Uracher Wasserfall © Kevin Kurek
Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Ausflüge auf der Schwäbischen Alb

MERIAN-Autorin Andrea C. Bayer ist in Ellwangen auf der Ostalb aufgewachsen. Gerne spürt sie auf der Schwäbischen Alb Kindheitserinnerungen nach, aber ebenso gerne entdeckt sie Neues. Hier zeigt sie ihre zehn schönsten Ausflugsziele in der Region. Extra-Tipp: die köstliche schwäbische Küche!

1

Schmuckes Bad Urach

Bad Urach © Bad Urach Tourismus/ Achim Mende

In der spätmittelalterlichen Residenzstadt im Ermstal möchte ich sofort länger bleiben, auf dem Marktplatz mit seinem spätgotischen Brunnen und den schmucken Fachwerkbauten verweilen, mir die steilen Anstiege ringsum erwandern und im Thermalbad mit Quellwasser aus 770 Meter Tiefe entspannen. Und dann gibt es da ja noch die spätgotische Amanduskirche, erbaut aus markant-löchrigem Kalktuff, der für die Region typisch ist. Mein Extra-Tipp: Besuchen Sie den Uracher Wasserfall an einem Regentag, dann ist weniger los, und mit etwas Glück entdeckt man mitten auf den Wegen sogar Feuersalamander.

2

Großes Lautertal

Großes Lautertal © Steffen Steinhäußer

Die Flusstäler der Alb haben ihren eigenen Charme. Eines der schönsten ist das Große Lautertal, in dem sich der Fluss auf seinem Weg zur Donau durch Wiesen und Auen schlängelt, vorbei an Felsformationen, kleinen Stromschnellen und mittelalterlichen Burgen und Ruinen. Als leidenschaftliche Paddlerin möchte ich diesen Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb gerne mal vom Wasser aus erleben – was dank Bootsverleih in Münsingen ganz einfach machbar ist.

3

Einzigartig: Die Wimsener Höhle

Wimsener Höhle © www.reinhold-schumann.de

Die Schwäbische Alb ist ein Traumziel für alle, die gerne Höhlen erkunden. Mein Favorit ist die Wimsener Höhle. Die Besichtigung der Wasserhöhle dauert zwar nur zehn Minuten, ist aber ein Erlebnis, das es nirgendwo sonst in Deutschland gibt: Auf einer geführten Bootstour lässt man sich rund 70 Meter weit in die Höhle hineinschippern. Den Besuch kann man gut mit einem Abstecher zum barocken Münster Zwiefalten verbinden, von dem aus man eine kleine Rundwanderung zur Karsthöhle und zurück unternehmen kann.

4

Zehn Tausender erwandern

Hochgehen, weit blicken und tief durchatmen: Auf der Schwäbischen Alb muss man einfach zwischen oben und unten pendeln, um die Dimensionen der Landschaft so richtig zu erfassen. Sehr gut geht das in der „Region der 10 Tausender“ am westlichen Ende der Alb. Hier sind, ausgehend vom Ort Wehingen, zehn der höchsten Berge der Region in drei Wanderrouten zusammengefasst. Ob einzelner Gipfel – zum Beispiel der Lemberg mit seinen 1015 Metern Höhe – oder sportlich ambitioniert alle zehn an einem Tag: Vesperpause nicht vergessen!

5

Römische Spuren auf der Ostalb: Aalen

Tiefer Stollen © Besucherbergwerk Tiefer Stollen

Auch der Ostrand der Alb hat viel zu bieten. Aalen zum Beispiel: Wo einst das größte römische Reiterkastell nördlich der Alpen lag, informiert heute das Limesmuseum über die römischen Grenzanlagen – und im Urweltmuseum bestaunt man eine Sammlung von über 1500 Versteinerungen. Selbst auf Fossiliensuche begeben kann man sich auf dem Weg, der von den Limes-Thermen an einem kleinen Steinbruch vorbei hoch zum Aussichtsturm Aalbäumle führt. Danach geht’s in die Tiefe: Im benachbarten Wasseralfingen fährt man mit der gelbschwarzen Grubenbahn ins Besucherbergwerk Tiefer Stollen ein.

6

Wallfahrtskirche Ave Maria

Typisch für das Landschaftsbild meiner alten Heimat sind Kapellen, Kirchlein und Bildstöckchen am Wegesrand. Besonders mag ich die kleine spätbarocke Kirche Ave Maria oberhalb von Deggingen im Filstal. Am Hang gelegen, erreicht man das ehemalige Kapuzinerkloster zu Fuß auf einem 14 Stationen umfassenden Kreuzweg. Besonders schön: der Ausblick übers Tal im warmen Frühabendlicht und ein Waldspaziergang zur Ave-Quelle, der heilende Kräfte zugesprochen werden und die in jedem Fall durch ihr eisig-klares Wasser überrascht. Wer es opulenter mag, ist im Oberen Donautal richtig: Hier liegt die Erzabtei Beuron mit ihrer reich verzierten Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert.

7

Freilichtmuseum Beuren

Freilichtmuseum Beuren © neumannteufeldesign, nexd

 Für das Freilichtmuseum Beuren plant man am besten einen ganzen Tag ein und nimmt die Familie mit. 25 Originalgebäude von der Schwäbischen Alb und aus dem Neckarland erzählen hier die Geschichte von typisch dörflicher Struktur und vom Alltag zurückliegender Zeiten. Dazwischen bunte Hausgärten, Schafe, Hühner, Ziegen und Obstwiesen sowie das  „Tante-Helene-Lädle“, ein Kolonialwarenladen aus dem Jahr 1929.

8

Weltgewandtes Tübingen

Tübingen © Lukas Spörl

Gemütlich und weltgewandt, traditionell und gleichzeitig immer in Bewegung: Tübingen ist eine Stadt, von der man nicht genug bekommt – und die mit ihrem Kopfsteinpflaster, Fachwerk und bunt getünchten, kunstvoll bemalten Häusern einfach so richtig süddeutsch ist, im besten Sinne! Zu den Höhepunkten gehören das Schloss Hohentübingen mit seinem Uni-Museum und der Eiszeitkunst, das Glockenspiel am Rathaus, aber auch das junge Flair der Studentenstadt – was sich bestens zur Mittagszeit erleben lässt, wenn sich vor dem Imbiss „Kichererbse“ (Metzgergasse 2) eine lange Schlange bildet, weil die Falafeln hier so gut schmecken.

9

Schwäbisch Essen

Pfitzauf, Buabaspitzle, Linsen und Spätzle oder mein kulinarischer Favorit, der schwäbische Kartoffelsalat mit Essig und Öl: Die ursprünglich-bodenständige Küche meiner Heimatregion ist ganz schön lecker. Viele Gerichte kommen auch mit überraschenden Geschichten daher. Besuchen Sie also ruhig mal eine traditionelle Gastwirtschaft und lassen Sie sich erklären, was es mit dem „Gaisburger Marsch“ auf sich hat – oder genießen Sie einfach eine Portion geschmälzte Maultaschen mit Zwiebeln.

10

Wental im Winter

Die Wege vereist, dicker Raureif auf den ansonsten kahlen Ästen und leicht-flockiger Neuschnee von oben: Das ist meine Lieblingskulisse im Wental. Das einstige Flusstal entstand, als die Schwäbische Alb vor rund 150 Millionen Jahren zu verkarsten begann. Schon als Kind haben mich die Dolomitfelsen zwischen Bartholomä und Steinheim am Albuch begeistert und zu fantasievollem Figurendeuten angeregt. Kein Wunder bei Felsennamen wie „Wentalweible“ und  „Sphinx“.

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