Die 9 schönsten Ausflugsziele vor den Toren Barcelonas

Zwar kann die katalanische Hauptstadt Barcelona mit einer schier endlosen Liste an Sehenswürdigkeiten, Kultur- und Architektur-Highlights glänzen, doch auch die angrenzenden Provinzen versprechen einige besondere Ziele.
Ob Naturparks, Wanderrouten, Kulturstätten oder Nachbarstädte: Wer Barcelonas Dunstkreis verlässt, kann in ganz Katalonien seinen Urlaubsinteressen nachgehen. Wir zeigen die schönsten Orte rund um Barcelona und die Costa Brava im Nordosten Spaniens.
Grüne Oase Kataloniens: Berguedà

Berguedà heißt die gut 1.000 Quadratkilometer große Naturregion und grüne Oase nördlich von Barcelona. Hier, wo die Pyrenäen beginnen und der Fluss Llobregat entspringt, führen Wanderwege jeden Schwierigkeitsgrads durch Täler, über Höhenwege und bis hinauf zu Gipfeln wie dem Pollegò Superior. Wer es lieber etwas ruhiger angeht, kann die asphaltierte Route von Saldes bis zum Aussichtspunkt Gresolet wählen. Bekannt ist die Region auch kulturell, vor allem für das außergewöhnliche Volksfest Patum de Berga, das an Fronleichnam zahlreiche Schaulustige in die sonst eher ruhige Bergstadt Berga lockt.
Ausflug nach Girona

Knapp 1,5 Fahrstunden von Barcelona entfernt besticht die 100.000-Einwohner-Stadt Girona mit einer Mischung aus mittelalterlicher Architektur, jüdischem Erbe und katalanischem Jugendstil. Wahrzeichen ist die Kathedrale, die auf ein römisches Forum zurückgeht, dazu gesellen sich weitere historische Stätten wie die arabischen Badehäuser, die Klosteranlage Sant Pere de Galligants und die gut erhaltene Stadtmauer. Prägend für das Stadtbild ist auch der Fluss Onyar mit seinen bunten Häuserzeilen und zahlreichen Brücken, darunter eine von Gustave Eiffel erbaute, sowie das jüdische Viertel El Call, eines der besterhaltenen Europas. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch im Mai zum Blumenfestival Temps de Flors, wenn sich die Altstadt in einen blühenden Garten verwandelt.
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Berge und Kloster Montserrat

Eines der beliebtesten Ausflugsziele ab Barcelona und deshalb mitunter sehr gut besucht sind die Berge von Montserrat, rund 50 Kilometer nordwestlich. Sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto lässt sich die Station Aeri de Montserrat bestens erreichen. Schon der Name gibt Aufschluss auf die eindrucksvolle Landschaft: „Gezackter Berg“ beschreibt den surrealen Charakter der steilen Felswände, die bereits den katalanischen Architekten Antoni Gaudí zum Bau mehrerer Gebäude, darunter die berühmte Casa Milà, inspiriert haben sollen.
Auf halber Höhe zum Gipfel, dem 1.200 Meter hohen Sant Jeroni, liegt das Benediktinerkloster Santa Maria de Montserrat, dessen Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen und das bis heute bewohnt ist. Tausende Besucher pilgern jährlich in die spektakulär gelegene Basilika, um die Schwarze Madonna, „La Moreneta“, eine Schutzpatronin Kataloniens, zu betrachten. Auch für Wanderungen, Kletterpartien und Spaziergänge ist das Gebirge ein beliebtes Ausflugsziel. Das Kloster kann man auch bequem mit der Seilbahn oder der Zahnradbahn erreichen.
Wasserfälle rund um Castellar de n'Hug

Mitten durch die Gemeinde Castellar de n'Hug fließt der Llobregat. Im Frühjahr, wenn Schnee und Eis der Pyrenäen schmelzen, ergießt sich sein reißendes Wasser über mehrere Wasserfälle hinweg und rauscht durch Täler und Nebenläufe. Vom Dorfkern aus gibt es einen Wanderweg zu den Fällen, den auch Anfänger ohne weitere Probleme bewältigen können. Neben dem Naturspektakel finden Ausflügler hier eine im Stil des katalanischen Modernismus errichtete Zementfabrik, die Clot del Moro. Heute informiert ein Museum im Inneren über deren Vergangenheit.
Zur Institution gehört auch eine historische Eisenbahnlinie, die mit dem Schmalspurbahnmuseum in der benachbarten Gemeinde La Pobla de Lillet verbunden ist. Unterwegs passieren Fahrgäste die Jardins Artigas, die abermals von Antoni Gaudí entworfen wurden. Ebenfalls sehenswert: die romanische Kirche von Sant Vincenç de Rus conserves, in der noch einige originale Fresken erhalten sind.
Kulinarik und Botanik in La Pobla de Lillet

Mit seinen 1110 Einwohnern ist La Pobla de Lillet etwas belebter als die Nachbarregionen rund um Fígols. Einen Ausflug wert ist der Altstadtkern mit seinen schmalen Gassen, die zum Verweilen einladen. Auch unbedingt besuchen: die verwunschenen Artigas-Gärten vom Sagrada-Família-Schöpfer Gaudí. Nach einem ausgiebigen Spaziergang über angelegte Brücken, unter Pergolen und entlang von Kaskaden lohnt ein Besuch in einem der lokalen Restaurants. Traditionell wird oft der in der Region erlesene schwarze Trüffel serviert.
Bergbauregion Fígols

Nur knapp zwei Autostunden von Barcelona entfernt ist kaum mehr ein Mensch anzutreffen. Nur rund 50 Menschen leben in der dünn besiedelten Gemeinde Fígols. Von Lärm und Verkehr dürfte man inmitten der unberührten Natur weitestgehend verschont bleiben. Ein Höhepunkt ist die hiesige paläontologische Fundstätte mit mehr als 3.500 Dinosaurierspuren, die im Schnitt etwa 65 Millionen Jahre alt sind. Kulturhistorisch bedeutend ist auch das Minenmuseum, das die Bergbaugeschichte der Region im Rahmen einer Führung beleuchtet.
Berühmter Wanderweg in der Provinz Barcelona: Route der drei Berge

Die Route der drei Berge, „Els 3 Monts“ ist eine der bekanntesten Wanderrouten in der Provinz Barcelona. Sie führt auf gut 100 Kilometer in sechs Etappen durch die Naturparks Montseny, Montserrat und Sant Llorenc del Munt i l'Obac. Die längste Etappe erstreckt sich über 24 Kilometer, die kürzeste misst eine Länge von nur drei Kilometern.
Die Besonderheit des Wanderweges liegt unter anderem in der angrenzenden Gastronomie: Unterwegs sorgen Restaurants für Stärkung und laden zu Regionalem wie Pilzen, Kichererbsen und Schafskäse ein.
Bunter Strandort Sitges

An der Costa Garraf gelegen, zieht Barcelonas Vorort Sitges Strandurlauber und Nachtschwärmer an. Bekannt für seine lebendige LGBTQ+-Kultur finden hier das ganze Jahr über queere Veranstaltungen und Partys statt. Auch das Fantastic Film Festival im Oktober sowie der Karneval im Frühjahr sind beliebte Programmhighlights im Kalender. Wahrzeichen des Ortes ist die barocke Kirche Sant Bartomeu i Santa Tecla, die direkt am Meer auf einer kleinen Landzunge thront und zusammen mit den malerischen Häuschen die Stadtsilhouette prägt.
Spaniens schönstes Dorf Pals

Eingebettet zwischen Reisfeldern und Zitrusplantagen liegt das mittelalterliche Dorf Pals auf einer Anhöhe östlich von Girona und unweit der Costa Brava. Der historische Ortskern gehört zu den besterhaltenen des Landes und verleiht Pals zurecht die Auszeichnung als eines der „schönsten Dörfer Spaniens“. Im Zentrum liegt das verschachtelte gotische Viertel mit dem Torre de les Hores, einem markanten Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert. Steinmauern, Rundbögen, bunt bepflanzte Balkone und kleine Plätze verleihen dem Dorf, das mitunter so viele Besucher wie Einwohner hat, einen unverwechselbaren Reiz. Am besten lässt man sich in den Straßen zwischen der Kirche Església de Sant Pere und dem Rathaus einfach treiben.