Hotel-Review: Viel Art-déco-Charme im Almanac X Alcron Prag

Inhaltsverzeichnis
Zwischen Hdraschin, Hauptbahnhof und der Hlávka-Brücke im Norden lockt die tschechische Hauptstadt und ihr Bezirk Prag 1 nicht nur mit berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Karlsbrücke und der Astronomischen Uhr, sondern auch mit einer außergewöhnlich hohen Dichte an ausgezeichneten Hotels.
Ein Traditionshaus der Stadt liegt nur wenige Meter entfernt vom zentralen Wenzelsplatz und zählt seit seiner Eröffnung in den 1930er Jahren zu den besten Adressen Prags. Knapp 100 Jahre später beginnt mit der Übernahme des Alcron durch die Gruppe Almanac ein neues Kapitel für das ehrwürdige Hotel. Wir haben es bei einem Aufenthalt getestet.
Auf einen Blick
Mitten in der Prager Neustadt bewahrt das 2023 eröffnete Almanac X Alcron den Charme und das Ambiente der goldenen Art-déco-Ära. Wer gutes Frühstück, eine geschmackvolle Dinner-Option und ruhige, hell gestaltete Zimmer als Ausgangslage für einen Städtetrip sucht, kommt hier genau richtig unter.
Gesamteindruck

Beim Eintritt in die Lobby kann man sich bestens vorstellen, wie hier in den 1930er Jahren einst Diplomaten und Schauspieler abstiegen. Auch heute noch ist das Alcron-Hotel ein beliebter Treffpunkt für Empfänge, Business-Events und Hochzeitsfeiern. Doch auch Städtereisende kommen in dem denkmalgeschützten Gebäude auf ihre Kosten. Gut 200 Zimmer und Suiten verteilen sich auf acht Etagen, die nach der Übernahme von der Gruppe Alamanc für mehrere Millionen Euro aufwändig saniert wurden.
Unter der Leitung des spanischen Studios Tres Cinco Uno entstand in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Marani Studio ein stimmiges Interieur, das nach Angaben des Hauses sowohl von der umliegenden Architektur als auch von Spaziergängen am Moldauufer inspiriert wurde. Historisches Dekor wie Holzvertäfelungen und Marmorelemente sind erhalten geblieben und wurden um modernes Mobiliar und tschechische Glaskunst ergänzt.
Das Almanac X Alcron Prag im Detail

Zimmer und Suiten
204 Zimmer und Suiten verteilen sich im Almanac x Alcron über acht Etagen. Die größten Exclusive Suiten messen 46 Quadratmeter, die regulären Zimmer knapp 30. Ausgestattet sind alle Räume mit Holzfußboden, Schrankwand in Paneel-Optik sowie auf Wunsch mit zwei Einzelbetten oder regulär mit einem Kingsize-Bett. In Hotels heute eher selten: echte Pflanzen und Magazin-Lektüre.
In den großzügigen Badezimmern gibt es je eine Dusche, eine Wanne und eine gute Auswahl an Amenities. Die Optik ist modern, einen kleinen Abzug gibt es für die Materialien, die Wanne etwa ist aus Kunststoff. Etwas Nachbesserungsbedarf besteht zudem beim Lichtkonzept, das nicht intuitiv zu bedienen ist. Einige Suiten führen einen Balkon mit Blick auf die Štěpánská. Die Aussicht richtet sich entweder auf die vorgelagerte Straße oder den Hinterhof. Dank der bestens isolierten Fenster ist der Verkehr der Einbahnstraße in den Zimmern nicht zu hören. Auch nachts dringt kein Lärm in die Schlafzimmer.
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Almanac X Alcron: Lage des Hotels
Das Almanac X Alcron liegt in der Štěpánská, einer Seitenstraße des Wenzelsplatzes und damit mitten in der Prager Neustadt. Die zentrale Einkaufsmeile mit internationalen Ketten und Passagen liegt nur wenige Meter entfernt. Wer ausgiebig shoppen und bummeln möchte, kann mit der Tour also direkt vor der Haustür beginnen.
Auch die Anbindungen sind bestens: An der Station Václavské náměstí halten die wichtigsten Straßenbahnlinien, die Linien A und B verkehren an der nahen Metrostation Můstek. Auch der Hauptbahnhof ist zu Fuß erreichbar, was die Anreise mit dem Zug oder dem Airport Express unkompliziert macht.
Die Altstadt beginnt hinter der Shoppingstraße Na Příkopě. Zur astronomischen Uhr am Altstädter Ring laufen Gäste zehn bis fünfzehn Minuten, zum Moldauufer rund zehn, zur Karlsbrücke zwanzig bis fünfundzwanzig. Trotz dieser Nähe zum Trubel bleibt es in der Štěpánská vor dem Hotel nachts meist sehr ruhig. Auch tagsüber ist dank gut isolierter Fenster kaum etwas zu hören.
Stil des Almanac X Alcron
Prag besitzt eines der dichtesten Art-déco-Ensembles Europas, zu dem auch dieses Hotelgebäude zählt. Der tschechische Architekt Alois Krofta errichtete das Haus 1932; den Namen „Alcron“ leitete er aus seinen eigenen Anfangsbuchstaben ab. Seither durchlief das Gebäude mehrere Betreiberwechsel und ging unter anderem in öffentlichen Besitz über, bevor es im März 2023 nach einer aufwendigen Sanierung unter dem Namen Almanac X Alcron wiedereröffnete.
Einige bedeutende Originale überdauerten die Umbauten. Erhalten blieben die Holzvertäfelungen im Erdgeschoss, einige Marmordetails und Glasarbeiten, dazu das Treppenhaus. Wer die Treppe nimmt, läuft heute an wechselnden Ausstellungen vorbei. Das Haus zeigt hier Werke unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler. Auch die neueren Einbauten zitieren den Stil der Dreißigerjahre: viel Gold, die typische Schrift der Epoche, symmetrische Muster, dazu Glaselemente und Leuchten.

Kulinarik: Brasserie 1932 und Bar Alcron
Das kulinarische Zentrum des Hauses ist die Brasserie 1932, ein offener Restaurant-Bereich, in dem am Morgen ein Buffet und am Abend À-la-carte-Gerichte serviert werden. Den Frühstücksservice haben wir als sehr aufmerksam und zuvorkommend empfunden, lediglich zwischen 9 und 10 Uhr können Bestellungen mitunter etwas Zeit in Anspruch nehmen. Ebenso die Vergabe der Tische, die teils bis auf den letzten Platz besetzt sind. Die Auswahl reicht von fleischlosen Optionen wie Chia, Müsli, Pancakes, Obst und Gemüse über Lachs und Eierspeisen bis hin zu warmen Gerichten aus der englischen Frühstücksküche.

Zwischen 12 und 17:30 Uhr serviert die Brasserie Lunch, ab 18 Uhr können Gäste zum Dinner einkehren. Die Küche ist europäisch mit tschechischen Einflüssen. Etwas rustikaler kommt etwa die Kaninchen-Pastete daher, moderner und besonders geschmacksintensiv die konfierte Ente mit hervorragender Soße und herausragenden Knödeln, für die die böhmische Küche zu Recht bekannt ist. Von sieben Hauptgerichten sind zwei vegan, dazu eine weitere vegetarische Option und einige glutenfreie Speisen, was positiv auffällt, da viele tschechische Menüs nach wie vor fleischlastig sind.
Angeschlossen an das Haus sind der Elias Coffee Shop, ein lebendiger Treffpunkt mit solidem Barista-Handwerk und Blick auf die Straße, sowie die elegante Alcron Bar. Letztere fängt einmal mehr den Geist des denkmalgeschützten Hauses ein. Gemeinsam mit dem tschechischen Design-Studio Qubus haben die Bartender nicht nur Signature-Cocktails passend zur Historie des Hotels kreiert, sondern auch eigene Glaswaren, Geschmäcker und Designs entwickelt.
Hotel-Ausstattung
Gemeinschaftliche Bereiche gibt es im Haus vergleichsweise wenige. Hinter der Brasserie liegt eine kleine, von Veuve Clicquot gebrandete Outdoor-Lounge mit Sitzgelegenheiten im schattigen Innenhof. Darüber hinaus finden sich in der ersten Etage ein funktionales Gym, Anwendungsräume für Massagen, Umkleiden sowie je eine Herren- und eine Damensauna. Massagen und die Nutzung der Sauna sollten rechtzeitig angemeldet werden. Hinzu kommen mehrere Meeting- und Veranstaltungsräume. Für das Frühjahr 2027 ist außerdem die Eröffnung einer Dachterrasse geplant.
Service im Test
Während unseres Aufenthalts variierte der Service in den Bereichen des Hauses. Etwas mehr Koordination und Herzlichkeit wünschen wir uns für die Rezeption sowie beim Seating-Service während des Frühstücks. Besonders aufmerksam und freundlich waren hingegen das Dinner-Team der Brasserie 1932 sowie der Platzservice während des Frühstücks. Auch der Zimmerservice zeigte sich ausgezeichnet.
Gut zu wissen
Für Gäste aus den Nachbarländern interessant: Zum Hotel gehört eine Garage mit E-Ladesäulen. Wer per Flugzeug oder Zug anreist, kann einen Hotel-Shuttle bestellen. Regelmäßig bietet das Almanac x Alcron Buchungspakete zu verschiedenen Themen und Saisons, darunter Shopping und Fashion, Citytrips zur Weihnachtszeit oder als Kombinationen etwa mit Zugtickets für den European Sleeper.
Merian-Fazit
Was uns besonders gut gefallen hat
- Besonders beeindruckend ist die Architektur des Art-Déco-Baus von 1932. Von außen etwas unauffälliger, überzeugen im Inneren Details wie die Aufzüge, die Glasfronten, Zimmernummern oder Lampen und fangen den besonderen Charme dieser Epoche ein.
- Das Speisenangebot der Brasserie 1932 zum Frühstück sowie zum Dinner kann – wenn auch nicht optisch – auf jeden Fall aber geschmacklich mit dem internationaler Spitzenhotels mithalten. In Bezug auf Preis und Qualität lohnt ein Besuch daher unbedingt auch als externer Gast.
- Lage und gleichzeitige Ruhe: Mitten in der quirligen Prager Neustadt gelegen und doch ist von den Straßen und Menschen vor der Haustür bei geschlossenem Fenster nicht das Geringste zu hören. Sehenswürdigkeiten wie der Wenzelsplatz und das Nationalmuseum liegen in unmittelbarer Nähe.
Wo noch Luft nach oben ist
- Weitere öffentliche Hotelbereiche wie Lounges sind wünschenswert. Die entstehende Dachterrasse wird das Haus mit Sicherheit weiter bereichern.
- Äußerst individuell ist das Befinden bezüglich Hotelbetten. Dennoch waren die Matratzen und Topper für unseren Geschmack etwas zu weich.
- Die Brasserie 1932 wird hoch klimatisiert, direkt unter der Anlage ist es daher mitunter sehr kalt.
- An der Rezeption könnten Standardabläufe noch etwas routinierter laufen.
Preis: €€
Merian-Bewertung: ●●●◦
(●●●●● In jeder Hinsicht perfekt ●●●● Herausragendes Design, beste Lage, erstklassiger Service ●●● Ein Haus mit besonderem Charakter und ausgezeichnetem Komfort ●● Wohlfühl-Atmosphäre und hochwertige Ausstattung ● Ein gutes Hotel mit ansprechendem Ambiente ◦ freundlicher Service, sympathisches Haus)
Kontakt
| Webseite | almanachotels.com |
| @almanacxalcronprague | |
| Adresse | Štěpánská 623 /40, Prag, 110 00 Tschechien |
| Telefon | +420 222 820 000 |