Die 9 schönsten US-Nationalparks

Die 63 offiziellen Nationalparks in den USA gehören zu den eindrucksvollsten Naturräumen der Erde. Zwischen Wüsten, Gletschern, Vulkanen, Urwäldern und Hochgebirgen bilden Landschaften, Klima und Tierwelten riesige Kontraste. Wir zeigen, welche Parks besonders sehenswert sind. 
Text Mila Krull
Datum26.04.2026

Wer durch die USA reist, begegnet einer Natur, die fast sämtliche Vegetationen der Welt abbildet: dampfende Thermalquellen in Yellowstone, die tropischen Feuchtgebiete der Everglades oder arktische Wildnis in Alaska. Nicht nur wegen ihrer spektakulären Ausblicke ziehen die amerikanischen Nationalparks jährlich Millionen Besucher an, auch beeindrucken die Gebiete mit ihrer ökologischen sowie kulturgeschichtlichen Bedeutung. 

Umso wichtiger ist, dass ihr Schutzstatus erhalten bleibt. Nur so können endemische Tiere und Pflanzen fernab von menschlichen Einflüssen das Bestehen ihrer Arten sichern. Ausgebaute Wegenetze, Besuchszentren und regulierte Zugänge sorgen dafür, dass jahrtausendealte Landstriche und Spuren indigener Geschichte erhalten bleiben. 

Wir stellen neun besonders sehenswerte Nationalparks in den USA vor. 

1

Yosemite, Kalifornien

Das Yosemite Valley ist der zentrale Anlaufpunkt für Besucher.

Tief eingeschnittene Täler, steile Felsen und Wasserfälle, alpine Wiesen und uralte Mammutbäume: Der Yosemite-Nationalpark liegt in Kalifornien, gut 270 Kilometer östlich von San Francisco, und zählt aufgrund seiner Lage zu den meistbesuchten Parks des Landes. Erstaunlich: Wer vom südöstlichen Las Vegas aus anreist und zuvor die karge Wüste des Death Valley durchquert hat, mag kaum glauben, dass sich nur eine kurze Autofahrt entfernt ein solch fruchtbares Paradies auftut. Urheber dieser krassen, landschaftlichen Kontraste ist die Bergkette Sierra Nevada und mit ihr die unterschiedlichen Höhenlagen und Klimabedingungen. Das feuchte Pazifikwetter setzt sich im Gebirge ab, das östliche, tiefliegende Death Valley liegt hingegen in dessen Regenschatten und bleibt trocken. 

Einen Hauptteil der Besucher zieht es ins Yosemite Valley am Fuße der berühmten Berge El Capitan und Half Dome. Von hier aus brechen sie zu Wanderungen, Klettertouren und Rundfahrten auf. Die beliebtesten Aussichtspunkte und Fotospots sind Glacier Point, Tunnel View und die Yosemite Falls View, mit Blick auf die beeindruckenden Wasserfälle. Infos über Touren, den Park, Unterkünfte und Pässe erhalten Besucher im Welcome Center in Yosemite Village.

nps.gov/yose

2

Grand Canyon, Arizona

Ob von oben, unten oder mittendrin: der Grand Canyon ist eine Wucht!

Mit mehr als sechs Millionen jährlichen Besuchern belegt dieser Klassiker Platz zwei im landesweiten Vergleich. Fast 5.000 Quadratmeter umfasst die zerklüftete, orange-rötliche Landschaft östlich von Las Vegas. Ihr Hauptdarsteller: der namensgebende Grand Canyon, durch den sich der Colorado River über Jahrmillionen seinen Weg fräste. Der beliebte Nationalpark gilt übrigens nicht nur als UNESCO-Weltnaturerbe, sondern zählt auch zu den großen Naturwundern der Erde. Neben seinen gewaltigen Ausmaßen – an einigen Stellen ist er bis zu 1.800 Meter tief – begeistert der Canyon Menschen aus aller Welt. Die sichtbaren Gesteins- und Sedimentschichten und das wechselnde Licht zu allen Tageszeiten machen die Szenerie zu einem millionenfach abgelichteten Fotomotiv. Zu den beliebtesten Aktivitäten zählen neben Wanderungen Hubschrauberrundflüge und Bootstouren. 

Das größte Besucherzentrum ist das Grand Canyon Visitor Center am South Rim. Hier starten die meisten Touren, auch Fahrräder können geliehen werden. Gäste, die per Zug anreisen, gelangen zunächst zum Verkamp's Visitor Center. Das Yavapai Geology Museum gibt einen grandiosen Ausblick auf den Canyon frei und informiert über die Entstehungsgeschichte der hiesigen Natur. Wer mehr über die anthropologische Geschichte erfahren will, findet in Tusayan einen Trail durch archäologische Stätten sowie einen Markt der Native Americans for Community Action.

nps.gov/grca

3

Everglades, Florida

Viel Platz zum Angeln und Abschalten: die Everglades

Endlose Sümpfe, Prärie, Marschland und reges Leben unter der Oberfläche: Legendär sind die feucht-tropischen Everglades, die sich zwischen Naples, Miami und den Keys über den gesamten Südzipfel von Florida erstrecken. Trotz des Artenreichtums an Pflanzen, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Insekten findet sich der Nationalpark auf der UNESCO-Liste des gefährdeten Welterbes. Übermäßige menschliche Eingriffe – das Süßwasser wird für die Versorgung der umliegenden Städte genutzt –, Umweltverschmutzung und der Klimawandel machen dem einzigartigen Feuchtbiotop zu schaffen. Zu den tierischen Bewohnern des Nationalparks zählen unter anderem Alligatoren, Krokodile, Seekühe, Flamingos und andere Wasservögel. Eine weitere Besonderheit ist der hier lebende Florida-Panther. Sein Vorkommen ist unter anderem aufgrund des angrenzenden Straßenverkehrs stark bedroht. 

Innerhalb des Nationalparks gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, Rundgänge und Wandertrails. Beliebte Ausflugsorte sind das Ernest F. Coe Visitor Center südwestlich von Miami, die Mangrovenwälder von Flamingo und das Shark Valley, in dem es statt Haien vor allem Alligatoren gibt. Die bekannten Airboat-Touren, während derer Besucher mit Luftkissenbooten durch die Sümpfe fahren, starten rund um Everglades City im Nordwesten.

nps.gov/ever

4

Yellowstone, Wyoming

Betörende Farben: die Grand Prismatic Spring im Yellowstone Nationalpark

Als weltweit erster Nationalpark, berühmte Filmkulisse und geologische Wunderwelt hat dieses Areal Legendenstatus erreicht. Yellowstone heißt nicht nur das Schutzgebiet, sondern auch der unter ihm verborgene Vulkan samt gigantischer Magmakammer. Dass die Welt unmittelbar unter der Oberfläche hier hochaktiv ist, können Besucher an zahlreichen Orten des Parks sprichwörtlich mit Ohren, Augen, Haut und Haaren erleben. Zu den geothermalen Besonderheiten zählen Geysire, Schlammtöpfe, heiße Quellen wie die Mammoth Hot Springs und sogenannte Fumarolen, Bodenlöcher, aus denen kochender Dampf aufsteigt. Als bekannteste Naturattraktion gilt die Grand Prismatic Spring, die nicht nur die größte Thermalquelle der USA ist, sondern durch ihre leuchtenden Farben wirkt, als sei sie einem fernen Planeten entsprungen. Bekannt ist Yellowstone auch für seine riesigen Bisonherden, deren Bestand sich durch Schutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren erholen konnte.

Wenngleich der Naturschutz in Yellowstone schon früh eine große Rolle spielte, so blickt der Nationalpark auch auf ein düsteres Kapitel zurück. Damals als störend für den Tourismus empfunden, wurden zahlreiche indigene Menschen, darunter Angehörige der Cheyenne, Absarokee und Sioux, zwangsumgesiedelt. Im Yellowstone Tribal Heritage Center können Besucher heute mehr über ihre Kultur und Geschichte erfahren.

nps.gov/yell

5

Gates of the Arctic, Alaska

Nur erfahrene Outdoor-Reisende sollten sich in den Gates of the Arctic Nationalpark begeben.

Kaum greifbar ist die Vielfalt der US-amerikanischen Landschaften. Wie unterschiedlich Vegetation und Infrastruktur sein können, zeigt sich im zweitgrößten Nationalpark des Landes. Sein Name beschreibt zugleich seine Funktion: Gates of the Arctic heißt das zum Großteil unberührte, menschenleere Gebiet, das sich über den hohen Norden von Alaska erstreckt. Der Nationalpark hat weder feste Wandertrails noch Campingplätze oder Straßen. Wer sich trotzdem in die ungezähmte Landschaft vorwagen will, sollte umfassende Outdoor-Survival-Skills nachweisen können oder sich einem erfahrenen Guide anschließen. Alternativ sind Flightseeing-Touren per Buschflugzeug buchbar. 

Ein Großteil des 30.000 Quadratmeter großen Schutzgebiets setzt sich aus arktischer Tundra, Gebirgszügen, wilden Flüssen und borealem Wald zusammen. Der Landstrich bietet unter anderem Wölfen, Bären, Elchen, Karibus, Polarfüchsen und Moschusochsen einen ungestörten Lebensraum. 

nps.gov/gaar

6

Redwood, Kalifornien

Drive-Thru: Im Redwood Nationalpark kann man auch durch Bäume fahren.

Wenn die Bäume so hoch wachsen, dass ihre Kronen aus den Wolken ragen, dann befindet man sich mit großer Wahrscheinlichkeit im Redwood-Nationalpark. Nicht nur halten die gewaltigen Baumriesen mit mehr als 110 Metern jeden Höhenrekord inne. Auch können die Gewächse mit teils mehr als 1.500 Jahren ein beachtliches Alter vorweisen. Sie sind der Kern des Schutzgebietes, das rund 800 Kilometer nördlich von San Francisco an der Grenze zu Oregon liegt. Auch kulturwissenschaftlich ist der Küstenabschnitt von großer Bedeutung: Erste Siedlungen werden auf 300 v. Chr. geschätzt, die indigenen Karok lebten über Generationen hinweg im Einklang mit der eindrucksvollen Flora und Fauna. Im Laufe der Jahrhunderte stießen weitere indigene Gruppen, unter anderem die Yurok und die Hoopa, hinzu. Ihren Spuren können Besucher des Nationalparks heute noch folgen. Nach massiven Eingriffen durch Goldsucher und die Holzindustrie gab es bereits im 19. Jahrhundert Bestrebungen, die Mammutküstenbäume unter Schutz zu stellen, was schließlich in den 1920er Jahren zum Erfolg führte. 

Ausgangsorte für einen Besuch des Parks sind die Städte Arcata im Süden und Crescent City im Norden. Von hier aus eröffnen sich weitläufige Wandertrails, Spazierwege und Scenic-Routen für Autofahrer. Das Besondere: Der Redwood-Nationalpark hat keine kontrollierten Grenzen, der Zugang ist kostenlos. 

nps.gov/redw

7

Great Smoky Mountains, Tennessee

Wie Rauch legen sich Dunst und Wolken über die Great Smoky Mountains.

Obwohl in Europa eher unbekannt, belegt dieser Nationalpark USA-weit den ersten Platz in puncto Besucherzahlen. Mehr als zwölf Millionen Menschen zieht es jährlich in das 2.114 Quadratmeter große Schutzgebiet der Great Smoky Mountains, das auf der Grenze zwischen Tennessee und North Carolina liegt. Ihren Namen hat die Bergkette, die einen Teil der südlichen Appalachen umfasst, den hiesigen Wetterbedingungen zu verdanken. Im Dunst legt sich oft ein blauer Schimmer über Felswände, Täler und Gipfel, der an aufsteigenden Rauch erinnert. Zwischen Wasserfällen, Wäldern und Blumenwiesen konnte sich eine besonders artenreiche Flora und Fauna entwickeln. Zu den bekannten tierischen Bewohnern zählen die bunten Salamander, Adler, Schwarzbären, Hirsche, Wapitis und Elche.

Ein beliebter Ausflugsort ist der Gipfel Kuwohi, der höchste Punkt des Parks, an dem Besucher einen Baumwipfelpfad erklimmen können. Weitere tolle Ausblicke ergeben sich bei einer Fahrt entlang der Newfound Gap Road. Wer vor allem wegen der Tierwelt kommt, hat in Cades Cove gute Chancen auf die Sichtung von Bären, Adlern und Co. Mehr Informationen erhalten Besucher im Sugarlands Visitor Center bei Gatlinburg oder im Oconaluftee Visitor Center bei Cherokee. 

nps.gov/grsm

8

Hawai’i Volcanoes, Hawaii

Vorsicht heiß! Der Kīlauea spuckt fortwährend Lava.

Einer langen Anreise müssen sich Besucher der hawai’ianischen Vulkanwelten stellen. Knapp sechs Stunden dauert der Flug von San Francisco nach Hilo auf Big Island. Doch der Weg lohnt: Zwischen tropischen Regenwäldern, erloschenen Lavafeldern, alpinen Landstrichen und schwarzen Küsten erstreckt sich der Hawai’i Volcanoes Nationalpark, der bereits seit 1916 als ebensolcher betrieben wird. Viele Reisende kommen vor allem wegen des Mauna Loa und des Kīlauea. Beide Schildvulkane sind Teil der unter Hawai’i liegenden Hotspots und zählen zu den aktivsten der Welt. Regelmäßig kommt es zu gemäßigten Ausbrüchen; die glühende Lava können Besucher aus sicherer Entfernung und von ausgewiesenen Bereichen aus beobachten. Das Spannende: Kaum ein US-Nationalpark ändert sich derart häufig und umfangreich wie der hiesige. Die Erde ist noch jung, dynamisch und bleibt wegen der vulkanischen Aktivitäten ständig in Bewegung. So entstehen immerzu neue Krater und ganze Landstriche. 

Zu den beliebtesten Aktivitäten zählen Wanderungen über Kraterränder und Lavafelder, Fahrten entlang der Chain of Craters Road sowie Besuche der Lavahöhle Nāhuku. Da das Kīlauea Visitor Center wegen Renovierungsarbeiten seit Februar 2025 geschlossen ist, können Besucher auf das Welcome Center am Kīlauea Military Camp ausweichen.

nps.gov/havo

9

Rocky Mountains, Colorado

Alpiner Höhenrausch: der Rocky Mountains Nationalpark in Colorado

Auch sie dürfen in dieser Liste nicht fehlen: die Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado. Eigentlich hat der nordamerikanische Gebirgszug ein viel gewaltigeres Ausmaß, seine Ausläufer reichen von Alaska im Norden über Kanada bis nach New Mexiko. Einer der schönsten Landschaftsstriche findet sich jedoch unweit von Denver. Dass dieser seit 1915 unter Schutz steht, ist zu einem großen Teil dem Aktivisten und Biologen Enos Mills zu verdanken. Um die Jahrhundertwende setzte er sich öffentlich wirksam dafür ein, mit wilden Tieren in friedlicher Koexistenz zu leben, statt diese aus Sicherheitsbedenken oder für die Nahrungsbeschaffung zu erlegen. Mit nur 15 Jahren erklomm Mills erstmals den größten Gipfel des Parks, den 4.346 Meter hohen Longs Peak – einen Aufstieg, den er zeit seines Lebens noch gut 40 Mal allein und knapp 300 Mal als Guide bewältigte. Auf Mills Spuren wandeln Besucher heute durch die imposante Bergwelt, die sich aus Seen, Flüssen und schneebedeckten Gipfeln zusammensetzt. Eine beliebte Panoramaroute ist die Trail Ridge Road, die als höchste asphaltierte Straße Nordamerikas gilt. 

Übrigens: Einige Kilometer südlich vom Nationalpark, nahe der Stadt Estes Park, liegt das Enos Mills Cabin Museum in Mills’ originaler Wohnhütte von 1885. Hier können Besucher mehr über das Leben und Wirken des „Father of Rocky Mountains Nationalpark“ erfahren.

nps.gov/romo