Alpenüberquerung: 5 Routen für Anfänger bis Profis

Einmal im Leben die Alpen zu Fuß überqueren: Das ist für viele Wandernde ein Traum. Die fünf schönsten Routen für eine Alpenüberquerung.
Text Wibke Helfrich
Datum09.07.2026

Manche Alpenüberquerungen überwinden nur den Hauptkamm, andere führen von Nord nach Süd oder von Ost nach West durch das ganze Gebirge. Die Schwierigkeitsgrade reichen von leicht bis anspruchsvoll, die Dauer der Wanderungen von sechs Tagen bis 23 Wochen. Die schönste Transalp? Für manche ist es eine stille, abgeschiedene Tour, für andere eine Wanderung, bei der sie das beste Essen und Hüttenflair genießen können. Bei den nächsten steht die spektakuläre Bergwelt im Vordergrund, oder es überwiegt der Wunsch, die Alpen aus eigener Kraft vom Berg bis zum Meer zu durchqueren. 

Jede Route hat ihren Reiz und hält einzigartige Erfahrungen für all jene bereit, die ihre Schuhe schnüren, um einfach mal loszuwandern. Autorin Wibke Helfrich hat die erste Route (Salzburg bis Triest) selbst erwandert und stellt hier weitere Favoriten vor.

1

Salzburg bis Triest

Es gäbe wahrlich Schlimmeres als hier anzukommen: Triest ist eine Perle an der Adria.

Der „Erfinder“ dieser Alpenüberquerung heißt Christof Herrmann. Er ist die Wanderung bereits fünfmal gegangen. Auf seiner Internetseite findet man verschiedene Varianten der Tour, außerdem Tipps zur Planung, Packlisten und vieles mehr. Zudem ist er Autor des entsprechenden Rother Wanderführers „Alpenüberquerung Salzburg – Triest: 28 Etappen durch 3 Nationalparks, 4 Länder und 7 Gebirgsgruppen bis ans Mittelmeer“. Dieser ist auch als Guide in der Rother-App erhältlich.

einfachbewusst.de

rother.app

2

Der Klassiker: München – Venedig

Die Dolomiten im Blick: Die bekannteste Alpenüberquerung führt Wandernde von München nach Venedig.

Die bekannteste aller Alpenüberquerungen führt in 29 Tagen über 554 Kilometer von Deutschland nach Italien. Dabei müssen 22.200 Höhenmeter bewältigt werden. Der sogenannte „Traumpfad“ gilt als mittelschwer und verläuft durch die Bayerischen Voralpen, das Karwendel, die Tuxer und die Zillertaler Alpen, das Pustertal, die Dolomiten und das italienische Alpenvorland. 

muenchen-venedig.net

3

Die kompakte Tour: Oberstdorf – Meran

Hier zu sehen: das Pitztal auf dem Europäischen Fernwanderweg E5.

Ein weiterer Klassiker ist ein Abschnitt des Europäischen Fernwanderwegs E5, der in Oberstdorf im Allgäu beginnt und nach acht Tagen, 111 Kilometern und 6.000 bewältigten Höhenmetern in Meran in Südtirol endet. Auf dem ebenfalls mittelschwer bewerteten Weg durch die Allgäuer und Ötztaler Alpen und das Schnalstal kann man Murmeltiere und mit Glück Steinböcke beobachten und einen Abstecher zur Ötzi-Fundstelle machen.

fernwanderweg-oberstdorf-meran.de

4

Die Langstrecke: Via Alpina

Dieser Abschnitt der Via Alpina befindet sich in den Julischen Alpen von Slowenien.

Wer mehrere Monate Zeit hat, kann eine ganze Saison lang über die Alpen wandern. Die Via Alpina führt von der Adria über unzählige Gipfel bis zum Mittelmeer. Auf 116 Etappen durchquert sie auf 2.000 Kilometern acht Länder. Natürlich lassen sich auch hier kürzere Mehrtageswanderungen auf einzelnen Teilabschnitten unternehmen. 

via-alpina.org

5

Der Gang in die Geschichte: Via Claudia Augusta

Auch das beschauliche Füssen im Allgäu liegt an der Via Claudia Augusta.

Auf römischen Pfaden bewegt sich, wer auf der Via Claudia Augusta nach Süden wandert. Der römische Kaiser Claudius baute diese im ersten Jahrhundert zur ersten befestigten Handelsstraße zwischen der Adria und Augsburg aus. Diese von den Anforderungen eher leichte Alpenüberquerung führt über den Fernpass und Reschenpass von der Donau bis zum Po. Im Unterschied zu den anderen Alpenüberquerungen sollte man hier allerdings die heißen Sommermonate Juli und August – eigentlich ja Hauptsaison für Transalpinisten – meiden.

viaclaudia.org

Übrigens: Weitere Tipps von Autorin Wibke Helfrich rund ums Wandern und andere Outdoor-Aktivitäten finden Sie hier.