Die besten Orte, um die Sonnenfinsternis 2026 zu beobachten

Diesen Abend sollte man sich im Kalender anstreichen: Am 12. August 2026 wird nicht nur das Maximum der Perseiden erreicht sein, sodass zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel rauschen. Dieses Jahr findet gleichzeitig eine totale Sonnenfinsternis statt, in Deutschland als partielle Finsternis erlebbar. Vor allem in Spanien werden zu diesem Zeitpunkt viele Besucher erwartet, denn der Norden des Landes liegt weitgehend in der Totalitätszone und bietet perfekte Bedingungen für die Beobachtung. Außerdem ist das die erste totale Sonnenfinsternis für Spanien seit dem Jahr 1905.
Aber auch andere Länder wie Island befinden sich an besagtem Abend zum Teil in der Totalitätszone, also dem Bereich der Erde, der während der Sonnenfinsternis vom Kernschatten des Mondes getroffen wird und in dem die Sonne vollständig verdunkelt wird.
In Deutschland können wir das Ereignis nur als partielle Sonnenfinsternis sehen. Die größte Bedeckung der Sonne ist hierzulande im Süden zu erwarten, mit einem Maximum von 90 Prozent rund um Freiburg.
Wir zeigen einige der besten Orte, um die Sonnenfinsternis 2026 zu beobachten.
Sonnenfinsternis 2026: Wichtige Infos für die Beobachtung
Egal, ob es sich um eine totale oder eine partielle Sonnenfinsternis handelt, die oberste Regel lautet: Niemals ohne dafür vorgesehenen Schutz in die Sonne blicken. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus, um die Netzhaut vor Schädigung zu bewahren; es sind spezielle und zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen nach ISO 12312-2 oder Sonnenfilter für Ferngläser, Teleskope oder Kameras vonnöten.
Weil die Sonne schon sehr tief steht, wenn die Sonnenfinsternis 2026 beginnt, benötigt man einen Beobachtungsposten mit freiem Blick zum Horizont in Richtung Nordwest. Zusätzlich kommt es auf die Witterungsbedingungen vor Ort an – wie viele Wolken über den Himmel ziehen und ob es regnet, beeinflusst die Sicht maßgeblich. Empfehlenswert ist es, die Wettervorhersage für den 12. August genau im Blick zu behalten und flexibel reagieren zu können.
Die Sonnenfinsternis im Westen von Island

Island gehört für viele ja ohnehin auf die Bucket List – ein guter Zeitpunkt, die Reise endlich umzusetzen, ist der August, denn weite Teile des Westens befinden sich direkt in der Totalitätszone der Sonnenfinsternis, einschließlich der pulsierenden Hauptstadt Reykjavík. Das Himmelsereignis beginnt in Island um 16:42 Uhr GMT (Greenwich Mean Time) und endet um 18:49 Uhr GMT. Wichtig zu wissen: Die absolute Verfinsterung der Sonne dauert je nach genauem Standpunkt unterschiedlich lang, das Maximum ist auf der Landzunge Látrabjarg mit 2 Minuten und 13 Sekunden erreicht. Um 16:42 Uhr sieht man also zunächst eine partielle Finsternis, bevor gegen 17:45 Uhr die nur kurz andauernde, aber spektakuläre Totalität erreicht wird. Für jede Region sind die Totalitäts-Dauer und der Zeitpunkt ein wenig unterschiedlich, darüber sollten Reisende sich also im Voraus informieren.
Island ist ein besonders guter Ort, um die Sonnenfinsternis zu beobachten, denn es gibt viele Aussichtspunkte (außerhalb von Reykjavík) mit extrem wenig Lichtverschmutzung, anders als beispielsweise auf den Balearen. Der schönste Ort zur Beobachtung sind die Westfjorde und die Landzunge Látrabjarg, die den westlichsten Punkt Islands markiert und wo die Lichtverschmutzung so gering wie nur möglich ist. Ebenfalls ein guter Ausgangspunkt: die Halbinsel Snæfellsnes, die sich perfekt für einen Tagesausflug ab Reykjavík anbietet. Auch der Fjord Borgarfjörður liegt in der Totalitätszone und bietet durch seine Naturbelassenheit hervorragende Bedingungen.
Übrigens: Island feiert das Ereignis auf besondere Art – schließlich wird es die letzte totale Finsternis vor dem Jahr 2196 sein. Sängerin Björk veranstaltet beispielsweise das „Echolalia“, ein Eclipse-Festival mit Ausstellung. Auf Snæfellsnes findet zwischen dem 11. und 15. August das Festival „Iceland Eclipse“ statt.
Mallorca zur Sonnenfinsternis 2026

Das Band der Totalitätszone legt sich in großen Teilen über Nordspanien, aber auch die Balearen werden erfasst. Die Lieblingsinsel der Deutschen bietet tatsächlich sehr gute Bedingungen: Im August ist der Himmel über Mallorca meist sternenklar und es regnet so gut wie nie. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede je nach Küste und Region, auch hier gilt: Im Voraus sollten Reisende sich über die genaue Totalitäts-Zeit und -Dauer informieren, schließlich hält die komplette Verdunkelung der Sonne nur kurz an.
Da die Sonne sehr tief steht, sollte man auf einen freien Horizont achten, schon kleine Halbinseln oder Felsen können sich ins Blickfeld schieben und das Erlebnis unsichtbar machen. Grundsätzlich bietet sich der westliche Teil der Insel an, denn die Blickrichtung sollte gen Nordwesten gehen – doch dort verläuft die Gebirgskette Serra de Tramuntana, deren Ausläufer und Felszungen die Gefahr bergen, den Blick zu versperren.
An der West- und Südwestküste von Mallorca ziehen voraussichtlich die wenigsten Wolken auf, daher ist auch die Bucht von Palma eine gute Wahl. Hier ist vor allem die Gegend direkt um das Castell de Bellver empfehlenswert, die hoch gelegene Festung überblickt schließlich weite Teile der größten Baleareninsel (Wichtig: Die Festung selbst schließt bereits um 18 Uhr). In Palma beginnt die Totalität gegen 20:31Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) und dauert etwa 1 Minute und 36 Sekunden. Das gesamte Spektakel beginnt bereits um 19:30 Uhr MESZ als Partielle.
Die Sonnenfinsternis in Nordspanien

Viele Regionen im nördlichen Spanien, etwa Galicien, Asturien und Kantabrien, gelten noch als Geheimtipps für Reisende – aufgrund der totalen Sonnenfinsternis ziehen sie in diesem Sommer jedoch große Aufmerksamkeit auf sich. In Galicien fällt der Nordwesten in das Totalitätsband, im Baskenland alles bis auf den Nordwesten – und in Asturien und Kantabrien die gesamte Region. Die Totalitätszone zieht sich außerdem über weite Teile von Kastilien und León, Aragonien mit der Stadt Zaragoza und bis nach Valencia.
Wichtig zu bedenken: An der Atlantikküste hält sich Nebel oft recht hartnäckig, das kann die Sichtbedingungen erschweren. Im Inland hat man oft bessere Chancen, die totale Sonnenfinsternis zu beobachten – beispielsweise in Ribeira Sacra, einer Landschaft aus Weinreben, Flüssen und erhöhten Aussichtspunkten im Hinterland Galiciens. Die längste Totalität bieten Burgos, León, Valladolid und Soria in der Region Kastilien und Léon: 1 Minute und 45 Sekunden. Zudem ist der Himmel hier meist sehr klar. Auch in Zaragoza und im Ebrotal dauert die Totalität 1 Minute und 25 Sekunden. Sie wird um 20:29 Uhr (MESZ) einsetzen.
Der Osten von Grönland

Zugegebenermaßen muss eine Reise nach Grönland recht früh geplant werden, spontan ist der Weg von Deutschland aus für die meisten zu weit. Viele Kreuzfahrtanbieter wie Albatros Expeditions und Polaris Tours sowie Reedereien, etwa HX Expeditions, bieten besondere Sonnenfinsternis-Touren an, die Island mit Grönland verbinden. Die Sicht vom Ozean aus ist natürlich eine der bestmöglichen – und manchmal auch die einzige mögliche –, schließlich verstellt nichts den Horizont.
In Grönland wird die totale Sonnenfinsternis vor allem im Osten zu sehen sein, einer der schönsten Orte ist hier die Blosseville-Küste, ein wildromantischer Abschnitt, der schwer zugänglich ist und daher vor allem vom Schiff aus beobachtet werden kann. Der Mondschatten erreicht die Blosseville-Küste am 12. August um 16:37 EGST (Eastern Greenland Summer Time).
Außerdem zieht die Sonnenfinsternis direkt über den spektakulären Scoresbysund, das größte Fjordsystem der Welt. Hier dauert die Totalität ganze 2 Minuten und 16 Sekunden an. Auch hier gilt: Das Ziel ist nur per Expeditionskreuzfahrt erreichbar. Die Sonnenfinsternis in Grönland zu sehen, ist für die meisten also kurzfristig nicht mehr umsetzbar – für alle, die eine Kreuzfahrt geplant haben, aber ein einzigartiges Erlebnis, das sie nicht mehr vergessen dürften.
Deutschland als Hier-bleib-Alternative

Auch in Deutschland wird die Sonnenfinsternis zu sehen sein, jedoch nur als partielle. Vor allem in Süddeutschland sind für kurze Zeit weite Teile der Sonne bedeckt, in Freiburg etwa 90 Prozent. In Berlin und Ostdeutschland werden es nur rund 80 Prozent sein. Die Beobachtungsbedingungen hängen auch stark vom Wetter ab – und das ist in Deutschland im August erfahrungsgemäß unvorhersehbar. Es kann zu Niederschlägen und starker Bewölkung kommen, die die Sicht deutlich einschränken. Bei guten Witterungsbedingungen sucht man sich am besten Orte außerhalb der Städte mit klarem Nachthimmel und freiem Horizont.
Das Ereignis beginnt gegen 19:10 Uhr MESZ, das Maximum ist durchschnittlich um 20:10 Uhr erreicht. Neben Süddeutschland bietet auch der Westen mit dem Rheinland sehr gute Bedingungen, dort sind 88 bis 89 Prozent der Sonne vom Kernschatten des Mondes bedeckt und die Natur bietet viele offene Blickachsen in Richtung des westlichen Horizonts. Im Norden sind vor allem die Küstengebiete empfehlenswert für die Beobachtung. In Flensburg beispielsweise beginnt die partielle Sonnenfinsternis um 19:11 Uhr und ist bis zum Sonnenuntergang um 20:57 Uhr zu sehen – deutlich länger als etwa in München, wo das Phänomen von 19:23 Uhr bis 20:32 Uhr andauert.