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Sehenswürdigkeiten

Die Top 9 Sehenswürdigkeiten in Prag

Hradschin, Karlsbrücke, Pulverturm – Prags Altstadt ist ein aufregendes Labyrinth aus historischen Sehenswürdigkeiten. Merian verrät welche Attraktionen einen Besuch wert sind.

Text Mila Krull
Datum 27.01.2024

Am malerischen Moldauufer lockt die tschechische Hauptstadt Prag mit einigen der schönsten Sehenswürdigkeiten Europas. Am Fuße der gewaltigen Burganlage Hradschin flanieren Menschen über die berühmte Karlsbrücke, genießen den Ausblick vom Pulverturm oder trinken ein Pils in einem der unzähligen Bierlokale.

Wer sich auf Sightseeing-Tour begibt, merkt schnell: An jeder Ecke wird die „Goldene Stadt“ ihrem Beinamen gerecht – sei es die goldgeschmückte Spanische Synagoge, die Alchemisten-Werkstatt im Goldenen Gässchen oder die glänzenden Jugendstil-Kronleuchter im Gemeindehaus. Merian stellt Ihnen neun besondere Sehenswürdigkeiten in Prag vor.

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Karlsbrücke: Prags gotisches Prachtstück

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Über die 500 Meter lange Karlsbrücke flanieren jährlich Millionen Besucher:innen.

Über die 500 Meter lange Karlsbrücke (Karlův most) zogen schon Monarchen, Soldaten und Studierende – heute queren sie im Jahr rund zehn Millionen Tourist:innen. Das gotische Bauwerk mit seinen Dutzenden Statuen und Reliefs verbindet die Prager Altstadt mit der Kleinseite und ist auch deswegen ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Sightseeing-Tour. Namensgebend für die berühmte Sehenswürdigkeit von Prag war Kaiser Karl IV., der die Brücke über die Moldau im Jahr 1357 erbauen ließ. Sein Denkmal auf dem Kreuzherrenplatz, der direkt an die Brücke anschließt, wurde 1848 zum 500-jährigen Bestehen der Karls-Universität enthüllt. 

Der Altstädter Brückenturm ist das Tor zur Karlsbrücke. Abends treffen sich hier zahlreiche Menschen und genießen das Glänzen der erleuchtenden Stadt. Ein besonders toller Ausblick eröffnet sich für Besucher:innen von der Aussichtsplattform des Brückenturms: Hier sieht man über die Moldau auf die beleuchtete Kleinseite. 

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Kaiserliches Meisterwerk: Prager Burg

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Beliebtes Fotomotiv: Das Moldauufer von Prag mit Blick auf den Hradschin

Wie ein Schatz funkelt Prags berühmte Burg in den Abendstunden. Mit drei Höfen, Museen, Palästen und Kirchen ist der Hradschin die größte bewohnte Burg der Welt. Kaiser und Könige regierten hier, der tschechische Präsident residiert noch heute auf der Anlage. Wer alles sehen will, braucht dafür Tage. 

Ein Höhepunkt der Prager Burg ist ohne Frage der St.-Veits-Dom: Aus einer romanischen Basilika aus dem 11. Jahrhundert sollte auf Wunsch von Kaiser Karl IV. die größte Kathedrale Böhmens werden. Sein Bestreben wurde mehr als übertroffen: Nach 600 Jahren Bauzeit ragt heute ein meisterhaftes Gebäude samt gewaltigem Chor und einer mit Smaragden verzierten Kapelle empor. Ebenfalls sehenswert sind die St.-Georgs-Basilika und der Alte Königspalast mit dem eindrucksvollen Wladislaw-Saal. 

Auf dem Hdraschin liegt auch Prags berühmteste Straße: Das Goldene Gässchen zieht mit seinem holprigen Kopfsteinpflaster und den bunten Häuschen die Blicke der Tourist:innen auf sich. Einst wohnten entlang der Burgmauer Schützen, Nachtwächter und Handwerker des Kaisers. Schließlich entdeckten die Romantiker:innen den märchenhaften Charakter der Gasse und spannten ihre Legenden darum: Alchimisten sollten hier nach dem Stein der Weisen suchen, der Metall zu Gold verwandelt. Der Mythos gab der Straße seinen Namen. Der berühmteste Anwohner war übrigens Franz Kafka, der das Haus Nr. 22 im Winter 1917 als Schreibstube nutzte. Heute ist es eine Buchhandlung.

Was kostet der Eintritt in die Prager Burg?

Der Eintritt zur Prager Burg ist täglich zwischen 6 und 22 Uhr möglich und kostet Erwachsene 10 Euro.

3

Royales Grün: Die Gärten der Kleinseite

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Die Gärten der Kleinseite sind eine grüne Oase am Fuße der Prager Burg.

Besonders im Frühjahr, wenn Flieder und Kirschbäume blühen, überstrahlen die Kleinseitener Gärten ganz Prag. Die malerischen Terrassen samt Gartenanlagen unterhalb der Burg hat Prag seinem Adel des 18. und 19. Jahrhunderts zu verdanken. Die Spender:innen bestellten Landschaftsarchitekten aus Italien, Frankreich und England, die auf einstigen Weinfeldern imposante Gärten mit Blumenbeeten und Buchsbaumhecken anlegten und sie mit Brunnen, Altanen, Galerien und barocken Statuen verzieren ließen. 

Von den Gärten unterhalb des Hradschin, die durch Tore und Treppen miteinander verbunden sind, ist der Ledebur-Garten die älteste Anlage. Im Auftrag des hauptsächlich in Böhmen wirkenden italienischen Architekten Giovanni Alliprandi wurden hier um 1730 die Ruinen von Pompeji als Fresken nachgebildet und in die Mosaiken mythologische Motive hineingelegt. Neben dem Kleinen und dem Großen Pálffy-Garten liegt der Kolowrat-Garten, der terrassenartig als Obstgarten daherkommt. Sehenswert ist auch der Fürstenberg-Garten. Hier residiert heute die polnische Botschaft, der obere Teil des Rokokogartens ist aber öffentlich zugänglich.

4

Der Altstädter Ring mit Astronomischer Uhr

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Die Astronomische Uhr am Altstädter Ring zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Prag.

Dieser 9.000 Quadratmeter große Platz, den die Prager:innen kurz „Staromák“ nennen, ist das Herz der Stadt. In seiner Mitte thront das monumentale Denkmal des böhmischen Reformators Jan Hus. Der alte Stadtkern war bereits um das Jahr 1100 besiedelt, damals lag der Platz jedoch noch deutlich tiefer. Aufgeschüttet auf das heutige Niveau wurde er im Mittelalter. Unter den umliegenden Häusern befindet sich ein aufregendes Labyrinth aus Kellern, Katakomben und Verliesen, die mittlerweile als Clubs, Restaurants oder Galerien genutzt werden.

Zu den schönsten Objekten rund um den Altstädter Ring zählt das Haus „U Minuty“ mit seiner schwarz-weißen Putzfassade. Das gotische Anwesen „U kamenného zvonu“ („Zur steinernen Glocke“) neben der Teynkirche gleicht einer mittelalterlichen Burg, ist jedoch nur ein historischer Nachbau. Ebenfalls sehenswert ist die St. Nikolaus Kirche im opulenten Barockstil. Den Mittelpunkt des Altstädter Rings bildet das Rathaus: Seit 1338 ragt der gotische, 69 Meter hohe Turm des Gebäudes als eines der Prager Wahrzeichen empor. Die Hauptattraktion und ein beliebtes Fotomotiv ist die Astronomische Uhr. Zu jeder vollen Stunde spielt sich hier ein 45-sekündiges Figuren-Schauspiel ab, das zahlreiche Menschen anlockt und die Vergänglichkeit des Lebens widerspiegelt. 

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Sehenswürdigkeiten in Prag: Der Wenzelsplatz

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Jugendstil-Pracht und Shopping-Paradies: Der Wenzelsplatz in Prag

Mit 750 Metern Länge und 60 Metern Breite ist der „Václavák“, wie er im Volksmund heißt, eher ein Boulevard als ein Platz. Benannt wurde das lebendige Zentrum der Neustadt nach dem heiligen Wenzel, dem Schutzpatron Böhmens. Zu den schönsten Gebäuden zählt das Wiehls Haus, dessen Architekt Antonín Wiehl Prag seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückte. 

Am südöstlichen Ende des Wenzelsplatzes ragen das Wenzelsdenkmal und das Nationalmuseum, für das der Pariser Louvre als Vorbild diente, heraus. In den angrenzenden Passagen mit Geschäften, Cafés und Kinos pulsiert die tschechische Hauptstadt. Sie sind ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Tourist:innen. Unten am „Goldenen Kreuz“ beginnen zudem die großen Shoppingmeilen der Stadt.

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Josefstadt: Jüdisches Viertel in Prag

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Erinnert an die Verzierungen der Alhambra: Die Spanische Synagoge in der Prager Josefstadt

Die Prager Josefstadt zählt zu den ältesten Orten jüdischer Kultur in Europa. Bereits im 10. Jahrhundert siedelten hier die ersten Juden und Jüdinnen, 1893 wurde ein Großteil der Bauten jedoch abgerissen. Das Rathaus und einige Synagogen sind glücklicherweise erhalten geblieben. Außerdem finden sich hier herrliche Jugendstilhäuser und die Pařížská, Prags edelste Straße. Besonders sehenswert ist die Spanische Synagoge mit ihrem goldglänzenden, maurischen Ambiente im Inneren, das der Alhambra in Granada nachempfunden ist. In der Synagoge wird das einstige jüdische Leben in Böhmen dargestellt, im prunkvollen Saal kann man abends Konzerte von Klezmermusik bis Gerswhin hören.  

In unmittelbarer Umgebung liegt das 1906 gegründete Jüdische Museum, das eine große Sammlung von silbernen und goldenen Religionsutensilien beherbergt. Etwa 40.000 Exponate sind ausgestellt, darunter mehr Thorarollen als in Jerusalem. Auch die Maisel-Synagoge, das Jüdische Rathaus und die Pinkas-Synagoge, die als Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert, sind einen Abstecher wert. 

7

Jugendstil-Juwel: Das Gemeindehaus

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Das Gemeindehaus von Prag ist von innen wie von außen ein wahres Jugendstil-Juwel.

Das Gemeindehaus am Platz der Republik ist ein Jugendstil-Prachtbau für Kunst und Kultur, wie ihn weder Wien noch Paris vorweisen können. Erbaut wurde das architektonische Schmuckstück im Jahr 1905. Von da an sollte als kulturelles Zentrum von Prag zahlreiche Besucher:innen begrüßen. Der Maler Alfons Mucha schmückte die Repräsentationssalons mit Bildern aus der altböhmischen Mythologie aus. 

Auch heute noch zieht das Gemeindehaus die staunenden Blicke vieler Gäste auf sich. Zwei Restaurants und das größte Art-déco-Café Prags sind mittlerweile hier untergebracht. Sie alle laden vor beeindruckender Kulisse samt Stuck, Glasmalereien und Wandgemälden zum Verweilen ein. Im größten der sechs repräsentativen Räume, dem Smetana-Saal, finden regelmäßig Musikkonzerte statt.

Wer das Gemeindehaus abseits der öffentlich zugänglichen Bereiche besichtigen will, zahlt knapp 13 Euro Eintritt.

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Pulverturm auf dem Königsweg

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Direkt neben dem Gemeindehaus ragt der Prager Pulverturm empor.

Direkt neben dem Gemeindehaus steht dieser 65 Meter hohe, gotische Wachturm. Errichtet im 15. Jahrhundert, bildete der Posten ursprünglich einen Teil des städtischen Verteidungssystems. Im 17. Jahrhundert schließlich wurde er als Lager für Schießpulver genutzt und erhielt seinen heutigen Namen. Die kunstvollen Ornamente, Reliefs und Statuen wurden 1886 an die Fassade angebracht. Vom oberen Turmbalkon in 44 Metern Höhe haben Besucher:innen einen hervorragenden Blick auf die Altstädter Gassen und das umliegende Stadtgebiet. 

Pulverturm Prag: Wie viel kostet der Eintritt?

Der Eintrittspreis für einen Besuch im Pulverturm liegt umgerechnet bei rund 8 Euro, die Öffnungszeiten variieren nach Saison. Tipp: In der ersten Stunde nach Öffnung erhalten Gäste 50 Prozent Ermäßigung, außerdem ist in den Ausstellungsräumen dann deutlich weniger los.

9

Tanzendes Haus in Prag

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Ikonisches Gebäude von Frank Gehry und Vlado Milunić: das tanzende Haus in Prag

Mit dem Tanzenden Haus an der Jiráskův-Brücke setzte Architekt Frank Gehry gemeinsam mit seinem tschechischen Kollegen Vlado Milunić 1996 ein architektonisches Signal für das neue Prag. Im Stil des Dekonstruktivismus entworfen, schmiegen sich die Türme an die alte Bausubstanz der umliegenden Häuser. Übrigens: Das Tanzende Haus mit seiner futuristischen Erdkugel auf dem Dach wird von den Prager:innen wegen seiner schwungvollen Fassade auch „Ginger & Fred“ genannt, nach Hollywoods legendärem Tanzpaar. Im oberen Stockwerk befindet sich das gleichnamige Gourmetrestaurant – mit legendärem Ausblick auf die Stadt. 

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