Europas spannendste Kunstausstellungen im Jahr 2026

Tracey Emin, Pablo Picasso oder Anselm Kiefer: Europa ist im Kunstrausch! Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen großer Namen. Wir zeigen zwölf besondere Ausstellungen.
Datum30.12.2025

Städte wie London, Paris, Mailand und Wien punkten auch 2026 wieder mit fabelhaften Ausstellungen zu verschiedenen künstlerischen Themengebieten.

Und auch in deutschen Städten wie Hamburg, Frankfurt, Bremen und Bonn warten interessante Highlights auf Kunstinteressierte. Ein Ausblick auf besondere europäische Ausstellungen 2026. 

1

„Late Picasso“ im Moderna Museet (Stockholm)

bis 5. April 2026

Die Jahre 1963-1972 gelten für den Großmeister der Moderne als produktive, rastlose Schaffensperiode. Rund 70 Bilder aus dieser Zeit, von Selbstporträts über die Darstellung von Modellen bis zu Fantasie-Motiven, sind gerade im Museum für Moderne Kunst in Stockholm ausgestellt. Neben vielen seiner bekanntesten Arbeiten gilt die Methodik seiner späteren Jahre (Picasso starb 1973) als einerseits unterschätzt und andererseits sehr einflussreich für die Malerei der 1980er-Jahre. 

modernamuseet.se

2

„Wes Anderson: The Archives“ im Design Museum London

In London läuft noch bis Juli 2026 mit „Wes Anderson: The Archives“ eine Ausstellung, die wie eine cineastische Schatztruhe wirkt.

bis 26. Juli 2026

„The Grand Budapest Hotel“, „Fantastic Mr. Fox“ – Wes Andersons Filme sind bevölkert von Dingen: Koffern, Kostümen, Notizbüchern. Jedes Objekt gehört zu einem Universum mit eigenen Regeln und Farben. Das Design Museum London öffnet die Archive des Regisseurs und Autors und zeigt, wie seine Filmwelten entstehen. Und dann hört es nicht auf: Die Ausstellung setzt sich fort im Shop mit Objekten, die Filmrequisiten sein könnten, und im Museumscafé beim Afternoon Tea in vollkommener Anderson-Ästhetik.

designmuseum.org

3

„Cezanne“ in der Fondation Beyeler (Riehen)

Die Fondation Beyeler widmet sich 2026 unter anderem Paul Cézanne. Hier zu sehen: „Les joueurs de cartes“ (1893-1896)

25. Januar bis 25. Mai 2026

Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel widmet dem französischen Maler Paul Cézanne (1839-1906) zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine große Einzelausstellung – eine Hommage an einen der zentralen Wegbereiter der modernen Kunst. Die Schau zeigt rund 80 Ölgemälde und Aquarelle aus der letzten und vielfach als wichtigsten angesehenen Schaffensphase des Künstlers. Im Fokus stehen seine meisterhaften Auseinandersetzungen mit Form, Licht und Farbe – von Stillleben über eindringliche Porträts bis hin zu eindrucksvollen Landschaften der Provence und ikonischen Bade-Szenen. Die Ausstellung macht anschaulich, wie Cézanne mit seiner innovativen Bildsprache die Malerei revolutionierte und Generationen von Künstlern beeinflusste. 

fondationbeyeler.ch

4

„Basquiat – Headstrong“ im Louisiana Museum of Modern Art (Humlebæk)

Das Louisiana Museum of Modern Art (Humlebæk) ist eines der besten Kunstmuseen in Dänemark.

30. Januar bis 17. Mai 2026 

Ein Charakterkopf war Jean-Michel Basquiat. Auch sein Werk ist charakterstark, es erkundet das Spannungsfeld zwischen Oberfläche und Psyche. 45 seiner Zeichnungen, darunter noch nie gezeigte, sind demnächst im Louisiana Museum of Modern Art (Humlebæk) nahe Kopenhagen zu sehen. Zum ersten Mal befasst sich eine Schau so umfassend mit Basquiats Zeichnungen des menschlichen Kopfes, von denen viele erst nach seinem Tod auftauchten – ein Zeichen dafür, wie intim diese Ölpastelle auf Papier für den amerikanischen Künstler gewesen sein müssen.

louisiana.dk

5

„Anselm Kiefer. Le Alchimiste“ im Palazzo Reale (Mailand)

7. Februar bis 27. September 2026

Ein kraftvoller Moment der zeitgenössischen Kunst erwartet Besucher 2026 im Palazzo Reale in Mailand mit „Anselm Kiefer. Le Alchimiste“ – einer groß angelegten Ausstellung eines der einflussreichsten Gegenwartskünstler Deutschlands. Von Februar bis September verwandelt Kiefers Kunst die historisch aufgeladene Sala delle Cariatidi des Palazzo Reale in einen eindrucksvollen Dialograum zwischen Mythos, Geschichte und Erinnerung.

Das Herz der Schau bilden mehr als 40 Leinwände, in denen Kiefer bislang oft übersehene Frauen der Alchemie, Wissenschaft und Wissensgeschichte ins Zentrum rückt – von Caterina Sforza, die in Mailand lebte, bis zu weiteren Forscherinnen, Heilerinnen und Denkerinnen, deren Beiträge zur Entstehung modernen Denkens vielfach im Dunkeln blieben.

Die Ausstellung ist Teil des kulturellen Programms zu den Olympischen Winterspielen Milano-Cortina 2026 und verspricht, ein besonderes Highlight der Kunstlandschaft im kommenden Jahr in Mailand zu werden.

palazzorealemilano.it

6

„Becoming Paula“ im ​​Paula Modersohn-Becker Museum (Bremen)

Das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen zelebriert 2026 den 150. Geburtstag der namensgebenden Künstlerin.

8. Februar bis 13. September 2026

Im Paula Modersohn-Becker Museum in der Bremer Böttcherstraße lädt die große Sonderausstellung „Becoming Paula“ dazu ein, die Entstehung und den künstlerischen Weg einer der bedeutendsten Malerinnen des frühen 20. Jahrhunderts neu zu entdecken. Anlässlich des 150. Geburtstags von Paula Modersohn-Becker (1876-1907) zeigt die Schau, wie aus der jungen Künstlerin aus Dresden, die in Bremen, Worpswede, Berlin und Paris lernte und arbeitete, eine bahnbrechende Persönlichkeit der Moderne wurde. Besucher erleben nicht nur ikonische Werke, sondern auch überraschende neue Einsichten in das kreative Werden dieser wegweisenden Künstlerin. 

museen-boettcherstrasse.de

7

„Tracey Emin: A Second Life“ in der Tate Modern (London)

Blick auf die Tate Modern in London bei Nacht

27. Februar bis 31. August 2026

Furchtlos und direkt stellt sich Tracey Emin in ihrer Kunst den Themen Leidenschaft, Schmerz und Heilung. Der weibliche Körper wird bei ihr zum oft grenzüberschreitenden Transportmittel zwischen Öffentlichem und Privatem. Dabei wechselt die Britin zwischen Malerei, Video, Objekten, Textilien, Installationen und Schrift. Die kommende Schau in der Tate ist die bislang größte ihrer knapp 40-jährigen Laufbahn, sie zeigt Objekte von ihrem Karriere-machenden Werk „My Bed“ bis zu bisher nie Gesehenem. 

tate.org.uk

8

„Peter Hujar: Eyes Open in the Dark“ in der Bundeskunsthalle (Bonn)

27. Februar bis 23. August 2026

Mit „Eyes Open in the Dark“ bringt die Bundeskunsthalle in Bonn eine der bislang umfassendsten Ausstellungen des amerikanischen Fotografen Peter Hujar (1937–1987) nach Deutschland: Die Schau präsentiert zahlreiche seiner eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien, die den pulsierenden New Yorker Alltag und das kulturelle Leben der 1970er und 80er Jahre mit unvergleichlicher Empathie einfangen. Hujars Bilder – von Porträts seiner Freunde und Szenegrößen über intime Selbstinszenierungen bis zu Momentaufnahmen der queeren Downtown-Szene – zeichnen ein kraftvolles, nuanciertes Bild einer Zeit, in der künstlerische Freiheit, Identität und Gemeinschaft im Blickfeld standen.

bundeskunsthalle.de

9

„Renoir et l’amour“ im Musée d’Orsay (Paris)

Das Musée d'Orsay in Paris zeigt 2026 eine große Renoir-Schau.

17. März bis 19. Juli 2026

Im Musée d’Orsay in Paris eröffnet im Frühjahr 2026 eine außergewöhnliche Retrospektive zu Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), einem der strahlenden Meister des Impressionismus: „Renoir et l’amour“. Diese Ausstellung bringt einige seiner bedeutendsten Gemälde zusammen und lenkt den Blick auf das große Thema, das seine Kunst immer wieder durchzieht – die Liebe in all ihren Facetten, sei es romantisch, freundschaftlich oder familiär. 

Mit Werken wie „Bal du moulin de la Galette“ und „La Conversation“ zeigt die Schau, wie Renoir Licht, Farbe und menschliche Nähe zu einer lebendigen Feier der Zärtlichkeit und Lebensfreude verband und damit der Pariser Moderne ein Gesicht gab. Gleichzeitig bietet die Ausstellung eine frische Perspektive auf den Künstler, der zwischen den 1860er und 1880er Jahren das Gefühl menschlicher Verbundenheit in einer sich rasch verändernden Welt einfing – und das gemeinsam mit Partnerinstitutionen wie der National Gallery in London und dem Museum of Fine Arts in Boston.

musee-orsay.fr

10

„Maria Lassnig und Edvard Munch“ in der Kunsthalle (Hamburg)

Die Hamburger Kunsthalle ist eines der bedeutendsten Museen der Hansestadt.

27. März bis 30. August 2025

Einen spannenden Blick auf Malerei und Gefühlswelten eröffnet die große Doppelausstellung „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ in der Hamburger Kunsthalle. Zum ersten Mal überhaupt werden Werke der österreichischen Malerin Maria Lassnig (1919-2014) und des norwegischen Expressionisten Edvard Munch (1863-1944) gemeinsam präsentiert. Trotz eines halben Jahrhunderts Abstand in ihren Biografien zeigt die Gegenüberstellung verblüffende Parallelen: Beide Künstler nutzen Farbe als ausdrucksstarkes Medium, um innere Zustände wie Angst, Liebe, Einsamkeit und Lebenslust sichtbar zu machen, und hinterfragen dabei die Grenzen zwischen Selbst-, Körper- und Weltwahrnehmung. Mit über 180 Arbeiten – von Hauptwerken bis zu selten gezeigten Gemälden, Arbeiten auf Papier und Medien – wird hier der künstlerische Fluss zwischen Leben und Malerei erfahrbar gemacht.

hamburger-kunsthalle.de

11

Biennale Venedig

Erneut lädt Venedig 2026 zur Biennale.

9. Mai bis 22. November 2026

Die wichtigste Lagunenstadt Italiens wird 2026 einmal mehr zum aufregendsten Schauplatz der zeitgenössischen Kunst: Die 61. Internationale Kunstbiennale – „La Biennale di Venezia“ – läuft vom 9. Mai bis 22. November und verwandelt Venedig in ein lebendiges, globales Atelier voller neuer Ideen, Stimmen und Perspektiven. Unter dem Titel „In Minor Keys“ lädt die Kunst-Biennale dazu ein, künstlerische Arbeiten jenseits des Spektakulären zu entdecken – ein Konzept, das auf der kuratorischen Vision von Koyo Kouoh fußt und tiefere emotionale, kulturelle und politische Nuancen erkunden will. Wie immer sind die historischen Ausstellungsorte Giardini und das weitläufige Arsenale, aber auch zahlreiche Palazzi und Kirchen in der ganzen Stadt Teil dieses einzigartigen Erlebnisraums, in dem nationale Pavillons, Installationen und künstlerische Interventionen zu einem faszinierenden Gang durch die Gegenwartskunst einladen.

labiennale.org

12

„250 Jahre Albertina – eine Sonderausstellung“ in der Albertina (Wien)

Im Museum Albertina in Wien findet 2026 eine große Schau zum 250-jährigen Bestehen statt.

4. Juli bis 1. November 2026

2026 feiert die renommierte Albertina in Wien ein großes Jubiläum – mit einer eigenen Sonderausstellung zum 250-jährigen Bestehen des Hauses. Anlass für diese außergewöhnliche Schau ist ein Blick auf die bewegte Sammlungsgeschichte des Museums, das seit dem späten 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Europas aufgebaut hat und heute Meisterwerke von der Renaissance bis zur Gegenwart präsentiert. Die Albertina-Direktion hat angekündigt, dieses Jubiläum zu nutzen, um nicht nur zurückzublicken, sondern auch mutige Perspektiven für die Zukunft des Hauses zu entwickeln – Details zur genauen thematischen Ausrichtung und den gezeigten Werken werden derzeit noch vorbereitet. 

13

„Maria Magdalena“ im Städel Museum (Frankfurt)

Pierre Puvis de Chavannes' „Maria Magdalena in der Wüste“ (Madeleine à la Sainte-Baume), 1869

17. September 2026 bis 17. Januar 2027

​​Ein neuer Blick auf eine vielschichtige Gestalt der Kunstgeschichte steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Maria Magdalena“ im Städel Museum in Frankfurt am Main: Ab September 2026 vereint die Präsentation rund 100 Gemälde, Skulpturen und Grafiken aus deutschen und internationalen Sammlungen, die die facettenreiche Figur der Maria Magdalena in der europäischen Kunstgeschichte beleuchten. Dabei spannt sich der Bogen von den frühesten biblischen und legendären Darstellungen über asketische Büßerinnen und ekstatische Heilige bis zu modernen Interpretationen, in denen Maria Magdalena als Symbol von Weiblichkeit, Spiritualität und Selbstbestimmung erscheint.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem weiblichen Blick in der Kunst: Werke etwa von Artemisia Gentileschi, Lavinia Fontana, Kiki Smith oder Marlene Dumas stehen neben zentralen Arbeiten von Albrecht Dürer, Auguste Rodin oder Max Beckmann und machen die Wandlungen des Magdalenen-Bildes durch Jahrhunderte und Kulturen erfahrbar. Die Schau lädt so dazu ein, über Rollenbilder, Glaubensvorstellungen und kulturelle Projektionen nachzudenken, die sich an dieser faszinierenden Gestalt spiegeln.

staedelmuseum.de