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Sehenswürdigkeiten

Gaudí in Barcelona: 7 besondere Bauwerke

Wer Barcelona besucht, kommt an seinen auffälligen Gebäuden nicht vorbei: Der Ausnahmearchitekt Antoni Gaudí hat hier an nahezu jeder Ecke seine Spuren hinterlassen. Wir zeigen Ihnen sieben besonders sehenswerte Bauwerke.

Text Mila Krull

Mit seinen Ideen und Entwürfen war der katalanische Architekt Antoni Gaudí seiner Zeit stets weit voraus. Nicht nur sein Meisterstück, die Sagrada Família im Herzen von Barcelona, hat die Stadt am Mittelmeer nachhaltig verändert und weltweit berühmt gemacht. 

Überall in Barcelona finden sich Projekte und Bauwerke des Pioniers, der den Jugendstil auf eine experimentelle, bahnbrechende Art veränderte und zum Leben erweckte. Berühmt sind Häuser wie das Casa Battló, das Casa Milà und der erstaunliche Park Güell, der jährlich Millionen Besucher:innen begeistert. Weniger berkannt ist, dass Gaudi zum Beispiel auch die Straßenlaternen auf dem Plaça Reial und die Gehwegplatten der Passeig de Gracia entwarf.

Wir stellen Ihnen im Folgenden sieben besondere Sehenswürdigkeiten von Antoni Gaudí vor.

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Casa Battló

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Eines der prägnantesten Gebäude von Antoni Gaudí: Das Casa Battló. Besonders beeindruckend ist die bunte Fassade des Wohnhauses in der berühmten Passeig de Gràcia. Wer genau hinsieht, vermag in den Mosaiken und Fliesen, den Balkonen und Säulen Wundersames zu entdecken. Dass sich Gaudí beim Bau von der Legende des Heiligen George (Sant Jordi), Drachenkämpfer und Schutzpatron Kataloniens, inspirieren ließ, liegt nahe. Auf dem Dach des Casa Battló scheint noch heute ein riesiger Drache zu schlummern. 

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Casa Milà

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Weniger bunt, dafür umso exzentrischer in seiner Form ist das geschwungene Wohnhaus, ebenfalls in der Passeig de Gràcia. Der Beiname „La Pedrera“ bedeutet übersetzt und liebevoll: der Steinbruch. Die Steine der katalanischen Gebirgszüge waren es, die Gaudí zu dieser einzigartigen Konstruktion inspirierten. Nicht nur äußerlich stellte das Haus bei seiner Fertigstellung 1912 alle benachbarten Anwesen in den Schatten: Als eines der ersten Häuser der Stadt verfügte das Casa Milà über Aufzugsschächte und großzügige Innenhöfe, die für mehr Licht und Luft in den Wohnungen sorgten. Ikonisch sind auch die kunstvoll geschmiedeten Balkone und die Schornstein-Skulpturen auf dem begehbaren Dachgarten.

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Park Güell

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Ein weltberühmter Ort und beliebt bei Millionen Besucher:innen: Das 17 Hektar große Areal war einst als private Gartenstadt konzipiert. Doch das Projekt des Großindustriellen und Gaudí-Förderers Eusebi Güell scheiterte und so wurde die Grünanlage ein öffentliches Gelände. Weite Teile des Park Güell sind weiterhin kostenfrei zugänglich; für den Theaterplatz mit der bekannten Mosaik-Mauer und die Säulenhalle benötigen Besucher:innen ein Ticket mit Besuchsfenster. Es lohnt: An den Mosaikmedaillons des Co-Architekten Josep Maria Jujol kann man sich kaum satt sehen.

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Sagrada Família

Sie ist das Wahrzeichen von Barcelona und das nach wie vor unvollendete Meisterwerk von Antoni Gaudí: Die Sagrada Família im Stadtteil Eixample. Seit mehr als hundert Jahren wächst die Kirche Richtung Himmel, noch heute orientieren sich die Architekt:innen an Gaudís Plänen und maßstabsgetreuen Modellen. Auch wenn es noch dauert, bis die letzten Türme stehen und von Sternen gekrönt werden: Schon jetzt kann man dieses außergewöhnliche Bauwerk von innen und außen bestaunen. Bemerkenswert sind die Säulen der Kirchenschiffe, die an uralte Wälder erinnern, oder die aufwendige Geburtsfassade, deren Geheimnisse nur die Architekt:innen kennen. Hier zeigen wir Ihnen die Details und Besonderheiten der Sagrada Família

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Palau Güell

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Nur wenige Meter von den Ramblas entfernt, verbirgt sich hinter hohen Metalltoren der Palau Güell. Fast unscheinbar von außen, liegen hier eher untypisch dunkle Gemächer. Im Zentrum des Hauses erstreckt sich die Beletage 17 Meter in die Höhe. In dem Stadtpalast, von 1886 bis 1890 erbaut, wurden einst Feiern und Gottesdienste abgehalten. Die restaurierte Orgel, deren Klang in der Kuppel verstärkt wird, ertönt heute noch. Die schönste Aussicht hat man von der Dachterrasse mit ihren fantasievollen Kaminspitzen aus Mosaik.

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Colònia Güell

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Vor den Toren von Barcelona findet sich ein weiterer Meilenstein der Architekturgeschichte. Ende des 19. Jahrhundert gab Eusebi Güell die Industrieanlage mit angeschlossener Siedlung in Auftrag. Das gesamte Areal der Colonia Güell ist ein Paradebeispiel des katalanischen Modernisme. Wegweisend ist die Krypta von Gaudí, die zwar nie vollendet wurde, ihm jedoch als wichtiges Testgelände für die späteren Pläne der Sagrada Família diente. Sensationell ist die Konstruktion des Kirchenschiffes, das vollständig ohne Mauern und Pfeiler auskommt. Gaudí nutzte dafür ein revolutionäres, von ihm entwickeltes Hängemodell, aus dem er die späteren Formen und Maße der Bögen ableitete.

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Casa Vicens

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Das erste große Projekt des Architekten liegt mitten im lebendigen Viertel Gràcia. 1883 erteilte der Fliesenhersteller Manuel Vicens den Auftrag für den Bau eines Wohnhauses. Entstanden ist ein beeindruckendes Gebäude aus Ziegeln, Steinen und grün-weißen Kacheln mit vielen Elementen des Mudéjar-Stils. Die handbemalten Fliesen an der Fassade des Casa Vicens zeigen die gelben Blüten der Studentenblume, die Gaudí beim Vermessen des Grundstücks entdeckte.