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Sehenswürdigkeiten

Sardinien: Die 7 schönsten Orte der Insel

Sardinien – das bedeutet für viele Karibik-Feeling im Mittelmeer. Die italienische Insel bietet Traumstände, großartige Natur, hübsche Städte und eine eigenständige Kultur. Wir zeigen Ihnen die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten.

Text Mila Krull
Datum 30.01.2024

Glasklares Wasser und feiner, weißer Pudersand: Keine Frage, die Strände von Sardinien zählen zu den schönsten von Europa. Rund um das Mittelmeer-Eiland warten verstecke Buchten und kilometerlange Strände darauf, entdeckt zu werden. 

Doch auch das Hinterland, die Städte und Dörfer der Insel können durch ihren ganz eigenen Charme überzeugen. Entdecken Sie mit Merian die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Sardinien.

Costa Smeralda und Porto Cervo

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Porto Cervo an der Costa Smeralda gehört zu den exklusivsten Orten am Mittelmeer.

Ihrem Namen als „Smaragdküste“ wird die berühmte Costa Smeralda an jeder ihrer unzähligen Buchten gerecht. Türkis- bis dunkelgrün schimmert das seichte Wasser an den weißen Stränden, die allesamt zum Baden und Sonnen einladen. 

Im Nordosten Sardiniens erstreckt sich die 55 Kilometer lange Küste, die für ihre hohe Promidichte und als Rückzugsort für Luxusurlauber:innen bekannt ist. Die Entwicklung hin zur Jetset-Destination begann in den 1960er Jahren, als Investor:innen das Potenzial der Region entdeckten und Luxushotels und private Villen errichten ließen.

Als wohl exklusivster Ort der Costa Smeralda gilt Porto Cervo, eine noble Hafenstadt samt Designboutiquen, edlen Restaurants und 5-Sterne-Häusern. Die Aussicht auf die Super-Yachten und das Treiben auf den Piazzen ist herrlich, dafür kann der Kaffee mitunter auch mal 10 Euro kosten. 

Sehenswürdigkeiten auf Sardinien: Alghero

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Die Hafenstadt Alghero im Westen von Sardinien wird für ihre entspannte Atmosphäre geschätzt.

Auch neben den Stränden gibt es viel zu erleben, etwa in den manchmal unterschätzten Städten der Insel. Sardinien gehört zu Italien, nächster Nachbar ist das französische Korsika und der am stärksten sichtbare Einfluss ist katalanisch. Zu erleben ist das am besten in Alghero, das nahe an diversen Traumstränden und an den Naturwundern der Nordküste liegt. Alghero ist vielleicht die beste Basis für eine Reise, die sich ums Meer drehen soll, aber auch um Kultur und Geschichte des Gastgeberlands. 

In den Gassen wird Katalanisch gesprochen, auf den Märkten wandern sardische Zutaten über die Tresen und in den Geschäften werden in langer Tradition Korallen zu Kunstwerken verarbeitet. 

Die gut erhaltenen Festungsmauern zeugen von der einst so wichtigen, strategischen Lage der Mittelmeerinsel. In ihrem Inneren locken gotische Kirchen, charmante Plätze wie die Piazza Civica und viele authentische Restaurants. Auch zum Shoppen, Ausgehen und Flanieren ist Alghero eine der besten Adressen auf Sardinien. 

Beliebte Sehenswürdigkeit: Die Neptungrotte

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Geolog:innen schätzen das Alter der Neptungrotte auf mehrere Millionen Jahre.

Der Hafen von Alghero ist Ausgangspunkt für eine Reise zu einer besonderen Sehenswürdigkeit: der Grotta di Nettuno. In den steilen Felsküste im Westen von Sardinien verbergen sich diese mystischen Grotten und Höhlen, die zu den größten im gesamten Mittelmeerraum gehören. 

Schon die Fahrt zur Neptungrotte ist ein einzigartiges Erlebnis. Ob mit Speedboot, Katamaran oder Fähre – zahlreiche Schiffe legen am Hafen von Alghero ab und schippern über das tiefblaue Meer hin zum Ausflugsziel. Vier Kilometer lang ist die gewaltige Tropfsteinhöhle, deren Stalagmiten und Stalagtiten im Licht der Scheinwerfer gelb-rötlich leuchten. Tourist:innen haben aus Sicherheitsgründen nur Zugang zum vorderen Teil der Grotte, deren Alter Geolog:innen auf mehr als zwei Millionen Jahre schätzen. 

Tipp: Wenn in den Sommermonaten unzählige Ausflugsboote anlanden, wird es in den Höhlen mitunter sehr voll. Reservieren Sie eine der ersten Ausfahrten des Tages, um den Ansturm zu umgehen. 

La Maddalena-Archipel

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Betreten verboten: Die Spiaggia Rosa können Besucher:innen nur vom Boot aus bestaunen.

La Maddalena – so lautet der Name einer paradiesischen Inselgruppe vor der Nordostküste Sardiniens. Die Hauptinsel, ebenfalls La Maddalena genannt, ist Teil des gleichnamigen Nationalparks und steht für ihre unberührte Schönheit, kristallklares Wasser und malerische Landschaften.

Per Fähre können Besucher:innen die Inseln vor der Costa Smeralda bestens erreichen. Die Hauptinsel lockt mit pastellfarbene Häusern und gemütlichen Restaurants, aus deren Küchen es nach frischen Meeresspezialitäten duftet. 

Die Gewässer rund um La Maddalena sind ein Eldorado für sämtliche Wassersportler:innen. Die seichten Küsten laden zu ausgiebigen Schnorchel- und Tauchausflügen ein. Einzigartig ist auch die Spiaggia Rosa auf der Insel Budelli: Hier sorgen Mikroorganismen für eine einzigartige rosa Färbung des Sandes. Früher war der Strand öffentlich zugänglich, doch nachdem immer mehr Besucher:innen den seltenen Sand mit nachhause nahmen, ist der Zugang verboten. Die Schönheit der Spiaggia Rosa kann man daher nur noch vom Boot aus bestaunen. 

Gennargentu-Nationalpark

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Der Gennargentu-Nationalpark ist der größte in ganz Italien.

In der zentralen Region Sardiniens liegt der Gennargentu-Nationalpark, ein beeindruckendes Naturreservat, das für seine vielfältige Flora, Fauna und atemberaubende Landschaft bekannt ist. Der Park wurde 1998 gegründet und umfasst eine Fläche von mehr als 73.000 Hektar, was ihn zum größten geschützten Park in ganz Italien macht.

Herzstück des Parks ist das Gennargentu-Massiv, das mit seiner imposanten Höhe von über 1.800 Metern das höchste Gebirge auf Sardinien ist. Wanderwege führen durch steile Schluchten, tiefe Täler und auf ausgedehnte Plateaus, die von einer einzigartigen Pflanzenwelt bedeckt sind.

Auf den Plateaus können Besucher:innen mediterrane Macchia, Eichen- und Buchenwälder sowie seltene Orchideen, Lilien und Krokusse entdecken. Tiere wie Mufflons, Adler, Geier und wilde Pferde fühlen sich im Park heimisch. 

Antike Stadt Tharros

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Im 8. Jahrhundert v. Chr. war Tharros eine bedeutende Handelsstadt.

Die Überreste der einst bedeutenden Stadt Tharros im Westen von Sardinien zeugen von einer reichen Geschichte, die bis ins 8. Jahrhundert vor Christus zurückreicht. Die Siedlung war einst ein bedeutendes phönizisches und später punisches Handelszentrum und galt als wichtiger Umschlagspunkt im Mittelmeer. 

Die archäologischen Ausgrabungen in Tharros haben zahlreiche interessante Überreste ans Licht gebracht, darunter Tempel, Nekropolen, Bäder und Wohnhäuser. Eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten ist die Ruine des Tempels von Tharros, der dem phönizischen Gott Melqart gewidmet war.

Nach der römischen Eroberung im Jahr 238 v. Chr. blühte Tharros weiterhin als Teil des Römischen Reiches. Allerdings begann der Niedergang der Stadt im 4. Jahrhundert n. Chr. aufgrund von wiederholten Angriffen durch Vandalen, Piraten und Sarazenen. Heute sind die Ruinen von Tharros eine faszinierende Stätte für Archäolog:innen und Besucher:innen, die sich für die antike Geschichte Sardiniens interessieren. 

Schlucht Gola Gorropu

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Steile Felsen, grüne Vegetation: Die Gorropu-Schlucht lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein.

Im östlichen Hinterland liegt eine der beeindruckendsten und tiefsten Schluchten Europas. Als Teil des Supramonte-Gebirges zieht die Gola Gorropu Wanderurlauber:innen und Naturfans in ihren Bann. 

Über Jahrtausende hinweg bahnte sich der Fluss Flumineddu seinen Weg durch das Gestein. Noch heute fließt sein mitunter grün-leuchtendes Wasser in den regenreicheren Monaten am Grund der Schlucht. Enge Passagen ziehen sich entlang der steilen Felswände durch eine wild-romantische Natur. Der Weg durch die Schlucht führt vorbei an bizarrem Karstgestein und eröffnet atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft. 

Die Wanderung durch die Schlucht startet an einem gebührenpflichtigen Parkplatz und ist auch für Einsteiger:innen geeignet. Der Eintritt in die Schlucht kostet Besucher:innen fünf Euro und ist mit einer kurzen Einweisung verbunden, die Touren durch die Schlucht sind in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt. Informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die aktuellen Wetterbedingungen, mitunter kann der Zugang zur Schlucht nicht gewährt werden.

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