Die 11 schönsten Orte in Cornwall

Nicht weniger als das Ende der Welt, den Garten Edens und das Geburtsschloss von Sagenkönig Artus finden Reisende in Englands äußerstem Südwesten. Merian zeigt die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten von Cornwall. 
Text Mila Krull
Datum03.03.2026

6.000 Kilometer und ein Ozean trennen den Südwesten Englands von den Inseln der Karibik. Dass man die gar nicht braucht, beweist Cornwall an all seinen Küsten, die mit Traumstränden und Küstenpfaden begeistern. 

Dazu gesellt sich eine hohe Dichte an historisch sowie kulturell bedeutenden Orten. Da wäre die Künstlerkolonie St Ives, das spektakulär gelegene Minack Theatre und die sagenumwobene Festung Tintagel Castle. Welche Schätze und Sehenswürdigkeiten Cornwall außerdem bereithält, zeigen wir hier.

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Minack Theatre

„Showtime“ im doppelten Sinne: Aussicht und Bühnenprogramm vereinen sich im Minack Theatre perfekt

Wer heute am Rande der Klippen von Porthcurno steht und den Blick über das imposante Minack Theatre schweifen lässt, mag sich mitunter in die Antike zurückversetzt fühlen. Die in den Fels geschlagenen Ränge suggerieren ein Erbe aus römischer Zeit, doch der Eindruck täuscht. Tatsächlich wurde der Grundstein für diese einmalige Freiluftbühne erst im frühen 20. Jahrhundert gelegt, auf die Bemühungen einer unerschütterlichen Frau hin. Die Architektin Rowena Cade nahm es sich zum Ziel, dem Londoner Kulturprogramm die Stirn zu bieten und schuf mit ihrem Theater eine Kulisse, die bis heute ihresgleichen sucht. Regelmäßig finden hier Konzerte, Musicals und Theateraufführungen vor der rauschenden See statt.

minack.com

2

South West Coast Path

Einmal die gesamte Küste entlang führt der South West Coast Path

Mit gut 1.000 Kilometern ist der South West Coast Path der längste Fernwanderweg Großbritanniens. Von Minehead in Somerset führt er einmal rund um Cornwall bis nach Poole Harbour in Dorset. Unterwegs öffnet die englische Südwestküste ihre wilde Seele, Wanderer passieren dichte Wälder, grünes Farmland und steile Klippenpfade. Der Weg lässt sich bestens in mehrere Etappen unterteilen, bei Newquay etwa ist das Terrain einladend mit breiten Stränden und Einkehrmöglichkeiten. Gemütlich geht es auch an der Südküste mit Fischerdörfern wie Cadgwith und Coverack zu. Wem Sturm und steile Klippen nichts ausmachen, kann sich zwischen Clovelly und Hartland Point in der Grafschaft Devon verausgaben – herrliche Panoramen inklusive.

southwestcoastpath.org.uk

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St Ives

Große Kunst in kleiner Stadt – dazu lädt das Tate St Ives

Bis ins 19. Jahrhundert war St Ives im Norden Cornwalls nur ein Fischerdorf wie all seine Nachbarn. Mit dem Beginn des Zinn- und Kupferabbaus begann die Gemeinde landeinwärts zu wachsen. Der Durchbruch kam schließlich im Jahr 1877, als die Great Western Railway hier einen Bahnhof eröffnete und mit ihm eine Verbindung zum Rest des Landes schuf. Dem Ruf des Meeres und des Lichts folgend, zog es fortan immer mehr Künstler an die Küste, darunter internationale Namen wie Helene Schjerfbeck, Naum Gabo und Barbara Hepworth. Von ihrem Wirken zeugen heute unter anderem der hiesige Tate-Ableger, das Barbara-Hepworth-Museum samt Skulpturengarten sowie die New Millennium Gallery. Diese und jener Hafen von St Ives, der auf so vielen Gemälden festgehalten wurde, führen dazu, dass das 11.000-Einwohner-Städtchen an manchen Tagen aus allen Nähten platzt. Wer seinen Zauber lieber in Ruhe aufsaugt, kommt außerhalb der Sommersaison.

tate.org.uk

4

The Eden Project

Aus einer Tongrube gewachsen: der botanische Garten The Eden Project

Inmitten einer ehemaligen Tongrube nordöstlich der Stadt St Austell liegt diese botanische Anlage, die selbst unter gartenverwöhnten Briten Begeisterung auslöst. Herz des Eden Project sind die futuristischen, wabenförmigen Gewächshäuser, die nicht nur mit ihrer außergewöhnlichen Architektur auffallen, sondern auch als weltweit größte ihrer Art gelten. In ihrem Inneren wandeln Besucher durch verschiedene Klimazonen und die Biodiversität unseres Planeten. Hinzu kommen ein Naturspielplatz, eine Bühne und Kunstinstallationen im Außenbereich. Unter den drei Leitbildern „Respektieren“, „Schützen“, „Reparieren“ widmet sich das Eden Project zudem der Lehre und der ökologischen Zukunft des Planeten. 

edenproject.com

5

Scilly Islands

Die Scilly Inseln erinnern an karibische Gefilde

Zwar liegt die eigentliche Karibik noch ganze 6.000 Kilometer weiter im Westen. Wer jedoch schon mal einen Vorgeschmack auf weiße Strände, glasklares Wasser und Sonnenschein satt genießen will, besucht die Isles of Scilly. Rund 45 Kilometer vor dem westlichsten Zipfel Cornwalls lockt dieser Archipel dank des nahen Golfstroms mit besonders milden Temperaturen. In der Sommersaison pendeln Fähren mindestens einmal täglich von Penzance nach Hugh Town auf der Hauptinsel St. Mary’s. Von hier aus bringen private Taxischiffe Besucher auf alle weiteren Eilande. 

→ Hier stellen wir die Highlights der Scilly Islands ausführlicher vor

6

Trewidden House and Garden

Ein Traum aus Farn und Goldregen: Trewidden Garden

Auch hier geht es tropisch zu: In der Nähe von Penzance entführt Trewidden Garden Besucher in ferne Landschaften. Wie das Eden Project entstand auch diese Anlage auf den Resten eines einstigen Tagebaus. Bis ins 19. Jahrhundert baute die Unternehmerfamilie Bolitho auf dem Gebiet Zinn ab, bevor sie es in einen weitläufigen Garten umwandeln ließ. Seither gedeihen hier tausende Pflanzenarten, darunter vor allem Kamelien, Magnolien und Rhododendren. Besonders spektakulär und ungewöhnlich für nördliche Gefilde ist der Wald aus Baumfarnen, der an südamerikanische Regenwälder erinnert. Zwischen der botanischen Vielfalt greifen historische Relikte wie alte Schmelzkessel die Bergbauvergangenheit des Ortes auf. Der zugehörige Tea Room ist im Sommer so beliebt, dass vorab ein Tisch reserviert werden sollte. 

trewidden.co.uk

7

Newquay

Beliebter Surfspot sowie Urlaubsort: Newquay

Wer Wellen bezwingen will, muss dafür nicht bis nach Hawaii, Australien oder Kalifornien reisen. Auch manch britische Küste überzeugt mit hervorragenden Bedingungen für Anfänger bis hin zu Profis. Allen voran gilt Newquay an der Nordküste Cornwalls als einer der besten Surforte des Landes. Die erstklassigen Wellen am Fistral Beach sind längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt und so trifft sich die Surfelite hier zum populären „Boardmasters“-Festival im August oder den nationalen Meisterschaften im Mai. Auch Einsteiger können sich mit Unterstützung der Surfschulen in die Fluten wagen. Ruhigere Badebedingungen finden Urlauber am Newquay Beach; Restaurants, Pubs und diverse Freizeitaktivitäten erstrecken sich ergänzend rund um die Fore Street. 

8

St Michael's Mount

Der Mount St Michael hat einen bekannten Bruder in der Normandie

Sogar der Name klingt ähnlich: Auf den ersten Blick erinnert St Michael’s Mount an den berühmten Mont-Saint-Michel in der französischen Normandie. Tatsächlich handelt es sich auch bei der Cornwall-Version um eine vorgelagerte Gezeiteninsel, auf der bereits im Mittelalter eine Klosteranlage errichtet wurde. Nicht nur kulturell, auch geologisch ist das Eiland, das einst zum Festland gehörte, von hoher Bedeutung. Der Tidenhub beträgt bis zu fünf Meter. Bei Ebbe können Besucher den gepflasterten Weg zu Fuß zurücklegen. Auf der Insel gibt es neben der prächtigen Burg auch ein Café, einen tropischen Garten und einen kleinen Hafen. Die Öffnungszeiten variieren nach Saison. 

stmichaelsmount.co.uk

9

Tintagel Castle

Wer Tintagel Castle bezwingen will, sollte schwindelfrei sein

Ein Ort, wie einer Fantasyserie entsprungen: Sattgrüne Wiesen, schroffe Klippen und die Ruinen einer sagenumwobenen Burg vereinen sich zu Tintagel Castle. Steile Treppen, verschlungene Pfade und eine Hängebrücke führen zur Festung, die weit oben auf einer Halbinsel über der Irischen See thront. Vermutlich wurde dieser exponierte Ort bereits zur römischen Zeit erschlossen, im 13. Jahrhundert ließ Richard von Cornwall, späterer König, hier erstmals eine Burg errichten. Dass von ihr 600 Jahre lang nur noch Ruinen übrig waren, hielt Besucher ab dem 19. Jahrhundert nicht davon ab, Tintagel Castle zu besuchen. Seither gilt die Anlage als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Cornwall. Das mag zum einen an ihrer außergewöhnlichen Lage, zum anderen an der Legende liegen, die besagt, dass der Sagenkönig Artus hier einst geboren wurde. 

english-heritage.org.uk

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Land's End

Hinter „Land's End“ und dem vorgelagerten Longships Lighthouse kommt nur der Atlantik

Das Ende der Welt, beziehungsweise der westlichste Punkt der größten britischen Insel, ist in der Gemeinde Sennen verortet. Hier liegt die Landzunge mit dem pathetischen Namen „Land’s End“. Weniger pathetisch und hingegen sehr touristisch ist das Gelände, das sich rund um die Aussichtspunkte erstreckt und sich in Privatbesitz befindet. Gegen Eintrittsgeld erhalten Besucher Zugang zum Besucherzentrum, zu Restaurants, Shops, einer kleinen Farm, Indoor-Abenteuerwelten und Spielmöglichkeiten. Wer länger bleiben will, kann in Appartements oder im Hotel übernachten. Regelmäßig finden zudem besondere Veranstaltungen wie Feuerwerk und Drohnenshows über dem Meer statt. 

landsend-landmark.co.uk

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Gwynver Beach

Abgeschieden, weitläufig, bildgewaltig: Gwynver Beach im Westen Cornwalls

Traumhafte Strände gibt es in Cornwall wie Sand am Meer. Der milde Golfstrom, geschützte Buchten und seichte Ufer haben einige spektakuläre Strandabschnitte hervorgebracht. Einer der wohl schönsten liegt rund fünf Kilometer nördlich von Land’s End und lässt sich bestens mit einem Ausflug dorthin kombinieren. Zwar eignet sich Gwynver Beach – benannt nach König Artus’ Gemahlin – aufgrund der Strömungen und mitunter starken Wellen eher zum Surfen als zum Baden, für den Ausblick und ausgiebige Spaziergänge lohnt ein Besuch jedoch allemal. Ein schmaler Pfad führt oberhalb der Bucht entlang. In den Sommermonaten ist das Wasser ruhiger und Lifeguards sind vor Ort. Infrastruktur gibt es bis auf einen Parkplatz keine.