Blauer Saal: Burg Hohenzollern © Georg Knoll
Kultur

Burg Hohenzollern: Das Traumschloss auf der Alb

Sie stellten Kaiser und Könige, ihr Name hat die deutsche Geschichte geprägt. Auf der Schwäbischen Alb hat die Hohenzollern-Dynastie ihre Wurzeln. Die Stammburg bei Hechingen ist ein neogotisches Meisterwerk, das Disneys Dornröschenschloss inspiriert hat.

Dornröschen im Joint Venture

Dornröschen Schloss: Burg Hohenzollern © Georg Knoll

Burg Hohenzollern hat in normalen Jahren leicht mehr als 300.000 Besucher im Jahr. Ihre Mauern und Türme sind schon von Weitem sichtbar und erinnern an Dornröschens Schloss bei Walt Disney – was ein Grund für die Beliebtheit sein dürfte. Der Rummel ist nicht so groß wie beim bayerischen Neuschwanstein, dafür loben Architekturkenner den weniger theatralischen Auftritt der Hohenzollern.

Das Bauwerk ist den Hohenzollern wichtiger als jeder andere Platz. Es ist ihre Stammburg, heute ein Joint Venture der beiden seit 800 Jahren getrennten Familienlinien: Ein Drittel der Anlage gehört Fürst Karl Friedrich vom schwäbischen Zweig, zwei Drittel Prinz Georg Friedrich von Preußen.

Die erste Burg ist leider vergessen

Michaelskapelle © Georg Knoll

Auf dem Bergkegel mit den steilen Hängen bei Hechingen lebten schon vor fast 1000 Jahren Hohenzollern. Die ersten bekannten Familienmitglieder, die Grafen Burchard und Wezil, residierten hier in einer Festung, über die man aber kaum etwas weiß. Der älteste erhaltene Teil der Burg ist die Michaelskapelle aus dem 13. Jahrhundert mit ihren wunderbaren, mit Ranken bemalten Glasfenstern.

Ein Showroom der Neogotik

Grafensaal © Georg Knoll

Die Burg von heute ist die dritte Anlage an dieser Stelle – errichtet ab 1844 in einer Zeit, in der man eigentlich keine Burgen mehr brauchte. Geprägt ist sie vom Stil der Gotik, Spitzbögen und Kreuzgewölbe sind fast überall zu sehen. Die Entwürfe stammen vom Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler, einem Meister des historistischen Bauens.

Wer vom Burghof aus die Innenräume betritt, ist nach wenigen Schritten im 25 Meter langen Grafensaal – einem Showroom der Neogotik. Grau-weiße Marmorsäulen tragen ein vergoldetes Kreuzrippengewölbe, durch Spitzbogenfenster fällt warmes Herbstlicht in den Festsaal. Dahinter liegen Schlaf-, Wohn- und Empfangszimmer von König und Königin, üppig ausgestattet mit Kassettendecken, Malereien und bunten Fenstern wie in einer Kathedrale.

Friedrichs Einschussloch

Schatzkammer © Georg Knoll

Sehr sehenswert sind auch die anderen Prunkräume der königlichen Familie, etwa der Blaue Salon mit seinem Alkoven mit weitem Blick auf die Alb. In der früheren Schlossküche ist heute eine Schatzkammer untergebracht. Zu sehen ist unter anderem eine Uniform Friedrichs des Großen mit einem Einschussloch. Nur eine Tabakdose in seiner Brusttasche soll dem König das Leben gerettet haben.

Wer hier Geschmack an Burgen gefunden hat: Die Alb hat noch viel mehr zu bieten.

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