„Wuthering Heights“: Stürmische Schauplätze in Yorkshire Dales

Mit ihrer Neuverfilmung von „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ schlagen Margot Robbie, Jacob Elordi und Regisseurin Emerald Fennell hohe Wellen. Anlass genug, sich an die Drehorte in Yorkshire und auf die Spuren von Autorin Emily Brontë zu begeben.
Text Mila Krull
Datum19.02.2026

Seit Ende Januar beschäftigt die jüngste Kinoadaption des historischen Romans „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ das internationale Publikum. Das Werk der Autorin Emily Brontë, das zur Zeit seiner Veröffentlichung auf große Ablehnung stieß, gilt heute als bedeutendes Zeugnis der viktorianischen Literatur. 

Mit Emerald Fennell („Saltburn“) bringt nun eine junge, progressive Regisseurin den britischen Klassiker erneut auf die Leinwand. Darin spielen nicht nur Margot Robbie und Jacob Elordi die Hauptrollen, sondern auch die mystisch-düstere Kulisse der Yorkshire Dales im nördlichen England. 

Jacob Elordi als Heathcliff und Margot Ronnie als Catherine Earnshaw in „Wuthering Heights”.

Viele Aufnahmen entstanden rund um die ikonschen Dales, einer dünn besiedelten, sattgrünen Tallandschaft zwischen den Städten Manchester und Newcastle. Merian verrät, wo Emily Brontë einst Inspiration fand und welche „Wuthering Heights“-Drehorte und Schauplätze einen Besuch wert sind.

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Yorkshire Dales Nationalpark

Steinhäuser, Stallgebäude und Schafe: Die Yorkshire Dales gelten als Wander-Idylle

Über drei Grafschaften erstrecken sich die Yorkshire Dales, die zusammenhängend einen Nationalpark bilden. Die Bezeichnung „Dales“ beschreibt dabei die sanften Flusstäler, die an den Mittelgebirgszug der Pennines grenzen. Die Gegend ist vor allem für ihre fruchtbaren grünen Wiesen und Weiden bekannt, auch Heideflächen, Moore, Wasserläufe und Höhlen gibt es. Schriftstellerin Emily Brontë, die mit ihren Schwestern im nahen Haworth aufwuchs, schätzte den verlassenen Landstrich für seine wilde Schönheit. Die meisten Szenen aus „Wuthering Heights“ – im Roman sowie im Film – spielen in und um die Yorkshire Dales.

Früher wie heute sind weitere Teile des Nationalparks unbewohnt und dienen der Landwirtschaft. Darüber hinaus gibt es mehrere beliebte Wanderwege wie den Pennine Way und den Three Peaks Walk sowie weitere Angebote für Touristen. Weil die Lichtverschmutzung so gering ist, kommen Urlauber und Hobby-Astrologen auch zum Sternegucken. 

yorkshiredales.org.uk

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Arkengarthdale

Viel Wind und Nichts: Arkengarthedale in Yorkshire

Idealer Drehort: Arkengarthdale ist das nördlichste Tal der Yorkshire Dales und gilt als eines der wildesten und rausten. In den kargen, windumtosten Höhenlagen sorgen Hochmoore für eine mystische Atmosphäre. Zudem hat der jahrzehntelange Bleibergbau sichtbare Spuren, tiefe Minen und einige Lost Places zurückgelassen. Bröckelnde Steinmauern sowie verlassene Scheunen und Wege, die scheinbar ins Nichts führen, unterstreichen die düstere Stimmung. Einige „Wuthering Heights“-Aufnahmen stammen aus dem hiesigen Booze Moor. Teile der Crew kamen zudem im malerischen Örtchen Langthwaite unter. 

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Swaledale

Ausflugsziel und Drehort: die Surrender Bridge in Yorkshire

Etwas weiter südlich zählt das deutlich belebtere Swaledale zu den Haupttälern und Ausgangspunkten der Yorkshire Dales. Besucher finden hier eine solide Infrastruktur aus Pubs, Cafés, Pensionen und kleinen Geschäften. Gleich mehrere Szenen aus „Wuthering Height“ wurden auf den umliegenden Moor- und Heideflächen gedreht. Eine markante Kulisse bildet etwa die Surrender Bridge, eine historische Steinbrücke, die einen der zahlreichen Flussläufe überspannt. 

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Reeth

Viele Wanderer und Naturfreunde passieren das malerische Dorf Reeth.

Das malerische Dorf Reeth liegt innerhalb von Swaledale und diente dem „Wuthering Heights“-Produktionsteam während der Dreharbeiten als Basislager. Ein kleiner Dorfplatz bildet das Herz dieser Gemeinde, die neben vielen gemütlichen Steinhäusern, Cottages und Pensionen auch ein lokalgeschichtliches Museum führt. Besonderer Tipp: eine Rast im Pub „The Black Bull“, in dem seit 1680 deftige Gerichte und schaumgekrönte Pints über den Tresen wandern. 

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Old Gang Smelt Mill

Ruinen aus Zeiten des Bleibergbaus: die Old Gang Smelt Mill

Großer Auftritt für ein altes Gebäude: Bereits in den ersten Sequenzen des Filmes ist die historische Old Gang Smelt Mill zu sehen. Darin fährt eine Pferdekutsche durch ein enges Tal und passiert das markante Ensemble. Später waten Catherine Earnshaw (Margot Robbie) und Heathcliff (Jacob Elordi) hier durch dichten Nebel. Die Mühle stammt aus dem 19. Jahrhundert und war einst Teil der hiesigen Bleiminenindustrie. Heute sind ihre Ruinen ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel und zählen zu den am besten erhaltenen Relikten aus dieser Zeit.

visitnorthyorkshire.com

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Trushcross Grange

So sieht wird das Anwesen Trushcross Grange im Film dargestellt.

Zwar handelt es sich bei Trushcross Grange, dem zentralen Anwesen der Lintons, nicht um einen realen Drehort. Die Vermietungsplattform AirBnB ermöglicht dennoch einen Aufenthalt. Anlässlich der Premiere wurde im Ort Holmfield eine Replik von Catherines Schlafgemach ausgestaltet. „Auch wenn es in ‚Wuthering Heights – Sturmhöhe' tatsächlich stürmisch zugeht, ist Thrushcross Grange der Ort, an dem das Leben zumindest für einen Moment lang wundervoll war. Mein Mann Edgar hat ein Zimmer nur für mich eingerichtet. Die samtigen Wände haben genau meinen Hautton, und das Zimmer ist zum Ankleiden und Träumen da“, heißt es in der Beschreibung, in der Romanfigur Catherine die Gäste persönlich zu sich einlädt. Wer das exklusive Erlebnis gewinnt, kann zudem das Brontë Parsonage Museum in Haworth besuchen und Catherines Lieblingsfrühstück – Eier und Toast – genießen. 

airbnb.de

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Haworth

Vom Nebel umschlungen liegt der Pub „Black Bull Inn“ in Haworth.

Kein Drehort, aber dennoch ein bedeutender Schauplatz im wahren Leben der Brontë-Schwestern: In diesem charmanten 6.000-Seelen-Dorf fand die Familie nach ihrem Umzug aus Cornwall ein dauerhaftes Zuhause. Die kopfsteingepflasterten Straßen, die gemütlichen Steinhäuser und das beschauliche Leben von Haworth prägten den Alltag der Schwestern. 

Einen Besuch wert ist das Brontë Parsonage Museum, das die weltweit größte Sammlung an Manuskripten, persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken der Schriftstellerinnen beherbergt. Ein weiterer Tipp: das einstige Old Post Office, von dem aus die Schwestern ihre Manuskripte an die Londoner Verleger schickten. Im Gebäude ist bis heute der originale viktorianische Postschalter erhalten, an dem Charlotte, Emily und Anne ihre Werke aufgaben. 

bronte.org.uk

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Top Withens

Verlassene Farm im Nirgendwo: Top Whitens

Abgelegen, verfallen, windumtost: Bei Top Withens handelt es sich um eine ehemalige Farm westlich von Haworth. Ihre Steinmauern haben bereits etliche Stürme überstanden, dennoch hat der jahrzehntelange Leerstand den einstigen Hof in eine Ruine verwandelt. Tatsächlich entspricht das Gebäude nicht gänzlich jenen Beschreibungen im Roman, dennoch stehen Lage, Stimmung und Aussehen sinnbildlich für die Atmosphäre der Geschichte. Eine zwölf Kilometer lange Wanderroute führt vom Brontë Parsonage Museum in Haworth über den Landschaftspark Penistone Hill und den Brontë-Wasserfall hierher.

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Thornton

Royale Ehre: Königin Camilla bei der Eröffnung des Brontë-Geburtshauses in Thornton.

Auch beim Brontë-Geburtshaus in Thornton handelt es sich nicht um einen Drehort. Dennoch ist dieser Ort im Leben und Wirken der Schwestern von großer Bedeutung. Zwischen 1816 und 1820 wurden Charlotte, Branwell, Emily und Anne Brontë hier geboren. Erst kürzlich wurde das Gebäude nach einer umfassenden Restaurierung durch Königin Camilla wiedereröffnet. Besucher können im 200 Jahre alten Haus nicht nur auf den Spuren der Schriftstellerinnen wandeln, sondern auch übernachten.

brontebirthplace.com