Blick auf Castelsardo Sardinien © Nora Reichel
Natur

Tour durch den Norden Sardiniens

Der Norden Sardiniens ist bekannt als Spielplatz des Jet-Sets. Doch das hindert niemanden daran, die großartige Natur zu erleben. Beeindruckende Felsformationen, Tropfsteinhöhlen und Grotten – unsere Auto-Tour führt Sie in sechs Etappen zu den schönsten Plätzen zwischen Palau und Alghero.

Text Hannah Krautwald

Reine Fahrtzeit: ca. 3:30 Stunden

Kilometer: rund 200 Kilometer

Was kann ich erwarten imposante Felsen und Grotten

Für wen ist es geeignet: naturbegeisterte Urlauber

Etappe 1: Capo d'Orso

Capo d'Orso © Klaus Bossemeyer

Unsere Route der Naturhighlights auf Sardinien ist rund 200 Kilometer lang, die reine Fahrtzeit beträgt etwa dreieinhalb Stunden. Startpunkt ist Capo d’Orso. Am Roccia dell’Orso, zu deutsch "Bärenfelsen", verstehen Sie schnell, warum die eindrucksvolle Formation so genannt wird: Von der Seite betrachtet wirkt es, als stünde man vor einem gewaltigen Raubtier. Von hier haben Sie außerdem einen herrlichen Blick auf die gegenüberliegenden kleinen Inseln Caprera, Isola Santo Stefano und Isola Maddalena sowie auf die Bucht von Palau.

Etappe 2: Palau

Wer auf dem 45-minütigen Weg zum nächsten Stopp dieser Route, dem Capo Testa, noch einen Cappuccino zur Stärkung braucht, macht im gerade einmal fünf Kilometer entfernten Städtchen Palau Halt. In den Buchten schaukelt alles zwischen Fischerboot und Luxusyacht, zwischen den Felsen finden sich feinsandige Strandabschnitte. Außerdem hat man von hier aus die Möglichkeit, mit der Fähre zur nahen Insel La Maddalena zu fahren.

Etappe 3: Capo Testa

Capo Testa © Klaus Bossemeyer

Dann geht es an der Nordküste über die SS133 bis Santa Teresa Gallura. Auch hier besteht wieder die Chance, sich ein hübsches Café für eine kleine Rast zu suchen und sich unter die Einheimischen zu mischen, um dann über die Via Lu Calteri, die Via Tibula und schließlich die Via Capo Testa zum Capo Testa zu gelangen. Am nördlichsten Punkt der Insel warten die nächsten bizarren Felsformationen. Wer eine leichte Wanderung (ca. 1,5 Kilometer südwestlich) auf sich nimmt, gelangt an den früheren Aussteiger- und Hippie-Ort der 1968er: Valle della Luna.

Etappe 4: Roccia dell'Elefante

Die 70 Kilometer lange Fahrt in südlicher Richtung über die SP90 – links und rechts endlose Artischockenfelder – wird belohnt, sobald Sie den Roccia dell’Elefante erblicken. Als würde er gleich über die Straße laufen, steht der Elefantenfels an der südlichen Abzweigung der SS134. Versuchen Sie bei nächster Gelegenheit zu wenden, denn in nördlicher Richtung wartet die mittelalterliche Stadt Castelsardo. Die ist bekannt für Korbflechtkunst, mehr noch für die imposante Festung und den Blick (bei gutem Wetter!) zur Nachbarinsel Korsika.

Etappe 5: Castelsardo

Castelsardo © Klaus Bossemeyer

Von Castelsardo aus geht es anschließend rund 80 Kilometer nach Westen zur berühmten Grotta di Nettuno, der Neptungrotte. Auf diesem Weg kommen Sie am Naturschutzgebiet Parco di Porto Conte vorbei. Hier lohnt sich allemal ein Stopp. In der unberührten Natur kann man tolle Spaziergänge machen und herrliche Ausblicke genießen. Weiter geht es Richtung Alghero, das selbst natürlich einen Besuch wert ist.

Etappe 6: Neptungrotte

Je nach Saison und Wetter gibt es hier eine hohe Dichte von Instagram-Aktivisten, die vor dramatischer Kulisse Posituren testen. Die Neptungrotte selbst ist eine bizarr-schöne Tropfsteinhöhle knapp über Meereshöhe. Der Weg dorthin ist ebenso spektakulär: Die Escala del Cabirol ist sensationell in den Fels gebaut. Sie laufen dicht an den Felswänden, mit vertikalem Blick in die Tiefe und auf das Meer.

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