Die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten in Bath

Prächtige Bauten aus der Regency-Ära, heiße Thermalquellen und eine vielfältige Museumslandschaft: Das südenglische Bath vereint all das. Hier kommen die schönsten Sehenswürdigkeiten. 
Text Milena Härich
Datum28.01.2026

Gerade einmal 90.000 Menschen leben in Bath in der englischen Grafschaft Somerset. Doch man braucht keine Metropole zu sein, um sich zum Touristenmagneten zu entwickeln, das beweist die Kurstadt. Dank ihrer heißen Thermalquellen gehört Bath zu den „Great Spa Towns of Europe“, die 2021 als UNESCO-Weltkulturerbe klassifiziert wurden. Aber auch vorher war Bath bereits Welterbe; den Status erhielt die Stadt schon 1987 aufgrund ihrer gut erhaltenen und geschlossenen Stadtarchitektur. Im Zentrum dominieren helle Kalkstein-Gebäude aus der georgianischen Ära.

Bekanntheit erlangte Bath auch durch eine ihrer berühmtesten Bewohnerinnen: Jane Austen. Sie lebte nur fünf Jahre in der südenglischen Stadt, war aber so angetan, dass die Kulisse in zwei ihrer Romane Eingang fand. Heute bietet Bath vor allem Stoff für Fernseh- und Filmproduktionen, die beliebte Netflix-Serie „Bridgerton“ wurde in großen Teilen hier gedreht. 

Merian zeigt die zehn schönsten Orte in Bath und gibt Tipps für den Besuch.

1

Victoria Art Gallery

Die Victoria Art Gallery ist eines der wichtigsten Kunstmuseen in der Stadt Bath.

In Bath gibt es die Gepflogenheit, Sehenswürdigkeiten nach königlichen Persönlichkeiten zu benennen. Auch die Victoria Art Gallery, eines der wichtigsten Kunstmuseen der Stadt, ist so ein Beispiel. Um das 60-jährige Thronjubiläum von Queen Victoria I. zu feiern, verlieh man dem 1897 von John McKean Brydon entworfenen Ausstellungshaus ihren Namen. Im Jahr 1900 öffnete es seine Türen für die Öffentlichkeit, mit einer Sammlung aus mehr als 1.500 Kunstwerken, darunter Gemälde, Skulpturen und dekorative Kunst vom 17. Jahrhundert bis heute. Auch bekannte britische Künstler wie Thomas Gainsborough und Thomas Jones Barker sind vertreten.

Die Victoria Art Gallery befindet sich im Zentrum von Bath, am Fluss Avon. Auch von außen ist das Museum sehr sehenswert, das Gebäude wird von ionischen Säulen und Pilastern ergänzt. Ein Highlight ist die Statue von Königin Victoria I., die Andrea Carlo Lucchesi geschaffen hat.

victoriagal.org.uk

2

The Holburne Museum

2011 kam dieser moderne Anbau auf der Rückseite des Holburne Museums hinzu.

Noch ein wenig älter – und damit das älteste noch bestehende Kunstmuseum in Bath – ist das Holburne Museum. Es eröffnete bereits im Jahr 1893 und zog 1916 in das heutige Gebäude, ein ehemaliges Hotel mit klassizistischer Fassade, um. 2011 wurde ein moderner Anbau aus Keramik und Glas ergänzt, der die Symbiose aus Tradition und Moderne versinnbildlicht und es ermöglichte, die Sammlung auf größerem Raum auszubreiten. Ebendiese Sammlung stammt zu großen Teilen aus dem Besitz von Sir William Holburne, einem ehemaligen Marineoffizier und leidenschaftlichen Kunstsammler. Nach seinem Tod wurden rund 9.000 Werke ergänzt. Neben Gemälden von Künstlern wie Thomas Gainsborough und William Hogarth sind auch Skulpturen, Stickereien und Porzellanwerke aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt. 

Das Holburne Museum befindet sich am Rand der Sydney Gardens, nordöstlich vom Stadtzentrum. Vom Café blicken Gäste direkt auf den gepflegten Landschaftsgarten. Übrigens: Das Gebäude war bereits mehrfach in der Netflix-Serie „Bridgerton“ zu sehen – zumindest die Vorderseite (der moderne Anbau befindet sich auf der Rückseite). Wenn Lady Danbury wieder einmal einen ihrer Bälle in ihrem Zuhause gibt, können Zuschauer das Holburne Museum von außen sehen. 

Übrigens: Weitere „Bridgerton“-Drehorte haben wir hier zusammengefasst.

holburne.org

3

Bath Abbey

Die wichtigste Kirche der Stadt: Bath Abbey

Dieses Gebäude gilt weithin als Wahrzeichen der Kurstadt Bath: ihre Abteikirche, Bath Abbey. Direkt im historischen Zentrum gelegen, fällt die imposante Kathedrale direkt ins Auge. Sie wurde im Perpendicular Style errichtet, einem spätgotischen englischen Baustil, der auch „senkrechter Stil“ genannt wird und sich unter anderem auf vertikale Linien und großzügige Fensterflächen fokussiert. Tatsächlich stand genau hier bereits im 7. Jahrhundert eine Kirche, in der König Edgar im Jahr 917 gekrönt wurd. In den darauffolgenden Jahrhunderten fanden immer wieder Auflösungen, Zerstörungen und Wiederaufbauten statt – bis die heutige Bath Abbey dann im 15. und im frühen 16. Jahrhundert entstand. 

Besonders eindrucksvoll: An der Westfassade finden sich zwei Engelsleitern aus Stein, erbaut nach einem Traum von Bischof Oliver King. Sie flankieren das hiesige Portal und wurden 1900 erneuert. Und: die Buntglasfenster, die biblische Szenen porträtieren und das Innere der Abteikirche in ein buntes Kaleidoskop mit warmem Licht verwandeln. In der Bath Abbey finden regelmäßig Konzerte statt, sie ist für ihre hervorragende Akustik bekannt. Besucher können außerdem den Kirchturm erklimmen – und haben von dort einen der besten Ausblicke über Bath.

bathabbey.org

4

The Roman Baths

Baden darf man hier nicht, aber man kann sehr wohl auf den Spuren der Römer wandeln, die sich bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. hier niedergelassen haben.

Bath hat seinen Namen nicht von ungefähr: Er rührt von der bis in die Antike zurückreichenden Tradition, in die heißen Thermalbäder der Stadt einzutauchen. Bereits die Römer entdeckten die mineralhaltigen Quellen, damals (im 1. Jahrhundert n. Chr.) nannten sie die Stadt „Aquae Sulis“. Sie errichteten die römischen Bäder, die heute als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Bath gelten und einen Großteil dazu beigetragen haben, dass die südenglische Stadt im 18. Jahrhundert zur Kurstadt avancierte. Damals entdeckte man die Thermalquellen nämlich wieder, nachdem die Anlage lange Zeit in Vergessenheit geraten war. 

Entstanden ist die Anlage rund um eine bis zu 46 Grad Celsius warme Thermalquelle. Noch heute bildet ein großes Becken das Herzstück der römischen Bäder, es ist eingebettet in einen Innenhof und wird gesäumt von Säulen, Balustraden und Galerien, die es überblicken. In dem Gebäude ist mittlerweile ein Museum untergebracht, hier können Gäste auf den Spuren der Römer wandeln und mehr über die Geschichte von Bath als Kurort erfahren. Multimediale Guides stehen für den Besuch zur Verfügung. Baden darf man jedoch nicht mehr in der einst dafür vorgesehenen Anlage (Tipp: Besuchen Sie stattdessen das Thermae Bath Spa, die Stadt ist noch immer ein hervorragendes Wellness-Zentrum). Besonders imposant sind die römischen Bäder am Abend, dann werden sie illuminiert. Übrigens: Es gibt vor Ort einen Museumsshop, in dem allerlei Wellness-Produkte verkauft werden, von Ölen bis hin zu Kerzen.

Hier stellen wir alle elf „Great Spa Towns of Europe“ vor.

romanbaths.co.uk

5

Prior Park Landscape Garden

Im Frühling und Sommer grasen zeitweise Rinder auf den Wiesen des Prior Park Landscape Gardens.

Bath wird vielerorts von hellem Sandstein geprägt, der der Stadt einen honigfarbenen Anstrich verleiht. Aber auch von ganz viel Grün; an beinahe jeder Ecke findet sich ein Garten oder ein Landschaftspark. Einer davon ist der Prior Park Landscape Garden, der vom National Trust verwaltet und instand gehalten wird. Er liegt südlich des Zentrums auf einem sanften Hügel und bietet somit beste Ausblicke auf Bath und das Avon-Tal. Ralph Allen, ein Unternehmer und Mäzen der Stadt, erteilte im 18. Jahrhundert den Auftrag, einen solchen Park anzulegen. Er sollte landschaftlich so hergerichtet werden, dass er zu seinem angrenzenden Haus passte. Den Auftrag übernahm der Dichter Alexander Pope gemeinsam mit dem Landschaftsgärtner Capability Brown.

Entstanden ist ein frühes Beispiel des englischen Landschaftsstils mit verschiedenen Spazierwegen und Teichen, formalen Gartenbereichen und bewaldeten Hängen. Das Highlight des Parks: die Palladian Bridge aus dem Jahr 1755, eine Nachahmung der Brücke von Wilton House bei Salisbury. Tatsächlich gibt es heute nur noch vier Brücken dieser Art – also im gut erhaltenen, palladianischen Stil. Das macht sie zum Herzstück des Prior Park Landscape Gardens. Die Anlage verfiel im 19. und 20. Jahrhundert teilweise, bis der National Trust sie übernahm und restaurierte. Seit 1996 können Besucher hier spazieren, joggen, picknicken oder einfach nur die Ruhe genießen.

nationaltrust.org.uk

6

Assembly Rooms

In den Assembly Rooms von Bath traf sich im 18. Jahrhundert das Who is Who der wohlhabenden Gesellschaft.

Hier traf sich die gehobene Gesellschaft von Bath im 18. Jahrhundert: Die Assembly Rooms gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, weil sie einen Teil des damaligen gesellschaftlichen Lebens noch immer gut abbilden. Der prächtige Ballraum mit opulentem Kronleuchter und ganz viel Stuck gibt eine gute Vorstellung davon, wie es damals auf gesellschaftlichen Events der Reichen und Schönen zugegangen sein muss. Nicht umsonst war dieser Ort auch einer der „Bridgerton“-Drehorte für Bälle. 

Errichtet wurden die Veranstaltungsräume zwischen 1769 und 1771, durch John Wood the Younger als federführenden Architekten. Nicht nur Bälle fanden in den Räumlichkeiten statt, auch Teezeremonien, Kartenspiele und Vorträge. Zu den prominentesten Gästen zählten Jane Austen und Charles Dickens. Die Assembly Rooms dienten nicht nur als Eventlocation, sondern sie waren einer der wichtigsten Orte von Bath, um gesehen zu werden – etwa auf dem Heiratsmarkt. Die prunkvollen Säle können heute im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Bis vor Kurzem war hier noch das Fashion Museum Bath untergebracht, das bald in einer neuen Räumlichkeit (dem ehemaligen Postamt von Bath) wieder eröffnet.

Hinweis: Derzeit sind die Assembly Rooms aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Sie sollen erst im Jahr 2027 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

nationaltrust.org.uk

7

Royal Crescent

Das beliebteste Fotomotiv von Bath: Royal Crescent.

Das beliebteste Fotomotiv der Stadt, Drehort und in architektonischer Hinsicht ikonisch: Das ist der Royal Crescent im Zentrum von Bath. Die halbmondförmige Häuserzeile aus dem typischen hellen Bath-Stein wurde zwischen 1767 und 1774 nach Entwürfen von John Wood the Younger, einem der wichtigsten Vertreter der georgianischen Architektur, erbaut. Insgesamt 30 Reihenhäuser schmiegen sich eng aneinander und wirken auf den ersten Blick wie eine geschlossene Einheit, etwa wie ein Palast- oder Regierungsgebäude. Dabei sind sie im Inneren sehr verschieden, es sind dort etwa Wohnhäuser, aber auch ein Hotel und ein Museum untergebracht. In Royal Crescent Nummer Eins können Besucher auf den Spuren der Stadt Bath im 18. Jahrhundert wandeln; das Museum zeigt eindrücklich, wie diese Häuser zu der damaligen Zeit eingerichtet waren. 

Die halbmondförmige Häuserzeile ist eine der beliebtesten Serien- und Filmkulissen in Bath. Bereits 2008 wurden hier Szenen für „The Duchess“ mit Keira Knightley und Ralph Fiennes gedreht. Zuletzt wurde der Kulisse dank „Bridgerton“ mehr Aufmerksamkeit zuteil, denn die Außenansicht wurde genutzt, um das Zuhause der Familie Featherington darzustellen. 

Tatsächlich braucht der Royal Crescent die zusätzliche Aufmerksamkeit nicht – das Gebäude ist eines der meistfotografierten in Großbritannien und gilt bis heute als ein Meisterwerk der georgianischen Stadtplanung. Übrigens: Das „Royal“ wurde dem Namen erst später hinzugefügt und bezieht sich auf einen königlichen Besuch. Prinz Frederick Augustus, Herzog von York, besuchte die Kurstadt im Jahr 1795 und wohnte zunächst in der Nummer Eins, später dann in der Nummer 16. Dort ist heute übrigens das The Royal Crescent Hotel & Spa untergebracht.

Übrigens: Hier haben wir noch mehr Hotels mit „Bridgerton“-Flair gesammelt.

no1royalcrescent.org.uk

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The Jane Austen Centre

Um die Literatin zu ehren und ihr Erbe weiterzutragen, hat das Jane Austen Centre eine Dependance in Bath eröffnet.

Bath und viele seiner Bewohner sind stolz auf eine ehemalige Bürgerin der Stadt: Jane Austen. Gerade einmal fünf Jahre lang (von 1801 bis 1806) lebte die Autorin mit ihrer Familie in Bath, doch die Stadt hat sie nachhaltig geprägt. In ihren späteren Romanen „Northanger Abbey“ und „Persuasion“ ist diese enge Verbindung deutlich wahrzunehmen. In der Gay Street, eben jener Straße, in der Austen lebte, hat das Jane Austen Centre ein Museum eröffnet. Dieses Haus beschäftigt sich eingehend mit dem Leben und Wirken der Literatin, auch ihre Beziehung zur Stadt Bath wird näher beleuchtet. 

Das Museum befindet sich in einem georgianischen Stadthaus, das ganz typisch für Bath ist. Passend zur Epoche, in die Besucher eintauchen, begrüßen viele Mitarbeitende des Jane Austen Centres die Gäste in viktorianischen Kostümen. Es finden außerdem immer wieder Veranstaltungen mit Austen-Bezug statt, auch einen Jane-Austen-Geschenkshop gibt es. Unbedingt besuchen: den Tea Room, in dem unter anderem „Mr. Darcy’s Afternoon Tea“ serviert wird – eine Auswahl an Kuchen, Sandwiches, Scones und Teesorten. 

janeausten.co.uk

9

Pulteney Bridge

Brücke und Einkaufspassage in einem: die Pulteney Bridge in Bath.

Sie ist ein wahrer Hingucker, die Pulteney Bridge neben der Victoria Art Gallery. Im Zentrum der Stadt überspannt diese Brücke den Fluss Avon, doch ihre Hauptfunktion besteht nicht im Überqueren des Gewässers. Vielmehr ist sie eine Einkaufsstraße: Die gesamte Brücke ist mit kleinen Häusern bebaut, in denen Boutiquen und Geschäftsräume untergebracht sind. Das macht sie zu einer der außergewöhnlichsten Brücken des Landes. Das Ziel war zunächst ein anderes: Man wollte die bis dato schwer zu erreichende Seite des Avon, das heutige Zentrum, erschließen und neue Wohngebiete fördern. Bis dahin war das Zentrum nämlich nur vom Norden aus – oder mit Fährbooten – erreichbar. Die Familie Johnstone, einflussreiche Landbesitzer, erbte so einiges von den Earls of Pulteney (daher der Name der Brücke) und nutzte ihr Vermögen für die Planung und den Bau der Brücke.

Konzipiert wurde das Viadukt von den Brüdern Robert und James Adam. Passend zu vielen anderen Gebäuden der damaligen Zeit wurde auch die Pulteney Bridge im klassischen Bath-Stein erbaut, orientiert am Stil des Palladianismus. Verschiedene Giebel und Pilaster machen sie neben der Tatsache, dass sie von Häusern gesäumt wird, zum Blickfang. Es heißt, dass die beiden Architekten sich stark von der Ponte Rialto in Venedig und der Ponte Vecchio in Florenz inspirieren ließen. 

Interessant: Mittlerweile ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt. Busse und Taxis dürfen weiterhin passieren, ebenso Fußgänger und Radfahrer.

visitbath.co.uk

10

Royal Victoria Park

Der Royal Victoria Park ist die größte Parkanlage in Bath.

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die nach einer königlichen Persönlichkeit benannt ist: Der Royal Victoria Park wurde im Jahr 1830 von der damals elf Jahre alten Victoria eröffnet. Es sollten zwar noch sieben Jahre bis zu ihrer Inthronisierung vergehen, doch diese war absehbar. Somit war dieser Park der erste, der den Namen der späteren Königin trug. Noch heute ist der Royal Victoria Park der größte in Bath, er erstreckt sich über eine Fläche von rund 23 Hektar. Neben Bänken und Spazierwegen zur Entspannung bietet er eine Skateboardrampe, Tennisplätze, einen Golfplatz, einen Kinderspielplatz und einen Botanischen Garten. Regelmäßig finden hier Open-Air-Veranstaltungen und Jahrmärkte statt. Vom Park aus blickt man auf die Häuserreihe Royal Crescent, was ihn umso beliebter macht – sowohl bei Bewohnern als auch bei Reisenden.

Am östlichen Parkeingang befindet sich eine Säule zu Ehren von Königin Victoria I., die anlässlich ihres 18. Geburtstags in ihrem Auftrag hier errichtet wurde. Verantwortlich hierfür zeichnete der damalige Stadtarchitekt von Bath, G. P. Manners. 

visitbath.co.uk