Niederzissen Bausenberg © Dominik Ketz
Natur

Die Vulkaneifel: Sie sind unter uns!

Vor Jahrtausenden formten Vulkane die Landschaft der Eifel. Ihr Erbe sind Krater und Maare, die heute zu einem UNESCO-Geopark gehören – eine Landschaft voller spannender Entdeckungen und Ausflugsziele.

Text Burkhard Maria Zimmermann

Wenn vor 12.900 Jahren schon Menschen in der Eifel lebten, dann darf man hoffen, dass sie rennen konnten, und zwar schnell. Damals geschah eine unvorstellbare Eruption, bis zu 30 Kilometer stieg die Aschewolke in die Höhe, während rund 6,5 Kubikkilometer Magma nach oben gerissen wurden und sich über die Landschaft ergossen – eine Masse von ungefähr 1500 Fußballfeldern, 50 Meter hoch mit Magma bedeckt. Nach der Eruption sackten die Ränder ein, zurück blieb ein Krater, der sich mit Grundwasser und Regen füllte und heute ein beliebtes Reiseziel ist: der Laacher See.

Größte Eruption seit 200.000 Jahren

Vulkan © Dominik Ketz

„Dieser Ausbruch war die mit Abstand größte hochexplosive Eruption in Mitteleuropa in den letzten 200.000 Jahren“, sagt Professor Hans-Ulrich Schmincke, der seit den siebziger Jahren den Vulkanismus der Eifel erforscht.

Diese ungewöhnliche Landschaft ist heute als Geopark Vulkaneifel von der UNESCO anerkannt. Die Vulkane hinterließen der Eifel Bodenschätze, und sie modellierten auch die Landschaft enorm abwechslungsreich. Die abschüssigen Krater der Vulkankegel sind beliebt bei Wanderern und Mountainbikern, und die Maare sind nicht nur schön anzuschauen, einige sind auch zum Schwimmen, Rudern und Tretbootfahren freigegeben.

Wird es einen neuen Ausbruch geben?

Unter der Eifel lagert weiterhin eine riesige Magmablase. Wird es also in absehbarer Zeit wieder einen Vulkanausbruch geben? Die kurze Antwort: Nein. Die lange Antwort: Nein, es sei denn, es passiert doch. Wer es genauer wissen möchte: Die große Reportage von Autor Burkhard Maria Zimmermann über die unterirdischen Aktivitäten finden Sie im MERIAN-Heft „Eifel“ vom Mai 2021.

Die schönsten Ausflugsziele rund um die Vulkane der Eifel

Der Geopark Vulkaneifel

Seit 2015 ist die Vulkaneifel von der UNESCO als Natur-und Geopark anerkannt, also als Region, in der besondere Phänomene aus der Geschichte des Planeten ihren Niederschlag finden. Nur fünf weitere Gebiete in Deutschland haben diese Auszeichnung erhalten, sie alle sind Teil eines weltweiten Netzwerks aus 161 Geoparks in 44 Staaten. Etwas länger, seit 2010, gehört die Vulkaneifel zu den nationalen deutschen Naturparks.
www.geopark-vulkaneifel.de

In Maaren baden

Schon mal in einem einstigen Vulkan die Schwimmflügelchen aufgeblasen, viele Kilometer über einer riesigen Masse aus glühendem Gestein? Hier ist die Gelegenheit: Das Gemündener Maar, das Meerfelder Maar, das Schalkenmehrener Maar und das Pulvermaar bei Gillenfeld sind zum Schwimmen freigegeben.
www.eifel.info/ausflugsziele

Laacher See © Dominik Ketz

Kloster Maria Laach

Stolz ist nun wahrlich keine christliche Tugend, aber so ganz können die Benediktinermönche vom Kloster Maria Laach ihn nicht verbergen: Sie haben nun mal eine der beeindruckendsten romanischen Kirchen der Republik. Imposant erheben sich die sechs Türme der großen Basilika, 1156 geweiht, unweit vom Ufer des Laacher Sees, und auch hier wurde Lavagestein aus der Umgebung verbaut. Zum „Seehotel Maria Laach“ gehören zwei Restaurants und ein Café mit Konditorei – vielleicht einer der schönsten Orte für eine Pause in dieser faszinierenden Landschaft.
www.maria-laach.de
www.seehotel-maria-laach.de

Lava Dome, Mendig

In einer Tiefe von 32 Metern liegt unter Mendig ein rund drei Quadratkilometer großes System aus Gängen und Kellern: Hier hatten einst die Menschen das Gestein aus der Tiefe gehauen, um Mühlsteine zu fertigen, später lagerten die Brauereien der Stadt in den kühlen Hallen ihr Bier. Heute leiten Führungen durch das System mit den bizarren Steinformationen der Gänge und Wände: Man geht gleichsam durch eine künstliche Höhle in einem erkalteten Lavastrom und sieht so das Innere dessen, was einmal eine zerstörerische Lawine aus geschmolzenem Gestein war.
www.lava-dome.de

Maarmuseum, Manderscheid  

Schon die Architektur der ehemaligen Turn- und Festhalle aus dem Jahr 1927 ist faszinierend: Das Gebäude wirkt wuchtig, wie ein paar zusammengedrängte weiße Zylinder. Drinnen informieren Fossilien, Mineralien und Karten über die Entwicklung der Maare und ihre Bedeutung für die Geologie. Zu den Highlights der Ausstellung gehört eine versteinerte trächtige Stute, die vor rund 45 Millionen Jahren in dem See eines Maars verendete.
www.maarmuseum.de

Vulkaneifel Therme, Bad Bertrich   

Wie praktisch: Das Wasser für diese Wellnessanlage wird beim Aufstieg aus dem Erdinnern mit Mineralien angereichert und angewärmt – beste Bedingungen, um sich mal ein Stündchen entspannt zu bewegen oder auch entspannt eben nicht zu bewegen.
www.vulkaneifeltherme.de

Vulkanhaus, Strohn

Bebender Fußboden! Lavaströme zum Greifen nah! Ein Magmaklumpen, fast so groß wie ein Haus! Das Vulkanhaus in Strohn macht den Vulkanismus der Eifel für Kinder und Eltern zum Abenteuer.
www.vulkanhaus-strohn.de

Ultraleichtflug Dauner Maare © Dominik Ketz

Vulkanmuseum, Daun

Was ist Kontinentaldrift? Wie sieht eine Magmakammer aus? In dem alten Haus eines früheren Landratsamtes vermitteln Gesteine, Zeichnungen und Modelle viele spannende Informationen rund um den Vulkanismus in der Eifel. Wer das alles noch nicht plastisch genug findet, kann mit einem Knopfdruck einen Vulkanausbruch auslösen.
www.vulkaneifel.de

Wandern auf Vulkanen

Die Pfade führen von Gerolstein, Manderscheid, Müllenborn und vielen anderen Orten durch schattige Wälder, entlang der Ränder von Vulkankratern und durch alte Höhlen, aus denen einst Basalt für Mühlsteine geschlagen wurde. Mit unterschiedlichen Längen zwischen etwa zwei und neun Kilometern finden sich Touren für jedes Leistungsniveau.
www.geopark-vulkaneifel.de

Wasserfontäne, Wallenborn

Da haben die Leute in Wallenborn schon eine vier Meter hohe Wasserfontäne, die als Ergebnis unterirdischer Höllenmächte alle halbe Stunde aus dem Boden schießt, und wie nennen sie dieses diabolische Phänomen? Brubbel. Etwa sechs Minuten lang gibt der Brubbel alles – falls Sie nach diesem aufregenden Erlebnis nicht richtig zur Ruhe kommen, bringt der nahe Hinterbüsch-Pfad mit dem ganzen Charme der Eifellandschaft eine willkommene Ablenkung.
www.eifel.info/wandern

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