Die 9 schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf Korfu

Mit einer Größe von mehr als 550 Quadratkilometern ist Korfu die zweitgrößte der Ionischen Inseln westlich des griechischen Festlandes. Ähnlich wie die Nordsee-Insel Sylt ragt Korfu dabei nördlich über die Landesgrenze hinaus, von vielen Orten aus blicken Urlauber deshalb auf die albanische Küste. Weiter südlich liegen die Nachbarinseln Kefalonia und Zakynthos.
Wie sie bietet auch Korfu eine Mischung aus mediterraner Natur, flachen Sandstränden, zerklüfteten Bergregionen sowie historischen Dörfern und Städten. Nicht verwunderlich also, dass die Insel bereits seit den 1960er Jahren ein beliebtes Urlaubsziel für Aktivreisende, Sonnenanbeter, Kultur- und Geschichtsinteressierte aus ganz Europa ist. Wir zeigen neun der schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf Korfu.
Hafenort Kassiopi

Der Hafenort Kassiopi liegt im Nordwesten von Korfu und eröffnet von mehreren Punkten aus eindrucksvolle Blicke bis zur albanischen Küste. So zum Beispiel von der Burg von Kassiopi: Die Überbleibsel der byzantinischen Festung thronen auf einem Hügel über dem Dorf. Ebenfalls sehr sehenswert ist der Hafen von Kassiopi, an dem regelmäßig Boote und Yachten anlegen und der von Hotels und lebendigen Tavernen gesäumt wird. Tipp: Probieren Sie unbedingt hier das traditionelle Gericht Pastitsada: geschmortes Fleisch in einer würzigen Tomatensauce mit Pasta.
Wer sich nach einer Abkühlung im Mittelmeer sehnt, wird am Strand Bataria fündig. Der Kiesstrand liegt am Rande des Dorfes, das Meer eignet sich hier bestens zum Schwimmen.
Korfus höchster Berg: Pantokrator

Rund 25 Kilometer südlich von Kassiopi erhebt sich der höchste Berg der Insel: der Pantokrator. Wer gerne wandert, sollte diese Sehenswürdigkeit auf Korfu nicht auslassen. Etliche Wanderwege führen hinauf auf den gut 900 Meter hohen Gipfel, von dem sich ein beeindruckendes Panorama über die Landschaft aus Zypressen und Olivenbäumen sowie das Ionische Meer ergibt. Je nach Witterungsbedingungen kann man sogar bis nach Italien auf der anderen Seite blicken.
Einer der beliebtesten Wege nach oben ist der Wanderpfad vom alten Bergdorf Perithia aus. Wer es etwas gemütlicher mag, kann auch mit dem Auto bis auf den Gipfel fahren. Hier liegt auch das Kloster Moní Ypsiloú Pantokrátoros, dessen Gründung bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Auch heute leben noch Mönche im Kloster. Für gläubige Griechen ist die Anlage ein wichtiger Wallfahrtsort: Jährlich am 6. August, dem Feiertag des Pantokrator, kommen viele Insulaner hierher.
Naturparadies Korission-See

Allzu viele Touristen zieht es nicht an den Korission-See im Südwesten von Korfu. Umso besser für alle, die auf der Suche nach Ruhe in der Natur sind. Mit einer Länge von fünf Kilometern und einer Breite von zwei Kilometern ist die Lagune der größte See der Insel und wird von einem 6.000 Hektar großen Naturschutzgebiet umgeben. Unter anderem fühlen sich hier mehr als 120 Vogelarten wohl, dazu finden sich mit etwas Glück seltene Otter, Eidechsen, Schildkröten und Fischarten.
Rund um das Gewässer, das dicht ans Meer grenzt, schlängeln sich Wander- und Radwege. Für den frühen Abend sollten Besucher unbedingt Mückenspray einpacken. Übrigens: Wer den Besuch des Korission-Sees mit Sonnenbaden verbinden möchte, kann danach den Chalikounas Beach oder den Issos Beach besuchen, die beide ganz in der Nähe liegen.
Hauptstadt der Insel: Korfu-Stadt

Mit 32.000 Einwohnern ist Korfu-Stadt – oder Kerkyra, wie sie häufig auch genannt wird – das Zentrum der Insel. Besonders sehenswert: der historische Stadtkern, der bereits seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört – unter anderem deshalb, weil hier auf einzigartige Weise venezianische, britische und französische Architektur ineinander übergehen. Die engen Gassen schlängeln sich durch venezianische Häuserreihen in Pastelltönen, dazu Balkone mit bunten Blumen sowie traditionelle Holztüren. Ein Highlight in der Altstadt: die Liston Arkaden, eine Einkaufsstraße mit Geschäften, zahlreichen Cafés und Bistros. Ebenfalls einen Besuch wert sind die Plätze Platia Dimarchiou mit dem Rathaus und die Platia Kremasti.
Das Stadtbild wird von zwei Burgen geprägt: Die Alte Festung aus dem 16. Jahrhundert und die Neue Festung sind nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt und thronen über dem Hafen der Stadt. Korfu bietet außerdem etliche kulturelle Möglichkeiten: Neben dem Archäologischen Museum beherbergt die Stadt auch das Byzantinische Museum und das einzige Museum für Asiatische Kunst in Griechenland. Letzteres ist im Palast St. Michael und St. George untergebracht, einem Prachtbau im Regency-Stil von Architekt George Whitmore.
Foodies sollten unbedingt einen Stopp auf dem Wochenmarkt von Korfu-Stadt einplanen, wo fangfrischer Fisch und zahlreiche regionale Produkte ausliegen. Wer es etwas ruhiger mag, macht einen Abstecher ins Kampielo-Viertel, das älteste Quartier der Stadt.
Tipp: Von Korfu-Stadt aus ist es nicht weit zum Kloster Vlacherna auf der Halbinsel Kanoni. Von dort legen Boote ab zur kleinen, aber paradiesischen „Mäuseinsel“, die Kanoni vorgelagert ist.
Sisis Erbe: Der Achilleion-Palast

Dieses Schmuckstück wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sisi) erbaut, die sich einen Rückzugsort auf Korfu wünschte. Architekt Raffaele Caritto zeichnet verantwortlich für den neoklassizistischen, cremeweißen und mit Säulen versehenen Palast im Osten der Insel. Der Prachtbau wurde nach dem griechischen Helden Achilleus benannt, dessen Abbild in mehreren Statuen im dazugehörigen Garten verewigt wurde. Im Jahr 1907 kaufte der deutsche Kaiser Wilhelm II. den Achilleion-Palast und erklärte ihn zu seiner Sommerresidenz.
Die mit Fresken, Stuck und Marmor verzierten Innenräume können sich Besucher auch heute noch ansehen, dort sind auch originale Einrichtungsgegenstände und persönliche Gegenstände der kaiserlichen Vorbesitzer zu bestaunen. Ein Abstecher durch den Palastgarten wird mit einem hervorragenden Blick aufs Meer belohnt.
Kloster Paleokastritsa

Weiß getünchte Gebäude, steinerne Torbögen und bunte Bougainvilleen, die sich die Wände emporranken: Das ist das Kloster Paleokastritsa im Westen von Korfu. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert, noch heute leben hier einige wenige Mönche. Den Glockenturm, der den Innenhof des Klosters überragt, sehen Besucher schon von Weitem – er ist das Wahrzeichen der Abtei.
Das Kloster Paleokastritsa ist nicht nur optisch sehenswert, hier gibt es auch einiges zu entdecken: Im Klostermuseum beispielsweise werden liturgische Gewänder und alte Manuskripte ausgestellt. Im Klosterladen ist eine historische Olivenölpresse untergebracht, an der auch heute noch gezeigt wird, wie das Öl hergestellt wird. Ebenfalls vorhanden: ein gigantisches Wal-Skelett begutachten, dessen Herkunft bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Das Kloster thront sich auf einem Felsvorsprung über der Bucht von Paleokastritsa. Da der Blick gen Westen geht, ist dies einer der besten Orte, um den Sonnenuntergang auf Korfu zu beobachten.
Die unbesiegbare Festung: Angelokastro

Nur rund zehn Kilometer weiter nördlich wartet ein weiteres sehenswertes Bauwerk: die Burg namens Angelokastro. Die „Burg des Engels”, wie die Festung auf Deutsch heißt, verdankt ihren Namen zum einen dem Erzengel Michael – innerhalb der Burg gibt es auch eine Kapelle, die ihm gewidmet wurde –, zum anderen den Venezianern, die sie während ihrer Herrschaft auf Korfu errichtet haben und ihr den italienischen Titel verliehen.
Heute geht man davon aus, dass der Bau von Angelokastro schon um 1071 begonnen hat, die Burg aber erst im 13. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Zwischen 1386 und 1797 nutzten die Venezianer diese Festung, um Korfu vor feindlichen Angriffen zu schützen. Für viele Insulaner gilt Angelokastro noch heute als Symbol des Widerstands, denn diese Festung wurde niemals erobert.
Der beste Weg hinauf: zu Fuß. Die Wanderwege führen durch alte Olivenhaine. Neben der Kapelle des Erzengels Michael sind im Inneren auch die Ruinen der Garnison mit gut erhaltenen Wohnbereichen sehenswert.
Bergdorf Perithia

Wie aus der Zeit gefallen wirkt dieses Bergdorf im Inselinneren. Perithia ist der älteste noch existierende Ort auf Korfu mit nur wenigen Einwohnern. Als im 20. Jahrhundert die Gefahr von Piratenangriffen immer geringer wurde, zogen viele der einst 1.200 Einwohner in die Küstenorte von Korfu. Vor Ort gibt es noch rund 130 venezianische Häuser, verschiedene Kirchen und einige wenige Tavernen für Besucher. Dort können Sie beispielsweise Sykomaida, ein typisch griechisches Feigenbrot, kosten.
Perithia befindet sich auf einer Höhe von 420 Metern und ist von Kräuter- und Wildblumenwiesen umgeben. Von hier aus lässt es sich bestens auf den Pantokrator wandern.
Berühmte Zwillingsbucht: Porto Timoni

Postkartenidylle schlechthin: Die Zwillingsbucht Porto Timoni zählt zu den schönsten und zugleich bekanntesten Orten auf ganz Korfu. Ein schmaler Landstreifen trennt die beiden Badebuchten voneinander, die sich im Nordwesten der Insel auf einer Landzunge in der Nähe von Afionas befinden. Um hierherzukommen, müssen Reisende mindestens eine 30-minütige Wanderung einplanen. Alternativ gibt es Bootstouren.
Mittlerweile ist Porto Timoni Beach kein Geheimtipp mehr. Um die Schönheit des Strandes in Gänze aufsaugen zu können, sollten Gäste frühmorgens oder am Abend kommen – dann besteht die Chance, die Szene in Ruhe zu genießen. Beeindruckend ist auch schon der Blick von oben auf die Bucht.
Wichtig: Es gibt vor Ort keine Infrastruktur. Außerdem sind keine Schattenplätze vorhanden, daher ist es unabdinglich, genug Wasser und Sonnenschutz mitzuführen.