Schloss Neuschwanstein © Darshana Borges
Sehenswürdigkeiten

Neuschwanstein: So sieht das Märchenschloss von innen aus

Das märchenhafte Neuschwanstein, quasi das Schloss der Schlösser, ist ein Kulturschatz von globaler Güte. Nicht umsonst kommen jährlich Tausende Besucher:innen nach Schwangau. Wir stellen die innen liegenden, architektonischen Höhepunkte des Bauwerks sowie dessen unvorstellbare Schätze vor.

Kein geringeres Schloss als dieses inspirierte den großen Märchenerzähler Walt Disney als Vorlage zu seinem „Magic Kingdom“ in Disney World. Noch heute beeindruckt Schloss Neuschwanstein Menschen aus allen Ländern und ist Nominierungskandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe.

Wir werfen einen Blick auf das Vermächtnis des sagenumwobenen Ludwig II., das nicht nur äußerlich fasziniert, sondern auch innen spektakuläre Highlights zu bieten hat – und zeigen Ihnen unter anderem Bilder vom Thronsaal, dem Sängersaal und der ungewöhnlichen Grotte samt Wintergarten.

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Nördlicher Treppenturm von Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein Palmenkuppel © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges

Er ist im wahrsten Sinne des Wortes das Größte an diesem Schloss: Mit seinen 65 Meter Höhe überragt der Nordturm das Gebäudeensemble um mehrere Stockwerke. Innen prunkt unter der Kuppeldecke ein prächtiger Sternenhimmel, dem sich eine mächtige stilisierte Palme entgegenstreckt – natürlich mit Ludwigs berühmt-berüchtigter und an Versessenheit grenzender Liebe selbst zum feinsten Detail.

Innen liegender Höhepunkt: Der Sängersaal

Schloss Neuschwanstein Sängersaal © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges

Für Ludwig war er gewiss so etwas wie die Seele des Schlosses: Nach dem Vorbild der Wartburg, in deren eigenem Sängersaal angeblich der berühmte Sängerstreit aus Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ ausgetragen wurde, ist dieser prachtvolle Raum konzipiert. Der Bayern-König verehrte den eigenwilligen Komponisten über alle Maßen – so finden sich hier auch Wagners Opernheld Lohengrin und sein Vater Parzival an den Wänden wieder.

Thronsaal als Herzstück von Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein Thronsaal © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges

Gleich über zwei Geschosse laufend und von einem monumentalen, vier Meter hohen und frisch restaurierten Kronleuchter erhellt, ist der Thronsaal – der übrigens nie einen Thron sah – das Herzstück von Neuschwanstein. Ludwig verstand sich selbst als Mittler zwischen Kirche und Staat, die Raumgestaltung in byzantinisch-kirchlicher Anmutung und mit vielen Bildnissen sowohl von Königen als auch christlichen Motiven führt diese beiden Welten zusammen.

Schloss Neuschwanstein Thronsaal © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges
Schloss Neuschwanstein Thronsaal © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges
Schloss Neuschwanstein Thronsaal © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges

Schlafgemach mit Prunkbett

Schloss Neuschwanstein Schlafsaal © Bayerische Schlösserverwaltung/www.kreativ-instinkt.de

Die Wagner-Festspiele ziehen sich sogar bis ins Schlafzimmer. Leitmotiv des reich verzierten Ruheraums ist die Legende der von Wagner 1865 in München uraufgeführten Oper "Tristan und Isolde", für die sich der König hingebungsvoll und großzügigst enagierte, nachdem die Premiere wegen der Aufwendigkeit des Projekts mehrfach verschoben werden musste. Sehenswert ist natürlich auch das Prunkbett, für dessen Baldachin 15 Schnitzer vier Jahre lang gearbeitet haben sollen, sowie der Waschtisch mit Wasserspender in Schwanenform.

Grotte von Schloss Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein Grotte © Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung/Foto: Darshana Borges

Höhlen-Feeling zwischen Wohn- und Arbeitszimmer: Die künstliche Tropfsteinhöhle erstaunt Besucher, sie konnte einst farbig beleuchtet werden und war sogar mit einem Wasserfall bedacht. Und auch hier darf Wagner nicht fehlen: Forscher sehen Bezüge zum Wohnsitz der Venus im „Tannhäuser“. Der durch einen versenkbaren Felsen freigegebene Weg in den Wintergarten zieht den Blick weit hinaus ins Alpenvorland.

Marienbrücke als Aussichtspunkt

Marienbrücke bei Schloss Neuschwanstein © natürlich Natur-stock.adobe.com

Endlich ist diese märchenhafte Aussicht aufs Märchenschloss zurück! Nach über einjähriger Restaurierung, bei der alle acht Halteanker 15 Meter tief im Fels erneuert wurden, ist die Marienbrücke seit Sommer 2022 wieder für Besucher geöffnet. Nur 35 Meter lang, führt die Brücke in 90 Meter Höhe über die Pöllat und schenkt unvergessliches Schlosskino im Breitwandformat.

König Ludwig II. begeisterte sich früh für die Baukunst

Der einsame Ludwig II., 1845 geboren und 1864 als König inthronisiert, wurde 1886 nach seiner Entmündigung unter bis heute mythisch-ungeklärten Umständen am Starnberger See tot aufgefunden. 

Sein architektonisches Talent hatte der Großvater Ludwig I. bereits früh erkannt: „Bei der Christbescherung bekam Ludwig das Siegestor aus Baustein-Holzen – zu bauen liebt er, vorzüglich, überraschend.“ Die jäh frühe Königwerdung fiel in eine Zeit politischen Wandels, der überforderte junge Ludwig wurde vom neuen deutschen Kaiserreich und dem Preußen-Kanzler Bismarck an den Bedeutungsrand gedrückt und flüchtete sich ab 1869 mit dem Bau Neuschwansteins in eine Traumwelt von Glanz und Gloria. Die aber wollte er mit niemandem teilen, Besucher sollte sein Rückzugsort nie haben. Das tragische Ende inspirierte bayerisches Liedgut wie das „Koenig Ludwig Lied“: „All zu früh mußt du dich trennen, fort von deinem Lieblingsplatz. Neuschwanstein, stolze Feste, warst des Königs höchster Schatz!“

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