Buntes Miami: Die 11 wichtigsten Sehenswürdigkeiten

U2, Will Smith, Apache 207: Wie viele andere Musiker, Künstler und Weltstars sind diese drei der Anziehungskraft von Miami hoffnungslos verfallen. Wer das erste Mal am Ocean Drive mit seinen Muscle-Cars, der lauten Musik und den bestens gelaunten Menschenmassen entlangschlendert, begreift schnell, was den Reiz von Floridas berühmter Küstenmetropole ausmacht.
Gleichzeitig existieren nur wenige Kilometer entfernt unterschiedlichste Lebenswelten voller Kontraste: vom authentischen Charme der Calle Ocho im Viertel Little Havana bis zu den perfekt gepflegten Golfplätzen auf den vorgelagerten Inseln, vom Kulturparadies im Miami Art District zu den unendlichen Weiten der Everglades. Wir verraten, was man in der Magic City gesehen haben sollte, und stellen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Miami vor.
Miami Beach

Was viele nicht wissen: Tatsächlich handelt es sich beim legendären Miami Beach nicht um einen Strandabschnitt, sondern um eine eigenständige, vorgelagerte Inselstadt mit mehr als 80.000 Einwohnern. Der Strand, vor allem der South Beach, spielt hier dennoch die erste Geige und ist dank der Kultserie Miami Vice, des hohen Promi-Aufkommens und seines Glamours weltberühmt. Ikonisch sind die knallbunten Lifeguard Tower, vor denen sich Touristen gerne ablichten.
Mindestens genauso viel los wie am Strand ist am Ocean Drive, der parallel zur Küstenlinie verläuft. Hier reihen sich angesagte Restaurants, Bars und Cafés aneinander, von den Terrassen dröhnt laute Musik und extravagant gekleidete Urlauber machen den Boulevard tagsüber zum Open-Air-Laufsteg und nachts zur Partymeile. Wer eine Verschnaufpause von all den Reizen benötigt, findet im South Pointe Park Pier oder im kompakten Botanic Garden schattige Rast- und Ruheplätze.
Miami Beach Art Deco District

Direkt an den Strand von Miami Beach grenzt der historische Art Deco District. Nachdem 1926 ein schwerwiegender Hurricane weite Teile der Küste vor Miami zerstört hatte, entstanden hier in kurzer Zeit zahlreiche neue Gebäude. Tonangebend für diese Bauphase war unter anderem die 1925 in Paris abgehaltene Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes, die den Art-déco-Stil in die Welt und vor allem in die Vereinigten Staaten trug.
In New York entstanden wegweisende Bauten wie das Empire State Building und auch in Miami entfachte die hier oft in Pastell gefärbte Version des Stils einen regelrechten Hype. Viele der markanten Art-déco-Gebäude sind bis heute bestens erhalten, darunter das Hotel Cardozo South Beach, das Hotel Victor und das Starlite Hotel am Ocean Drive. Auch in zweiter und dritter Reihe verstecken sich einige architektonische Juwelen. Wer so viele wie möglich entdecken will, steuert vorab das Art Deco Welcome Center an oder geht auf eine Walking Tour durchs Viertel.
Wynwood

Bunt geht es auch in dieser Nachbarschaft zu: Einst ein industriell geprägtes Areal mit Lagerhallen, Brachland und Betrieben, wuchs das Quartier Wynwood nördlich von Downtown Miami ab der Jahrtausendwende zur kreativen Oase heran. Einige der baulichen Ruinen und der Industrial Chic sind geblieben, hinzu kamen unzählige Graffitis, großflächige Murals internationaler Künstler, dutzende Galerien, coole Restaurants und Bars. Touren führen zu den Highlights und hinter die Kulissen, im Rahmen von Workshops können Besucher sich selbst in der Kunst des Sprayens probieren. Alternativ lässt man sich durch das farbenfrohe und lässige Viertel einfach treiben.
Little Havana

Entlang der oft besungenen Calle Ocho erstreckt sich Miamis wohl lebendigstes Viertel Little Havana. Generationen an kubanischen, karibischen, süd- und mittelamerikanischen Einwanderern haben ihre Kultur und Kulinarik in die bunten Straßen getragen. Neben Restaurants und Bars finden sich Zigarrengeschäfte, Musikclubs und bunte Wandmalereien. Zum kubanischen Kulturgut zählen auch die Social Clubs und ihre Mitglieder, die sich im Domino Park zu einer Runde des gleichnamigen Spiels treffen. Die geselligen Nachbarschaftsgruppen sind seit der Kubanischen Revolution ein wichtiger Zufluchtsort und werden auch in Miami zelebriert. Wer sich vor Ort erst einmal orientieren will, besucht am besten das Little Havana Visitor Center.
Villa Vizcaya

Bevor der Art déco Einzug nach Miami hielt, galt ein mediterraner Baustil als Nonplusultra. Vor allem die italienische Renaissance-Architektur diente immer wieder als Vorbild, besonders gut lässt sich das am Beispiel der Villa Vizcaya beobachten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ der Unternehmer und passionierte Kunstsammler James Deering die Residenz am Coconut Grove errichten. Nach seinem Tod wurde das Gelände zunächst an die Kirche übertragen, bis das Hauptgebäude in den 1960er Jahren in den öffentlichen Besitz des Miami Dade County überging. Seither wird die Villa als Museum betrieben, in ihrem Inneren können Besucher prächtige, von italienischen Städten inspirierte Räumlichkeiten sowie eine Sammlung an Renaissance-Statuen, -möbeln und -gemälden besichtigen.
Design District und Institute of Contemporary Art

Während Los Angeles als das Kunstzentrum der Westküste gilt, bietet Miami dem kunstaffinen New York an der Ostküste Paroli. Bereits seit 2002 findet hier der US-Ableger der renommierten Kunstmesse Art Basel statt, hinzu kommt eine große Dichte an Galerien und zeitgenössischen Museen. Das künstlerische Epizentrum bildet der Miami Design District, in dem viele dieser Einrichtungen ansässig sind. Darunter fällt auch das Institute of Contemporary Art, das unter anderem Werke von Rita Ackermann, William Copley und James Turrell beherbergt. Der Eintritt ins Museum, das mit seiner glänzenden Aluminium-Fassade auch von außen beeindruckt, ist kostenfrei.
Bayside Marketplace

Touristisch, aber dennoch einen Abstecher wert: Am südlichen Ende des Biscayne Boulevards lässt es sich bestens flanieren. Eindrucksvoll ist das gewaltige Kaseya Center; in der Arena finden regelmäßig die Spiele der NFL-Mannschaft Miami Heat statt. Alternativ lässt sich der Komplex auch im Rahmen einer Tour besichtigen. Gleich nebenan liegt der Bayside Marketplace mit Boutiquen, größeren Geschäften und Restaurants. Zu Seafood, Burgern oder mexikanischen Tacos blicken Besucher auf die Bay, von der aus viele Ausflugsfahrten starten. Wer lieber an Land bleibt, kann vom Riesenrad aus den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt beim Ein- und Ausparken zuschauen.
Key Biscayne

Wer es nicht bis auf die 80 Kilometer entfernten Florida Keys schafft, kann auch in Miami dem Inselhopping nachgehen. Zum Beispiel auf dem südöstlich gelegenen Eiland Key Biscayne. Der Trubel vom Miami Beach liegt hier in weiter Ferne, stattdessen hat man die palmenbewachsenen Strände auf der dem Atlantik zugewandten Seite fast vollständig für sich allein. Nur die schattigen Parkanlagen, die zum Grillen und Picknicken einladen, muss man sich mit den Leguanen teilen, die hier zuhauf zuhause sind.
North Beach und Surfside

Trotz der mehrstöckigen Hotel- und Apartmentkomplexe geht es im nördlichen Teil von Miami Beach deutlich ruhiger zu als in South Beach. Golfplätze, Anglerstege und der weiße Sandstrand prägen das Flair von Surfside im Viertel North Beach, hinzu kommen Restaurants, Bars und Geschäfte rund um das Shopping-Center Bal Harbour. Tipp für alle, die das heimische Spazierengehen vermissen: Der gefestigte Sandweg Surfside Walking Path verläuft hier parallel zum Wasser und führt unter anderem am schattigen Oceanside Park und mehreren Spielplätzen vorbei.
Museum of Ice Cream

Bunt, bunter, Miami! Passend zum farbenfrohen, pastellgetränkten Image der Stadt hat 2017 das Museum of Ice Cream in Downtown eröffnet. Der erste Ableger der interaktiven Räumlichkeiten entstand zwar kurz zuvor in New York, zu Miami passt das Selfie-Museum mit seinen knallpinken, bildgewaltigen Räumlichkeiten jedoch ebenfalls wie die Faust aufs Auge. Im Inneren erwartet Besucher ein Mix aus quietschigen Kulissen, darunter ein Pool voller Streusel, ein orangefarbenes Zugabteil und ein Wald voller Bananen. Unterwegs gibt es auch echte Eiscreme – Verzehr ausdrücklich erlaubt!
Ausflug in die Everglades

Sie liegen direkt vor der Haustür: Unmittelbar an das Stadtgebiet von Miami grenzt der Everglades Nationalpark, einer der meistbesuchten in den USA. Neben den bekannten Sumpf- und Flussgebieten setzt sich die einzigartige Landschaft auch aus Prärie- und Weideland zusammen. Wer tief ins grüne Ökosystem eintauchen will, nimmt die knapp zweistündige Fahrt nach Everglades City auf sich. Hier starten viele der beliebten Hovercraft-Touren. Alternativ lassen sich die Sümpfe vom südlich gelegenen Ernest F. Coe Visitor Center aus auf hölzernen Pfaden, längeren Spazierwegen und per Autotour auch individuell bestens erkunden. Einige Sicherheitshinweise sollten dafür jedoch unbedingt beachtet werden.