Griechenlands Süden: 9 Sehenswürdigkeiten in Messenien

Byzantinische Kirchen, venezianische Festungen und Landschaften, die Hollywood jüngst für den Film „Die Odyssee“ besuchte: Im Süden der Peloponnes reihen sich Antike, Mittelalter und Gegenwart dicht aneinander. Merian zeigt die spannendsten Ziele Messeniens.
Text Mila Krull
Datum23.07.2026

Wo einst Nestor, der edle Mythen-König von Pylos, über sein Reich herrschte, wachsen abertausende Olivenbäume zwischen antiken Ruinen und türkisblauen Buchten. Messenien, der südwestliche Zipfel der Peloponnes, ist eine der geschichtsträchtigsten Regionen Griechenlands. Mykener, Venezianer, Byzantiner und Osmanen hinterließen hier ihre Spuren, viele davon sind bis heute sichtbar. 

Auch landschaftlich lohnt Messenien eine Reise: Wasserfälle, Buchten und Lagunen laden zu Wanderungen und Ausflügen ein. Wir stellen neun der schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten der Region vor.

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Pylos

Strategisch wichtige Lage: Pylos und das Neokastro (rechts) an der Bucht von Navarino

Kaum mehr als 2.000 Menschen leben heute in Pylos am südlichen Ende der Bucht von Navarino. Dennoch zählt das Örtchen mit seinen Fischrestaurants, den Grills und dem schattigen Marktplatz zu den bedeutendsten der Region. Dieser Status geht vor allem auf die bewegte Vergangenheit des Ortes zurück, der als strategischer Kontrollpunkt immer wieder zum Austragungsort von bewaffneten Konflikten wurde. In der mykenischen Zeit trug sich in Pylos (zu Deutsch „Tor“) und auf der vorgelagerten Insel die Schlacht von Sphaktiria als Teil des Peloponnesischen Krieges zu. 

Ab dem 16. Jahrhundert übernahmen Osmanen die Herrschaft und errichteten die bis heute begehbare Festung Neokastro. Ein Besuch der Anlage lohnt unter anderem wegen der zugehörigen Kirche, die einst eine Moschee war, des Ausblicks auf die Bucht von Navarino und des kleinen, aber äußerst sehenswerten Archäologischen Museums. Hier wird unter anderem eines der ersten originalen Schriftdokumente des Okzidents ausgestellt, welches bei Ausgrabungen im nahen Palast des Nestor gefunden wurde.

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Methoni

„Odyssee“-Drehort und Wahrzeichen Messeniens: die Burg von Methoni

Gut zehn Kilometer südlich von Pylos findet sich mit Methoni eine weitere wichtige Bastion. Noch vor der Eroberung durch die Osmanen errichteten im 13. Jahrhundert die Venezianer am südwestlichsten Landzipfel Messeniens eine gewaltige Verteidigungsanlage. Deren beeindruckende Größe von rund 30.000 Quadratmetern lässt sich bis in die Neuzeit erahnen, einige Mauern und ganze Wehrtürme sind erhalten geblieben. Besonders ikonisch und ein Wahrzeichen der südlichen Peloponnes ist der Bourtzi-Turm von Methoni, der ins türkisblaue Wasser hinausragt und jüngst im Hollywood-Blockbuster „Die Odyssee“ als Drehort diente. 

Tipp: Nach dem Besuch der Burg von Methoni kann man am Strand und auf der gegenüberliegenden Agora mit ihren Cafés Schatten, kalte Getränke und die Aussicht genießen.

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Kalamata

Die Hafenstadt Kalamata, Hauptstadt von Messenien, lädt zu Spaziergängen an der Promenade.

Wie Pylos wird auch die Hauptstadt Messeniens von einer Festungsanlage überragt. Auf dem hohen Burgberg von Kalamata verschanzten sich einst Byzantiner, Frankokraten und – der Markuslöwe am inneren Tor deutet es an – Venezianer. Unterhalb erstreckt sich die Altstadt mit der Agii Apostoli, einer byzantinischen Kreuzkuppelkirche, deren Ursprung auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Historisch bedeutend: Im März 1821 wurde in der Kirche der Beginn des griechischen Freiheitskampfes gegen die Türkei verkündet. 

Nach einem schweren Erdbeben im Jahr 1986 mussten zahlreiche Gebäude, darunter auch die Kirche, neu errichtet werden. Der dadurch entstandene jüngere Teil von Kalamata erstreckt sich entlang der Uferpromenade mit vielen Hotels und Restaurants.

Tipp: Wer sich mit den berühmten Spezialitäten von Kalamata und Messenien, der Olive, ihrem Öl und Feigen eindecken will, besucht dafür am besten den Wochenmarkt, der jeden Mittwoch und Samstag zwischen 7 und 13 Uhr stattfindet.

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Sphaktiria, Voidokilia und die Lagune von Gialova

Links die Lagune von Gialova, rechts das Mittelmeer, dazwischen liegt der Voidokilia Beach.

Die Bucht von Navarino zählt mit ihrer vorgelagerten Insel Sphaktiria und dem Voidokilia-Strand zu den markantesten Landschaften Messeniens. Der Strandabschnitt in Form des griechischen Buchstabens Omega hat nicht erst seit Christopher Nolans Dreharbeiten zu „Die Odyssee“ Berühmtheit erlangt. In den Sommermonaten tummeln sich hier zahlreiche Sonnenhungrige und Badegäste, um das kristallklare Wasser und die außergewöhnliche Aussicht zu genießen. 

Deutlich ruhiger wird es nur einige Gehminuten entfernt rund um die Lagune von Gialova. Das ausgezeichnete Natura-2000-Areal ist das südlichste Feuchtgebiet des Balkans und zugleich ein Paradies für Vögel wie Flamingos, Reiher und Fischadler sowie Amphibien wie Schildkröten. Besonders: Gialova gilt als einziger Ort in Europa, an dem das Afrikanische Chamäleon beheimatet ist.

Vor allem historisch bedeutend ist hingegen die Insel Sphaktiria, die von der Antike bis ins 19. Jahrhundert Austragungsort von kriegerischen Auseinandersetzungen war. Auf dem unbewohnten Eiland befinden sich mehrere Denkmäler, die an die Griechische Revolution erinnern. Im Norden finden sich zudem antike Ruinen einer Befestigungsanlage. Sphaktiria lässt sich bestens per Boot, Kajak oder SUP erreichen.

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Costa Navarino

Pool, Sonne, Olivenbäume und Meer: Das Hotel The Romanos in Costa Navarino sorgt für Urlaubsflair.

Zwischen Pylos und dem Örtchen Romanos liegt die Ferienregion Costa Navarino an der gleichnamigen Bucht. Vier Hotels, mehr als 15 Restaurants, vier Golfplätze, Spas und Pools, der Flanierhafen Agos Navarino und zahlreiche Freizeitmöglichkeiten sind Teil des Angebots, das Gäste übergreifend nutzen können. Für Familien mit Kindern gibt es rund um die Hotels The Romanos, A Luxury Collection und The Westin Spiel- und Sportmöglichkeiten, ebenso im Aqua Park und der neu eröffneten Playmobil-Welt.

 Erwachsene Gäste finden im Adults-friendly W Hotel sowie im Mandarin Oriental ruhigere Bereiche. Zur weitläufigen Anlage, die auch Residenzen und Villen zur Miete anbietet, gehören zudem private Strandbereiche mit Liegen, Sonnenschirmen und den Beachbars Barbouni, Parelia, Ormos und Between.

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Hotel-Tipps

Als Verbund bündelt Costa Navarino mehrere Hotels, Restaurants, Freizeitmöglichkeiten, Geschäfte und Touren unter einem Dach. Der künstliche Flanierhafen Navarino Agora, vier Golfplätze, mehrere Tennisplätze, Privatstrände und Veranstaltungsflächen gehören ebenfalls zum Angebot.

The Romanos, a Luxury Collection Resort

Mit mehr als 300 Zimmern und Suiten zählt das The Romanos zu den größten Häusern von Costa Navarino. Im Urlaubsalltag ist davon wenig zu spüren: Die Gäste verteilen sich bestens auf den Strand, die Pools, die Restaurants und Bars. Ein Highlight sind neben dem hervorragenden Service die Swim-up-Zimmer mit Poolzugang sowie die Beachbar Barbouni. 

W Costa Navarino 

Als Adults-friendly Hotel empfängt das W Costa Navarino Gäste ab 12 Jahren. Lässige Stimmung, ein modern-sommerliches Design und besondere Events wie Hands-on-Dinner und DJ-Sets am Strand der Bucht sorgen für die locker-lässige Atmosphäre, für die die Gruppe auch an anderen Standorten bekannt ist. 

Mandarin Oriental Costa Navarino

Ausschließlich Suiten und Villen vermietet das Mandarin Oriental Costa Navarino. Spektakulär in die Hügellandschaft der Bucht gebaut, genießen Gäste von überall aus den Blick auf das Meer. Zu den kulinarischen Highlights zählen der Ormos Beach Club mit edlen Snacks und die Private Kitchen Experience von Headchef Bertrand Valegeas. 

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Wasserfälle von Polylimnio

Betörendes Farbenspiel: die Wasserfälle von Polylimnio

Dicht bewachsenes Hinterland, Trampelpfade, Kalksteinkaskaden und glasklares Flusswasser: Auf halber Strecke zwischen Kalamata und Pylos finden Reisende eine der schönsten Landschaften Messeniens. Der nächstgelegene Ort namens Charavgi ist Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Naturschutzgebiet Polylimnio („viele Seen“) mit anschließender Abkühlung in den natürlichen Pools. Die Wege im Naturschutzgebiet sind nicht ausgebaut, festes Schuhwerk ist daher ratsam, ebenso wie genügend Wasser und Proviant. In den Sommermonaten wird es dank des malerischen Panoramas entsprechend voll; wer früh morgens oder abends kommt, hat bessere Chancen auf ein Plätzchen.

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Palast des Nestor

Seit dem 13. Jahrhundert v. Chr. erhalten: Feuerstelle, Badewanne und Fässer im Palast des Nestor

Etliche mythologische Erzählungen drehen sich um Nestor, den mächtigen König von Pylos. Er gilt als wichtige Figur im Trojanischen Krieg und fand auch in Homers „Odyssee“ als wohlgesinnter, weiser Gastgeber Erwähnungen. Obwohl es Nestor nie gegeben hat, tragen gleich mehrere Orte in Messenien seinen ehrenvollen Namen, darunter eine antike Palastanlage nahe Chora. Die Reste der mykenischen Siedlung wurden in den 1940er Jahren vom US-amerikanischen Archäologen Carl Blegen entdeckt, der den Palast des Nestor benannte. Obwohl nicht belegt ist, dass sich Homer in seiner Niederschrift auf diesen Ort bezieht, lassen gefundene Schrifttafeln vermuten, dass die Herrscher von Pylos hier einst residierten. Heute kann man die überdachte Ausgrabungsstätte besuchen. Ein Rundweg führt über Mauern, Treppen, Fässer und Säulenreste hinweg; Infotafeln zeigen, wie die Anlage einst ausgesehen haben könnte.

Gefäße, Fässer, Malereien, Schmuck, Schriften und weitere archäologische Fundstücke des Palastes sollen perspektivisch im Archäologischen Museum von Chora ausgestellt werden. Dieses wird derzeit aufwändig umgestaltet und ist bis auf Weiteres geschlossen.

Messenien: Anreise, Wetter und Infos

Anreise

Zentrum von Messenien ist die knapp 70.000-Einwohner-Stadt Kalamata mit eigenem Flughafen. Von Frankfurt, Hamburg (beide Condor) sowie München (Discover) starten regelmäßige Ferienflieger. Alternativ ist eine Anreise zum Beispiel auch über Athen oder mit Umstieg in Wien oder Zürich möglich. Im kommenden Jahr soll der Flughafen Kalamata erweitert werden und somit Platz für weitere Flugverbindungen schaffen.

Wetter

Juli und August sind die wärmsten Monate des Jahres und zugleich Hauptsaison auf der Peloponnes-Halbinsel. Die Temperaturen erreichen während Hitzeperioden bis zu 40 Grad. Auch kann es zu hoher Luftfeuchtigkeit kommen, was Aktivitäten im Sommer beschwerlicher macht. Wer es lieber etwas lauer und milder mag, besucht die Gegend zwischen Ostern und Anfang Juli oder ab September. Die Saison endet an den meisten Orten im späten Oktober.

Nützliche Informationen

Wer mehr über archäologische Besonderheiten, Sehenswürdigkeiten und Ausgrabungsstätten in Messenien und Griechenland erfahren will, kann die kostenlose App Hellenice Heritage downloaden. Mithilfe von QR-Codes lassen sich so vielfältige Informationen und Audio-Guides abrufen.

hh.gr

Über weitere Aktivitäten, Orte und Sehenswürdigkeiten auf der Peleponnes-Halbinsel informiert das zuständige Tourismusbüro. 

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Archäologische Stätte Messene und Ithomi

Beachtliche Ruinen: Die Ausgrabungsstätte in Messene zeigt Relikte der Antike.

Bereits im 2. Jh. n. Chr. zeigte sich der griechische Gelehrte und Reisende Pausanias beeindruckt von den mächtigen Mauern des antiken Messene. Einst Hauptstadt der Region, finden sich an der heutigen Ausgrabungsstätte Überreste mächtiger Befestigungsanlagen, die um 370 v. Chr. im Schutze des Berges Ithomi errichtet wurden. Besonders gut erhalten sind das Arkadische Tor im Norden der Anlage, das Ekklesiasterion, die damalige Versammlungsstätte sowie ein Stadion. Die beeindruckende Stätte lässt sich auf eigene Faust oder im Rahmen einer Tour bestens erkunden. 

ancientmessene.gr

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Sapientza

Die südlich vor Methoni gelegene Insel Sapientza können Urlauber per Boot erreichen.

Die genaue Zahl griechischer Inseln dürften selbst offizielle Stellen nicht kennen – derart viele Felsen- und unzugängliche Eilande gehören zum Staatsgebiet. Eine unbewohnte, dennoch erreichbare Insel ragt unmittelbar vor Methoni aus dem Ionischen 

Meer: Sapientza lautet ihr italienisch anmutender Name. Das Gebiet steht unter Naturschutz, unter anderem wächst hier seit Jahrhunderten einer der ältesten mediterranen Wälder, in dem unter anderem wilde Ziegen leben. Trotzdem können Reisende die Insel im Rahmen einer Bootstour besuchen: Regelmäßig pendeln ab Methoni Ausflugsschiffe an die nördliche Bucht und bringen ihre Passagiere am Nachmittag wieder aufs Festland.