen die Gegend zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Reisende. Auch für den Ausblick auf Rio, das einem hier zu Füßen liegt, lohnt der Besuch. Zugang zu Santa Teresa gewährt die historische Straßenbahn „Bonde“, die über das eindrucksvolle Aquädukt Arcos da Lapa rattert und in kurzer Zeit viele Höhenmeter überwindet. Ein weiterer Besuchermagnet: die berühmte Escadaria Selarón. Die mit bunten Fliesen verzierte Treppe stammt vom Künstler Jorge Selarón, verbindet die Stadtteile Santa Teresa und Lapa und dürfte zu den meistfotografierten Treppen der Welt zählen. Tagsüber wird es jedoch oft so voll, dass von ihr nicht mehr viel zu sehen ist. Ein Besuch lohnt sich daher frühmorgens.
Parque das Ruínas

Unweit von Santa Teresa und der Escadaria Selarón erstreckt sich der Parque das Ruínas, der, wie sein Name verrät, eine spannende Architektur aufweist. Herzstück der Anlage bildet eine einst prächtige Villa, deren Grundmauern aus dem 19. Jahrhundert stammen. Nachdem der Rest des Gebäudes über die Jahre zerfallen war, erweckte man es in den 1990er Jahren aus dem Dornröschenschlaf. Ein Architektenpaar ergänzte die Ruinen um eine moderne Konstruktion aus Backstein, Glas und Metall, ohne dabei den verfallenen Charme zu zerstören. Heute dient der Park als Kulturzentrum für Ausstellungen, Aufführungen und Konzerte sowie als beliebter Aussichtspunkt für Touristen.
Sambódromo

Wenn Rio Karneval feiert, gerät die gesamte Stadt in Ekstase. Keimzelle des traditionellen Karnevals ist das Sambódromo, eine tribünenbesetzte Straße mitten im Stadtzentrum. Das Ensemble wurde im Jahr 1984 vom renommierten Architekten Oscar Niemeyer, selbst aus Rio stammend, erbaut und bietet mehr als 88.000 Zuschauern Platz. Alljährlich ziehen die besten Sambaschulen des Landes mit ihren aufwendig gestalteten Wagen, Masken und Kostümen über den Boulevard. Wer nicht während des Karnevals vor Ort ist, kann stattdessen das Samba Museum besuchen oder eine der thematischen Führungen zu den Samba-Schulen und -Schauorten durch Rio unternehmen.
Nationalpark Tijuca

Auf einer beachtlichen Fläche von fast 40 Quadratkilometern holt sich die ursprüngliche Vegetation Rios südliche Stadtgrenze zurück. Einst fiel diese dem großflächigen Kaffeeanbau zum Opfer. Seit dem 19. Jahrhundert besinnt man sich zurück auf das heimische Ökosystem, mit aufwendigen Renaturierungs- und Aufforstungsmaßnahmen versucht man seither, den ursprünglichen Regenwald zu erhalten. Bekanntester Punkt des Nationalparks Tijuca ist der Berg Corcovado mit der Christusstatue. Ferner laden weitläufige Wanderwege, die Wasserfälle Cascitinha Taunay und Aussichtspunkte wie die Vista Chinesa zu Tagesausflügen durch die tropische Welt ein.