Mallorcas Serra de Tramuntana: Naturwunder und Welterbe

Inhaltsverzeichnis
- Wo befindet sich das Tramuntana-Gebirge auf Mallorca?
- Die Geschichte des Tramuntana-Gebirges
- Durch das Tramuntana-Gebirge mit dem Auto
- Tourismus und Herausforderungen in den Höhen der Serra de Tramuntana
- Tramuntana-Gebirge: Die schönsten Wanderwege
- Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Serra de Tramuntana?
Von Peguera und Andratx über Valldemossa, Sóller und Sa Calobra bis zur Halbinsel Formentor erstreckt sich die Landschaftsregion namens Serra de Tramuntana. Das Gebirge, das ihr den Namen schenkt, macht die hiesige Landschaft zu einer vielseitigen Mischung aus sich windenden Serpentinen, steilen Hängen und friedlich daherkommenden Tälern. Kein Wunder also, dass das Tramuntana-Gebirge längst Welterbe und Naturwunder ist.
Die Schönheit dieser Region nutzen auch Tourismusbehörden längst für sich: Besonders in der Hochsaison herrscht hier mittlerweile reges Treiben, auch was den Verkehr angeht. Wie wieder für mehr Ruhe und Abgeschiedenheit in der Serra de Tramuntana gesorgt werden soll – und viele weitere Infos – lesen Sie hier.
Wo befindet sich das Tramuntana-Gebirge auf Mallorca?
Lang gezogen wie der Rücken einer Echse liegt das Tramuntana-Gebirge zwischen Andratx und Pollença. Es ist eine 90 Kilometer lange, karstige Gebirgskette, die der umliegenden Region auch über das Gebirge hinaus ihren Namen gibt. Seit über 4.000 Jahren ist die Gegend besiedelt. Der höchste Berg des Tramuntana-Gebirges – und auf ganz Mallorca – ist der 1.445 Meter hohe Puig Major („Großer Berg“).
Die Geschichte des Tramuntana-Gebirges

Bauern und Bäuerinnen, Landarbeiter und Mönche haben einst in der Tramuntana Hänge und Täler erschlossen, Terrassenfelder angelegt, Bewässerungskanäle gezogen. Und sie haben Stätten der Besinnung geschaffen wie die Einsiedelei von Valldemossa, eine halbe Stunde Fußweg von der Küstenstraße Ma-10 entfernt.
Während sich auf der anderen Seite der Insel der Badetourismus entwickelte, trafen sich in den steinigen Buchten der Berge von Tramuntana früher nur Einheimische und Hippies. Mallorca vermarktete Strände und Sangría. Die Berge waren das Hinterland, in das sich kaum ein Tourist verirrte. Bis in die 1990er Jahre interessierten kaum einen Urlauber die „herausragenden Beispiele traditioneller, menschlicher Besiedelung“, die den Ausschlag dafür gaben, dass die UNESCO die Tramuntana 2011 zum Welterbe ernannte.
Durch das Tramuntana-Gebirge mit dem Auto

Wer heute ein Gefühl dafür bekommen möchte, was die UNESCO zu diesem Schritt bewogen hat, der sollte einmal die Ma-10 entlangfahren, zumindest den bekanntesten Abschnitt, die 20 Kilometer von Valldemossa über Deià nach Sóller. Die Araber legten die Terrassen an, die Dörfer wie Banyalbufar so besonders machen, pflanzten Olivenbäume, Zitrusfrüchte und Gemüse. Später kamen Weinstöcke und Mandelbäume dazu.
Wichtig: Weil durch den vermehrten Tourismus der letzten Jahre, auch abseits von Palma, immer mehr Privatautos in der Serra de Tramuntana unterwegs sind, gibt es Vorhaben, die Zufahrt einzuschränken. So ist aktuell ein Landschaftsgesetz in Planung, das vorsieht, die Fahrt mit Privatwagen in der Hochsaison zu verbieten. Das gilt jedoch nicht für Reisebusse – ein Besuch des Gebirgszuges wäre bei Eintreten des Gesetzes also noch immer möglich.
Tourismus und Herausforderungen in den Höhen der Serra de Tramuntana

Die schroffe Natur prägt von jeher die Mentalität der Bewohner. Sie sind das Leben in der Abgeschiedenheit der Täler und in der Isolation der Berghöfe gewohnt. Nun aber müssen sie zusammenarbeiten, um das gemeinsame, von der UNESCO geadelte Erbe zu bewahren. Nur wie lässt sich der neue Status vermarkten, wie an ihm verdienen, ohne dass das Erbe Schaden nimmt? Es sind vor allem die Bewohner der Tramuntana selbst, die eine Antwort finden müssen. Mehr als 90 Prozent der Fläche ist in Privatbesitz, die restliche Fläche mittlerweile – besonders in den Sommermonaten – so stark frequentiert, dass die Einheimischen sich nicht mehr nach Valldemossa oder Sóller wagen.
Tramuntana-Gebirge: Die schönsten Wanderwege

Die Serra de Tramuntana bietet sich bestens für Wanderungen ab – egal, ob es nun kurze Routen oder Mehrtageswanderungen sein sollen. Drei Highlights stellen wir Ihnen vor.
Von Deià nach Sóller: Der auf acht Tagesetappen ausgelegte Fernwanderweg GR221 führt 120 Kilometer durch die Tramuntana. Eine besonders schöne Etappe verbindet Deià und Sóller – dreieinhalb Stunden lang geht es durch Oliven- und Orangenhaine.
Von Son Marroig zur Punta de Sa Foradada: Vom Landgut Son Marroig zwischen Deià und Valldemossa geht es hinunter zur Halbinsel Sa Foradada, die wegen ihres Felslochs berühmt ist. Ein Abstieg mit herrlichen Ausblicken wartet auf Wandernde.
Insgesamt dauert diese Wanderung 2,5 Stunden. Wanderer müssen ein Eintrittsticket (4 Euro) für das Landgut lösen.
Zum Galatzó: Eine anspruchsvolle, aber ebenso eindrucksvolle Tour führt zum 1.026 Meter hohen Galatzó. Diese Route erfordert hohe Trittsicherheit. Sie startet nahe Estellencs an der Ma-10 bei Kilometer 97 und dauert vier Stunden.
Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Serra de Tramuntana?

Je nachdem, wo Sie in der Tramuntana unterwegs sind, können Sie die schönsten Orte der Insel erkunden. Empfehlenswert ist ein Abstecher ins schönste Bergdorf Mallorcas: Valldemossa. Hier scheint die Zeit inmitten mittelalterlicher Gebäude und kopfsteingeplfasterter Gassen stehen geblieben zu sein. Oder Sie fahren von Palma aus mit dem historischen Ferrocarril nach Sóller – im späten Winter oder Frühling lässt sich währenddessen mit Glück die Orangenernte am Wegesrand beobachten. Auch Deià, Andratx und Pollença sind absolut sehenswert.
Neben diesen pittoresken Orten sind aber auch die beiden Stauseen am Fuß des Puig Major ein Highlight in der Serra de Tramuntana. Der Gorg Blau und der Embalse de Cúber ziehen Besucher mit türkisblauem Wasser in ihren Bann. Mit einem Kanal sind die beiden Seen verbunden; die fungieren als Wasserspeicher für die Inselhauptstadt Palma.