Die 7 schönsten Rosamunde-Pilcher-Drehorte

In den Rosamunde-Pilcher-Filmen geht es um Herzschmerz und überwältigende Gefühle. Die beeindruckenden Kulissen der Spielfilme ziehen Zuschauer mindestens genauso in ihren Bann wie die Handlung.
Datum18.05.2026

Die Liebe siegt immer. Dafür wird Rosamunde Pilcher nirgends so gefeiert wie in Deutschland. Als ZDF-Unterhaltungschef entdeckte Claus Beling ihre Romane fürs Fernsehen. Mehr als 150 Filme später sind die Rosamunde-Pilcher-Filme fest im deutschen Fernsehgeschäft etabliert – und haben Englands Südwesten zum Star gemacht.

Das liegt nicht nur an den geschmeidigen Geschichten, sondern mindestens genauso an der beeindruckenden Cornwall-Kulisse mit rauen Klippen an imposanten Sandstränden, malerischen Dörfern und Moorgebieten. Merian zeigt die schönsten Rosamunde-Pilcher-Drehorte.

St. Ives

Inspiration für den fiktiven Ort Porthkerris und eine der schönsten Filmkulissen ist St Ives.

Cornwalls bekanntester Küstenort ist St Ives, Pilcher-Lesern als „Porthkerris“ vertraut. Seit dem 19. Jahrhundert zieht der Ort mit seinem türkisblauen Wasser und einzigartigen Licht Kreative aller Art an. Früher eine reine Fischerstadt, ist St Ives in den letzten Jahrzehnten immer mehr zum Touristenmagneten avanciert. Am einflussreichsten für die Kunstszene von St Ives war die Bildhauerin Barbara Hepworth (1903-1975), deren Haus, Atelier und wunderbarer Garten heute zu besichtigen sind. Und Londons berühmter Kunsttempel Tate unterhält eine eigene Zweigstelle, die Tate St Ives.

Poldhu Cove

Poldhu Cove auf der Lizard-Halbinsel ist einer der romantischsten Orte in Cornwall.

So schön sieht man den Sonnenuntergang selbst in Cornwall selten: Der Sandstrand an der Lizard-Halbinsel, nahe dem Ort Mullion, ist genau nach Westen ausgerichtet. In „Erdbeeren im Frühling“ mit Zoe Moore und Philipp Danne hatte Poldhu Cove 2016 seinen ersten Auftritt. Die Bucht wird umrahmt von felsigen Klippen, im Hintergrund liegen schilfbewachsene Sanddünen. Locals gehen hier nicht nur gern spazieren, sondern auch baden und surfen.

Prideaux Place

Im Inneren von Prideaux Place sieht es ebenso herrschaftlich wie wohnlich aus.

Das denkmalgeschützte Herrenhaus aus der Zeit Königin Elisabeths I. ist wohl der Pilcher-Drehort schlechthin: Mehr als ein Dutzend der Filme spielen größtenteils in Prideaux Place. In dem Landhaus in Padstow an der Nordküste von Cornwall geht es durch einen holzvertäfelten Saal, in dem der Erbauer des Schlosses, Sir Nicholas Prideaux (1550–1627), etwas blasiert aus seinem goldenen Rahmen herabschaut. Dann öffnet sich eine weitere Tür, und man blickt direkt in den spätfeudalen Alltag der Familie Prideaux.

Vor dem Kamin thront in einem gewaltigen Ohrensessel der hochbetagte Patriarch Peter John Nicholas Prideaux-Brune, bewacht von zwei großen Hunden. In der gegenüberliegenden Ecke hält seine Gemahlin Elizabeth die Stellung. Ihr zu Füßen spielt die Enkelin Kara. Das ist das Besondere an diesem Schloss mit 46 Schlafzimmern: Auch wenn man es besichtigen kann, ist es keineswegs ein Museum, sondern Wohnort von drei Generationen. Gleichzeitig ist es die perfekte Filmkulisse: dicke Teppiche, schwere Vorhänge, angestaubte Gemälde – aber auch zerknitterte Zeitungen, Malstifte und Geschirr auf dem Tisch. Peter Prideaux hat sogar selbst schon kleine Rollen übernommen, etwa als Leichenbeschauer, Tourist und Gin-Tester. „Wir kennen das Filmteam so lange, wir vertrauen ihm blind“, sagt Nicholas. „Sie dürfen die Möbel verschieben, wie es ihnen passt. Es herrscht jedes Mal ein absolutes Chaos, aber am Ende sieht es aus, als wären sie nie da gewesen.“

Von Ostern bis Oktober werden neben englischen auch deutsche Führungen angeboten. Schöner Abschluss: eine Tasse Cream Tea und Scones im Tea Room. 

prideauxplace.co.uk

Cove Cottage

Rund um Gurnard’s Head auf der Penwith-Halbinsel gibt es zahlreiche süße Cottages mit Meerblick.

Im Jahr 1995 machte die Verfilmung „Sommer am Meer“ ein Haus zur Hauptfigur: In das Cove Cottage (im Film: Bosithick) bei Zennor auf der Penwith-Halbinsel zieht die verwitwete Virginia mit ihren Kindern, um – natürlich – ihr großes Glück zu finden. Viele Jahre lang diente das Cottage als Ferienhaus – mittlerweile lässt es sich nur noch bei einer Wanderung rund um Zennor und Gurnard’s Head von außen bestaunen. Auf einem abgelegenen Küstenpfad gelegen, bietet die Umgebung einen traumhaften Blick aufs Meer. Alternativ können Reisende in den umliegenden Bed and Breakfasts Boswednack Manor oder White House unterkommen. 

Eden Project

Beim Eden Project soll Besucher:innen die Wichtigkeit von Pflanzen und deren Vielfalt für das Ökosystem nahegebracht werden.

Der nahe Golfstrom schenkt Cornwall ein palmenfreundliches Klima. Das lässt nicht nur viele Privatgärten geradezu subtropisch aussehen, sondern inspirierte wohl auch eine von Cornwalls beliebtesten Sehenswürdigkeiten: das Eden Project. Auf einer Fläche von rund 50 Hektar findet sich hier ein ganzer Regenwald unter Kunststoffkuppeln, mitbegründet von Musikproduzent Tim Smit. Die Riesenwaben, deren milchige Plastikhülle sonnendurchlässiger als Glas ist, dienten nicht nur als Drehort für den Rosamunde-Pilcher-Film „Land der Sehnsucht“, sondern auch für das James-Bond-Abenteuer „Stirb an einem anderen Tag“.

edenproject.com

Lelant

Nur einen kurzen Spaziergang entfernt: der Porthkidney Beach bei Lelant

Wer auf den Spuren von Rosamunde Pilcher durch Cornwall reist, kommt an Lelant nicht vorbei. Das malerische Küstendorf liegt nur wenige Kilometer südlich von St Ives und ist der Geburtsort der Bestsellerautorin, die hier am 22. September 1924 zur Welt kam. Als jüngere und wildere von zwei Schwestern genoss Rosamunde Pilcher die Nähe Lelants zum Meer. Natur war für sie Freiheit – Deich, Häfen und Dünen.

Genau das finden Besucher beim Rundgang durch die beschaulichen Straßen von Lelant hinab zur Flussmündung am Hayle Beach. Hier wurden einige Szenen aus „Sommer des Erwachens“ gedreht; weitere Aufnahmen für „Klippen der Liebe“, „Möwen im Wind“ und „Gefährliche Brandung“ entstanden im benachbarten Hayle sowie in Gwithian. 

St Clement Church

Na endlich! Nach vielem Hin und Her treten am Ende von „Besetzte Herzen“ (2014) Jennifer und Steve vor den Altar in der St Clement Church in der winzigen Gemeinde Withiel. Eine gute Ortswahl: Das Gotteshaus, im 15. und 16. Jh. aus Granit gebaut, liegt auf einer Anhöhe mit weiten Blicken über das Bodmin Moor. Rings um die Kirche liegt ein verwunschener Friedhof – der älteste Grabstein stammt von 1750. 

Mehr Reiseinformationen zu Cornwall

Anreise

Die einzige Nonstop-Verbindung in die Grafschaft, nach Newquay an der Nordküste von Cornwall, unterhält in den Sommermonaten Eurowings ab Düsseldorf. Am Flughafen Newquay (St. Mawgan Airport) gibt es mehrere Autovermietungen. Viele deutsche Urlauber kommen auch mit dem eigenen Pkw oder über die Flughäfen in Bristol und London. Von hier aus geht es mit dem Leihwagen oder per Zug Richtung Cornwall. 

Einreise

Besucher aus den EU-Mitgliedsstaaten benötigen seit dem Brexit einen Reisepass und eine Electronic Travel Authorisation, das sogenannte ETA. Der Personalausweis reicht nicht.

Wetter in Cornwall

Cornwall gilt als eine der sonnenreichsten Regionen Großbritanniens, dennoch hält das atlantische Klima ganzjährig Überraschungen bereit. Im Sommer von Juni bis August können Reisende mit angenehmen Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad rechnen, gelegentlich wird es auch wärmer. Allerdings kann der frische Meereswind die gefühlte Temperatur deutlich senken. Kurze Regenschauer gehören auch im Hochsommer dazu. In der Nebensaison zeigt sich das Wetter von Cornwall unbeständiger und teilweise recht rau. Zwischen September und Mai müssen Urlauber daher mit Wetterumschwüngen, Stürmen und Regen rechnen. Wasserabweisende Kleidung, Fleece und Outdoor-Jacken sind zu jeder Jahreszeit passende Begleiter. 

Baden in Cornwall

Die Wassertemperaturen bleiben das ganze Jahr über frisch: Im Sommer erreicht das Meer an den Küsten rund 16–18 Grad, was in der Regel eher nur geübten Wildwasserschwimmern zusagt. Alternativ kann man im Neoprenanzug seine Bahnen ziehen.