The Jefferson: Erste Einblicke in Hamburgs neues Luxushotel

Wer schon einmal um die Hamburger Außenalster spaziert ist, dem dürfte dieses strahlende Ensemble nicht entgangen sein: Als „Kleines Weißes Haus“ beherbergte der Komplex aus zwei miteinander verbundenen Villen mehr als sieben Jahrzehnte lang das Hamburger US-Generalkonsulat.
Seit der Hamburger Architekt Martin Haller die Häuser Ende des 19. Jahrhunderts erbauen ließ, findet sein klassizistischer Bau große Beachtung: „Es ist zweifellos eines der besten zehn Häuser der US-Regierung in der ganzen Welt“, lobte der ehemalige Generalkonsul Christopher F. Lynch einst bei seiner Verabschiedung.
Geschichte des Gebäudes und Pläne für The Jefferson
Während Minister, Hollywood-Stars, Kanzler und andere bedeutende Persönlichkeiten ein- und ausgingen, kamen zeitgleich nur wenige Hamburger in den Genuss der repräsentativen Räumlichkeiten. Als geschichtsträchtiger, politisch bedeutender Außenposten – bereits 1790 nahm die Auslandsbehörde als erste US-amerikanische Vertretung in Deutschland ihre Arbeit auf – blieb der breiten Öffentlichkeit der Zutritt zum streng bewachten Gebäude bis heute verwehrt.
Ein Umstand, der sich bald ändert. Mit dem Umzug des Konsulats in die Hamburger Hafencity im Jahr 2022 ging eine der begehrtesten Immobilien der Stadt auf den Markt – und wurde umgehend verkauft. Hinter dem beachtlichen Investment steht der Münchner Max Schlereth, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Derag, die unter dem Namen Living Hotels bereits mehrere Häuser in Europa führt.
The Jefferson: US-Konsulat wird zum Boutiquehotel

Seit zwei Jahren laufen die Renovierungsarbeiten am Alsterufer. Wo einst politische Empfänge, Sitzungen und Bankette ausgetragen wurden, entsteht aktuell ein neues, luxuriöses Boutiquehotel. 81 Zimmer sind für das Haus namens Living Hotel The Jefferson geplant. Damit dürfte es hier deutlich intimer werden als die Nachbaradressen: Das altehrwürdige Hotel Vier Jahreszeiten und das moderne The Fontenay sitzen beide in unmittelbarer Nähe am westlichen Alsterufer.
Nur knapp 30 der Zimmer und Suiten sollen in den ehrwürdigen Altbau mit seinen Kassadendecken und edlen Böden ziehen. Die restlichen Zimmer sind Teil eines neuen Gartenhauses, welches das Architekturbüro Störmer und Murphys verantwortet.








Für die Innenausstattung hat Living Hotels das Design- und Architekturbüro Stephen Williams Associates engagiert. Das Hamburger Unternehmen konzipierte unter anderem das Interior Design des Hotel Tortue. Erste Entwürfe zeigen modernes, geradliniges Mobiliar mit hellen Erdtönen. Auch gewährt die Derag Einblicke in die laufenden Bauarbeiten.
Konzept und Details zum The Jefferson
Aus den bisher bekannten Plänen geht hervor, dass das künftige Boutiquehotel einen besonderen Fokus sowohl auf Privatsphäre als auch auf Individualität legt. Rund um den von außen uneinsehbaren Neubau im hinteren Bereich entsteht eine Gartenanlage. Autos finden auf dem Gelände keinen Platz, die Wagen bringt der Concierge-Service stattdessen in nahen Garagen unter. Das denkmalgeschützte Gebäude, die historischen Materialien und die baulichen Gegebenheiten erfordern individuelle, mitunter komplexe Lösungen. „Jeder Raum ist ein eigenes Projekt“, ließ Architekt Stephan Murphy während eines Ortstermins im Juni verlauten.
Auch Nachhaltigkeit soll im The Jefferson eine Rolle spielen. Das neue Gartenhaus wird mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, einige Asphaltflächen werden entsiegelt und neu bepflanzt. Probebohrungen auf dem Gelände sollen zudem zeigen, ob Geothermie für die Energieversorgung genutzt werden kann.
Neues Restaurant und Bar an der Alster

Neben den Zimmern und Suiten sowie einem kleinen Spa-Bereich, die den Gästen vorenthalten sind, entstehen im The Jefferson auch öffentlich zugängliche Bereiche. Zentral ist das Restaurant mit 110 Plätzen, auch eine Bar mit 25 Plätzen empfängt aushäusige Gäste. Darüber hinaus soll es einen umfangreichen Weinkeller mit Platz für Tastings sowie eine Zigarren-Lounge geben.
Ein offizielles Eröffnungsdatum für das The Jefferson wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Umbaumaßnahmen sollen zum Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein.