Die 11 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in São Paulo

Von Kunstmuseen über Wolkenkratzer bis hin zu pulsierenden Stadtvierteln voller Vielfalt: Das sind die elf wichtigsten Sehenswürdigkeiten in São Paulo.
 
Text Milena Härich
Datum11.02.2026

Sie ist keine typische Postkarten-Stadt wie Rio de Janeiro, sondern etwas rauer, eckiger und kantiger – doch São Paulo versprüht ein ganz besonderes Flair. Die 1,9-Millionen-Einwohner-Metropole vereint aufgrund ihrer langen Einwanderungsgeschichte zahlreiche kulturelle Einflüsse und gilt als kosmopolitisches und kreatives Zentrum von Brasilien. Insbesondere Kunstliebhaber und Feinschmecker kommen hier auf ihre Kosten: etwa im Museo de Arte Moderna do São Paulo, einem der wichtigsten Kunstmuseen des Landes. Oder im Quartier Liberdade, dem japanischen Viertel von São Paulo, das von asiatischen Einwandernden geprägt wurde.

Inmitten des Großstadt-Dschungels voller Wolkenkratzer und beeindruckender Architektur finden sich viele Highlights. Wir stellen elf davon vor. 

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Kathedrale von São Paulo

Die Catedral da Sé ist die wichtigste Kirche von São Paulo.

Inmitten der Altstadt von São Paulo befindet sich die Catedral da Sé auf der Praça da Sé. Im Jahr 1913 begann man mit dem Bau der heute wichtigsten Kirche von São Paulo. Erst 1954 – pünktlich zum 400-jährigen Bestehen der Stadt – wurde sie fertiggestellt und feierlich eingeweiht. Sie vereint verschiedene Architekturstile, überwiegend ist sie von der Neugotik beeinflusst. Die gigantische Kuppel spricht jedoch die Sprache der Renaissance und ist der größte Blickfang des Gebäudes. Vermutlich wurde sie der Kuppel des Domes Santa Maria del Fiore in Florenz nachempfunden, die Ähnlichkeit ist verblüffend. Gemeinsam mit dem restlichen Dach bildet die Kuppel einen mintgrünen Kontrast zu der ansonsten sandfarbenen Kirche. Auffällig sind auch die 92 Meter hohen Zwillingstürme.

Die Kathedrale ist auch im Inneren sehr beeindruckend, hier findet sich eine Mischung aus hohen Gewölben, Buntglasfenstern und Säulen. Außerdem sehenswert: die Krypta unter der Kirche, in der einige der wichtigsten Bischöfe von Brasilien bestattet wurden. 

catedraldasesp.com

2

Parque do Ibirapuera

Nein, das ist nicht der Central Park in New York – sondern das Parque do Ibirapuera in São Paulo.

Diese weitläufige Parkanlage ist das Herz von São Paulo. Auf 158 Hektar Fläche bietet der Stadtpark eine spannende Mischung aus Natur und Kultur. Zum einen gibt es etliche Spazierwege und der See Lago das Garças. Zum anderen beherbergt der Parque do Ibirapuera zahlreiche futuristische Gebäude, die im Kontrast zum satten Grün der Landschaft stehen. Einige davon hat Stararchitekt Oscar Niemeyer entworfen, etwa das Auditório Ibirapuera, ein schneeweißes Betonbauwerk mit klaren geometrischen Formen und einer Flammenskulptur, die über dem Eingang in die Höhe schießt. Dieser Konzertsaal ist eines der wichtigsten Gebäude vor Ort, doch es gibt noch weitere: Die Ausstellungsfläche namens Oca do Ibirapuera wurde ebenfalls von Niemeyer konzipiert und beherbergt wechselnde internationale Schauen. 

Auch das Museu de Arte Moderna (MAM) sowie das Museu Afro Brasil befinden sich in dem beliebten Stadtpark von São Paulo. Zudem wird hier ein großer Teil der hiesigen Biennale ausgetragen. Der Parque do Ibirapuera wurde wie die Catedral da Sé im Jahr 1954 anlässlich der 400-Jahrfeier in São Paulo eröffnet. Neben Niemeyer prägten insbesondere die Architekten Joaquim Cardozo und Carlos Lemos die Gebäude im Park, die Landschaft selbst gestalteten die Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx und Otavio Texeira Mendes.

Übrigens: Der Ibirapuera-Park wird häufig mit dem Central Park in New York verglichen. Wer vor Ort ist und den Lago das Garças sowie die dahinter aufragenden Hochhäuser sieht, versteht, wieso. 

parquedoibirapuera.org

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Beco do Batman

Die Nachbarschaft Beco do Batman ist berühmt für ihre florierende Straßenkunst.

São Paulo ist die wichtigste Kunststadt Brasiliens. Das beweisen zahlreiche Kunstmuseen der Stadt, aber auch das die Nachbarschaft Beco do Batman steht stellvertretend für die künstlerische und kreative Lebensart der Metropole. „Beco do Batman“ heißt übersetzt so viel wie „Gasse des Batman“; der Name rührt von einem der ersten Graffiti-Werke, das hier an einer Hauswand auftauchte. In den 1980er Jahren wurde eine Fassade mit dem Motiv des Superhelden bemalt, danach kamen immer weitere Kunstwerke hinzu – und verwandelten die Straße in ein Freiluftmuseum. 

Heute gilt nicht nur eine einzelne Straße, sondern die gesamte Gegend rund um die Rua Gonçalo Afonso und die Rua Medeiros de Albuquerque als Streetart-Zentrum von São Paulo. Das Batman-Gemälde ist nicht mehr da, die Häuserwände wandeln sich stetig und bilden immer wieder neue Kunstwerke ab. Sowohl bekannte Künstler als auch aufstrebende Streetart-Talente verewigen sich in dieser Gegend im alternativen Viertel Vila Madalena. Häufig enthält die Street Art auch politische und gesellschaftskritische Botschaften. Rundherum befinden sich zahlreiche Bars, Cafés und kleinere Galerien sowie Ateliers – beispielsweise die Galeria 18

4

Mosteiro de São Bento

Insbesondere von innen ist das Mosteiro de São Bento in São Paulo einen Besuch wert.

Nach der Catedral da Sé ist das Mosteiro de São Bento die zweitwichtigste religiöse Sehenswürdigkeit in São Paulo. Von der Kathedrale aus nur einen kurzen Fußmarsch entfernt, sieht das Benediktinerkloster von außen unscheinbar aus. Im Inneren entfaltet sich die volle Wirkung, das Kloster enthält zahlreiche Wandmalereien und ist mit detailreicher Dekoration ausgestattet. Vieles davon ist auf den Mönch D. Adelbert Gresnigt zurückzuführen, der sich im frühen 20. Jahrhundert – zu diesem Zeitpunkt fanden umfassende Restaurierungsarbeiten am Kloster statt – in der Stadt aufhielt. Gemeinsam mit den Mönchen und Künstlern Clemente Frischauf und Lucas Reicht zeichnete er für viele der Wandmalereien im Inneren des Stiftes verantwortlich. 

Ein Highlight ist auch die Uhr mit Glockenspiel, das zu jeder vollen Stunde ertönt. Sie wurde 1921 hier installiert und galt lange als die genaueste Uhr von São Paulo – bis die Quarzuhr erfunden wurde. Gäste können auch den Gottesdiensten beiwohnen, die regelmäßig im Mosteiro de São Bento stattfinden. Vor allem am Morgen ist der Besuch empfehlenswert, denn dann erklingen die gregorianischen Gesänge der Mönche im Kirchenschiff. 

mosteirodesaobentosp.com.br

5

Edifício Altino Arantes

Das Bankhochhaus Edifício Altino Arantes galt als das höchste Gebäude der Stadt – bis der Wolkenkratzer Mirante do Vale gebaut wurde.

Auch hier sieht São Paulo New York City erstaunlich ähnlich – und das kommt nicht von ungefähr. Das Gebäude namens Edifício Altino Arantes wurde zwischen 1939-1947 von Architekt Plínio Botelho do Amaral nach dem Vorbild des Empire State Buildings erbaut. Mit seinen 161 Metern Höhe ragt der Art-Déco-Wolkenkratzer über der historischen Altstadt in die Höhe. Einst wurde das Hochhaus auch Banespa-Gebäude genannt, denn die ehemalige gleichnamige Staatsbank war hier untergebracht – bis sie im Jahr 2000 an Santander verkauft wurde. Heute dient der Edifício Altino Arantes noch immer als Bürogebäude für Bankangestellte, hinzu kommen ein Museum der Bank sowie eine Aussichtsplattform. Vom Plateau aus sehen Besucher bei guten Witterungsbedingungen rund 40 Kilometer in die Ferne.

Doch auch die Eingangshalle des Altino-Arantes-Gebäudes ist sehenswert. Sie misst ganze 379 Quadratmeter und ist prächtig ausgestattet, unter anderem mit einem kristallenen Kronleuchter sowie einem Boden aus Granit und vielen kleinen Fliesen, deren Verzierungen die brasilianische Landschaft abbilden. 

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Mercado Municipal de São Paulo

Typisch brasilianische, aber auch internationale Produkte gibt es in der Markthalle namens Mercado Municipal de São Paulo.

Kein São Paulo-Besuch ohne ausgiebiges Schlemmen, schließlich ist die Stadt die Foodie-Metropole Nummer Eins in Brasilien. Für ein ausführliches Verkosten eignet sich die bekannteste Markthalle der Stadt. Der Mercado Municipal de São Paulo wurde 1926 von Francisco Ramos de Azevedo entworfen, sieben Jahre später öffnete das neue kulinarische Wahrzeichen der Stadt seine Tore für Besucher. Die Markthalle im eklektizistischen Stil besticht mit hohen Decken und mit 72 verschiedenen Buntglasfenstern von Künstler Conrado Sorgenicht Filho, der auch die Catedral da Sé mitgestaltet hat. 

Der Mercado Municipal ist insbesondere für seine große Auswahl an tropischen Früchten bekannt. Außerdem beliebt, vor allem bei den Locals: das Mortadella-Sandwich. Auch Pastel de Bacalhau, frittierte Teigtaschen mit Kabeljau, gehören zu den klassischen Speisen der Stadt und werden in der Markthalle verkauft. Insgesamt ist die Markthalle inzwischen recht touristisch, aber dennoch eine absolute Empfehlung, um typisch brasilianische Produkte und Speisen zu probieren.

instagram.com/mercadaospoficial

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Pinacoteca do Estado do São Paulo

Eines der wichtigsten Kunstmuseen des Landes: die Pinacoteca do Estado do São Paulo.

Die Pinacoteca do Estado do São Paulo sollte ebenfalls auf der Bucketlist stehen – zumindest dann, wenn man sich für zeitgenössische Malerei und skulpturale Kunst interessieren. Die Pinakothek wurde bereits 1905 gegründet, ursprünglich als Sitz des „Liceu de Artes e Oficios“, einer Schule für Kunst und Gewerbe. Im Jahr 1911 wurde das Gebäude in ein Museum umgewandelt – damit ist es eines der ältesten Kunstmuseen des Landes. Der Fokus liegt auf brasilianischer Kunst, vor allem vom 19. Jahrhundert bis heute. Vertreten sind etwa Almeida Júnior und Anita Malfatti. Neben Gemälden und Skulpturen zeigt die Pinacoteca auch Grafiken, Zeichnungen, Fotografien, Installationen und Videos.

Tatsächlich ist schon das Gebäude an sich ein Kunstwerk: Die Pinacoteca do Estado do São Paulo ist in einem historischen Backsteingebäude im neoklassizistischen Stil untergebracht, das ursprünglich von Ramos de Azevedo entworfen, aber in den 1990er Jahren umfassend renoviert wurde. Die Architekten Paulo Mendes da Rocha, Eduardo Colonelli und Weliton Ricoy Torres ergänzten moderne Elemente wie Glasdächer und Stahl-Ensembles. Besucher können durch die lichtdurchfluteten Innenhöfe gehen, Brücken verbinden die verschiedenen Gebäudeteile.

pinacoteca.org.br

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Museo de Arte Moderna do São Paulo

Das Haupthaus des MAM ist derzeit noch wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, die Ausstellungen verteilen sich nun über verschiedene Räumlichkeiten.

Mindestens genauso bedeutend für die Kunstszene in São Paulo ist das Museo de Arte Moderna do São Paulo, kurz: MAM. Es liegt im Parque do Ibirapuera und wurde anlässlich der vielfach erwarteten Biennale von São Paulo 1951 gegründet. Die federführenden Architekten waren Oscar Niemeyer und Helio Uchôa, dabei ließen sie sich vom Museum of Modern Art in New York City (MoMA) inspirieren. Zu dem Museum gehört ein Skulpturengarten, der von Roberto Burle Marx konzipiert wurde. Außerdem beherbergt es ein Kino und eine Bibliothek.

Der Schwerpunkt des Museo de Arte Moderna do São Paulo liegt auf der brasilianischen Moderne. Die Sammlung umfasst insgesamt 5.000 Werke, etwa von Tarsila do Amaral, Amilcar de Castro, Beatriz Milhazes und Anita Malfatti. Aber auch international gefeierte Künstler wie Joan Miró, Marc Chagall und Pablo Picasso sind vertreten. 

Hinweis: Derzeit ist das Haus im Ibirapuera-Park aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Das Programm läuft dennoch weiter, an verschiedenen Orten innerhalb der Stadt. Mehr Infos finden Sie hier.

mam.org.br

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Museu da Imigração do Estado de São Paulo

Das Museu da Imigração do Estado de São Paulo erzählt auf eindrucksvolle Art von der Einwanderung nach Brasilien.

São Paulo ist eine Einwanderungsstadt, die ihre kulturelle Vielfalt feiert und die ohne Immigration nicht die Metropole wäre, die sie heute ist. Insbesondere ab dem 19. Jahrhundert kamen Millionen Menschen nach Brasilien, vorwiegend nach São Paulo – aus Deutschland, Japan, Spanien, Portugal, Italien und vielen weiteren Ländern. Das Einwanderungsmuseum erzählt ihre Geschichten und setzt sie in den Kontext der heutigen Zeit. Dabei geht es auch um Vertreibungen und Fluchtursachen. Untergebracht ist das Museu da Imigração do Estado de São Paulo in einer ehemaligen Unterkunft für Geflüchtete. Anhand von Originaldokumenten wie Briefen und Fotos und mittels einer multimedialen Herangehensweise vermittelt das Ausstellungshaus die immense Bedeutung der Einwanderung für Brasilien.

Das Museum ist weniger bekannt und daher auch weniger voll als die Kunstmuseen in São Paulo. Es liegt auch nicht ganz so zentral, sondern etwas abseits der klassischen Touristenorte.

museudaimigracao.org.br

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Das Viertel Liberdade

Das Viertel Liberdade sprudelt nur so vor Leben und Geselligkeit.

Eng mit der Einwanderungsgeschichte São Paulos verknüpft ist das Viertel Liberdade, das größte japanische Quartier außerhalb von Japan. Im 20. Jahrhundert durch japanische Einwandernde gegründet, ist es heute auch eine beliebte Wohnadresse für viele chinesisch- und koreanischstämmige Menschen. Es finden mehrmals im Jahr große Feierlichkeiten statt, die von der Community ausgerichtet werden, etwa das Japanische Neujahrsfest oder das Tanabata-Fest am 7. Juli, auch „Sternenfest“ genannt. Jedes Wochenende wird darüber hinaus der Markt namens Feira da Liberdade ausgerichtet, mit Fokus auf Street Food, Kunsthandwerk und Souvenirs. Auf der Praça da Liberdade reihen sich dann zahlreiche Verkaufsstände aneinander – und das schon seit 1975.

Auch Touristen besuchen das Viertel südlich des Stadtzentrums gerne, schließlich ist die Auswahl an Matcha-Läden und Sushi-Restaurants hier vorzüglich, die Qualität von Ramen, Mochi und Tako-yaki so gut wie an keinem anderen Ort der Stadt. Ergänzt werden die vielen Cafés und Restaurants – wie Izakaya Issa, Lamen Kazu und Kazu Cake – durch asiatische Supermärkte und Feinkostläden. Auch Buchhandlungen mit japanischem Schwerpunkt finden sich im Viertel.

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Avenida Paulista

Die wichtigste und bekannteste Straße von São Paulo ist die Avenida Paulista.

Auf mehr als drei Kilometern Länge zieht sich die wichtigste Straße São Paulos durchs Zentrum. Die Avenida Paulista gibt es bereits seit 1891, von den damaligen Prachtvillen sind aber nur wenige erhalten geblieben. Heute säumen viele Wolkenkratzer samt Büros und Geschäften die Straße und machen sie zum kulturellen und politischen Zentrum der Stadt. Beispielsweise sind das Museu de Arte de São Paulo (MASP), das Japan House und die Bibliothek SESC Paulista hier angesiedelt. 

Tipp: Letztere verfügt über eine Dachterrasse, die einen der schönsten Ausblicke über São Paulos bei Sonnenuntergang gewährt. Jeden Sonntag wird die Avenida Paulista zur Fußgängerzone erklärt, dann finden hier regelmäßig Demonstrationen oder Feste statt.

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