Heimat von Odysseus: Urlaub auf Ithaka

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Zwanzig Jahre soll der mythische Held Odysseus gebraucht haben, um nach Hause, ins Königreich Ithaka, zurückzukehren. Seine sagenumwobene Irrfahrt nach dem Sieg über Troja erlebt dank Regisseur Christopher Nolan und seinem Film „Die Odyssee“ mehr als 2.600 Jahre nach der Niederschrift durch Homer aktuell eine wahrhaftige Renaissance. Im Zuge derer rücken nicht nur die Hollywood-Drehorte in ganz Europa, sondern auch die tatsächlichen Schauplätze in Messenien und anderen Teilen Griechenlands in den Fokus der Öffentlichkeit.
Zwanzig Jahre benötigen Urlauber heute nicht mehr, um Odysseus’ Heimat Ithaka im Ionischen Meer zu erreichen. Dennoch ist die Reise auf die unaufgeregte Insel – nicht einmal 4.000 Menschen leben hier – nördlich von Kefalonia nicht die kürzeste. Wer sich dennoch auf den Weg macht, findet rund um den Hauptort Vathy und die spektakulären Buchten vor allem eines: Ruhe, unberührte Natur und beschauliche Dörfer. Merian zeigt die sehenswerten Orte, Anreisemöglichkeiten und Hintergründe rund um Ithaka.
Sehenswerte Orte auf Ithaka

Hauptort Vathy
Nur 2.000 Bewohner zählt Vathy, der Hauptort von Ithaka. In einer tiefen, geschützten Bucht im Nordosten gelegen, ist der Hafen von Vathy der größte. Neben dem Fähranleger gibt es mehrere Tavernen, Bars und Unterkünfte rund um die Promenade. Die Häuser stammen größtenteils aus der Nachkriegszeit, nachdem das schwere Erdbeben von 1953 weite Teile der Altstadt zerstört hatte. Im Archäologischen Museum belegen Fundstücke aus mykenischer Zeit die frühe Besiedlung der Insel, ein kleines Folklore-Museum zeigt den Alltag der Neuzeit, der bis heute von Fischfang, Seefahrt und Landwirtschaft geprägt ist.
Strände auf Ithaka
Im Gegensatz zu den großen Ionischen Inseln Korfu, Zakynthos und Kefalonia lockt Ithaka nicht mit Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und touristischen Angeboten. Stattdessen finden Reisende hier vor allem eins: Abgeschiedenheit, Ruhe und Natur. Zu den schönsten Orten der Insel zählen die Strände im Nordosten, darunter die Paralia Gidaki und die Paralia Ceca, die lediglich vom Boot aus angesteuert werden können. Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet am Abschnitt Minimata oder am Skinos-Strand ebenso kristallklares Wasser, weißen Sand und viel Ruhe. Einen Abstecher wert sind zudem der Strand von Polis im Westen und die Paralia Kourvoulia im Norden.

Kioni
Schöner kann ein Fischerort kaum liegen: Unweit von Kourvoulia schmiegen sich in Kioni kleine Häuser und luxuriöse Ferienhäuser mit Blick über das Meer an den beschaulichen Hafen. Mit Einkaufsladen, Kirche, einer Handvoll Geschäften und einem Parkplatz hat der Ort alles, was er benötigt. Einige ausgezeichnete Tavernen grenzen direkt ans Hafenbecken.
Frikes
Nicht weniger malerisch und auf dem Weg nach Kioni gelegen, lädt das Hafendorf Frikes zu einer Rast mit Aussicht ein. An der Uferlinie gibt es mehrere Tavernen und Cafés mit typischen Spezialitäten wie Meeresfrüchten, Calamari und griechischem Salat. Ab hier starten Charterboot-Fahrten mit dem Yachtunternehmen Almyra Ithaca sowie Fähren nach Kefalonia und Lefkada.
Odysseus’ Heimat: Ithaka und die griechische Mythologie
Ob es sich bei der Insel mit ihrem heutigen Namen Ithaka tatsächlich um die Heimat des Odysseus handelt, bleibt bis in die Gegenwart ungewiss. Homers tatsächliche Anwesenheit oder andere literarische Bezüge lassen sich nicht eindeutig belegen. Es gibt jedoch Hinweise, dass dem Epos unter der örtlichen Bevölkerung eine große Bedeutung zukam. Unter anderem fand man Bronzemünzen mit der Figur des Odysseus sowie der Inschrift „Ithakon“. Auch wird diskutiert, ob es sich bei der Höhle der Nymphen nahe Vathy um eben jenes Versteck gehandelt haben soll, an dem Odysseus nach seiner Rückkehr Geschenke zwischengelagert hatte. Ausgrabungen förderten Funde wie mykenische Gefäße, Masken und Götterstatuen zutage.
Aus heutiger Sicht zweifeln Historikerinnen und Historiker die Verortung der Heimat des Odysseus an. In der Wissenschaft ist verbreitet, dass es sich bei dem beschriebenen Königreich wohl eher um die Nachbarinsel Kefalonia handelte, da diese deutlich größer, dicht besiedelter und somit um einiges bedeutender war als das kleine Nachbareiland Ithaka.
Die Geschichte von Ithaka

Als wichtige Insel des mykenischen Zeitalters wird das Alter der ersten Siedlungen Ithakas auf die Jungsteinzeit geschätzt. Nordwestlich der Ortschaft Platrithias liegt eine kleine antike Ausgrabungsstätte, auch als Schule des Homer bekannt. Hier sind jedoch nur noch wenige Relikte zu sehen, darunter eine zyklopische Befestigungsmauer, die aufgrund der großen, kreisförmigen Steine ebenso genannt wird. Frühe Siedlungen und Festungsanlagen bis in die römische Zeit fand man in der Gegend von Exogi und rund um Aetos im Westen der Insel. Weitere antike Fundstücke können Besucher im Archäologischen Museum von Stavros sowie in jenem von Vathy entdecken.
Vor allem aus strategischer Sicht war die Insel Ithaka von jeher von großer Bedeutung. Sowohl auf der West- als auch auf der Ostseite befinden sich bis heute natürliche Häfen, die sichere Überfahrten ermöglichten. Im Jahr 1185 eroberten Normannen das Gebiet und annektierten die Insel als Teil der Pfalzgrafschaft Kefalonia und Zakynthos. Nur wenige Jahre später übernahmen Venizianer und später die Osmanen das Kommando, bis Griechenland im 19. Jahrhundert schließlich seine Unabhängigkeit erlangte.
Wie kommt man nach Ithaka?

Schon Odysseus tat sich bekanntlich schwer, seine Heimat zu finden. Aus heutiger Sicht ist die Anreise nicht ganz so beschwerlich, wenn auch nur per Fähre möglich. Einer der zwei größeren Fährhäfen findet sich auf der westlichen Seite der Insel. In Piso Aetos endet die Verbindung zwischen Ithaka und der Nachbarinsel Kefalonia. Wer von Deutschland aus anreist, fliegt entweder in den Süden von Kefalonia (zum Beispiel mit Condor ab München und Discover ab Frankfurt), fährt ab hier in den Norden nach Sami und von hier aus mit der Fähre nach Ithaka. Die Fährfahrt dauert rund 20 Minuten.
Alternativ landen Flieger (zum Beispiel TUIfly ab Düsseldorf, Hannover und München) auf der Peloponnes in Araxos bei Patras, an dessen Hafen regelmäßig Fähren ebenfalls über Kefalonia nach Ithaka und auf die übrigen Ionischen Inseln ablegen. Diese längere Fährfahrt nimmt knapp vier Stunden in Anspruch. Eine weitere Anreisemöglichkeit ergibt sich über den Flughafen Aktio im Norden, die Insel Lefkada und eine weitere Fähre von Nidri nach Vary im Osten von Ithaka. Die Fährfahrt dauert etwa 45 Minuten.
Wegen des Fährtransfers und weniger Direktverbindungen zu den nahen Flughäfen kann die Anreise aus Deutschland nach Ithaka mitunter einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Wer die Reise entzerren will, plant für seinen Urlaub am besten weitere Stopps auf den sehenswerten Inseln Zakynthos und Kefalonia oder auch in Athen ein.
Reisezeit und Wetter auf Ithaka

Wie auf allen Ionischen Inseln herrscht auf Ithaka ein mediterranes Klima. Zwischen Juni und September liegen die durchschnittlichen Temperaturen rund um 25 Grad Celsius. Besonders heiß wird es in den Monaten Juli und August mit Durchschnittswerten von mehr als 28 Grad. Dann ist gleichzeitig Hauptreisezeit, die nicht nur ausländische Gäste, sondern auch griechische Urlauber nutzen, um ihren Sommer am Ionischen Golf zu verbringen. Mehr Ruhe und milderes Wetter herrschen ab September. Auch dann lädt das Mittelmeer mit Temperaturen um die 21 Grad zum Baden ein.
Hotels und Unterkünfte
Ithaka ist im Gegensatz zu ihren größeren Schwestern deutlich weniger touristisch erschlossen. Große Hotels und Anlagen internationaler Gruppen findet man auf der Insel nicht. Stattdessen liegt der Fokus auf der Vermietung von Herbergen und Luxusvillen. Drei besondere Unterkünfte auf Ithaka:
Elysium Exclusive Villas
Zwei voll ausgestattete Villen liegen am Traumstrand Afales im Norden von Ithaka. Drei Schlafzimmer, eine Terrasse und ein Infinity-Pool samt Aussicht auf das tiefblaue Meer erwarten Gäste der Villa Horizon. Für Paare bietet das kleinere Haus Bliss mit Schlafzimmer, Küche und Jacuzzi im Außenbereich denselben Ausblick.
Razos Windmill
Über der von Olivenbäumen bewachsenen Bucht Dexia thront die historische Windmühle, die heute als Ferienhaus vermietet wird. Durch das schwere Erdbeben von 1953 in weiten Teilen zerstört, wurde sie von der inhabenden Familie ab den 1980er Jahren renoviert. Heute können zwei Apartments gemietet werden.
Homers View
Odysseia und Iliada lauten die Namen der zwei Villen unweit der Afales-Bucht im Norden von Ithaka. In beiden Residenzen warten je ein Pool, zwei Schlafzimmer, Balkone mit Berg- und Meerblick, eine Küche sowie Terrassenbereiche auf Urlaubsgäste.