Die 7 schönsten Strände an Polens Ostsee

Wer an einen Strandurlaub denkt, den zieht es oft in die Ferne, dabei liegt das Gute manchmal ganz nah: Die polnische Ostseeküste überzeugt mit einer Mischung aus Seebadarchitektur, Wellnesshotels und wilden Dünenlandschaften. Von den historischen Hafenanlagen in Swinemünde bis hin zum karibisch anmutenden Strand von Ustka lockt jeder Urlaubsort mit eigenem Charakter.
Im Folgenden stellen wir sieben der schönsten Ostseestrände Polens vor – mit passenden Tipps für Familien, Wellness-Fans und Aktivurlauber.
Świnoujście (Swinemünde)

Świnoujście, oder auch Swinemünde, liegt auf der Ostseeinsel Usedom und ist vielen deutschen Urlaubern ein Begriff. Einige zieht es vornehmlich zum Einkaufen über die Grenze, doch auch der feinsandige Strand und die kilometerlange Promenade sind einen Ausflug wert. Hinzu kommen historische Wahrzeichen wie die Mühlenbake, ein Leuchtturm in Form einer Windmühle, oder das Fort Gerharda, Überbleibsel einer einstigen Stadtbefestigungsanlage. Heute können die Ruinen, Bunker und unterirdischen Gänge als lebendiges Museum frei erkundet werden. Geöffnet ist das Fort zwischen April und September.
Sehenswert sind auch der Hafen, die Lutherkirche und der Kurpark. Tipp: Das Stadtgebiet von Świnoujście erstreckt sich über mehrere Inseln, die Shuttle-Fähren können kostenlos genutzt werden.
Rewal (Rewahl)

An einem Kliff gelegen, zählt die Küste von Rewal zu den schönsten Stränden Polens. Kilometerlange Sandabschnitte, Kiefernwälder und Steilküsten wechseln sich ab und bilden die ideale Kulisse für einen Ostseeurlaub. Zwar kann es unweit des Ortskerns voll werden, doch an den Ausläufern westlich und östlich findet jeder Feriengast seinen Platz. Den breiten Strand erreichen Urlauber über eindrucksvolle Treppensteige, die vom Zentrum ans Wasser führen und weite Panoramen über das Meer freigeben. An die lange Tradition als Seebad erinnert die historische Schmalspurbahn, die Passagiere durch das idyllische Hinterland befördert.
Tipp: Unternehmen Sie einen Ausflug an den nahen Strand Plaża Trzęsacz. Hier liegt die Kirchenruine von Hoff, die wirkt, als sei sie einem romantischen Gemälde von Caspar David Friedrich entsprungen.
Kołobrzeg (Kolberg)

Für seine Heilwirkung ist das polnische Ostseebad Kołobrzeg bekannt. Natürliche Solequellen und ein weitläufiges Moor befinden sich in direkter Umgebung. Zusammen mit der salzreichen Seeluft bildet die hiesige Landschaft die Grundlage für medizinische Kuren und wohltuende Wellnessurlaube. Viele Anwendungen in Resorts und Kliniken beinhalten natürliche Heilmittel, die aus der Umgebung gewonnen werden.
Ebenso gesundheitsfördernd: In Kołobrzeg lädt die längste Promenade Polens – sie misst gut drei Kilometer – samt Seebrücke zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Auch kulturell gibt es etwas zu entdecken: die gotische Kathedrale, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, das historische Stadtmuseum, das in einem pinken Haus untergebracht ist, das neugotische Rathaus oder den Hafen mit seiner Festungsanlage. Für Familien mit Kindern öffnen während der Saison gleich mehrere Freizeitparks, Spielplätze und Attraktionen.
Ustronie Morskie (Henkenhagen)

Nahe der Stadt Koszalin versprüht der Ferienort Ustronie Morskie unaufgeregte Urlaubsatmosphäre. Nur knapp 2.000 Menschen leben in der Gemeinde, die im Sommer um ein Vielfaches anwächst. Obwohl Hotels und Unterkünfte zu dieser Zeit gut ausgelastet sind, verteilen sich Besucher auf dem mehrere Kilometer langen Strandabschnitt. Etwas voller wird es dann im Café Molo Busola, das auf Stelzen über der Ostsee ragt und zum Ausblick süße Tortenkreationen serviert.
Ausreichend Platz für Familien mit Kindern findet sich am westlichen Ende von Ustronie Morskie, hier gibt es einige größere Ferienparks und Campingplätze. Wer es ruhiger mag, sucht sich eine Unterkunft am östlichen Ufer, an dem in den vergangenen Jahren einige moderne Resorts entstanden sind. Unter anderem zählen das Baltic Jet Luxury Aparthotel und das Umili Ustronie Park Beach Resort zu den besten Unterkünften der Ostseeküste.
Ustka (Stolpmünde)

Feiner Sand, eine lange Promenade und Kurbadarchitektur vereinen sich in Ustka zu einem der schönsten Ostseestrände in ganz Polen. Vor allem der Weststrand, der an manchen Tagen fast karibisch anmutet, lockt bei Temperaturen jenseits der 20 Grad viele Badegäste. Mehrere Boutique- und Wellnesshotels liegen unweit der Küste. Auch abseits des Strandes gibt es einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken, etwa die backsteinerne Pfarrkirche Kościół Najświętszego Zbawiciela mit einer eindrucksvollen Orgel, den historischen Leuchtturm samt Aussichtsplattform von 1871 oder die bronzene Meerjungfrau, die der von Kopenhagen um nichts nachsteht. Die Nixe ist übrigens nicht nur dekorativ, sondern ziert auch seit mehr als 100 Jahren das Stadtwappen von Ustka. Sie symbolisiert die drei wirtschaftlichen Standbeine des Ortes: maritimer Handel, Tourismus und Fischerei.
Ein weiteres interessantes Ausflugsziel sind die westlichen Wald- und Moorgebiete, die eindrucksvolle Bunkeranlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs beherbergen. In dieser Zeit war Ustka einer der größten Abfahrtshäfen für Kriegsgeflüchtete. Mehr als 30.000 Menschen wurden von hier aus in westliche Gebiete gebracht.
Łeba (Leba) und Wydma Łącka (Lontzkedüne)

Zwischen dem Slowinski-Nationalpark und der Ostseeküste empfängt der Ferienort Łeba in langer Tradition Urlaubsgäste. Vor allem Familien mit Kindern schätzen das Städtchen, gleich mehrere Themenparks und Freizeitangebote sorgen in den Sommermonaten für ordentlich Rummel.
Doch auch bei Naturfans ist Łeba ein beliebtes Reiseziel: Umschlossen von den Strandseen Łebskò und Sarbsko öffnet sich der Blick immer wieder aufs Wasser. Ein weiteres Highlight: Wydma Łącka, eine der größten Wanderdünen Europas. Die Lontzkedüne schmiegt sich unmittelbar ans Meer und kann – je nach Jahreszeit – bis zu 40 Meter in die Höhe ragen. Dünengras und tote Küstenbäume verleihen diesem Ort einen ganz besonderen Zauber. Der Zutritt zum Nationalpark kostet ein geringes Eintrittsgeld, dafür werden Besucher mit spektakulären Aussichten belohnt. Und: Am befestigten Ufer lässt es sich erstaunlich gut Fahrrad fahren. Mit Leihrädern kann man die naturgewaltige Gegend also bestens erkunden.
Hel (Hela)

Nördlich von Danzig ragt die eindrucksvolle Halbinsel Hel wie ein langgezogener Finger in die Ostsee. Durch die Nähe zur Stadt, aber auch dank der naturbelassenen Landschaft zählt Hel zu den beliebtesten Urlaubsorten Polens. Einst lagen hier mehrere einzelne Inseln, durch Strömungen und Winde wuchsen sie jedoch zu der 32 Kilometer langen Landzunge zusammen. Die hiesige Vegetation ähnelt dem deutschen Darß, sie setzt sich aus langen Stränden und Kiefernwäldern zusammen. Viele Hotels und Unterkünfte befinden sich auf der Spitze im Hauptort Hel, ebenso in Chałupy oder in Jurata. Wassersportfans – vor allem Kitesurfer – zieht es nach Jastarnia, wo ideale Bedingungen herrschen.
Eine beliebte Tradition ist die Morska Pielgrzymka Rybacka im Sommer, die Wallfahrt der Fischer, die zu Ehren ihres Schutzpatrons Petrus stattfindet. Dann werden die Ortschaften von Hel fein herausgeputzt und sämtliche Fischerboote fahren hübsch dekoriert auf See hinaus.