Die schönsten Dörfer in den Cotswolds

Der Traum vom idyllischen Country-Urlaub: In den Cotswolds in England wird er wahr. Die Region befindet sich zwischen Bath, Stratford-upon-Avon, Gloucester und Oxford. Sie umfasst rund 2.000 Quadratkilometer und ist unter dem Namen „Cotswolds National Landscape“ geschützt. Rustikale Ferienhäuser aus goldgelbem Kalkstein, imposante Kirchen, verwunschene Spazierwege an Flussläufen und rundherum unberührte Natur mit Schafweiden: All das macht die Cotswolds aus und trägt dazu bei, dass das Gebiet im Südwesten Englands seit einigen Jahren immer beliebter bei Reisenden wird.
Viele Städte und Dörfer in den Cotswolds sind keine versteckten Perlen mehr, sondern – auch aufgrund der Tatsache, dass sie schon häufig als Filmkulisse dienten – durchaus gut frequentiert. Es finden sich aber auch noch Geheimtipps in der hügeligen Landschaft, die Ruhe und Abgeschiedenheit versprechen.
Die Mischung aus dieser Ruhe und dem stereotypen Landurlaub in England mit Pubs, Scones und Cream Tea macht die Cotswolds zum Traumreiseziel. Tatsächlich sind die Weiler voller Steinhäuser im Winter besonders urig, wenn der Kaminrauch aus dem Schornstein quillt und die Orte in Dunst hüllt. Doch auch im Frühling und im Sommer, wenn die Gärten rund um die großen Herrenhäuser der Gegend erblühen, sind die Cotswolds ein beliebtes Fotomotiv. Oder im Herbst, wenn das bunte Laub beim Spaziergang durch Bibury oder Castle Combe unter den Stiefeln knirscht, die Cafés auf einen heißen Tee einladen und die Abendsonne die Szenerie in die unterschiedlichsten Rot- und Orangetöne taucht.
Wann immer Sie hinfahren, mit diesen sieben Dörfern in den Cotswolds sind Sie bestens beraten.
Blockley

Dieses Kleinod gehört noch zu den unbekannteren Orten in den Cotswolds – hier lässt es sich in Ruhe spazieren, einkehren oder übernachten. Blockley liegt in den nördlichen Cotswolds, in der Grafschaft Gloucestershire. Das Dorf wird, wie so viele in der Gegend, von einem honigfarbenen Stein geprägt, der mittlerweile „Cotswold-Stein“ getauft wurde. Es handelt sich hierbei um einen oolithischen Jurakalkstein, der seine Farbe dem in ihm enthaltenen Eisenoxid zu verdanken hat. Zahlreiche Gebäude innerhalb der Cotswolds wurden mit diesem Stein erbaut, dessen Farbgebung je nach Lichteinfall zwischen Honigfarben und Gelb wechselt.
Blockley war einst ein wichtiger Standort der Seidenproduktion in England, die einstigen Fabriken dienen heute als Privathäuser. Ebenfalls interessant: Das Dorf hat Aufmerksamkeit als Kulisse für die Serie „Father Brown“ erlangt. Zuschauer werden vor allem die St Peter & St Paul Church wiedererkennen, die das beeindruckendste Bauwerk von Blockley bildet und den Weiler überragt. Unser Tipp zum Übernachten: Das Ferienhaus Boutique Chic in Blockley, Gentian Cottage ist ein Gebäude im typischen Cotswold-Stein, modern eingerichtet. Für den Kaffee am Morgen bietet sich das Blockley Café an, am Abend lockt der Pub The Great Western Arms. Empfehlenswert ist auch ein Besuch des Blockley Village Shops, der Waren für den täglichen Gebrauch verkauft und der von der hiesigen Community betrieben wird.
Asthall Leigh

Sattgrüne Wiesen, steinerne Häuser mit schiefergedeckten Dächern und Giebeln und ein Fluss, der sich durch den Ort schlängelt: Asthall Leigh sieht aus wie einem Bilderbuch entsprungen. Das Dorf in der gleichnamigen Zivilgemeinde ist einer der ursprünglichsten und ruhigsten Orte in den Cotswolds. Daher finden Reisende hier auch so gut wie keine Infrastruktur. In den umliegenden Dörfern aber schon, bis nach Minster Lovell sind es gut sechs Minuten mit dem Auto.
Asthall Leigh eignet sich perfekt als Ausflugsziel und als Startpunkt für eine Wanderung durch die Cotswolds. Zwar ist der Ort nicht mit touristischen Zielen wie Bibury oder Bourton-on-the-Water vergleichbar, mit letzterem teilt er sich aber zumindest den Fluss. Der River Windrush bahnt sich seinen Weg durch Asthall Leigh und trägt maßgeblich zum malerischen Ambiente des Dorfes bei, dessen größte Sehenswürdigkeit es selbst ist. Mäandernde Flussläufe, rustikale Cottages und Brücken prägen das Bild. Gleichzeitig können Besucher hier in Ruhe spazieren – ohne Menschenmassen und Gedränge – und bekommen ein authentisches Cotswolds-Erlebnis.
Vor den Toren der Stadt befindet sich Asthall Manor, ein jakobinisches Herrenhaus mit prächtigem Garten. Es ist für die Öffentlichkeit zugänglich, jedoch nur zu ausgewählten und unregelmäßigen Terminen, die Interessierte vorher auf der Webseite überprüfen sollten.
Snowshill

Wie der Name es schon verspricht, liegt dieses Dorf auf einem Hügel – und bietet damit beste Ausblicke auf die Natur der Cotswolds mit ihren Wiesen, Weiden und Tälern. Snowshill befindet sich unweit von Broadway, einer der bekanntesten Städte der Region, entfernt. Als kleiner Bruder der Stadt zieht es vor allem diejenigen an, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen. Auch Snowshill ist für die honigfarbenen Steinhäuser bekannt, ein beliebtes Fotomotiv ist außerdem die knallrote Telefonbox, die vor der Dorfkirche steht und sich von ihr abhebt. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist aber Snowshill Manor, ein vom National Trust verwaltetes Herrenhaus, das einst im Besitz von Architekt und Sammler Charles Paget Wade war. Von außen sieht es herrschaftlich aus, innen warten die interessantesten Kuriositäten aus dem Fundus des Kunst- und Möbelsammlers auf Besucher. Rundherum erstreckt sich ein weitläufiger Garten.
Snowshill haben Sie vielleicht auch schon einmal gesehen: In „Bridget Jones’s Diary“ diente das Kleinod als Kulisse. Insgesamt eignet sich das Dorf eher für einen Halbtagesausflug, es sei denn, Sie sind auf der Suche nach absoluter Ruhe. Unterkünfte gibt es hier nämlich durchaus, etwa das Manor Farmhouse, das Broughwood Cottage Snowshill oder das Oat Hill Coach House – letzteres befindet sich vor den Toren der Stadt. Der einzige Pub ist das Snowshill Arms, doch keine Sorge: Zu voll wird es hier eigentlich nie.
Bourton-on-the-Water

Bourton-on-the-Water ist das perfekte Beispiel für das stereotypische, aber auch touristische Cotswolds-Dorf. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, der Besuch lohnt. Allein der Spitzname dieses Weilers ist vielversprechend: Vom „Venedig der Cotswolds“ sprechen viele, wenn sie an Bourton-on-the-Water denken. Und zwar, weil sich der River Windrush wie eine Lebensader durch die Gemeinde zieht und von verschiedenen Steinbrücken überspannt wird. Er prägt das Dorfbild, genau wie die gelben Kalksteinhäuser und die vielen Cafés und Tea Rooms, die authentisches Südengland-Flair vermitteln. Da wäre die Bakery in the Water, die aussieht, als wäre sie einer Romcom entsprungen, oder The Cornish Bakery, die in einem Steinhaus mit geschwungenen, verglasten Erkern untergebracht ist. Auch das Café Ace of Spuds und das The Chestnut Tree sind stets gut besucht.
An der Promenade des River Windrush ist im Sommer so einiges los, dann schlendern und picknicken hier teilweise mehr Touristen als Einheimische. Bourton-on-the-Water ist eben ein Besuchermagnet: Schließlich befinden sich hier sowohl das Model Village, ein maßstabsgetreuer Nachbau des Dorfes in Miniaturform, als auch das Cotswold Motoring Museum, das Oldtimer ausstellt. Der Weiler ist also ein richtiger Familienort, egal zu welcher Jahreszeit. Wer einen Ausflug hierher macht, sollte aber lieber frühmorgens kommen, dann ist es noch nicht ganz so voll. Tagsüber bietet sich eine Wanderung in der umliegenden Natur an.
Bibury

Das vielleicht bekannteste Dorf in den Cotswolds ist Bibury, mitten im geschützten Gebiet in der Grafschaft Gloucestershire gelegen. Das liegt mitunter an seiner wichtigsten – und vielfach fotografierten – Sehenswürdigkeit, der Arlington Row. Die Reihenhauszeile aus Cotswold-Stein schmiegt sich an den Fluss Coln und bildet für viele das Abbild dessen, was sie sich unter einem englischen Landurlaub vorstellen: Idylle pur. Die Arlington Row stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert, einst handelte es sich bei den historischen Häusern um Unterkünfte für Weber. Später wurden sie mehrfach umgebaut, heute sind sie in der Hand des National Trust und werden an Privatleute vermietet. Sie gehören zu den meistbesuchten Orten innerhalb der Cotswolds. Auch sie hielten schon als Filmkulisse hier – beispielsweise in „Bridget Jones’s Diary“ oder „Stardust“.
Ebenfalls sehr schön: die St Mary’s Church aus dem 11. Jahrhundert. Darüber hinaus ist Bibury für die hier ansässige Forellenfarm bekannt, die auch für Besucher zugänglich ist und als die älteste Forellenfarm Englands gilt. Für typisch englische Scones und Cream Teas bietet sich Rixy’s Cotswold Tearoom an.
Wichtig: Im Sommer ist Bibury sehr voll, die Schönheit des Weilers hat sich längst herumgesprochen. Besser frühmorgens oder abends kommen. Tipp: Morgens ist das Licht an der Arlington Row besonders stimmungsvoll.
Castle Combe

Gerade einmal 350 Einwohner zählt dieses Schmuckstück in Wiltshire, am südlichen Rand der Cotswolds. Castle Combe verdankt seinen Namen der Tatsache, dass sich hier früher eine Verteidigungsanlage befand – heute sind von ihr nur noch Überreste erhalten, die über dem Dorf auf einem Hügel thronen. Bekannt geworden ist das Kleinod beispielsweise durch Film- und Serienproduktionen: Stadtansichten für „Downton Abbey“ wurden vielfach hier gedreht, ebenso wie Steven Spielbergs „War Horse“. Ikonisch ist der Blick auf die historische Steinbrücke im Ortskern, die den Fluss Bybrook überspannt, und die Häuserreihe, die ihn säumt, ebenfalls im typischen honigfarbenen Cotswold-Stein. Immer wieder werden Häuser von Efeu umrankt, was dem Dorf gemeinsam mit den engen Gassen nochmals mehr Charme verleiht. An einer mit Efeu bepflanzten Hausfassade steht etwa die Castle Combe Phone Box in Quietschrot – ein perfektes Fotomotiv.
Wer vor Ort ist, sollte sich die St Andrew’s Church, eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert, anschauen. Im Inneren des Gotteshauses befindet sich eine der ältesten noch funktionierenden Uhren ohne Ziffernblatt, davon gibt es nur noch wenige in England. Schätzungen zufolge stammt sie aus dem 15. Jahrhundert. Auch der Dorfplatz mit dem alten Marktkreuz gehört für Besucher auf die Bucketlist. Das vielleicht schönste Gebäude des Dorfes Castle Combe ist aber The Manor House: ein herrschaftliches Anwesen, das heute ein Fünf-Sterne-Hotel beherbergt. Zum Herrenhaus gehört ein Garten im italienischen Stil. Auf einen Kaffee oder Tee laden etwa The Old Stables oder The Little Picnic Shop.
Tipp: Von Castle Combe aus ist die Kurstadt Bath nicht weit entfernt, nur rund eine halbe Stunde mit dem Pkw. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Bath finden Sie hier.
Painswick

„Queen of the Cotswolds“: So wird Painswick häufig betitelt, und auf kein anderes Dorf würde dieser Alias besser zutreffen. Auch hier dominiert der typische Kalkstein, doch die Architektur und die Landschaftsgestaltung in Painswick sind besonders edel. Ein gutes Beispiel hierfür: die St Mary's Church, eine prächtige Kirche aus dem Mittelalter mit 14 Glocken und rund 300 bestickten Kniebänken. Im Außenbereich befinden sich die „99 Yews“: eine Allee aus 99 liebevoll gepflegten Eiben, die sowohl eines der wichtigsten Fotomotive der Cotswolds als auch das Wahrzeichen von Painswick darstellen. Um diese Allee ranken sich Legenden, etwa, dass niemals ein 100. Baum hier wachsen dürfe – und wenn es doch geschehen sollte, dann solle der Teufel ihn holen.
Ebenfalls charakteristisch für Painswick: der hiesige Rokoko-Garten, eine der bekanntesten Gartenanlagen der Region. Insbesondere im Frühling ist dieser Ort sehr sehenswert, wenn die zahlreichen Schneeglöckchen aus der Erde sprießen und auch alle anderen Blumen ihre Knospen gen Himmel strecken. Im Zentrum von Painswick befinden sich verschiedene Cafés und Läden, beispielsweise das Arts Cafe Painswick oder das Juniper. Le Papillon ist ein kleines, aber charmantes Feinkostgeschäft, das den Besuch bestens abrundet.