© Kai Kröger Fotografie
Natur

Sterneninseln: Magische Nächte auf Spiekeroog und Pellworm

Das Funkeln tausender Sterne: Von Spiekeroog und Pellworm haben Urlauber:innen einen besonderes tollen Blick auf den Nachthimmel über der Nordsee. Die Inseln bemühen sich seit Jahren um mehr Dunkelheit – mit großem Erfolg!

Der natürlich dunkle Sternenhimmel über den Nordseeinseln Spiekeroog und Pellworm zieht zunehmend Sternengucker:innen an. Rund eineinhalb Jahre nachdem die beiden Inseln in Niedersachsen und Schleswig-Holstein offiziell von der International Dark-Sky Association (IDA) als erste Sterneninseln Deutschlands anerkannt wurden, registrieren die Touristiker:innen ein großes Interesse bei Urlaubsgäst:innen.

Auch interessant: 

Sternegucken an der Nordsee: Mit Guides und Tiny Houses

© Kai Kröger Fotografie

Auf Spiekeroog etwa bieten Astronomen und Astronominnen regelmäßig Vorträge über den Sternenhimmel an und sogenannte Sternenguides unternehmen mit Interessierten Wanderungen durch die Abenddämmerung. „Das wird wirklich sehr gut angenommen und ist in den Saisonzeiten oft frühzeitig ausgebucht“, sagte die Bereichsleiterin Tourismus bei der Spiekerooger Kurverwaltung, Stefanie Grucza. An den rund 40 Veranstaltungen rund um den Nachthimmel über Spiekeroog nahmen nach Angaben der Nordseebad Spiekeroog GmbH im Jahr 2022 fast 800 Besucherinnen und Besucher teil.

Auch Pellworm profitiere als Urlaubsort sehr von der Auszeichnung Sterneninsel, sagte Janina Bursch vom Kur- und Tourismusservice der Insel. Anfragen für Urlaub mit Sternen-Hintergrund seien nach der Zertifizierung auf jeden Fall gestiegen. Vermieter:innen nutzten die Chance, indem sie beispielsweise Tiny Houses mit Sternenthematik anbieten, sagte Bursch. Zudem gibt es private Anbieter:innen von Sternen-Produkten wie Pullis oder Sternenführer.

Sterneninseln: Hochsaison im Frühjahr und Herbst

© Pixabay

Momentan ist man auf Pellworm noch dabei, eine „Sternenkieker“-Basis aufzubauen. Im November gab es beispielsweise eine dreitägige „Sternenkieker-Schulung“, die sich unter anderem an sterneninteressierte Pellwormer:innen, Vermieter:innen, Gastronom:innen sowie Watt- und Gästeführer:innen richtete. Auch an Infomaterial und Infrastruktur werde gearbeitet, sagte Bursch. „Ab der nächsten Saison stehen auf Pellworm endlich Liegebänke, auf denen man bequem die Sterne beobachten kann.“

Auf Spiekeroog gibt es solche Beobachtungsplätze bereits. Besonders gut ließe sich der Sternenhimmel im Frühjahr und Herbst beobachten, wenn die Tage nicht all zu lang seien, sagte Grucza. Da allerdings die Nachfrage nach Erkundungstouren vor allem in der Hauptsaison während der Sommermonate hoch sei, arbeite die Kurverwaltung zusammen mit den Nationalparkhaus Wittbülten nun daran, das bestehende Angebot auszubauen. Eine Idee sei etwa, einen Audio-Guide zu entwickeln, mit dem Sternenfans auch allein noch zu später Stunde den Nachthimmel entdecken könnten.

Dunkelheit als Voraussetzung für die Sterneninseln

© IMAGO / Manngold

Um ausgezeichnet zu werden, investierten die Inseln früheren Angaben zufolge besonders in die Straßenbeleuchtung, um die Lichtmenge zu reduzieren. Auf Pellworm wurden 70 Laternen durch voll abgeschirmte Leuchten ersetzt, in weiteren Leuchten wurden die alten Leuchtmittel ersetzt. Auf Spiekeroog wurde die Helligkeit von 68 Straßenlaternen um 30 Prozent gedimmt, um den Anforderungen der IDA zu entsprechen. Weitere Lampen zu dimmen oder auszutauschen sei eine Daueraufgabe, sagte Grucza.

Die Maßnahmen waren eine Voraussetzung für die Anerkennung als Sterneninseln. Messungen von Expert:innen ergaben: Beide Inseln gehören nachts zu den dunkelsten Orten Deutschlands.

Die Auszeichnung als internationaler Sternenpark wird nur an Gebiete verliehen, die eine natürliche Nachtlandschaft aufweisen und sich für deren Erhalt einsetzen. Damit ist das Versprechen verbunden, Umweltbelastungen durch Lichtverschmutzung zu verringern sowie zur Gesunderhaltung aller Lebewesen und Energieeinsparung beizutragen. Vom offiziellen Titel hatten sich Pellworm und Spiekeroog neben den positiven Effekten auf Gesundheit und Natur eine touristische Aufwertung der Inseln erhofft - gerade auch in der Nebensaison.

- dpa

Das könnte Sie auch interessieren

© Flowdzine Creativity/Unsplash
Sehenswürdigkeiten
Fünf traumhafte Inseln in Thailand

Mehr als 500 Inseln funkeln im Golf von Thailand und in der Andamanensee. Fünf MERIAN-Autoren verraten, auf welchen sie das Glück gefunden haben. Aber bloß nicht weitererzählen!

© Walter Schmitz
Natur
Die „Königin der Nordsee“: Das ist Sylt

Mehr als Sylt kann man als Urlaubsinsel kaum werden. Sie belegt die Loge dicht an den Wolken. Die „Königin der Nordsee“ muss sich nicht um Liebhaber bemühen. Sie schätzt ihre vielen Stammgäste, ist aber offen für Neue und Neues.

© Dominik Ketz
Kultur
Burg Eltz: Besuch auf der Märchenburg

Seit fast 900 Jahren klammert sich die Burg Eltz an den Fels und ist heute eine der meistbesuchten Attraktionen des Landes. Erfahren Sie alles rund um den Besuch auf Burg Eltz.

© Joe Desousa/Unsplash
Natur
Shetlandinseln: Tipps für Schottlands Schätze

Zwischen Atlantik und Nordsee gedeiht auf den Shetlandinseln eine prächtige Flora und Fauna. Reisende, die per Fähre anlegen, erwartet eine Natur von rauer Schönheit, in der sich Ponys, Papageientaucher und Orcas niedergelassen haben. Wir zeigen Ihnen den Reiz der schottischen Inseln.