Die 9 schönsten Städte in Polen

Von Krakau über Warschau bis nach Danzig: Wir haben die neun schönsten Städte in Polen gesammelt – für den nächsten Städtetrip in entspannter Atmosphäre. 
Text Milena Härich
Datum09.01.2026

Wer einen Städtetrip plant, rechnet meist mit viel Trubel: In zahlreichen europäischen Städten ist mittlerweile von Frühling bis Herbst Hochsaison. Cafés, Restaurants und Museen müssen häufig weit im Voraus reserviert, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen minutiös in der Tagesplanung einkalkuliert werden. Ganz anders ist das noch in Polen, zumindest an den meisten Orten. Wenngleich sich die Schönheit von Krakau, Warschau und Co. mittlerweile längst herumgesprochen hat, so sind diese Städte doch noch viel weniger frequentiert als etwa Prag im Nachbarland Tschechien. 

Dabei sind die polnischen Städte mindestens genauso spannend. In ihrer Architektur und Kulturlandschaft spiegelt sich die bewegte Geschichte des Landes wider, das von Teilungen, Kriegen und dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt wurde. Einige Städte, etwa Warschau, wurden sogar weitestgehend originalgetreu rekonstruiert. Heute boomen die polnischen Städte – dank ihrer multikulturellen Identitäten, die nun aufleben dürfen und beeindruckende Start-up-Szenen, alternative Quartiere und eine wichtige Erinnerungskultur hervorbringen.

Wir haben neun besonders schöne polnische Städte gesammelt. 

1

Warszawa (Warschau)

Beinahe zwei Millionen Menschen leben in Warschau, der Hauptstadt von Polen.

Mit einer Fläche von 517,2 Quadratkilometern und 1,86 Millionen Einwohnern ist Warschau die größte Stadt Polens – und zugleich die Kapitale. Warschau wurde im Zweiten Weltkrieg zu rund 85 Prozent zerstört, der Wiederaufbau des historischen Zentrums ist unvergleichlich und ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte. Seit 1980 gehört die Altstadt daher zum UNESCO-Welterbe. Zugleich kombiniert die polnische Hauptstadt auf gekonnte Art und Weise Gegensätze miteinander: Die historische Architektur im Zentrum steht in Kontrast zu futuristischen Wolkenkratzern – Warschau ist die einzige Stadt Polens mit einer richtigen Skyline – und Gebäuden aus der Zeit des Sozialismus. 

Darüber hinaus prägen viele idyllische Grünflächen sowie die Weichsel das Bild von Warschau. Der Łazienki-Park ist einer der schönsten Orte im Grünen. Wer hier flaniert, trifft auch schon auf eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Warschauer Historie: Komponist Frédéric Chopin. Im polnischen Dorf Żelazowa Wola geboren, verbrachte er anschließend rund 20 Jahre seines Lebens in Warschau. Übrig geblieben ist nicht nur sein imposantes Abbild in Form einer Skulptur im Łazienki-Park, sondern auch Chopin-Konzerte in eben diesem Park. Sie finden jedes Jahr von Mai bis September dort statt. Auch der Flughafen der Hauptstadt wurde nach dem Musiker benannt.

Nicht zu vernachlässigen sind die Museen von Warschau. Das Museum der Geschichte der polnischen Juden und das Museum des Warschauer Aufstandes sind zwei der wichtigsten Orte, um der Geschichte von Warschau und der Besetzung Polens durch den deutschen Aggressor im Zweiten Weltkrieg auf den Grund zu gehen.

2

Wrocław (Breslau)

Die Oder fließt als Lebensader von Breslau durch die Stadt.

Im Südwesten von Polen, in der Region Niederschlesien, liegt die 673.000-Einwohner-Stadt Breslau. Die Oder bahnt sich an zahlreichen Orten vorbei ihren Weg durch die Stadt, weshalb Breslau häufig auch als „Venedig von Polen“ bezeichnet wird: Ein Konglomerat aus Kanälen und Wasserarmen prägt das Stadtbild, dazu kommen über 100 Brücken. Insgesamt verteilt sich das Stadtgebiet von Breslau damit auf zwölf Inseln. Die Dominsel etwa stellt mit ihrer Kathedrale und dem Kopfsteinpflaster das historische Breslau dar und gehört zu den wichtigsten Quartieren der Stadt. Dort hat sich eine besondere Tradition etabliert: Jeden Abend, ganz egal, wie die Witterungsbedingungen in Breslau gerade sind, werden hier die Gaslaternen per Hand entzündet. Und zwar vom Laternenanzünder der Stadt, der dann im schwarzen Mantel unterwegs ist.

Auch Breslau wurde durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, nur ein Drittel aller Häuser blieb nach der Belagerung übrig, im Süden und Westen der Stadt wurden 90 Prozent vollkommen zerstört. Doch auch hier wurden weite Teile, insbesondere die malerische Altstadt, wieder aufgebaut. So können Reisende sich auch heute noch den Marktplatz namens Rynek ansehen, der das Zentrum der Stadt markiert und von bunten Prachtvillen eingerahmt wird. Und natürlich das gotische Rathaus, das auf eben diesem Platz thront und eine Galerie des Stadtmuseums beherbergt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Breslau liegen alle nah beieinander, die Stadt eignet sich daher bestens für ein entspanntes langes Wochenende.

Hier erhalten Sie noch mehr Tipps für Breslau.

3

Łódź

Hier zu sehen: der Plac Wolności, der Freiheitsplatz in Łódź.

Łódź strahlt eine ganz andere Atmosphäre aus als Warschau oder Breslau. Die Stadt blickt auf ein reiches Industrieerbe zurück, das zeigt sich noch heute. Im 19. Jahrhundert galt Łódź, das im Zentrum von Polen liegt, als eine der wichtigsten Textilstädte in ganz Europa – und wurde daher auch oft als „polnisches Manchester“ beschrieben. Dieser Boom geschah sehr plötzlich, die Stadt wuchs rasant und häufte immer mehr Fabriken und Manufakturen an. Auch heute noch zeugen alte Fabrikgebäude und verlassene Speicherhallen davon. Doch vieles wird auch umgemünzt und in anderer Funktion weitergenutzt: beispielsweise Manufaktura. So nennt sich ein umgebauter Industriekomplex mit Restaurants, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten. Apropos einkaufen: Das geht auch bestens in der vier Kilometer langen Piotrkowska-Straße, die von zahlreichen Boutiquen gesäumt wird.

Łódź ist aber nicht nur bekannt für sein industrielles Erbe – sondern auch als die Nummer-Eins-Filmstadt in Polen, als „Holly-Łódź”. Ein Grund dafür: die 1948 gegründete Filmhochschule, aus der viele namhafte Regisseure hervorgingen. Ein weiterer: Das erste Kino des Landes öffnete seine Türen in Łódź. Diesem Erbe zollt das Museum der Kinematographie Respekt, das im ehemaligen Arbeiterviertel Księży Młyn steht.

4

Kraków (Krakau)

Krakau ist eine der malerischsten Städte in Polen, vor allem der Marktplatz am Abend strahlt ein ganz besonderes Flair aus.

Diese Stadt wirkt an vielen Ecken wie einem Bilderbuch entsprungen: Historische Cafés, verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, Renaissance-Architektur und die Weichsel, die sich durch die Stadt windet, prägen Krakau. Mehr als 800.000 Menschen leben in der Metropole, die jahrhundertelang als politisches und kulturelles Zentrum von Polen galt – und das Land auch heute noch maßgeblich mitgestaltet. Krakau ist mit einer mehr als 1.000-jährigen Geschichte eine der ältesten Städte in Polen. Sie blieb im Zweiten Weltkrieg, anders als Warschau und Breslau, zu großen Teilen erhalten. Die Altstadt wurde 1987 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen. 

Besonders sehenswert ist der Hauptmarkt namens Rynek Główny, einer der größten Marktplätze in ganz Europa. Hier befinden sich die Tuchhallen, eines der Wahrzeichen von Krakau und ein Symbol dafür, dass die Stadt einst ein wichtiges Handelszentrum war. Heute ist in den Tuchhallen eine Galerie polnischer Kunst aus dem 19. Jahrhundert untergebracht, außerdem Cafés und Shops. Besonders eindrucksvoll ist aber die Renaissance-Fassade, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. 

Für Krakau und die Identität der Stadt spielt auch Kazimierz eine entscheidende Rolle. Vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust war dies das jüdische Viertel der Stadt – auch heute wird es noch so genannt, um der Juden und Jüdinnen zu gedenken, die in Krakau lebten und von den Gräueltaten der Nationalsozialisten betroffen waren. Mittlerweile ist Kazimierz wieder eines der lebendigsten Viertel von Krakau, mit vielen Kulturveranstaltungen, Vintage-Läden und Bars. Mehrere Synagogen versinnbildlichen, welche Bedeutung dieser Ort einst für die jüdische Bevölkerung hatte. 

Übrigens: Unweit von Krakau liegen das Museum und die bedeutende Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

5

Lublin

Rund 340.000 Einwohner zählt Lublin – trotzdem gehört die Stadt noch zu den unbekannteren in Polen und ist schön entschleunigt.

Noch eine Spur weniger touristisch als Breslau, Krakau und Co. ist Lublin im Südosten von Polen. Die Stadt hat sich ihre Authentizität bewahrt, sie gilt als kreativ, cool und weniger gentrifiziert als so manch andere Großstadt. Der historische Kern von Lublin gehört zu den schönsten Altstädten im Land. Sehr sehenswert ist beispielsweise das Schloss, größtenteils im neugotischen Stil erbaut. Seine eierschalenfarbene Fassade thront über der Stadt, im Innenhof wartet eine weitere Sehenswürdigkeit: die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie ist bekannt für ihre byzantinisch-ruthenischen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Auch das sogenannte Krakauer Tor (Brama Krakowska) ist einen Besuch wert und gilt als Wahrzeichen der Stadt. 

Auch in Lubin erinnern verschiedene Synagogen und Museen an die einst sehr große jüdische Gemeinde. Die Gedenkstätte Majdanek, ein ehemaliges Konzentrationslager, liegt vor den Toren der Stadt.

6

Szczecin (Stettin)

Stettin verbindet Prunkarchitektur mit einer maritimen Lebensart.

In der Nähe der deutschen Grenze und nicht weit von der Ostsee entfernt befindet sich Stettin, eine Stadt mit rund 400.000 Einwohnern. Wenngleich Stettin nicht direkt an der Küste liegt, so ist die maritime Lebensart hier beinahe überall spürbar. Die Oder fließt als Lebensader durch die Stadt und breitet ihre Flussarme aus, zahlreiche Kanäle und Hafenanlagen sorgen dafür, dass das Element Wasser allgegenwärtig ist. Stettin war einst die Hauptstadt des Herzogtums Pommern, wovon heute etwa das Schloss der ehemaligen Herzöge zeugt. Es wurde, wie weite Teile der Stadt, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt; in den 1950er Jahren hat man es im Renaissance-Stil wieder aufgebaut. Heute finden im Schloss von Stettin regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. 

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die Hakenterrasse, Wały Chrobrego, am Ufer der Oder. Das 500 Meter lange Monument wurde zwischen 1900 und 1914 erbaut und gibt einen hervorragenden Blick auf den Fluss frei. Und dann wäre da noch das moderne Philharmonie-Gebäude aus Glas, das in direktem Kontrast zu den historischen Bauten Stettins steht. Sie sehen: Die Stadt kombiniert die unterschiedlichsten Epochen und Einflüsse. Und wer mal rausmuss aus der Stadt, hat es beispielsweise nicht weit zum Ostseebad Swinemünde.

7

Bydgoszcz

Hier zu sehen: die Kathedrale St. Martin und Niklas in Bydgoszcz.

Die perfekte Stadt für einen Wochenendtrip – kompakt und übersichtlich, aber trotzdem überaus pittoresk: Bydgoszcz. Sie liegt an den beiden Flüssen Brda und Weichsel, die ein weitläufiges Netz von Kanälen durch die Stadt spannen. Aufgrund der vielen Wasserwege, die aus der Stadt hinaus- und in sie hineinführen, entwickelte sich Bydgoszcz schon früh zu einer renommierten Handels- und Industriestadt von Polen. Vor allem der Getreidehandel war ein wichtiger Geschäftszweig für die Stadt, einige historische Kornspeicher sind bis heute erhalten geblieben und bilden eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt. Gleiches gilt für die ehemaligen Getreidemühlen, die noch auf der Mühlinsel (Wyspa Młyńska) anzufinden sind – einem malerischen Quartier von Bydgoszcz, das ansonsten durch Cafés und Museen belebt wird.

Bydgoszcz ist die polnische Stadt der Musik: Bereits im 17. Jahrhundert war das dortige Jesuitenkollegium bekannt für opulente Chorauftritte. Auch später bildeten sich über die ganze Stadt verteilt viele Bands und Chöre, und das 1965 eröffnete Opernhaus Nova gilt als kulturelles Aushängeschild der Stadt.

8

Gdańsk (Danzig)

Ein Highlight in Danzig: der Lange Markt mit dem Neptunbrunnen.

Eine einstige Hansestadt mit Ostseezugang: Danzig strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus. Nachdem auch der historische Kern dieser Stadt im Zweiten Weltkrieg beinahe vollständig ausgelöscht wurde, rekonstruierte man ihn mit größter Sorgfalt – heute ist die Altstadt wieder eine der schönsten in ganz Polen. Die Langgasse und der Lange Markt (Długi Targ) bilden das Herz von Danzig und werden von hübschen Häusern mit historischen Fassaden eingerahmt. Auf dem Marktplatz sticht darüber hinaus der Neptunbrunnen direkt ins Auge, er steht symbolisch für die maritime Macht, die Danzig lange Zeit besaß. Durch die Lage direkt an der Ostsee war sie lange ein wichtiges Zentrum des Handels. 

Ebenfalls sehr sehenswert: die St. Marienkirche, eine gotische Backsteinkirche, deren Aussichtsturm ein beeindruckendes Panorama über Danzig gewährt. Sie wird häufig aufgrund ihrer Architektur und ihrer Höhe – von überall hat man einen guten Blick auf die Basilika – auch die „Krone von Danzig“ genannt. Danzig ist nicht nur ehemalige Hansestadt, sondern auch die polnische Metropole des Bernsteins. Das Bernsteinmuseum Danzig, aber auch verschiedene Werkstätten und Boutiquen laden dazu ein, mehr über den Schmuckstein zu erfahren.

Die wechselvolle Geschichte der Stadt prägt die Architektur und Kultur bis heute, immerhin war Danzig schon preußisch, deutsch, eine freie Stadt und natürlich polnisch. Der deutsche Angriff auf die Westerplatte – eine Halbinsel, die zu Danzig gehört – im Jahr 1939 gilt allgemein als der offizielle Beginn des Zweiten Weltkriegs. Später, in den 1980er Jahren, begann sich in Danzig außerdem die Solidarność-Gewerkschaft um Lech Wałęsa zu formieren, die maßgeblich zum Ende des Kommunismus in Osteuropa beitrug. Das Europäische Solidarność-Zentrum informiert über die damalige Zeit und ihre Ver- und Entwicklungen.

9

Poznań (Posen)

Bunte Häuserfassaden am Altstädter Ring in Posen

Die Geschichte dieser Stadt reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück, Posen ist eine der ältesten befestigten Städte Polens. Noch bevor Krakau zum politischen und kulturellen Zentrum Polens heranwuchs, war Posen die Stadt der Stunde und eines der frühen Machtzentren der Piasten, der einstigen Herrscherdynastie des Landes. In der erzbischöflichen St.-Peter-und-Paul-Kathedrale im historischen Stadtkern, auf der sogenannten Dominsel, liegen einige der alten polnischen Herrscher begraben. Neben der Kathedrale ist insbesondere der Alte Markt in Posen sehenswert, ihn säumen zahlreiche pastellfarbene Häuser, die ein beliebtes Fotomotiv abgeben. Auf dem Marktplatz thront auch das prächtige Renaissance-Rathaus der Stadt, seine opulente Fassade verdankt es Giovanni Battista di Quadro. 

Posen ist die perfekte Stadt, um die Seele baumeln zu lassen und umherzuschlendern – beinahe jede Ecke ist hübsch anzusehen, aber die großen Must Sees bleiben aus. Will heißen: Hier brauchen Reisende sich nicht zu stressen, von A nach B zu gelangen und alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Posen ist einfach ein sehenswertes Fleckchen Erde mit junger und trendiger Kultur – hier leben viele Studierende. Außerdem zählt die Stadt zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten Polens, hier werden regelmäßig Messen ausgerichtet. 

Unbedingt probieren, falls Sie im November vor Ort sind: das Posener Martinshörnchen, ein Croissant mit Weißmohnfüllung, dessen Rezeptur geschützt ist und das typischerweise am Sankt Martinstag in Posen über die Verkaufstresen der Cafés wandern – ein Grund mehr, herzukommen.